Seitensprung überwinden

Hallo allerseits,
hier meine kleine Geschichte, verbunden mit der Hoffnung auf ein paar hilfreiche Antworten:
Ich bin 39 und seit fast 10 Jahren mit meiner Freundin zusammen. Wir arbeiten in der selben Firma, haben uns vor einigen Jahren ein Haus gebaut und hatten bis Mitte des Jahres eine aus meiner Sicht gute Beziehung (die „üblichen“ Verschleißerscheinungen gestehe ich ein - ja, ich habe da einiges schleifen lassen).
Vor ca 3 Monaten begann Sie ein Verhältnis mit einem gemeinsamen Kollegen. Ihr Verhalten mir gegenüber veränderte sich in dieser Zeit so auffällig (Lügen, sich zurückziehen, mit „Freundin“ ausgehen), das nach nur 4 Wochen die ganze Sache aufflog.
Seit dieser Zeit lebe ich in einem Martyrium. Nach dem ersten Schock, nach Trauer,Verletzung und Wut, bin ich für mich zu der Überzeugung gelangt, das ich trotz der Umstände noch genügend Liebe empfinde um unsere Beziehung zu retten oder den Versuch unternehmen will. Von Ihrer Seite waren auch Gefühle zu dem Kollegen im Spiel und in den ersten Wochen wußte Sie auch nicht ob Ihre Liebe zu mir noch ausreichend groß ist um die Beziehung weiterzuführen, aber nach einem sehr schönen Urlaub hat Sie sich eindeutig erklärt und will unsere Beziehung um jeden Preis fortsetzen.
Trotz dieser Bekenntnis und ich bin mir sicher das Sie es ernst meint, komme ich mit der Situation nicht klar.
Da wir drei gemeinsam arbeiten, die beiden räumlich aus sehr nah, bin ich permanent von Eifersucht, Unruhe (Ist da wieder was?) und Kontrollzwang geplagt.
Den Arbeitsplatz wechseln ist leider fast unmöglich, absehbar sind aber einige Veränderung die zum Jahresende mehr Distanz schaffen.
Mir ist schon klar, das es Zeit braucht um all diese Dinge zu verarbeiten. Wir haben in den letzten Wochen sehr viel geredet, die Zeit außerhalb der Firma ist inzwischen sehr schön - die ganze Beziehung hat eine ungeheuren Schub gekommen.
Für Sie ist schon wieder „Alltag“, die Sache für Sie wie Jahrhunderte her und Gefühle dem Kollegen gegenüber überhaupt nicht mehr vorhanden.
Ich würde mich gern auch anders verhalten, vom Kopf her ist mir schon klar, das mein Verhalten so auf Dauer für Sie schwer erträglich sein wird (oder muß Sie das jetzt aushalten?), aber ich komme aus diesem Teufelskreis nicht raus.
So schnell wollen wir aber nicht aufgeben und all meine „Rückfälle“ (Hat ja alles doch keinen Sinn!), konnte wir bis jetzt bewältigen.
Vielleicht hat ja jemand ein paar nützliche Tips oder eine ähnliche und erfolgreich bewältigte Geschichte.
Gruß
Willy

eine Frage der Zeit?!
hallo willy,

ich denke, das wichtigste ist die zeit.
gib dir selbst die zeit, das alles zu verdauen.

außerdem würde ich an deiner stelle mit deiner partnerin immer wieder sprechen, wenn du ein wirklich intensives gefühl empfindest.
manchmal verbringt man mit dem anderen einen schönen tag und rummms ist da der schlag in die magengrube/ins herz (wegen einer kleinigkeit) die einen wieder zweifeln läßt und einem die laune verdirbt.

sprich mit ihr in genau solch einer situation. sag ihr, was gerade in dir vorgeht und was jetzt aktuell der auslöser war.

ich habe zwar solch eine situation wie deine noch nicht erlebt, aber eine ähnliche.

und aus erfahrung kann ich sagen, daß es einen irgendwann selbst nervt.
es nervt einen der rummms in den magen/oder ins herz. es nervt einen der auslöser und die entstandenen gedanken, es nervt die tatsache, daß es einem den tag verdirbt.
und langsam, allmählich läßt man locker.

