Seit wann spricht Gott mit Bush?

Hallo,

mal der Reihe nach.

Und was zum Geier haben dann die armen Seelen verbrochen, die
diese Chance nicht bekamen? Hatte Gott kein Bock auf
„Daumendazwischenhalten“ oder war grad mit Bush
beschäftigt???

Das weiß ich nicht - ich bin schließlich nicht Gott und er
weiht mich auch nicht in seine Pläne ein. Ich weiß nur, daß
ich nopch ne zweite Chance gekriegt habe und dafür bin ich
dankbar.

Soweit so gut… Wenn ich auch der Medizin/Glück/Zufall dankbar bin, und keinen bärtigen Opa brauche, aber das ist Geschmackssache.

Wann kapiert ihr das endlich? Gott diktierte uns selbst, dass
er den „Heiligen Geist“ ausgeschüttet hat um uns Querdenker
endlich loszusein! Jede Frage „Was denkt Gott sich dabei?“ ist
vermessen, egozentrisch und überheblich (s. Bush und
Konsorten)

Wieso ist die Frage an sich überheblich? Zuerst einmal ist
doch menschlich, denke ich mal. Ich bin schließlich nicht
Jesus - und das ist auch gut so. Aber das bedeutet auch, daß
ich als kleiner Mensch unvollkommen bin und voller Zweifel,
Fehler und Fragen.

Schtimmt… Die Frage ist berechtigt, nur wird’s gefährlich, wenn Leute meinen ne Antwort gefunden zu haben. Diese Antworten entspringen immer einem - wie du treffend formulierst - unvollkommenen Menschen.

Daß es keine Antgwort auf diese Frage geben wird und die Frage
an sich schon unlogisch ist, weil sich ja Gott nicht irren
kann und wohl weiß, was er tut, ist ne andere Sache. Ob es mir
aber je gelingen wird, so viel demut zu haben, dies immer
unbesehen hinzunehmen… das weiß ich nicht.

Ich sach nur „Unmündigkeit“… ohne Dir zu nahe treten zu wollen. Da gibts ein Zitat von Kant(?) „Aufklärung ist der Weg aus der selbstauferlegten Unmündigkeit“ oder so ähnlich… Deine Argumentation ist weniger als eine Haaresbreite von der Einstellung „Was juckt mich das? Gott wird’s schon richten“ entfernt, die uns Jahrhunderte Stillstand im Mittelalter brachte. Warum Demut? Warum hinnehmen? Wir haben den Heiligen Geist! (Oder wie auch immer Du unsere Nervenzellen nennen willst)

:Meinst DU. Aber wann kapiert ihr Gottinterpretierer endlich,

dass es VON Menschen FÜR Menschen geschrieben worden ist??
Jesus war nicht Gottes Sohn und Moses hat die 10 Gebote nicht
von Gott diktiert bekommen. Ich bin leider nicht so bibelfest,
aber ich bin mir zu 100% sicher, dass man linientreu bei der
Bibel sein kann und den Irakkrieg rechtfertigen kann! Das ist
der Müll an geschriebenen Wort, dass von unmündigen Menschen
für bare Münze genommen wird: Israel beharrt auf seinem von
„Gott geschenktem Land“, Bush beharrt auf die „Befreiung der
Unterdrückten“ und Komeini auf der „Vertilgung der
Ungläubigen“

Ich möchte keine tehologische Diskussion lostreten, was ide
Juden oder die Mohammedaner glauben müssen oder sollen oder
dürfen. Nur eins weiß ich: krieg trifft immer die
Unschuldigen. In den Stäben fallen höchstens Orden aber keine
Bomben. Und deshalb weiß ich auch nicht, ob sich ein Krieg
überhaupt rechtfertigen läßt - zumal der ursprüngliche
Kriesgrund ja in diesem Fall echt ne Lufnummer war. Denn
Hussein hat NICHT gelogen, er hatte KEINE
Massenvernichtungswaffen. Gelogen hat Bush, der ihm das
gegenteil unterstellt hat. Nun soll mir aber einer mal sagen,
wie er auf ner Lüge einen gerechten krieg aufbauen will.
Und da die Iraker ja nach wie vor mit Bo,meben und nicht m it
Blumen um sich werfen, behaupte ich mal, daß die gar nicht so
scharf drauf waren, befreit zu werden.

