Seit ich sechs bin?

Hallo zusammen,

ich höre immer wieder von Erwachsenen Aussprüche wie „Seit ich sechs (Jahre alt) bin…“. Mir kommt das falsch vor, denn schließlich ist er/sie ja nicht mehr sechs. Ich würde daher sagen „Seit ich sechs war…“. Liege ich damit falsch und ist die Formulierung vielleicht doch richtig, weil die Person sechs plus X weitere Jahre alt ist?
Wie seht Ihr das?

Danke und viele Grüße
Ria

Hallo zusammen,

ich höre immer wieder von Erwachsenen Aussprüche wie „Seit ich
sechs (Jahre alt) bin…“. Mir kommt das falsch vor, denn
schließlich ist er/sie ja nicht mehr sechs. Ich würde daher
sagen „Seit ich sechs war…“. Liege ich damit falsch und ist
die Formulierung vielleicht doch richtig, weil die Person
sechs plus X weitere Jahre alt ist?
Wie seht Ihr das?

Hallo Ria,

manchmal stimmt die eine Variante, manchmal die andere.

Ersetze „seit ich sechs bin/war“
durch: „Seit meinem sechsten Lebensjahr“ und je nach dem, wie Du dann weiter machen würdest, stimmt es dann:

Seit meinem sechsten Lebensjahr bin ich Stotterer
(Zustand dauert an)

oder:
Seit meinem sechsten Lebensjahr war ich drei Mal in Frankreich
(in sich abgeschlossene Handlungen).

Abgesehen davon hängt die umgangssprachliche Verwendung von bin / war auch damit zusammen, wo in Deutschland man lebt (Nord-Süd-Gefälle).

Viele Grüße

Iris

Hallo zusammen,

ich höre immer wieder von Erwachsenen Aussprüche wie „Seit ich
sechs (Jahre alt) bin…“. Mir kommt das falsch vor, denn
schließlich ist er/sie ja nicht mehr sechs. Ich würde daher
sagen „Seit ich sechs war…“. Liege ich damit falsch und ist
die Formulierung vielleicht doch richtig, weil die Person
sechs plus X weitere Jahre alt ist?
Wie seht Ihr das?

Danke und viele Grüße

Hallo Ria.
Was Iris schreibt ist im Prinzip richtig, mal so mal so!
Nur die Beispiele sind unglücklich gewählt.
Wenn man einen wachsenden Vorgang (hier Älterwerden) beschreibt, der noch andauert und will darin eine GRENZE angeben, dann ist ‚ist(bin)‘ richtig.
Seit sie 6 Jahre alt ist, kann sie lesen.
Seit ich sechs Jahre alt bin, kann ich lesen.
Bezieht man sich aber auf ein EREIGNIS in diesem Vorgang, dann muss die Vergangenheit verwendet werden.
Seit dem Tag an dem ich sechs Jahre alt wurde, kann ich lesen.
Ist der Vorgang abgeschlossen, z.B. die Person ist verstorben, dann muss es ‚war‘ heißen.
Seit sie 18 Jahre alt war hatte sie diese Krankheit.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim

Hallo Ria,

Hallo Iris,
und andere Leser:

Abgesehen davon hängt die umgangssprachliche Verwendung von
bin / war auch damit zusammen, wo in Deutschland man lebt
(Nord-Süd-Gefälle).

apropos Nord-Süd-Gefälle (auch wenn´s nicht eindeutig in dieses Brett gehört):
Woher stammt dieser Begriff ?
Hat Gefälle mit gefällig oder eher mit abfällig zu tun ?
Der Süden liegt geografisch unten, höhenmäßig oben . Oder wie ?

Viele Grüße

Iris

Grüße auch
BW
vorsichtige Antworten erwünscht, ich stamme aus und lebe in dem Süden der Rebuplik :wink:

Servus,

in diesem:

vorsichtige Antworten erwünscht, ich stamme aus und lebe
in dem Süden der Rebuplik :wink:

Sinn und mit äußerster Vorsicht, um nicht noch eine zwanzigste Diskussion drüber aufzureißen, ob irgendwo in D Standarddeutsch gesprochen wird oder nicht:

„Gefälle“ hat hier, meine ich, mit der im niederdeutschen Sprachraum verbreiteten Auffassung vom lokalen Dialekt als einer gewissermaßen „Dienstboten- und Bauernsprache“ zu tun. Die Tatsache, daß im oberdeutschen Sprachraum den regionalen Dialekten dieser Haut-Goût nicht anhängt und sie folglich von allen einschließlich Schultes, Tierarzt, Pfarrer und Lehrer freiweg gesprochen werden, führt häufig dazu, daß oberdeutsche Sprachgepflogenheiten von Norden her gesehen analog als insgesamt „irgendwie minderwertig“ aufgefasst werden, wenn mans von der eigenen Heimat her gewohnt ist, Platt oder Missingsch oder wasauchimmer als „etwas Minderes“ zu betrachten.

Schöne Grüße

MM

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Zungenschlach
Servus,

Die Tatsache, daß im oberdeutschen Sprachraum den regionalen :smiley:ialekten dieser Haut-Goût nicht anhängt und sie folglich von allen einschließlich Schultes, Tierarzt, Pfarrer und Lehrer freiweg gesprochen werden

Man könnte diese Liste weiterspinnen über Landesminister, Ministerpräsidenten, Bundesminister, bis zu Bundeskanzler und -präsidenten, die ihren heimischen Zungenschlag nicht verleugneten.

Aba getz gibt es auch ausm Noadn einiche Politiker, die ihren rechionalen Zungenschlach, und von wo sie wech sinn, nich verleuchnen.

Gruß Fritz