was nicht heißen soll, daß man diesen kontrollzwang und das mißtrauen beiseite schieben soll. geh ruhig weiter mit offenen augen durch deine beziehung.
sprich mit deiner partnerin regelmäßig, über das was dich/sie/euch bewegt.
denn der seitensprung hatte seine gründe, und die gilt es zukünftig zu vermeiden.

dir alles gute
gruß trinity

Hallo Willy,

Hallo allerseits,

Für Sie ist schon wieder „Alltag“, die Sache für Sie wie
Jahrhunderte her und Gefühle dem Kollegen gegenüber überhaupt
nicht mehr vorhanden.
Ich würde mich gern auch anders verhalten, vom Kopf her ist
mir schon klar, das mein Verhalten so auf Dauer für Sie schwer
erträglich sein wird (oder muß Sie das jetzt aushalten?), aber
ich komme aus diesem Teufelskreis nicht raus.
So schnell wollen wir aber nicht aufgeben und all meine
„Rückfälle“ (Hat ja alles doch keinen Sinn!), konnte wir bis
jetzt bewältigen.
Vielleicht hat ja jemand ein paar nützliche Tips oder eine
ähnliche und erfolgreich bewältigte Geschichte.

Nen Tipp hab ich leider keinen.
Hm, und ehrlich gesagt, würde ich, an ihrer Stelle, nicht bei dir bleiben. Entweder einen kompletten Neuanfang (ohne ständige Kontrolle und Eifersucht) oder nix ist. Sie hat nen Fehler gemacht. Das heißt aber nicht, dass sie weiterhin drunter leiden soll.

Gruß

*zurückgrüß*

Willy

Daggi

Hallo Willy,

hör auf, Dich und Deine Freundin zu quälen.

Eifersucht ist eine Sucht,
die mit Eifer sucht
was Leiden schafft

alter Spruch. Vergiß, was war. Je mehr Du darüber nachdenkst, desto schlimmer wird es. Und damit das auch wirklich klappt,
setzt Du Dich in einer stillen Stunde bequem in einen Sessel und malst Dir aus, was geschehen wäre, wenn Dich Deine Freundin verlassen hätte.

Bitte mit allen finanziellen wie emotionalen Konsequenzen.
Meinetwegen einschließlich der Kinder und Enkel, die aus einer Neuorientierung entstanden wären, dass Du ohne Deine Freundin einsam alt wirst usw.

Du wirst sehen, Du stellst anschließend fest, wie gut es Dir geht.

viele Grüße
Angelika

Hi Willy,
eine Expertin bin ich nicht, aber ich hoffe, Dir trotzdem vielleicht was positives dazu sagen zu koennen.
Vorab, das einzige, um das Du nicht rumkommen kannst, ist das staendige Erinnern an das Geschehen, wenn Du dem Kollegen ueber den Weg laeufst. Ist halt schade, dass der Seitensprung ausgerechnet mit jemandem geschah, den Du erstens kennst und den Du zweitens eben oft siehst.
Aber falls Du das mal fuer ein paar Sekunden vergessen kannst:
Eure Beziehung war, Deiner Beschreibung nach, etwas langweilig geworden, you were taking things for granted. Du hast ihr also, von ihr aus gesehen, eventuell nicht die Zuwendung, emotional und auch anderweitig, gegeben, die sie von ihrem Lebenspartner wollte.
Sie hat sich nicht in den andern verliebt, weil er besser war als Du.
Sie hat sich nicht in nen andern verliebt, weil sie Dich nicht mehr wollte/ liebte.
Ihr hat einfach was gefehlt.
Du beschreibst, dass Eure Beziehung wieder besser geworden ist, in Deinen Worten, ‚sie hat einen ungeheuren Schub bekommen‘.
Ist das nicht genau das, was die Beziehung brauchte?
Kannst Du ihren Seitensprung daher als ‚Hilferuf‘ ansehen - hier stimmt was nicht, mein Freund gibt mir nicht mehr die Zuneigung, die ich brauche, er hoert mir nicht zu, wenn ich unbedingt was ‚loswerden‘ will, er macht nicht mehr die Sachen mit mir zusammen, die ich gerne mit ihm zusammen machen wuerde - was ist denn los?
Also, der ‚Hilferuf‘ hat funktioniert - und Eure Beziehung ist viel schoener als vorher.
Darueber muuesste man sich, theoretisch, super freuen.
Und wie Du sagst, fuer sie ist die ganze Sache schon laengst vergessen, als waere sie vor ner halben Ewigkeit passiert.
Das sagt doch aus, dass der Seitensprung an sich, und die angeblichen Gefuehle fuer den Typen, total nebensaechlich sind.
In dem Kontext, wenn man’s mal rationell ansieht, ist es schwer, eifersuechtig zu bleiben.
Rationell gesehen muesstest Du Dich eigentlich sehr freuen, dass Deine Freundin Dich so sehr liebt, dass es zu dem ‚Hilferuf‘ kam.
Es haette genauso gut passieren koennen, dass sie Dich, ohne eine andere Beziehung in Aussicht zu haben, einfach verlassen haette, weil sie sich sagte, aus der Beziehung ist die Luft raus, schade, dass ich dem Mann, den ich liebe, so egal bin.