Mja… ich sehe wir haben ähnliche Ansichten der Weltpolitik, doch sind die Schlüsse andere; eine stringente Argumentationskette anhand der Bibel kann ich nicht vorweisen, aber wenn die Menschen fehlbar sind, kann ein Mr. Bush auch mal eine Lüge nicht als solche erkennen. Und wenn er sich als Befreier der Unterdrückten als Gottbeauftragten sieht, kann man ihm schlecht ans Bein pinkeln. Schließlich leben dort ja nur Ungläubige, die das Wort Jesu noch nicht gehört haben (ok, jetzt wird’s polemisch…)
Dennoch sehe ich eine Gefahr davon ausgehen, wenn der Diktator der einzig verbliebenen Supermacht zu „Kreuzzügen gegen den Terror“ aufruft und meint in Gottes Sinn zu handeln, wenn er Kriege anzettelt.
Versteh mich nicht falsch, ich schaue weder herab auf Gläubige noch kritisiere ich einen zivilisatorischen Fakt, der seit Anbeginn der Menscheit Realität ist: der Glaube. Ich möchte einfach nur mehr „aufgeklärte“ Menschen um mich herum haben, die sich nicht blind fallen lassen (und von Jesus aufgefangen werden, jaja) oder meinen die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, weil sie einmal die Bibel gelesen haben.
Wir sind Menschen, wir bleiben Menschen (unvollkommen, egoistisch, irrational, nicht allwissend) Jetzt eine Instanz einzuschalten, die das Leben hier regeln soll, halte ich nicht für zeitgemäß. WIR sind am Drücker. WIR müssen Regeln aufstellen. WIR müssen verantwortungsvoll handeln. Und nicht ein Typ, der vor 2000 Jahren am Kreuz qualvoll hingerichtet wurde.

Noch platter formuliert: Deine Dankbarkeit zeigst Du effektiver, wenn Du einem karitativen Dienst Geld spendest (und somit der modernen Medizin huldigst), als wenn Du für Deinen überstandenen Leberschaden 3 Ave Maria runterleierst…

Gruß Jartul

Hallo,

es ist ja nun echt nicht so, daß ich einfach alles hinnehme.
Ich sage immer so schön: Gott gibt mir die Chancen - was draus machen muß ich selber. Da habe ich meine Handlungsfreiheit und da muß ich schon selber sehen, wie ich so durchs Leben komme, daß ich mir und anderen in die Augen sehen kann dabei.
Und deshalb renne ich auch nicht dreimal täglich zur Kirche sondern arbeite lieber aktiv in der Alkoholselbsthilfe - auch mit meiner Internetseite, weil das nun einmal das Gebiet ist, von dem ich am meisten Ahnung habe.
Trotzdem gibt es natürlich auch Dinge, die ich nicht ändern kann . und die muß ich als gegeben hinnehmen. Zudem ist ja Demut für mich nicht nur Demut vor Gott, sondern auch Demut vor den menschen. Der respekt vor anderen, das sich nicht über andere erheben wollen - das gehört da auch dazu.
Damit ist für mich aber auch verbunden, daß ich anderen nicht vorzuschreiben habe, wie sie zu leben haben und was sie gut zu finden haben.

Gernot Geyer

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Hi,

Deine Einstellung mag für Dich alleine funktionieren. Dumm ist nur, dass sobald Menschen ihre Handlungsfähigkeit zusammenlegen eben doch „grössere Dinge“ möglich sind. Dinge, die ein Mensch alleine nie vollbringen könnte.

Und spätestens dann beginnt die Tatsache, dass die Einstellung der Gruppe einen normierenden Charakter annimmt. Nimm zum Beispiel die Diskussion und letztlich auch die Gesetzgebung um die Abtreibung. Solange ein einzelner Mensch aus seinem Glauben heraus eine Abtreibung ablehnt ist das völlig in Ordnung. Wird in der Gruppe aber Zwang auf einen anderen ausgeübt (in dem Fall zum Beispiel um die Abtreibung zu „verbieten“), dann finde ich das nicht mehr vertretbar.

