Seit wann waren Geldautomaten gebräuchlich?

Hallo Wissende,

die Frage steht oben. Mich interessiert, ab wann es auch in deutschen Kleinstädten üblich war, sein Geld aus dem Automaten zu ziehen.

Ich erinnere mich, dass ich Mitte er 90er immer noch mit einem Scheck an den Sparkassenschalter ging. Aber ich habe auch in einer sehr kleinen Stadt gelebt und kann deshalb vielleicht nicht mitreden.

Wer weiß mehr?

Schöne Grüße
Ann da Cava

Hallo!

Spätestens ab dann, als die kleinen Bank-und Sparkassenfilialen verschwanden. Da musste man ja seinen Kunden die Möglichkeit der Geldbeschaffung bieten.
In Deutschland war das spät.

1982 sind in Deutschland gerade einmal wenige Hundert im Einsatz während in den USA und Japan schon jeweils mehr als 12.000 Automaten in betrieben werden. Deutschland gilt bis dahin als rückständig in Sachen Geldautomaten.“

Zitat aus einer kl. Bankomat-Historie der Targobank

MfG
duck313

Hallo

beim digitalen Geld scheint es ähnlich abzulaufen. Während es in praktisch allen anderen Ländern schon lange Bitcoinautomaten gibt, sind sie in Deutschland nicht gern gesehen. Erst seit wenigen Wochen sind in Deutschland die ersten in Betrieb, während man zum Beispiel in der Schweiz an jedem Fahrkartenautomaten der schweizerischen Bundesbahn Bitcoins erhalten kann. Schade, dass wir immer hintendran sind.

MfG Andromedes

Naja, es wird viele vor größeren Spekulationsverlusten bewahrt haben. Das Gold, das die Leute ab 2010 hastig aufgestellten Automaten gezogen haben, wartet ja zum größten Teil bis heute auch noch auf seine Einstandspreise.

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Mit der gleichen Sichtweise könnte man auch behaupten, Deutschland sei rückständig in Bezug auf seine erdbebensicheren Wolkenkratzer. Die Frage ist ja, ob es einen Bedarf gab und der nach Bargeld wurde von den damals praktisch an jeder Ecke vorhandenen Bankniederlassungen befriedigt. Das war in den USA damals anders; die Geldautomaten standen nicht nur in den Filialen herum, sondern vor allem in Warenhäusern, Einkaufszentren und an Tankstellen. Die gestiegene Zahl von Geldautomaten ging in Deutschland dann mit dem heute viel kritisierten Rückgang an Bankfilialen (oh Wunder!).

Hinzu kommt, daß das Zahlungsverhalten in den USA bis heute erheblich von dem in Deutschland abweicht. Hier wurde und wird mehr überwiesen und bar bezahlt, d.h. man war ohnehin ständig bei der Bank, um die Überweisungen abzugeben, weil es ja online-Banking noch nicht gab (Ausnahmen waren Selbstbedienungsterminals der Bank, deren Name mir nicht einfällt und die Post mit ihren Postscheckkonten, bei denen man alles kostenlos per Brief erledigen konnte). In den USA wurde und wird viel mit Kreditkarten und Schecks bezahlt und letztere kommen mit der Post, d.h. werden nicht in der Filiale abgeholt.

Gruß
C.

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Gut, ich habe mich jetzt entschieden, dass mein Protagonist die Unterschrift auf einem Scheck fälschen muss. Ein Geldautomat scheint mir zu exotisch für ein Kaff im Bergischen Anfang 1990.

Danke euch!

nein, das Gegenteil ist richtig. 2010 konnte man 1 Bitcoin für 5 Cent kaufen, während man ihn heute für fast 10.000,- Dollar verkaufen kann. Siehe den Langzeitverlauf: https://www.buybitcoinworldwide.com/de/preis/. Wenn man bedenkt, dass die Entwicklung des digitalen Geldes noch ganz am Anfang steht, kann jeder in etwa abschätzen, wohin die Reise auf lange Sicht geht. Inzwischen arbeiten sämtliche Banken und Regierungen an der Entwicklung eigener Blockchainwährungen, aber der Bitcoin ist die einzig freie, dezentrale und unabhängige Kryptowährung.

Hallo,

interessante Frage. Ich habe gerade festgestellt, dass ich schon damals ein early adopter war (obwohl ich noch nicht mal diese Floskel kannte). Laut dieser Seite gab es in den Vorwendemonaten der DDR lediglich 274 Automaten, davon allein 80 in Berlin und nur 250.000 Inhaber einer „Geldkarte“ und ich war einer davon, seit 1989. Und ich meine, es sei im Frühjahr gewesen, als ich meine Lehre abschloss.