Deine Freundin hat so, ob unterbewusst, ob zufaellig, oder was auch immer, eigentlich Eure Beziehung gerettet. Eine tolle Bestaetigung, dass sie wirklich mit dir zusammensein moechte.

Nur, dass so rational zu sehen, ist natuerlich schwer, da Du emotional natuerlich die Eifersucht empfindest. Oder selbst wenn Du es schaffst, nicht auf den Mann, von dem Du eh weisst, dass er ihr egal ist, eifersuechtig zu sein, nehme ich an, dass er Dich eben erstmal laengere Zeit an die ‚seelische Verletzung‘, die Du erlebt hast, erinnert, wenn Du ihn eben siehst. Dem andauernd ueber den Weg zu laufen faende ich auch schwierig.
Aber versuch zumindest, Dich selbst immer wieder daran zu erinnern, dass die Eifersucht DEIN Problem in DEINEM Hirn ist, damit Du es vermeidest, Deine Freundin wegen Deiner Eifersucht zu ‚beschuldigen‘.
Easier said than done.
Ich persoenlich empfinde das ganze quasi als ‚Erfolgsstory‘ - Eure Beziehung scheint gerettet zu sein, und das ist doch was ungeheuer positives!

Entschuldige, dass das so lang war.
Best of luck to the two of you!
Gruss aus Dublin,
Isabel

Hallo,
entgegen dem überwiegenden Teil der bisher weiblichen Antworten (Dagmar ausgenommen), bin ich der Meinung, daß Du einen Schlußstrich ziehen solltest. Ob man mit solchen Situation klarkommt, läßt sich m.M. nicht erlernen und Du kannst es offensichtlich nicht (BTW, ich könnte es auch nicht). Sie hat einen Fehler gemacht und zudem die Dreistigkeit besessen, sich mit einen Kollegen einzulassen, der Dir in näherer Zukunft täglich über den Weg läuft. Kick sie und fang neu an.

Gruss
Enno

PS: Es ist schon stark verwunderlich, wie das teilweise hier schöngeredet wird.
Mich würden die Antworten genau dieser Weibchen interessieren, wenn die Rollen
vertauscht wären.

hallo enno,

interessanter gedanke.
habe jetzt wirklich ein paar minuten damit verbracht, mir die umgekehrte situation vorzustellen und gebe dir recht.
hätte eine frau diesen artikel geschrieben, hätte ich wohl anders reagiert und ich habe mich sofort gefragt WARUM.

jetzt habe ich zig zeilen geschrieben und habe sie alle wieder gelöscht, weil ich beim schreiben festgestellt habe, daß meine gedanken nicht richtig waren.

also, ich geb dir nach wie vor recht. ich hätte anders reagiert, wenn eine frau geschrieben hätte und die gründe dafür, sind bei genauerer betrachtung alle nicht richtig.
bin auf die anderen postings gespannt, die hoffentlich nicht so klischeebeladen sind, wie meine ungeschriebenen gedanken.

gruß von einer jetzt sehr nachdenklichen trinity

1 „Gefällt mir“

Es ist jedem ueberlassen, sich aus nicht kontrollierbarer Eifersucht, und Mangel an der Faehigkeit, jemandem fuer etwas vergeben zu koennen, sich sein Leben zu versauen & die Person, die man liebt (und die einen auch liebt), zu verlieren.