Das ist nicht nur bei religiösen Themen ein endloses Thema…

Grüsse,

Herb

Zusammen mit Herb’s Einwand bleibt immer noch ein gesunder Rest von Deinem „Christentum“ übrig, kann ich nur begrüßen!! Ob man nun in seinem stillen Kämmerlein noch Demut vor „Gott“ zeigt, wenn man den Mitmenschen sowas schon entgegenbringt oder nicht, ist ja letztlich egal.
Schlimm wirds - siehe Herb’s Einwand -, wenn solche Glaubensdinge (grundprivat) an die Öffentlichkeit gezogen werden. (Abtreibung z.B.)
Wenn jedoch die Gläubigkeit solch ein Maß an „Privat“ hat, frage ich mich wozu es noch etablierte „Kirchen“ geben muss, die einem sagen, wo die Schäfchen Gottes hinrennen mögen, damit sie bei Armageddon auf der richtigen Seite stehen… Das ist und bleibt für mich eine Flucht vor den täglichen Aufgaben, und eine kindische Hoffnung auf ein Seelenheil. Christen, fügt Euch ein in den Kreislauf des Lebens und seid dankbar dass ihr als Leichen Dutzende von Käfern/Würmern/Maden zum Leben verhelft, denn diese machen unsere Erde fruchtbar, amen :wink:
Was den Geist angeht, verbleibt dieser solange auf Erden, wie Erinnerungen da sind (Freunde/Verwandte oder Generationen bei „großen Personen“)

jartUl

P.S.: Selbst WENN ich nach meinem Tod vor der Tür stehe und n bärtiger Opa macht auf (kann ich eh nix mehr ändern), was sollte mich das JETZT kümmern?

Hallo Herb,

Du hast da sicher recht.
Nur betrifft dieser herdentrieb aber nicht nur Religionen sondern jede weltanschauliche und politische Richtung. Irgendwo ist immer eine Mehrheit, die der Minderheit sagt, was sie tun muß.

Im Übrigen ist mir die ganze kirchliche Hierarchie dabei herzlich gleichgültig - ich brauche für meinen Glauben weder einen Ppst noch sonst einen der kirchlichen Würdenträger. Und deshalb ist mir auch deren Geschwafel egal.
Für mich zählt eins - Jesus liebte die Menschen und wollte ihnen helfen. Und somit ist alles gut, was den Menschen hilft. Ich bin da kein Dogmatiker.
Und was den Schwangerschaftsabbruch betrifft: Wir wissen ja nicht wirklich, wiw und wann die Seele in den Körper kommt. Dazu gibt es allenfalls Überlegungen und Schlußfolgerungen irgendwelcher Theologen - und die können richtig sein oder auch nicht. Also ist für mich die Frage, ab wenn der Mensch Mensch ist und nicht getötet werden darf auch noch nicht entschieden. Und damit zählt einfach wieder nur die Frage - Was hilft den Menschen? Und da kann nur sagen, denen hilft ganz bestimmt nicht, wenn ich sie zwinge, ungewollte Kinder auszutragen.

Gernot Geyer

Diktatur=Glück? Irak=Terroristen?
Hi Gernot,

sorry, dass ich jetzt wieder hier dazu komm…
Ich hab nur ein großes Problem und das sind diese furchtbaren „Glaubenssätze“, die sich manifestieren und die zunächst der Grundstein für Pauschalisierungen (woraus Vorurteile und schließlich in den meisten Fällen Hass und Gewalt folgen) sind.

Und da die Iraker ja nach wie vor mit Bo,meben…um sich werfen,

Das ist doch falsch…!? Die Iraker werfen nicht mit Bomben um sich. Die Iraker bestehen aus vielen einzelnen wertvollen Menschen. Und beileibe nicht jeder ist ein potentieller „Bombenwerfer“. Es sind eben kleine terroristische Anteile, die partiell unter der Hussein Diktatur im großen Vorteil waren oder partiell grundsätzlich anti-westlich eingestellt sind und jetzt gegen den Einzug von Sicherheit in einem freiheitlich geprägten Land agieren.
Halten wir also fest: Die Iraker werfen keine Bomben, sondern ein paar Iraker.

behaupte ich mal, daß die gar nicht so
scharf drauf waren, befreit zu werden.

