Hallo, ich habe vor einiger Zeit in einer Werbung gelesen:
Tabletten, so gut, wie zum selber verschreiben.
Wie wirds denn nun richtig geschreiben
zum Selberverschreiben
zum selber Verschreiben
zum Selbstverschreiben
zum selbst Verschreiben
oder völlig anders.
Und vor allem WARUM
Was ist der Unterscheid bei der BEnutzung von selbst und selber?
Besonders in Sachen „Getrenntschreibung“ ist die „Neue deutsche Rechtschreibung“ ein Machwerk von allergrößter Stümperhaftigkeit! Daran konnten auch zwei „Nachbesserungen“ der Reform nicht viel ändern. Ich empfehle Dir das komplette Ignorieren der Reformrechtschreibung und -in Sachen -Getrennt- bzw. Zusammenschreibung - im Zweifelsfall das Zusammenschreiben (gemäß Aussprache). In zumindest allen Fällen, die mir bislang untergekommen sind - und das sind nicht wenige - war ein der-Aussprache-gemäßes Zusammenschreiben in puncto hermeneutischer Eindeutigkeit in meinen Augen die beste Lösung.
Ich empfehle Dir das komplette
Ignorieren der Reformrechtschreibung
Das halte ich - gerade im Brett „Deutsche Sprache“ - für einen äußerst fragwürdigen Ratschlag.
Für einen Schüler/Studenten z. B., dessen schriftliche Arbeiten benotet werden, oder eine Sekretärin hätte es fatale Folgen, wenn sie sich daran hielten - von ihnen wird nun mal erwartet, dass sie sich an den aktuellen amtlichen Rechtschreibregeln orientieren.
Dass Du mit der reformierten Rechtschreibung nicht einverstanden bist, ist ja nun hinlänglich bekannt, und niemand hindert Dich daran, Dir Deine Regeln selbst zu basteln; bei allem missionarischen Eifer solltest Du aber wirklich Abstand davon nehmen, diese als „richtig(er)“ zu propagieren. Das ist alles andere als hilfreich.
von ihnen wird nun mal erwartet, daß sie sich an den aktuellen amtlichen
Rechtschreibregeln orientieren.
Genau das IST doch das Schlimme, daß sie gezwungen werden zu diesem Unsinn! Wie leicht es vielen offenbar fällt, achselzuckend-opportunistisch den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen… *kopfschüttel*
Derartige „Einstellungen“ haben leider gerade hier in Deutschland bekanntermaßen Tradition.
Wertes Publikum,
soeben wurden Sie Zeuge eines so genannten „Totschlagarguments“, welches sich in diesen Breiten großer Beliebtheit erfreut: von einem beliebigen Sachkomplex aus wird eine Verbindung zum Nationalsozialismus gezogen, womit ersterer gründlich in Misskredit gebracht wird.
Wer wollte sich schon an die gültigen Rechtschreibregeln halten, wenn er damit eine Geisteshaltung offenbart, welche auch einem zünftigen Nazi gut zu Gesicht stände? Ist fehlende Auflehnung gegen staatliche (oder von anderen Institutionen erwirkte) Regelungen nicht gleichzusetzen mit Kadavergehorsam?
Dem aufmerksamen Leser wird der Zusammenhang zwischen Sprache und Nationalsozialismus nicht entgangen sein: Recht(s)schreibreform, ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Vom SZ zum KZ sind es nur ein paar Buchstaben… überhaupt, daSS man plötzlich überall nur noch „SS“ liest…
Darum kann der Appell nur lauten: Leute, wehrt euch! Zeigt eure Eigenständigkeit und moralische Aufrichtigkeit und fügt euch nicht blind den Gesetzen dieses Landes! Wer bei Rot hält, hält wohl auch alle Roten für ein Hindernis auf dem Weg in die Zukunft! Nie wieder Rechts vor Links! Möge von Deutschland nie wieder eine Kommaregel ausgehen!
Recht(s)schreibreform, ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Vom
SZ zum KZ sind es nur ein paar Buchstaben… überhaupt, daSS
man plötzlich überall nur noch „SS“ liest…
Nicht zu vergessen Abkürzungen wie HSDPA, die, wenngleich aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum kommend, fatal an längst überwunden Geglaubtes in Deutschland erinnern.
Und wer möchte noch Systemadministrator werden, wenn ihm klar wird, wie diese Berufsbezeichnung bisweilen abgekürzt wird…
Wenn man sich darüber hinaus bei Wikipedia die möglichen Bedeutungen für NS, SS und SA ansieht, traut man sich kaum noch, irgendetwas über die dort genannten Begriffe zu schreiben oder diese gar in einer mündlichen Diskussion zu verwenden, etwa, wenn man mit dem katholischen Würdenträger seiner Wahl über SA oder SS spricht.
Gut, wir brauchen gar nicht so weit zurückzudenken, bleiben wir bei der RR. Gab es beizeiten eine Volksabstimmung zu dem Thema? Nein. Das Machwerk wurde - zudem in einem geschichtlich günstigen Zeitabschnitt, denn NOCH war damals ja ALLES GUUUT, was aus dem Westen kam, den Menschen aufgedrückt. Und eh sie sichs versahen, hatten sie eine neue Rechtschreibung.
Ja, ja und stimmt, es gab ja auch wichtigeres als diese, warum überhaupt sich dagegen auflehnen, wo es doch so viel wichtigere Dinge gibt als die Rechtschreibung??
Das hörte und las man damals doch allerorten. So etwas nenne ICH ein Totschlagargument.
Gut, wir brauchen gar nicht so weit zurückzudenken, bleiben
wir bei der RR. Gab es beizeiten eine Volksabstimmung zu dem
Thema? Nein.
Wozu auch? Wer will schon gerne umlernen? Auch eine RR mit nützlichen und logischen Regeln würde von der Mehrheit abgelehnt, einfach aus konservativen Gründen oder sogar ohne sich damit groß beschäftigt zu haben.
Deutschland ist nicht das einzig(st)e Land mit Rechtschreibreformen. Sowas gab’s fast überall mal: Island, Spanien, Aserbaidschan, China, Russland, Dänemark, Griechenland, Grönland… die alle haben in den letzten 100 (bei manchen mag’s ein wenig länger her sein) ihre Rechtschreibung verändert. Und das meist viel rigoroser. Da wurde das z abgeschafft, Doppelkonsonanten verboten, etliche Zeichen vereinfacht, einige Buchstaben abgeschgafft, neue eingeführt, sich der Großschreibung entledigt, Tonzeichen entfernt. Azeri hat im Laufe der Zeit sogar 2 (oder 3?) komplette Änderungen des Alphabets durchlaufen.
Meinst du, irgendeines der Reformen hätte bei einem Volksentscheid die Mehrheit bekommen? Meinst du, die Reformen waren alle schlecht? Sind die Leute alle schlechter in der Rechtschreibung als damals? Nein. Genauso wenig wie auch in Deutschland. Die Kinder von heute lernen die neue Rechtschreibung genauso leicht/schwer wie die alte. Etwaige Fehler sind höchstens auf Verwirrungen zurückzuführen, die es gibt, weil manche noch alte Rechtschreibung in älteren Büchern oder konservativen Zeitungen oder eben bei Leuten wie dir sehen.