Umgekehrt moechte ich Dich mal fragen, oder, falls Willy Deine Ansicht teilt, ihn fragen:
Wie wuerdet ihr Euch denn fuehlen, wenn IHR den Seitensprung begangen haettet, der fuer Euch absolut NULL bedeutet, Ihr Eure Freundin um Verzeihung bittet, sie aber sagt, nee, Du kannst mir zwar sagen, dass das fuer Dich keine Bedeutung hatte, aber tut mir leid, ich kann Dir nicht verzeihen, und mein Vertrauen zu Dir ist weg, und es ist Schluss!
Sicher wuerdet Ihr Euch nicht gerade freuen.

Ausserdem scheint es ja ganz klar der Fall zu sein, dass bei Willy das Vertrauen nicht weg ist, er aber vor dem Problem steht, wegen der Naehe zu der Person, mit dem das Ganze passiert ist, das Ganze nicht leicht vergessen zu koennen, sondern staendig wieder daran erinnert zu werden.

Ausserdem ist die Hauptsache ja die Beziehung zwischen Willy und seiner Freundin. Warum eine langjaehrige, jetzt wieder schoene, Beziehung aus solchen laecherlichen Gruenden wie ‚verletzem Stolz‘ kaputtgehen zu lassen?

Ich halte Deine Kommentare fuer alles andere als hilfreich.
Und ich kann dir garantieren, dass ich genauso reagieren wuerde (und auch schon mal so reagiert habe), wie ich’s selber ‚empfohlen‘ habe - solange ich weiss (falls man das ‚wissen‘ kann), dass mein Partner mich weiterhin liebt und nicht verlieren will.
In eine gute Beziehung gehoert auch das ‚einem verzeihen koennen‘ mit rein! Natuerlich nicht, wenn’s andauernd gemacht werden muss, aber es gibt halt Krisenphasen - und wenn eine Beziehung eine Krise uebersteht, wird sie dadurch meist sowohl besser als auch fester!

Gruss,
Isabel

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1 „Gefällt mir“

Hallo,

ich finde nicht, dass er einen Schlussstrich ziehen sollte.
Die Beziehung ist gerettet und eigentlich ist er froh darüber.
Das eigentliche Problem ist der Kollege, der immer noch in der Nähe ist, doch das wird sich vermutlich ändern (wie angekündigt).
Wenn er seine Freundin jetzt verlässt, hat er doch immer im Hinterkopf, dass sich das Erlebnis wiederholen wird/könnte.
Folglich liegt es an ihm, sein Selbstbewusstsein zu verstärken und er hat ja auch „gesiegt“ wenn man Das so ausdrücken will.
Er weiss jetzt, dass er seine/diese Beziehung mit Gleichgültigkeit verlieren kann und dass er dafür mit einem erhöhten Aufwand (Aufmerksamkeit) rechnen muss.
Wenn ihm dieser Aufwand zu viel ist, kann er natürlich zu einer anderen Person wechseln, doch man sollte nicht verkennen, dass ein langjähriges Liebesverhältnis (auch wenn es EINMAL enttäuscht wurde), ein Geschenk ist - das man nicht einfach so wegwerfen sollte.

Gruß
karin

entgegen dem überwiegenden Teil der bisher weiblichen
Antworten (Dagmar ausgenommen), bin ich der Meinung, daß Du
einen Schlußstrich ziehen solltest. Ob man mit solchen
Situation klarkommt, läßt sich m.M. nicht erlernen und Du
kannst es offensichtlich nicht (BTW, ich könnte es auch
nicht). Sie hat einen Fehler gemacht und zudem die
Dreistigkeit besessen, sich mit einen Kollegen einzulassen,
der Dir in näherer Zukunft täglich über den Weg läuft. Kick
sie und fang neu an.

Gruss
Enno

PS: Es ist schon stark verwunderlich, wie das teilweise hier
schöngeredet wird.
Mich würden die Antworten genau dieser Weibchen
interessieren, wenn die Rollen
vertauscht wären.

Hallo,

Es ist jedem ueberlassen, sich aus nicht kontrollierbarer
Eifersucht, und Mangel an der Faehigkeit, jemandem fuer etwas
vergeben zu koennen, sich sein Leben zu versauen & die Person,
die man liebt (und die einen auch liebt), zu verlieren.

das hat nichts mit Eifersucht zu tun. Es ist einfach konsequentes Handeln. Eifersucht äußerst sich während der Beziehung. Für mich stellt so ein Verhalten einen Vertrauensbruch dar, der nicht reversibel ist. Also würde ich die Konsequenzen ergreifen und die kaputte Beziehung beenden.