Grüße
Pierre

Gerade nachgerechnet, 1992 habe ich meine erste Bankkarte bekommen und Geld am Automat gekauft.
Sauerländer Kaff mit 8000 Einwohnern in der Kern’stadt’ und damals 4 Banken

Moin,

Anfang, Mitte der Neunziger defintiv (da gibts eine nette Geschichte zu, deswegen bin ich mir so sicher) schon Geld am Automaten geholt. Tatort, ein Geldautomat in der niedersächsischen Provinz unter 10.000 Einwohner.

Soon

Googeln kann Ann selber!

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Moin,

damals waren Eurocheques üblich in Deutschland, zusammen mit der Eurochequekarte. Es gab dabei eine Einlösegarantie durch die ausgebende Bank (zuletzt glaube ich DM400.- pro Stück oder so. Ggf. musste man mehrere abgeben) weil ja noch kein online-Abgleich durchgeführt werden konnte.

VG
J~

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Servus,

ich bin immer wieder amüsiert, wenn Freunde in Frankreich sich über unsere deutsche Marotte mokieren, im Lebensmittelladen mit Bargeld zu bezahlen, und dann auf die Frage „Und wie bezahlst Du denn Deine Stromrechnung?“ spontan sagen „Ganz normal, ich schicke der EDF einen Scheck!“

Schöne Grüße

MM

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Servus,

in den 1990er Jahren gab es in Schussenried (etwa 7.500 Einwohner, mit weitläufigen Eingemeindungen) bei allen dort vertretenen Banken, d.h. sowohl bei der Sparkasse als auch bei der Volks- und Raiffeisenbank Geldautomaten. Der von der Sparkasse war aber - wenn ich mich recht erinnere - nur zu Schalteröffnungszeiten zugänglich.

1981, als ich in Braunschweig den Zivildienst antrat, richtete ich ein Konto bei der Post ein, weil ich nur bei dieser auch am Samstag Geld abheben konnte.

Schöne Grüße

MM

Der Preis ein paar Tage nach Einführung kann kaum als Maßstab herangezogen werden. Tatsache ist, daß rund um den Hype Bitcoin, der so um 2016/2017 entstand, mehr Leute Geld verloren als gewonnen haben. Und gerade die Leute, die meinten, daß man damit nur Geld verdienen kann, haben am Ende Verluste eingefahren und die jüngste Erholung des Preises folgt auf einen Wertverlust von rd. 75%. Bitcoin ist insofern keine Geldanlage, sondern ein Spekulationsobjekt und wohin die Reise geht, weiß niemand. Sicher ist, daß all jene, die wußten, wohin die Reise Ende 2017 ging, massiv Geld verloren haben.

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In Dresden standen die ersten auch 81-82, ich bin dann 82 oder 83 von der Postbank zur Sparkasse gewechselt, weil ich eine Geldkarte haben wollte.

Spricht du von DEM Dresden? 81-82-83? Postbank und Sparkasse?

Ich bin verwirrt! :astonished:

Danke an alle! :heart:

Weil mein Heimatkaff im Sauerland nun wirklich dermaßen hinterm Mond war/ist, habe ich meinen Helden Schecks fälschen lassen.

Die Szene ist auch schon geschrieben und bietet jetzt mehr als eine geklaute Karte im Bankautomaten.

Schöne Grüße & einen ebensolchen Feiertag
Ann da Cava

Hallo,

unabhängig davon, ob man die ungeheuren Verluste oder die davor und danach stattgefundenen ungeheuren Wertsteigerungen betrachtet, so betrachtet man doch stets Kursverläufe eines Spekulationsobjektes, nicht die einer Währung.

Jeder, der an die Zukunft des BTC glaubt, selber BTC besitzt und auf Wertsteigerungen hofft, wird seine BTC nicht ausgeben wollen, sondern behalten. Das ist eine systemimmante Verknappung des Angbots bereits errechneter BTC zusätzlich zu systemimmanenten Begrenzung der Gesamtmenge.

Wenn der einzige Bezug zu echten Werten wegfällt, nämlich die Stromkosten zur Berechnung eines BTC, dann erst wird sich zeigen, wohin die Reise geht. Dies wird dann passieren, wenn alle BTC errechnet worden sind - wird da immer noch von 2030 ausgegangen?

Hi, im Herbst 1988 gab es in Leipzig schon mindestens einen. Ich bin Zeuge.

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