Sekt+unterdruck

Ich habe gelesen, dass bei den Themse-tunnelbau bei der Einweihungsfeier die Gäste Sekt ohne Kohlensäure getrunken haben, da der Tunnel so tief liegt und der große Druck die Kohlensäurebläschen „klein“ gehalten wurden.
Wird die Kohlensäure wirklich nur „klein“ gehalten oder perllt sie aus?
Das würde ja heißen das wenn man wieder auf „normalen“ Druck kommt wieder das geblubber losgeht. Und vorallem im Magen plötzlich das sprudeln anfängt.

Kann mir das jemand erklären?

Danke
Dorie

Hi,

wenn der Tunnel unter Umgebungsdruck steht, dh. offen ist, hat der Druck von vielleicht 30 oder 50m mehr Luftsäule keinen Einfluss.

Anders sieht es aus, wenn im Tunnel Überdruck ansteht, was z.T. bei Unterwassertunnels gezielt gemacht wurde, um Wasser- oder Wandungseinbrüche beim Vortrieb zu reduzieren. Nur wird man unter solchen Bedingungen nicht grad ne Party feiern :wink:, vielleicht ging es ja bloß um den Durchstich, nicht um die Einweiung?

Mit zunehmender Wassertiefe nimmt der Druck ja je 10m um 1bar zu. Da erreicht man schnell einen Druck, der das CO2 in Lösung hält. Wir sind mal in einer Taucherkapsel gewesen. Da hat man dringend abgeraten, zu viel Bier zu trinken, da es beim auftauchen zu schmerzhaften Blähungen kommen kann.

A.

Also!
Wenn man jetzt z.B den Eurotunnel nimmt:
Er liegt ca. 40 - 75 m unter dem Meeresboden und ca. 100 m unter dem Wasserspiegel.
Wie viel Druck lastet da auf einem? Wie berechne ich das?

LG
Dorie

Also!
Ersteinmal herrscht unterhalb der Nullinie (gedachte, plane Erdoberfläche wenn schon, dann ein Überdruck.

Der Luftdruck ist die Masse der auf der Erdoberfläche liegenden Luftsäule bestehend aus der Atmosphäre.
D. h. die angenommenen 10 km Luftsäule erzeugen 1 bar oder 1000 hpa (hektopascal).
Damit entsprächen die 100 m unter der Nullinie etwa einem hundertstel des Normaldrucks, ergo 10 hpa, ergo vergiß es.
Mit Wasserdruck o. ä. hat das nichts zu tun, wenn das System offen ist.
Eine gewisse Wirkung hat die Druckerhöhung schon, ist aber nicht vergleichbar mit dem Gegenteil in großen Höhen, wie z.B. die geringere Siedetemperatur des Wassers. Hier könnte man explosives Verhalten der Sektfüllung beobachten.

helpful greatings

LG
Dorie

vielleicht ging es ja bloß um den Durchstich, nicht um die
Einweiung?

Das scheint mir wahrscheinlich - der Tunnel war noch von der Bauphase her unter Überdruck. Die vielleicht 100m Tiefe dürften ja nicht so viel ausmachen - es gibt viele Gebäude, bei denen der Druckunterschied zwischen Dach- under Erdgeschoß größer sein muß, von Bergwerken ganz zu schweigen.

LG
Stuffi

Hi,

Mit Wasserdruck o. ä. hat das nichts zu tun, wenn das System
offen ist.

richtig. Der Eurotunnel befindet sich ja auch gar nicht „unter Wasser“ wie bei einem Tauchvorgang etwa, sondern ist ein normaler Tunnel durch trockenes Gestein wie durch einen Berg. „Nur zufällig“ ist irgendwie drüber auch Wasser wie man hier gut erkennen kann:
http://www.schule.suedtirol.it/ms-st.christina/klass…
http://www.aucom.co.nz/casestudies/case_study1.gif

Viele Grüße,
J~