Sein Werk ständig begucken müssen

Hallo Miteinander,
gibt es einen Begriff für Leute, die mehrmals Ihr Werk anschauen müssen?
Z.B. wenn jemand ein Bild gezeichnet hat. Und er staendig das anschaut, ohne weiterzumachen.

Oder wenn jemand eine EMail an jemanden gesendet hat und er dieses ständig wieder liesst? Und es sehr interessant findet, was er da geschaffen hat.

was ist das? Ist es eine Unsicherheit zu irgendetwas?
Oder ist es das nicht loslassen und etwas sein lassen können?

Ist das eine Art Narzissmus?
Wenn jemand Angst hat sich für neue Bindungen zu öffnen, weil er die Bestehenden (geschaffenen) Bindungen nicht zerstören will - kann man das damit in Verbindung bringen?

Was denkt ihr Liebe Wissende,
Denis

Ist das eine Art Narzissmus?
Wenn jemand Angst hat sich für neue Bindungen zu öffnen, weil
er die Bestehenden (geschaffenen) Bindungen nicht zerstören
will - kann man das damit in Verbindung bringen?

Wenn dann ist es allenfalls Narzismus. Aber ich würde diesen Begriff nicht zu eng setzen.

Händel hat auch einmal über seine Musik gesagt, daß er sie am Liebsten hört. Und so gehts mir auch, ich könnte meine Kompositionen und Collagen immer wieder hören und anschauen. Es ist so als ob sie jemand anders komponiert und gemalt hat.

Es ist doch einfach die Freude am Schaffen und was man selbst geschaffen hat, versteht man am Besten, oder?

gruß
rolf

Hallo,

also ich hab auch Spaß daran, meine eignen Sachen
ab und an genüßlich zu lesen. Weil sie einfach gut sind. (-;

Ich denke mal, die Ursache ist bei jedem anders gelagert;
eine allgemeingültige Erklärung gibts da nicht. :smile:

Gruß,

Oliver

Hallo,

Wenn dann ist es allenfalls Narzismus.

„Narzissmus“ ist schon richtig!!

Gruß, Wolfgang

was ist das? Ist es eine Unsicherheit zu irgendetwas?
Oder ist es das nicht loslassen und etwas sein lassen können?

ich wuerde meinen, derjenige hat einfach zu viel zeit…
daraus folgt, er macht nicht genuegend, daraus folgt, er moechte das, was er gemacht hat, so lange sehen und bestaunen, weil er weiss, es dauert lange, bis er ein neues hat.

allerdings sollte man gewisse dinge aus kontrolle nach dem schaffen betrachten.

bei emails mache ich das machmal, um zu sehen, ob ich etwas geschrieben habe, was falsch sein koennte oder den anderen beleidigt haben koennte…leider zu selten:wink:
manchmal schreibt man zu schnell und denkt nicht nach.

aber ich kenne auch die leute, die ihre werke anschauen. aber das reicht ihnen nicht…nein…sie erklaeren einem dann die genialitaet dieses werkes und dass das sonst keiner koennte.

das ist einfach ueberspieltes unselbstbewusstsein[???welch wort???]mit einem schuss naivitaet…denn sie wollen einem weiss machen, nur sie koennten das:smile:))

mfg:smile:
rene

Hi Denis,

völlig „un-psychologisch“: der-/diejenige ist stolz auf die Leistung und erfreut sich daran.

Ganz einfach…
Wenn Du nichts produzierst, so brauchst Du auch nichts anzusehen. Dein Problem ist gelöst.

Gruß
Michael

Hi Denis,

ich denke, dass du das richtig siehst. Deine Fragen kann man auch alle mit „Ja!“ beantworten. Ich würde es aber nicht als eine absolute Sache betrachten, da man dieses Verhalten sogar an den Tag legen MUSS um nicht den Überblick zu verlieren. Manchmal weiß man auch nicht mehr genau, was man geschrieben hat oder SOLLTE es lieber mehrfach prüfen um wirklich klar zu machen, was man sagen will. Weiß nicht wie viele Leute mir an der uni schon sagten, dass man etwas Geschriebenes nach ein paar Tagen nochmal lesen sollte um sich selbst zu korrigieren. Dann merkt man auch, wenn man einfach nur Schrott geschrieben hat… aus welchen Gründen auch immer.

Hinsichtlich künstlerischer Erzeignisse wird man ohne sich mit Selbigen mehrfach auseinanderzusetzen auch kaum etwas schaffen, das anderen gefällt, wenn es einem selbst total egal ist. Als ich noch Musik geschrieben habe ging es mir sogar öfters so, dass ich eigentlich gar keine Lust mehr hatte das „blöde Lied“ zu hören. Es ging nicht mehr darum, dass ich es so cool fand, sondern dass es einfach Arbeit erfordert um gewünschte Resultate zu erzielen. Von Nichts kommt Nichts.