Sicher wuerdet Ihr Euch nicht gerade freuen.

Unzweifelhaft richtig. Aber ich würde es akzeptieren, da ich genauso handeln würde. Das man 4 Wochen mit einem Kollegen fremdpoppt (was m.M. kein „Seitensprung“ mehr ist), den Partner belügt und nur mangels Cleverness schließlich erwischt wird, würde mir zumindest nicht passieren. Das ist Vorsatz hoch 3.

Ausserdem ist die Hauptsache ja die Beziehung zwischen Willy
und seiner Freundin. Warum eine langjaehrige, jetzt wieder
schoene, Beziehung aus solchen laecherlichen Gruenden wie
‚verletzem Stolz‘ kaputtgehen zu lassen?

Für mich wäre sie nicht wieder schön. Sie wäre kaputt. Warum also keinen Neuanfang wagen ?

Ich halte Deine Kommentare fuer alles andere als hilfreich.

Das muß er selbst entscheiden. Es ist eine Meinung, die wie Deine zunächst im Raum steht. Was er daraus für sich nützliches macht, bleibt ohnehin ihm überlassen.

Und ich kann dir garantieren, dass ich genauso reagieren
wuerde (und auch schon mal so reagiert habe), wie ich’s selber
‚empfohlen‘ habe - solange ich weiss (falls man das ‚wissen‘
kann), dass mein Partner mich weiterhin liebt und nicht
verlieren will.

Jedem das sein. Meine Einstellung zu solchen Dingen ist ganz offensichtlich extremer.

In eine gute Beziehung gehoert auch das ‚einem verzeihen
koennen‘ mit rein! Natuerlich nicht, wenn’s andauernd gemacht
werden muss, aber es gibt halt Krisenphasen - und wenn eine
Beziehung eine Krise uebersteht, wird sie dadurch meist sowohl
besser als auch fester!

Verzeihen sicher aber es gibt Grenzen und die steckt jeder individuell.

Gruss
Enno

1 „Gefällt mir“

vertrauen
hallo willy,

das vertrauen ist hin, aber die vertrautheit ist geblieben: so 'n mist! das ist eine furchtbare zwickmühle. du musst dich in jedem fall fragen, ob du die beziehung nur aus vertrautheit (also aus „bequemlichkeit“) fortführen willst.

mehr als diesen kleinen denkanstoß will ich gar nicht schreiben - da muss jeder seinen weg durch selbst finden. (was an den postings ja schon zu lesen ist: da hat jeder eine andere meinung zu; von „die große chance für einen neuanfang“ bis „kick it“.)

auf jeden fall: dir alles gute!
tobias

Eine Frage von Grenzen und Prioritäten
Hi,

ich finde nicht, dass er einen Schlussstrich ziehen sollte.

Darfst Du auch finden :smile:

Die Beziehung ist gerettet

Diesen Schluß halte ich für voreilig…

Das eigentliche Problem ist der Kollege, der immer noch in der
Nähe ist, doch das wird sich vermutlich ändern (wie
angekündigt).

Das ist eines der wesentlichen Probleme, korrekt.

Wenn ihm dieser Aufwand zu viel ist, kann er natürlich zu
einer anderen Person wechseln, doch man sollte nicht
verkennen, dass ein langjähriges Liebesverhältnis (auch wenn
es EINMAL enttäuscht wurde), ein Geschenk ist - das man nicht
einfach so wegwerfen sollte.

Du redest hier immer nur von ihm - wo bleibt da ihr Part?
Sie ist es, die eine Grenze überschritten hat, ja sogar gleich mehrere.

Die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, muß er nun selbst bestimmen.
Es ist ihr Part, sich den Arsch aufzureißen, um da was zu retten - schliesslich hat sie in erster Linie Mist gebaut, auch wenn er das vielleicht begünstigt hat.
Leider haben wir davon, ob und wie sie das tut, nicht viel gelesen, so daß ich das nicht einschätzen kann, aber der Satz "Für Sie ist schon wieder „Alltag“ spricht nicht für sie.
Ich würde sie auch kicken. Nicht wegen des Seitensprungs an sich - wegen der Lügen und der Tatsache, daß es ein Arbeitskollege war.

