Selber aussäen

Hallo Gartenfreunde!

Als Neugartenbesitzer habe ich mich seit einiger Zeit daran gemacht, auch selber ein paar Blumen unter Glas vorzuziehen.
Keimt auch alles wunderbar aus, aber nachdem die Keimblätter erschienen sind ist erst mal irgendwie Wachstumsstop. Ist das normal, daß es ewig dauert, bis die ersten „echten“ Blättchen kommen?

Vom kümmerlichen Ergebnis meiner selbst pikierten Zöglinge mal ganz zu schweigen.

Dankbar für jeden Hinweis
Peter

Hallo,

ohne zu wissen, was du ausgesät hast, lässt sich dazu wenig sagen. Normalerweise nimmt man bald nach dem Aufgehen das Glas runter (wenn es sich um einen der kleinen Anzuchtkästen handelt). Sonst wird es vielen Pflanzen zu warm (kann schon mal locker über 50 Grad werden in der Sonne).

Gruß, Niels

Hallo Niels!

Danke für die Antwort. Besonders fiel mir das ganze bei Blaukissen auf, die zwar nett austreiben, hinterher aber nur noch schlaff 'rumhängen.

Ist allgemein die Anzucht von Stauden schwieriger als von einjährigen Sommerblumen?

Gruß
Peter

Hallo, Peter,
gerade mit Stauden ist die Selbstzucht oft schwierig und das Ergebnis enttäuschend.

Mein Schwiegervater ist Gärtnermeister und wir haben einen ziemlich großen Garten, aber viele Stauden, oft auch Einjähriges (Salat-, Gemüsepflanzen) kaufen wir beim Gärtner.

Natürlich ziehen wir auch vieles selbst aus Samen (dieses Jahr z.B. ca 40 Tagetespflanzen), aber eher als Hobby. Wenn einmal die „Grundversorgung“ gesichert ist, bricht einem nicht gleich das Herz, wenn mal ein Saatkistchen nichts wird, oder die Pflänzchen nach dem Pikieren umkippen.

Oft sind es auch die Sämereien, die Kummer machen. Da haben wir öfter mal Totalausfall. Der Preis ist da auch nicht unbedingt Garant für gute Funktion!
Es muss bei Pflanzen eben vieles zusammenspielen und optimal sein: die Saat, die Erde, das Gießen, die Wärme und … und … und.

Ansonsten gilt auch hier wie bei jeder Kunst: üben, üben, üben.

Viel Erfolg!
Eckard

2 „Gefällt mir“

Hallo,
kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, meine Erfahrung ist auch, dass sich Stauden schwerer ziehen lassen, die einzigen Stauden die ich bisher selber ziehen konnte, ist glaub ich Johanniskraut. Generell muss man bei Stauden aber auch mehr Geduld aufbringen denke ich.
Das mit den Keimblättern, bzw. richtigen Blättern ist auch ziemlich verschieden, bei manchen geht das zeiemlich schnell (z.B. Tagetes), bei anderen tut sich erstmal gar nix.
Generell hab ich auch die Erfahrung gemacht, dass aus großen Samenkörner einfacher zu ziehen ist, als aus sehr feinem Samen.

Ich hätte da aber auch noch mal ne Frage: Bei mir werden die Sämlinge meistens immer relativ lang und wachsen nicht in die Breite, obwohl sie eigentlich sehr hell stehen. Was mache ich da falsch?
Danke schon mal im Voraus.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Eckard!

Ich habe Deine Anzucht schon mal auf Deiner HP gesehen. Sieht im Vergleich zu meinen aus, als würde man einen Bodybuilderclub mit einem Schachclub vergleichen :wink:

das Herz, wenn mal ein Saatkistchen nichts wird, oder die
Pflänzchen nach dem Pikieren umkippen.

Meine kippen bereits vor dem Pikieren. Wie regano schreibt: extrem lang gewachsen aber ziemlich dünne Stengel.

Ansonsten gilt auch hier wie bei jeder Kunst: üben, üben,
üben.

Ich geb’ so schnell nicht auf.
Danke für die Tips

Peter

Hallo Regano,

hell (subjektiv) am Fenster ist viiiel dunkler als hell (objektiv) im Freien.

Helfen kann:

  • mit ausdauernden Sorten eher spät (ungefähr jetzt) anfangen, wenn die Tageslänge den Lichtmangel ausgleicht

  • Substrat mit wenig N, K-betont, verwenden. Damit ist das Licht nicht mehr der begrenzende Faktor, und das Wachstum spielt sich eher langsam, aber im Gleichgewicht ab. Kann aufgemischte Gartenerde sein, bei den käuflichen Substraten „Kräutererde“ - kostet seltsam viel, aber hat mir einige schöne und nicht vergeilte monardia, veronica und campanula beschoren, die neben mir am Fenster stehen. Angesichts des Wertes von solchen Substraten rede ich an dieser Stelle ausnahmsweise nicht von der Zerstörung der letzten Hochmoore in Lettland. Mit Experimentierfreude ließe sich ein geeignetes N-armes Substrat auch mit den Kokos-Substraten herstellen, die zumindest zeitweise in „Eine-Welt-Läden“ zu haben waren: Die waren überhaupt nicht aufgedüngt und haben so zur Enttäuschung vieler Hobbygärtner beigetragen, obwohl das Konzept für sich genommen eigentlich recht wertvoll ist. Ich weiß nicht, ob es sie noch gibt.

  • eventuell: den Haupttrieb abzwicken, wenn ein paar Blattpaare entwickelt sind. Mehr oder weniger ausgeprägt sorgt die Apex (= Spross) des Haupttriebes bei allen Zweikeimblättrigen per Hormon dafür, dass die in den Blattachseln angelegten Seitentriebe im Wachstum gehemmt werden (schlafende Knospen). Wenn die Apex weg ist, treiben diese aus und machen von vornherein einen eher buschigen Wuchs der ganzen Pflanze aus.

  • ein ähnlicher Effekt ergibt sich auch mit spätem Pikieren. Da wird das bereits entwickelte Wurzelwerk eingeschränkt wie beim „Verbaumschulen“ von Sträuchern und Bäumen, und symmetrisch dazu gehts auch oben erstmal verhalten weiter. Dünne Saat ist dafür wichtig, damit die Keimlinge nicht zu eng stehen, wenn sie eine Weile aufs Pikieren warten müssen.

Schöne Grüße

MM

Hallo Martin,

die Kokosblöcke zur Substrat"herstellung" gibt es noch. Kokohum, und Kokoblock, das sind die Namen, die mir gerade einfallen kann man auch über das www bestellen…

LG,
Karotier

Hallo karotier,

Kokohum und Kokoblock sind standardisiert mit NPK aufgedüngte Substrate. Für einen etwa gewünschten niedrigeren NPK-Gehalt nicht besser geeignet wie jede andere Blumenerde oder Anzuchterde auch.

Deshalb war ich bis 2000 als reiner Balkongärtner ohne Zugriff auf reguläre Gartenerde auf die Blöcke aus dem Fair-Trade-Laden verfallen, weil sich damit leichter ein Substrat mit niedrigem N-Gehalt herstellen (in diesem Zusammenhang ohne Gänsefüßchen) ließ.

Schöne Grüße

MM

Hallo MM,
danke für die Aufklärung hinsichtlich der Aufdüngung der von mir zitierten Kokossubstrate.

Gruß,
Karotier