Die oben genannten kleinen Gruppen, die unter dem Saddam-Regime große Vorteile genossen waren sicherlich nicht scharf darauf. Der große Restteil des Volkes vermutlich schon. So seh ich das zumindest…

Es kann doch nicht sein, dass wir hier ernsthaft anzweifeln, dass das Volk unter einer solchen Gewalt-Diktatur wie sie Hussein praktiziert hat, zufrieden und glücklich war?

LG,
Typhoon

Hallo,

zufrieden und glücklich waren die Iraker unter Hussein sicher nicht. Ob sie es aber unter den heutigen Terrorbedingungen sind, die die derzeitige Besatzungsmacht nicht in den Griff bekommt, wage ich aber auch zu bezweifeln. Denn nach wie vor ist es für viele leute wichtiger, in relativer Sicherheit geordnet zu leben mit Arbeit und einem geregeltem Ein kommen, als das recht zu haben, überall seine Meinung sagen zu können, ehe einen die nächste Bombe trifft.

Das Ganze ist doch ein grundsätzliches Problem. Die Grenzziehung in all diesen Ländern folgt nicht ethnischen Gegebenheiten sondern den willkürlichen regeln aus der Kolonialzeit. Und so müssen dort Völker und Stämme miteinander leben, die mitunter recht grundsätzliche Wiedersprüche haben.
Hussein hat diese Wiedersprüche z.T. recht brutal unterdrückt, so wie es die Türken mit ihren Kurden ja auch tun (komischerweise greift dort Bush nicht an - die kritisiert er nicht mal). Auch Tito imfrüheren Jugoslawien hat das so getan, genau so wie die rotenm Herrscher in der damaligen Sowjetunion.
Den heutigen Demokraten ist da noch keine Lösung eingefallen. Bisher sind ja alle Versuche wie im Jugoslawien nur ewige Stationierungsgebiete von UNO bzw. NATO-Truppen ohne Hoffnung aus einen friedlichen Ausgang geworden und meist sieht es am Ende so aus, daß am Ende doch ein Volk das andere vertreibt (nur dann mit Billigung bzw. Duldung westlicher Demokraten statt eigener Diktatoren).

Außerdem bleibt festzuhalten, daß man einem Land nicht einfach von außen ein fremdes System aufstülpen kann. Das führt immer zu Wiederstand, weil es die eigene nationale Würde verletzt. Das hat Napoleon nicht hinbekommen, der in Spanien, Italien und Rußland mit Partisanenkämpfen zu tun hatte, das hat noch nie einer auf Dauer geschafft. Lenin z.B. wußte das, der sprach z.B. schon über die Unmöglichkeit, die Revolution in andere Länder exportieren zu können. Bush und Co. wissen das offenbar nicht - und deshalb wird im irak nie Ruhe herrschen. Es sei denn, und das halte ich für sehr wahrscheinlich, am Ende wird irgendein Regime abgenickt und für demokratisch erklärt, daß unter Ausschuß der Öffentlichkeit dann wieder genau so brutal regiert, wie es Hussein tat. Ansonsten zerfällt das Land nämlich.

Gernot Geyer

Nachgefragt…
Hallo,

Ich habe letzte Woche einen sehr interessanten Zeitungsartikel
gelesen, nach dem Bush behauptet haben soll, mit Gott zu
sprechen.
Dieser habe ihm befohlen, so die Zeitung, in den Irak zu
gehen.

Wer weis genauers darüber??

Hm…
Ich hab mal nachgefragt (Gott) und der/sie sagt so hätte er/sie das nie gesagt.
Vielmehr (Sinninhaltlich):
„Wenn du unbedingt einen Fehler machen willst und noch mehr Schuld auf dich laden willst, dann geh doch, ich halte dich nicht auf (vertragsgemäss)“
Gruss
Stefan