Gruß,

Malte.

kleine Anmerkung zu Seitensprung überwinden
Hallo nochmal,
nachdem ich die ersten Antworten/Meinungen gelesen habe, einige Ergänzungen zu der Geschichte.
Sie hatte während der Geschichte mehrfach die Absicht diese zu beenden, konnte es aber nicht (Gefühle?) und war letztlich erleichtert das die ganze Sache aufgeflogen ist.
Seine Empfindungen kann ich schlecht einschätzen - aber ich denke, das auch er (nicht besonders glücklich verheiratet) zumindest einige ehrliche Empfindungen hatte, also nicht nur ein „geiler Bock“ war.
Anschließend bei ihr ein Gefühlschaos hin- und hergerissen und letztlich das klare Bekennen der Liebe für mich.
Das mit dem „Alltag“ empfinde ich manchmal auch „etwas schnell zur Normalität übergegangen“ anderseits hilft es mir manchmal aus der Selbstmitleidspirale zu entfliehen.
Es gab in der ersten Zeit schon einige Auseinandersetzungen, einen kurzen Auszug meinerseits, eine zerbrochene Vase, defekte Nachttischlampen… , aber dann einen Kick für die Beziehung.
Aber das Kollegenproblem; ich hatte mehrfach während unserer Beziehung
die Möglichkeit ähnliches zu beginnen, habe das aber nicht zugelassen (nicht aus Bequemlichkeit!).
Angst „alleine zu bleiben“ habe ich nicht, Angst vor einer mir unbekannten Situation nach der Trennung auch nicht (hatte ich schon mal vor 11 Jahren), aber Angst Sie und die vielen schönen Erinnerungen an eine manchmal auch sehr anstrendende Zeit (Hausbau)und eine bis dahin „eigentlich“ gute Beziehung zu verlieren. (Arbeitsplatz?).
Eifersüchtig war ich bis dahin übrigens überhaupt nicht, mein Vertrauen war grenzenlos. Vielleicht fällt mir deshalb der Umgang mit der ganzen Situation so schwer.
Nochmals Gruß
Willy

hi, ich sehe das klar: 1. deine situation ist, dass du zeit brauchst, die verletzung zu verarbeiten. die nimm dir auch. das geht nicht einfach weg, sondern der schlag des seitensprungs hat ja was verursacht, das nicht auf einmal weggeht. das dauert solange es dauert. 2. deine freundin muss, wenn sie echtes interesse an der beziehung hat, damit klarkommen, dass dein vertrauen gelitten hat. sie muss damit leben, dass ihr verhalten konsequenzen hat und eine unsichere übergangszeit bei euch entstanden ist.

Hallo allerseits,

Hallo Willy !

hier meine kleine Geschichte, verbunden mit der Hoffnung auf
ein paar hilfreiche Antworten:
Ich bin 39 und seit fast 10 Jahren mit meiner Freundin
zusammen. Wir arbeiten in der selben Firma, haben uns vor
einigen Jahren ein Haus gebaut und hatten bis Mitte des Jahres
eine aus meiner Sicht gute Beziehung (die „üblichen“
Verschleißerscheinungen gestehe ich ein - ja, ich habe da
einiges schleifen lassen).

Deine Beziehung ist in dieser Hinsicht nicht die einzige. Und zum „Schleifen lassen“ gehören immer auch zwei.

Vor ca 3 Monaten begann Sie ein Verhältnis mit einem
gemeinsamen Kollegen. Ihr Verhalten mir gegenüber veränderte
sich in dieser Zeit so auffällig (Lügen, sich zurückziehen,
mit „Freundin“ ausgehen), das nach nur 4 Wochen die ganze
Sache aufflog.

Problematisch sind für mich dabei mehrere Dinge. Zunächst ist eine vierwöchige Beziehung mehr als ein Fremdgehen. Dass das Ganze mit einem Kollegen passiert, macht die Geschichte jetzt für Dich doppelt schwierig. So ein Vertrauensbruch wiegt schwer.

Seit dieser Zeit lebe ich in einem Martyrium.

Das ist nur natürlich.