Viele Grüße,

Hilmar

Danke Re: Sein Werk ständig begucken müssen
Danke Euch Allen für Eure RÜckmeldungen.

Also scheint es durchaus ein gesundes Verhalten zu sein, stolz auf etwas zu sein.

Was denkt ihr, wenn man dieses auf eine Beziehung hin projeziert? Es heisst, man muss manchmal etwas loslassen, aber evtl. auch abbreissen, damit was neues entsteht. Kann eine Beziehung von einem Partner vorbereitet werden, dass dieser sich selbst weiterentwickelt, jedoch der andere nicht verletzt ist? Oder würde man eine Beziehung abbreissen, um eine neue Beziehung zu schaffen - zu jemanden anderen.

Loslassen - wäre hier vielleicht ein Schlagwort. Aber wären diese Schwierigkeiten bei jemanden, der wie oben diskutiert, lange Zeit Dinge anschaut eher zu finden, als bei jemanden der seine ‚Werke‘ nicht betrachtet?

Viele Grüße
Denis

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Der Sinn(-Zusammenhang) erschliesst sich mir nicht
Hallo Denis,

da komme ich nicht mehr mit . . .

Hehe ich hab da auch ne Viertelstunde rumgeknoblt…
der Text ergibt keinen Sinn :smile:

Hallo Denis,

da komme ich nicht mehr mit . . .

Hallo,
ist wirklich schwer.
Vielleicht so:
Es gibt Menschen, die können relativ schnell nach einer Beziehung eine neue Aufbauen. Aber es gibt auch Menschen, die das nicht können. Es gibt aber auch Menschen die sehr schwer jemanden kennenlernen und sich daher auch länger überlegen ob sie jemanden verlassen - um eine neue Beziehung zu beginnen.

Und nu der Schwenk: Solche Menschen, die lange überlegen, sich schwer tun, ihre jetzige Beziehung ‚umzubauen - trennen - wie auch immer‘, um damit Platz für einen weiteren Menschen (also auch eine innige Beziehung) zu schaffen - neigen solche Menschen dazu, Ihre Werke öfters anschauen zu müssen?

Eine Beziehung aufbauen und pflegen und entwickeln ist ja auch ein Werk.

Vielleicht klappts jetzt.
Aber danke dass Ihr so lange dran sitzt und darüber nachdenkt.
Denis

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Und nu der Schwenk: Solche Menschen, die lange überlegen, sich
schwer tun, ihre jetzige Beziehung ‚umzubauen - trennen - wie
auch immer‘, um damit Platz für einen weiteren Menschen (also
auch eine innige Beziehung) zu schaffen - neigen solche
Menschen dazu, Ihre Werke öfters anschauen zu müssen?

Ich würde das bejahen. Die von dir geschilderten Zusammenhänge
passen durchaus in ein Gesamtbild - ob pathologisch sei mal
dahin gestellt.

Hallo Denis,

ich glaube, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Sich an einem selbst geschaffenen Werk - einem Gegenstand - zu erfreuen, in dem man es immer wieder betrachtet, ist die eine Sache.

Von einer Beziehung zu einem anderen Menschen nicht loslassen zu können ist eine ganz andere Sache, weil es hierbei nicht um einen leblosen Gegenstand geht, sondern ein lebendiger Mensch beteiligt ist, der selbst die Beziehung mitgestaltet.

Es trifft zu, dass manche Menschen schneller über eine beendete Beziehung hinweg kommen als andere. Insbesondere ist das meist bei dem Teil so, der die Beziehung beenden will. Bevor er dies in in Tat umsetzt, hat sich das Ende bereits im Kopf vollzogen, zumindest haben die Gedanken das Ende der Beziehung schon vorweg genommen.

Wird der andere zum ersten Mal damit konfrontiert, dass der Partner die Beziehung beenden will, so er braucht natürlich eine Weile, bevor er das akzeptieren kann. Im fehlt diese gedankliche Vorlaufzeit. Dies wird um so länger dauern, je länger die Beziehung gedauert hat, er überzeugt davon war, dass es sie sehr gut war und er sehr viel dazu beigetragen hat.

Vermutlich gibt es eine Vielzahl von Menschen, die in einer lauwarmen Beziehung leben und dies ändern möchten, wenn sie nur genau wüssten was und wie. Kein neuer Partner in Sicht - Alleinsein ist auch nicht schön, also alles lassen, wie es ist jedoch unterschwellig unzufrieden sein…

Sich in einer Beziehung nicht entschliessen zu können hat m.E. nichts damit zu tun, sich im Übrigen auch nicht vom Anblick selbst geschaffener Werkstücke trennen zu können.

Warum ist Dir dieser Zusammenhang, sofern es einen solchen gibt, so wichtig?

Grüße
Mara