Hallo,
schreibe gerade eine Hausarbeit in Word. Leider hält Word irgendwie den Zeilenabstand am Blattende nicht ein.
Gibt es da noch irgendeine Einstellung, dass Word nur ganze Absätze verschiebt und an was kann das liegen???
Unter Seite einrichten habe ich für unten ein Ende von 2 cm eingegeben und das hätte ich gerne auf allen Seiten.
Ich danke Euch!
Stef
Hi Stef,
ich stelle mir gerade vor:
- ‚Absätze zusammenhalten‘ ist aktiviert
- der nächste Absatz hat 7 Zeilen
- auf dem laufenden Blatt sind noch 6 Zeilen frei
- Word setzt den Absatz auf die nächste Seite
- auf dem laufenden Blatt bleiben 6 Zeilen frei
oder
- ‚Absätze zusammenhalten‘ ist nicht aktiviert
- der nächste Absatz hat 7 Zeilen
- auf dem laufenden Blatt ist noch 1 Zeile frei
- Word nutzt diese Zeile als Absatztrenner (heißt das so?)
- auf dem laufenden Blatt bleibt 1 Zeile frei
Wärest Du Word, was würdest Du anders machen?
Wenn ein gleichmäßiger unterer Rand erzwungen werden soll, dann geht das wohl nur mit einer Fußzeile - die sitzt garantiert immer an der gleichen Position.
Gruß Ralf
Hallo,
das geht einfach logisch nicht. Typografisch richtig ist es, Schusterjungen und Hurenkinder zu vermeiden, d.h. es darf weder oben noch unten eine einzelne Zeile stehen bleiben. Hört die Seite nach der ersten Zeile eines Absatzes auf, so kommt diese erste Zeile mit auf die nächste Seite. Würde von einem Absatz nur die letzte Zeile auf die nächste Seite kommen, so wird die vorletzte Zeile ebenfalls auf die neue Seite verlegt.
Ein gleichmässiger unterer Abschluss ist nur möglich bei endlosem Text ohne Absätze.
Gruss Reinhard
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo Stef,
vielleicht meinst du das :
Format ==> Absatz ==> Zeilenabstand ==> doppelt (= doppelt so groß wie Zeilenabstand). Zeilenabstand-Vorgabe unten (hier 2cm) ausschalten. Absätze nicht trennen.
Das würde bedeuten, nur wenn dein Absatz direkt am Seitenende endet, wird auf der nachfolgenden Seite 1.Zeile freigelassen. Müsste dann von Hand korrigiert werden. Unten sollte immer der gleiche Abstand zum Blattende sein.
Gruß
BW
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo,
das geht einfach logisch nicht. Typografisch richtig ist es,
Schusterjungen und Hurenkinder zu vermeiden, d.h. es darf
weder oben noch unten eine einzelne Zeile stehen bleiben.
Soweit, so gut.
Ein gleichmässiger unterer Abschluss ist nur möglich bei
endlosem Text ohne Absätze.
Nein. Gute Software sorgt durch entsprechende Stauchung oder Streckung der Zeilenabstände für einen gleichmäßigen Abschluss. Ausnahmen sind natürlich Kapitelenden. Word kann das meines Wissens nicht. LaTeX macht sowas. Schau Dir mal ein paar nicht durch Word verhunzte Bücher an. Dann siehst Du, wie das gemacht wird 
Gruß
Fritze
Nein. Gute Software sorgt durch entsprechende Stauchung oder
Streckung der Zeilenabstände für einen gleichmäßigen
Abschluss. Ausnahmen sind natürlich Kapitelenden. Word kann
das meines Wissens nicht. LaTeX macht sowas. Schau Dir mal ein
paar nicht durch Word verhunzte Bücher an. Dann siehst Du, wie
das gemacht wirdGruß
Fritze
Hallo Fritze,
wo bekommt man ein durch Word verhunztes Buch? Wird so was wirklich angeboten? Ich würde nie auf eine solche Idee kommen.
Ansonsten geht der Vertikale Keil (so heisst der Ausgleich glaube ich) vorwiegend bei Büchern, bei mehr als einer Spalte kommt man schon in Konflikte, weil dann die Zeilen nicht mehr nebeneinander stehen - man muss sich für das eine oder das andere entscheiden. Aber wir sollten hier keine typographische Diskussion weiterführen, für ein Brett mit dem Hauptthema Word ist das schon sehr weit off topic. Es freut mich immerhin, dass es überhaupt noch jemanden gibt, der sich mit solchen Fragen beschäftigt; ich bin allerdings kein gelernter Fachmann, sondern habe mich nur (mit Ventura) einigermassen eingearbeitet, um ordentliche Handbücher zu schreiben. Mit Word ist mir das nicht gelungen, ist aber prima für 1 - 2 seitige Geschäftsbriefe.
Gruss Reinhard
Aber wir sollten hier keine typographische Diskussion
weiterführen, für ein Brett mit dem Hauptthema Word ist das
schon sehr weit off topic.
