Seiteneinstieg Lehrer

Hallo zusammen,
habe nun bald mein Diplom in der Tasche (Physik) und möchte als Lehrer anfangen (in Ba-Wü)

Nun habe ich mich auf den Seiten des Kultusministeriums umgeschaut und gesehen, dass wahnwitzige Anforderungen gestellt werden:

„Mindestanforderung für eine Hauptfachausbildung im zweiten Fach ist im gymnasialen Bereich ein Studienumfang von 50 Semesterwochenstunden, für eine Beifachausbildung ein Studienumfang von 30 Semesterwochenstunden“

Ich habe mein Physikstudium mit 32 SWS erfolgreich beendet, meine Matheanforderungen mit 24. Ich hoffe stark, ich habe SWS oder ähnliches falsch verstanden, oder wie kommt man als Ottonormalstudent auf 80 SWS in 8 Semestern??
Nicht mitgezählt habe ich Praktikas, Seminare oder scheinfreie Vorlesungen, dich ich besucht habe…

Wo liegt mein Denkfehler? Habe ich eine Chance irgendwo als Lehrer unterzukommen? Wo sind richtige Ansprechpartner? Gibts gute Links?

thx im voraus

jartUl

Hallo!

Ich habe mein Physikstudium mit 32 SWS erfolgreich beendet,
meine Matheanforderungen mit 24.

Wenn ich das jetzt durch acht teile, habe ich die Zahl der SWS in einem durchschnittlichen Semester??? Bin ein wenig irritiert, ich kann ja nur von meinem Jurastudium ausgehen, aber auf 32 Semesterwochenstunden komme ich, wenn ich meine ersten beiden Semester zusammenrechne…läuft da in den Naturwissenschaften etwas ganz anders?

Frank

Hallo,
hier in Rheinland-Pfalz werden Physiker als Seiteneinsteiger sehr gesucht. Versuch doch mal dein Heil beim Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend in Rheinland-Pfalz, das ist in Mainz.
Gruß Orchidee

Glaub ich dann auch… 4 stündig waren Experimental I, LA I und Ana I, sind 12 pro semester.
Plus Übungen plus Seminare plus Praktikas, plus „schwerpunktfächer“ aber allesamt ohne scheine… ich habe nur die SWS zusammengezählt, über die ich auch einen schriftlichen nachweis habe?!
Und Pflicht (Zulassungsvoraussetzungen) sind die oben genannten Stunden im GESAMTEN studium (wenn ich nicht etwas falsch verstanden habe)

gruß
jartUl

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Moment, Moment!
Ein Fach, in dem Du einen Schein oder eine Prüfung geschrieben hast, ist entsprechend ausgeschrieben in der Studienordnungen.

Ich nehme jetzt ein Beispiel von meinem Etechnik-Studium: Lehrgebiet „Hochspannungstechnik“ mit Vorlesung/Übung/Praktikum = 3/1/2 (über 2 Semester).

Heißt, in einer Woche EINE Vorlesung à 2 SWS, in der Woche darauf ZWEI Vorlesungen also (zusammen gleich) 4 SWS, dann wieder eine Vorlesung, dann wieder zwei usw. usw., Du kennst das. Zusätzlich aller 14 Tage eine 2 SWS Übung und aller 14 Tage ein 4 SWS Praktikumsversuch.

Wenn ich jetzt an der Prüfung teilnehme und bestehe, habe ich damit automatisch 3 SWS „V“ + 1 SWS „Ü“ + 2 SWS „Pr“ absolviert und gutgeschrieben bekommen. Macht 6 SWS.

Zumindest hab ich mir das schon immer so eingebildet und gehe von der Richtigkeit dieser Rechnung aus.

In meiner Studienordnung ist nämlich bspw. für das Grundstudium die SWS-Zahl für die einzelnen Semester vermerkt, je Semester zwischen 24 und 27 steht da.

Zur Not einfach Deinen Fachstudienberater fragen! Der muß das wissen.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

… aber allesamt ohne scheine…

Kurzer Nachtrag: Warum hast Du für die ganzen anderen Fächer keine Scheine??? Ich muß IN JEDEM FACH, was ich irgendwie laut Studienordnung habe/belege MINDESTENS einen Leistungsschein machen, also IMMER eine Prüfung ablegen - im günstigsten Falle ist das dann ein unbenoteter Schein, aber „Sitzscheine“ gibt es gar nicht.

Ich denke auch nicht, daß Ingenieurwissenschaften und Naturwissenschaften dort von der Belastung und Strukur derart weit auseinander sind. wobei ich immer wieder ganz besonders Physiker reden höre, die sich viel einbilden auf das sehr freie Physikstudium hier in Deutschland. Meine Zunft hat es da nicht so einfach, da wir viele verschiedene Fächer haben und nicht so themenkonzentriert studieren wie ich es von Physikern kenne. MfG

Hallo!
Du darst natürlich nicht nur die Veranstaltungen zählen, in denen du Scheine erworben hast, sondern alle Lehrveranstaltungen, die du besucht hast. Wenn du mal von grob 20 SWS im Semester ausgehst, hättest du in einem Hauptstudium das vier Semester dauert also 80 SWS. So ist das in den meisten Studiengängen. Schau einfach nochmal in deine Studienordnung, da wird das stehen, wie viele SWS im Hauptfach und Nebenfach vorgeschrieben sind.
Ich gehe davon aus, dass du diese Vorgaben schon erfüllen wirst.
Ich würde auf jeden Fall auch in anderen Bundesländern schauen, Physik ist sicherlich allgemein gesucht.