Nach dem ersten Schock, nach Trauer,Verletzung und Wut, bin ich für
mich zu der Überzeugung gelangt, das ich trotz der Umstände noch
genügend Liebe empfinde um unsere Beziehung zu retten oder den
Versuch unternehmen will. Von Ihrer Seite waren auch Gefühle
zu dem Kollegen im Spiel und in den ersten Wochen wußte Sie
auch nicht ob Ihre Liebe zu mir noch ausreichend groß ist um
die Beziehung weiterzuführen, aber nach einem sehr schönen
Urlaub hat Sie sich eindeutig erklärt und will unsere
Beziehung um jeden Preis fortsetzen.

Ich bin da sehr skeptisch und glaube nicht, dass das funktioniert. Urlaub ist aber leider nicht Alltag.

Trotz dieser Bekenntnis und ich bin mir sicher das Sie es
ernst meint, komme ich mit der Situation nicht klar.
Da wir drei gemeinsam arbeiten, die beiden räumlich aus sehr
nah, bin ich permanent von Eifersucht, Unruhe (Ist da wieder
was?) und Kontrollzwang geplagt.

Ich tät nicht immer nur die Schuld bei mir selber suchen. Das, was Du empfindest, würd ich nicht als Eifersucht und Kontrollzwang bezeichnen, sondern als zutiefst verletztes Vertrauen (und das zu recht). Ich denk nicht, dass sich das kitten lässt. Und schon gar nicht dann, wenn sie und Dein Kollege sehr nah zusammenarbeiten. Das kann nicht funktionieren. Du hast eine seelische Wunde erlitten. Dadurch, dass Du den Kollegen täglich siehst, bricht diese immer wieder auf.

Den Arbeitsplatz wechseln ist leider fast unmöglich, absehbar
sind aber einige Veränderung die zum Jahresende mehr Distanz
schaffen.

Bei einem Arbeitsplatzwechsel würde das Verheilen leichter sein.

Mir ist schon klar, das es Zeit braucht um all diese Dinge zu
verarbeiten. Wir haben in den letzten Wochen sehr viel
geredet, die Zeit außerhalb der Firma ist inzwischen sehr
schön - die ganze Beziehung hat eine ungeheuren Schub
gekommen.

Das war irgendwie klar, weil ihr jetzt mehr miteinander redet.

Für Sie ist schon wieder „Alltag“, die Sache für Sie wie
Jahrhunderte her und Gefühle dem Kollegen gegenüber überhaupt
nicht mehr vorhanden.

Für mich hakt sie die ganze Geschichte viel zu rasch ab. Sie hatte vier Wochen lang eine Beziehung mit jemand anderem, wo auch Gefühle mit im Spiel waren.

Ich würde mich gern auch anders verhalten, vom Kopf her ist
mir schon klar, das mein Verhalten so auf Dauer für Sie schwer
erträglich sein wird (oder muß Sie das jetzt aushalten?), aber
ich komme aus diesem Teufelskreis nicht raus.

Teufelskreis ist gut. Du gibst wieder die Schuld nur Dir. Das halte ich nicht für gut. Sie hat die Turnübungen mit wem anderen gemacht, nicht Du !! Sie müsste sich intensiv um die Beziehung bemühen.

So schnell wollen wir aber nicht aufgeben und all meine
„Rückfälle“ (Hat ja alles doch keinen Sinn!), konnte wir bis
jetzt bewältigen.

Schon wieder ! Hör doch bitte auf, Deine zu Recht (!) durch ihr Verhalten verletzten Gefühle als Rückfälle zu bezeichnen. Du redest Dich noch selber krank.

Vielleicht hat ja jemand ein paar nützliche Tips oder eine
ähnliche und erfolgreich bewältigte Geschichte.

Dein Vertrauen, das sie gebrochen hat, ist meines Erachtens nicht zu kitten. Dadurch, dass sie mit diesem Mann zusammenarbeitet, wird es noch schlimmer. Und das hat nichts, aber auch schon gar nichts mit Eifersucht zu tun. Unter diesen Bedingungen glaube ich nicht, dass deine Beziehung zu retten ist. Die Rettungsarbeit müsste von beiden Seiten erfolgen und es dürfte nicht für eine Seite „schon wieder Alltag“ sein. Ich denk, dass es für Dich und Deine Gefühlswelt besser ist, die Beziehung zu beenden. Tut mir sehr leid für Dich, aber angesichts der Umstände sehe ich keine gangbaren Weg.

Liebe Grüße
Wolkenstein

Gruß
Willy