Das Hauptthema ist, wie der Name andeutet, „Textverarbeitung“. Und da haben IMHO auch typographische Themen Platz. Wo sonst, wenn nicht hier?
Gruss vom Frank.
Hallo,
wo bekommt man ein durch Word verhunztes Buch? Wird so was
wirklich angeboten? Ich würde nie auf eine solche Idee kommen.
Es gibt leider säckeweise „Fachbücher“ – vor allem im wirtschaftlichen und juristischen Bereich – bei denen die Verlage die Wordfrickelei ihrer Autoren allen Ernstes als Druckvorlage nehmen. Man erkennt sie am miesen Satzspiegel und solchen Überschriften wie „3.2.4.3.2.3.1 Betrachtungen zur Renditefunktion“. Geiz ist eben nicht nur bei DVD-Spielern geil.
Ansonsten geht der Vertikale Keil (so heisst der Ausgleich
glaube ich) vorwiegend bei Büchern, bei mehr als einer Spalte
kommt man schon in Konflikte, weil dann die Zeilen nicht mehr
nebeneinander stehen - man muss sich für das eine oder das
andere entscheiden.
Meistens entscheidet man sich dafür, dann doch den einen oder anderen „Schusterjungen“ zuzulassen. Jedenfalls ist das bei den Zeitschriften, die ich gerade zur Hand habe (z.B. beim Spiegel) so. Die nehmen aber garantiert nicht Word, um ihren Satz zu machen. TeX vermutlich auch nicht 
Aber wir sollten hier keine typographische
Diskussion weiterführen, für ein Brett mit dem Hauptthema Word
ist das schon sehr weit off topic.
Im Brett ist Word nicht das Hauptthema, sondern „Textverarbeitung“. Hier im Thread geht es allerdings eher um Word. Daher schweige ich jetzt auch stille, sonst gibts wieder Mecker von der Word-Fraktion, die lieber in Ruhe weiterfrickeln will.
Gruß
Fritze
Moin Fritze! Und ein schönes neues Jahr an alle Lesenden!
Typografisch richtig ist es,
Schusterjungen und Hurenkinder zu vermeiden, d.h. es darf
weder oben noch unten eine einzelne Zeile stehen bleiben.Soweit, so gut.
Soweit so garnicht gut! Diese Lehrmeinung gilt heutzutage als veraltet. Hurenkinder sind heutzutage noch immer aktuell, aber Schusterjungen sind sehr umstritten. Das liegt daran, daß sie die Spannung eines Textes erhöhen können. Man sieht, daß es weitergeht und möchte weiterlesen. Wird immer häufiger eingesetzt. Zusätzlich kann bei Texten, bei welchen es unklar ist, wie lang er denn nun wirklich ist, mit einem Schusterjungen verdeutlicht werden, daß es eben noch weiter geht. Mir ist das in Zeitschriften schon häufiger untergekommen, daß ich dachte, ein Artikel schließt mit einem Satz (wenn z.B. keine Fortsetzungsanzeige gesetzt ist) und war dann überrascht, wenn es plötzlich nach den nächsten drei Werbeanzeigen noch im gleichen Artikel weitergeht. Das läßt sich durch einen Schusterjungen vermeiden.
Ein gleichmässiger unterer Abschluss ist nur möglich bei
endlosem Text ohne Absätze.Nein. Gute Software sorgt durch entsprechende Stauchung oder
Streckung der Zeilenabstände für einen gleichmäßigen
Abschluss.
D’acor! Gute Software kann sowas, aber daß eine Software es kann, spricht noch lange nicht dafür, daß es gut ist! Der vertikale Keil ist in der Fachliteratur heftigst umstritten und Hans-Peter Willberg z.B. weist in allen seinen Büchern darauf hin, daß durch den vertikalen Keil die Seite nur unruhig wird und ansonsten keine Vorteile erreicht werden. Er rät deshalb strikt davon ab. Word muß es also garnicht können! ;o)
Schau Dir mal ein
paar nicht durch Word verhunzte Bücher an. Dann siehst Du, wie
das gemacht wird
Verhunzen kann man mit jeder Software. Ich lese gerade ein Buch, welches in InDesign gesetzt und übelst zugerichtet wurde. Und auf meinem Schreibtisch liegt eine Diplomarbeit, die übelst durch LaTeX verhunzt wurde. Frag mich bitte nicht, wie der Mensch das hinbekommen hat; wir waren uns früher schon einig, daß das Standard-LaTeX-Layout deutlich besser ist als vieles, was man sonst so zu sehen bekommt. Merkwürdigerweise ist es auch kein künstlich an Word angepaßtes Layout, welches man ja leider auch ab und zu von LaTeX-Usern bekommt. Er muß da irgendwie absichtlich dran rumgemurkst haben. Andersherum gibt es auch halbwegs anständige Bücher, die in Word gesetzt wurden. Ich beginne das neue Jahr also wie üblich: Es ist alles nicht so einfach, wie man glauben möchte.
Grüße,
Christian
Gruß
Fritze