Schöne Grüße,
kathi

Hallo Jartul,

deiner Vita entnehme ich, dass du in HD wohnst, also ganz in der Nähe :-o

Lass dich mal von solchen Zahlen nicht abschrecken. Sonst kommst du nie dorthin wo du möchtest :wink:

Auch ich kann nur bestätigen, dass Physiker in BaWü durchaus als Seiteneinsteiger gesucht sind. Allerdings brauchst du Berufserfahrung und noch das Referendariat danach. Je nachdem wie es „brennt“ lässt mich dich aber auch schneller zum Ziel kommen :wink:

Ruf doch mal in Karlsruhe beim ehemaligen Oberschulamt an.

Geeigente Telefonnummer gebe ich dir auf Wunsch (mail mich an oder frage hier nach).

Ich habe mein Physikstudium mit 32 SWS erfolgreich beendet,
meine Matheanforderungen mit 24.

Wenn ich das jetzt durch acht teile, habe ich die Zahl der SWS
in einem durchschnittlichen Semester??? Bin ein wenig
irritiert, ich kann ja nur von meinem Jurastudium ausgehen,
aber auf 32 Semesterwochenstunden komme ich, wenn ich meine
ersten beiden Semester zusammenrechne…läuft da in den
Naturwissenschaften etwas ganz anders?

Hallo,

falls es jemanden interessiert, hier meine persoenlichen Erfahrungen:
Bin im Moment im dritten Semester meines Physikstudiums und komme dieses Semester auf 28 SWS: 3 Vorlesungen mit jeweils 4 SWS, eine mit 2 SWS, dazu drei Tutoruebungen mit jeweils 2 SWS, eine Uebung mit 2 SWS und Praktikum mit 6 SWS. Die ersten beiden Semester sahen aehnlich aus bzw. hatten eher mehr SWS.
Ich habe alles angefuehrt, weil dies im offiziellen Stundenplan so aufgefuehrt wird bzw. alles ausser der zweistuendigen Vorlesung Schein- oder Vordiplompruefung- relevant ist.
Ich vermute, die Uebungen sind deswegen relevant weil sie noetig fuer Scheine etc. sind (Bei uns zumindest musste man z.B. fuer einen Schein in Linearer Algebra zum Bsp. 90% der Hausaufgaben abgegeben haben um den Schein zu bekommen oder in diversen Faechern einen gewissen Prozentsatz (meistens 2/3) der Uebungen besucht haben, um die Klausur mitschreiben zu duerfen.).

Die geforderten 80 Stunden sollten also nach dieser Rechnung (mit Uebungen) gut zu erreichen sein.

Weiss nicht, ob das irgendwie weiterhilft, wollte nur mal meine Erfahrung dazu loswerden, wie wir zaehlen.

Habe abgeschickt, ohne mich zu verabschieden. Klingt etwas unhoeflich. Also:
Gruss Kati :wink:

Hallo,

unter http://www.lehrereinstellung-bw.de werden zu gegebener Zeit von Schulen Stellen ausgeschrieben. Momentan findest du vier Angebote im gymnasialen Bereich im Bereich Physik.

Die Absolventenzahl in Physik ist zu gering, als dass der ganze Physikbedarf abgedeckt werden kann. An vielen Schulen passiert das mit Überstunden und durch Kürzungen im AG-Bereich.

Bewirb dich einfach auf ausgeschriebene Stellen. Wenn die „Chemie“ zwischen dir und dem Schulleiter stimmt und wenn der Schulleiter mit dem zuständigen Referenten im Regierungspräsidium gut umgehen kann, dann hast du für mindestens ein Jahr einen 3/4-Angestelltenvertrag in der Tasche, allerdings wirst du dann nur Physik unterrichten.

Wenn du in der Schule bleiben willst, kommst du um ein Referendariat nicht herum. Dann brauchst du auch ein zweites Fach. Ob deine Mathematik reicht, wird sehr wahrscheinlich in einem Kolloquium überprüft. (Wie fit bist du in Zahlentheorie? ) So lief das mit unserem Physik-Quereinsteiger, allerdings hatte er eine Promotion und Lehrerfahrung an einer BA in der Tasche.

Es hängt viel von deinem Engagement und deiner Kommunikationsfähigkeit ab. Die Referenten im Regierungspräsidium (ehem. Oberschulamt) sind für dich überlebenswichtig.

Wenn du in Heidelberg bist, dann gehe doch einfach mal ins Seminar für Schulpädagogik. Das müsste immer noch in der alten PH, Keplerstraße sowieso sein. http://www.seminar-heidelberg.de/Gymnasium Frag nach dem Ausbildungspersonalrat, nach den Fachleitern für Mathematik und Physik, frag nach allem, was dir so einfällt. Ich weiss nicht, wann in Heidelberg mit dem 18-monatigen Referendariat begonnen wird, das könnte für dich eine zusätzliche Hürde sein, weil dir ein Schulpraktikum fehlt. Alternative wäre http://www.seminar-heilbronn.de .

Wenn du über Lehrerverbände etwas erreichen möchtest, dann hast du die Wahl zwischen GEW http://www.gew-bw.de oder dem Philologenverband http://www.phv-bw.de .

Interessant könnten für dich auch Privatschulen sein, die nicht unbedingt beamtete Zweifachlehrer brauchen, sondern auch wissenschaftlich geprüfte Lehrer einstellen können. In Heidelberg gibt es einige Privatschulen, vielleicht interessiert dich auch die Odenwaldschule http://www.odenwaldschule.de

Gruß
MK

Wenn du in der Schule bleiben willst, kommst du um ein
Referendariat nicht herum. Dann brauchst du auch ein zweites
Fach. Ob deine Mathematik reicht, wird sehr wahrscheinlich in
einem Kolloquium überprüft. (Wie fit bist du in Zahlentheorie?
) So lief das mit unserem Physik-Quereinsteiger, allerdings
hatte er eine Promotion und Lehrerfahrung an einer BA in der
Tasche.

Soll das ein Witz sein? Jeder der wie Physiker oder Elektrotechniker durch vier harte Semester Mathematik gegangen ist, hat exorbitant mehr Stoff um die Ohren bekommen, als selbst in einer 14. Klasse unterrichtet werden könnte.

Vorallem Zahlentheorie? Wirklich Zahlentheorie scheißt weit über Schule hinaus - dort ist Analysis und Algebra gefragt.
An einem 08/15-Gymnasium beschäftigt sich doch kein Schwein mit Zahlentheorie :smile: … MfG

Soll das ein Witz sein? Jeder der wie Physiker oder
Elektrotechniker durch vier harte Semester Mathematik gegangen
ist, hat exorbitant mehr Stoff um die Ohren bekommen, als
selbst in einer 14. Klasse unterrichtet werden könnte.

Vorallem Zahlentheorie? Wirklich Zahlentheorie scheißt weit
über Schule hinaus - dort ist Analysis und Algebra gefragt.
An einem 08/15-Gymnasium beschäftigt sich doch kein Schwein
mit Zahlentheorie :smile: … MfG

Nein, blutiger Ernst. Wir hatten einen Quereinsteiger, promovierter Physiker, Lehraufträge an einer Berufsakademie. Er unterrichtete insgesamt 18 Wochenstunden. Anschließend Referendariat. Um für das Referendariat zugelassen zu werden gab es ein Mathematikkolloquium. Resultat: Er darf Physik Oberstufe unterrichten, Mathematik Unter- und Mittelstufe. Er wurde u.a. irgendwelchen Zahlentheoretischen Kram gefragt, wahrscheinlich das Hobby des Prüfers.

Ich konnte es selbst nicht fassen, wie alle anderen auch. Für einen promovierten Physiker reichen die Fachwissenschaftlichen Kenntnisse im Fach Mathematik nicht aus um Mathematik an einem Gymnasium unterrichten zu können. Keine Ahnung was das soll. Aber das ist eine andere Baustelle. Eine von so vielen unendlichen Baustellen in der Schulverwaltung, … .

Gruß

Das soll wohl echt ein Scherz sein. Der Mann konnte definitiv mehr Mathe als der Prüfer selbst (Mathelehrer sitzen im allgemeinen ja nur das Grundstudium mit den Diplommathematikern zusammen), vorallem wenn es ein mathematischer Physiker gewesen ist.

Kranke Sachen gibt es.

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Hallo,

Das soll wohl echt ein Scherz sein. Der Mann konnte definitiv
mehr Mathe als der Prüfer selbst (Mathelehrer sitzen im
allgemeinen ja nur das Grundstudium mit den
Diplommathematikern zusammen), vorallem wenn es ein
mathematischer Physiker gewesen ist.

Kranke Sachen gibt es.

Nein, das ist kein Scherz, ich kann Herrn Klaiber da bestätigen. Zur Lehrerlaufbahn gehört eben mehr, als der gemeine Schüler oder Student so denkt. Wie hatten auch einen promovierten BWLer, der nur weil er schon einige Jahre seit dem Uniabschluss hinter sich hatte nochmals in eine mündliche Prüfung musste. Dort wurde nochmals kunterbunt Fachwissen geprüft. Dann erste durfte er ins Referendariat. Und der Mann war gut.

Übrigens kann auch hier am Ende im 2. Staatsexamen durchaus wieder Fachwissen geprüft werden. Eher unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.

wow… einfach nur wow. Danke! Habe viel Lesestoff und bin etwas desillusioniert worden, dass ich als Diplomphysiker und 6 Jahre Pädagogiumerfahrung ziemlich sicher Lehrer werden könnte…

Wundere Dich nicht, wenn ich nochmals per Mail an Dich herantrete, es scheinen mehr Fragen aufzutauchen, wie beantwortet werden^^

gruß und sternchen
jartUl