Hallo zusammen,
ich wende mich speziell an alle selbständigen Paketzusteller/Kurierfahrer unter euch.
Mittlerweile haben es wahrscheinlich auch die meisten Endkunden mitbekommen, dass nicht mehr der „Postbeamte“ die Pakete bringt, sondern ein riesengroßer Teil des Geschäftes an Subunternehmer abgegeben wird.
Ich stecke gerade mitten in der Planung einer solchen Tätigkeit und hoffe, hier fachkundige Hilfe zu finden.
Den Thread „Sub-Unternehmer bei der Post“ habe ich gelesen, es scheint jedoch einen großen Unterschied zur Paketzustellung im Nahbereich zu geben. Wenn man da nämlich die gleichen Stückzahlen ausliefert wie als Festangestellter, dann kann man selbst nach Abzug der grob geschätzten Kosten mehr verdienen (kommt natürlich immer auf die Tour und die eigene Geschwindigkeit an).
Was ich festgestellt habe:
Es gibt Unmengen an Informationsquellen (Internet, Bücher, …) einen großen Teil habe ich schon durchgearbeitet (mir qualmt der Kopf…), was es aber nicht gibt, sind branchenbezogene Ratgeber mit Schritt-für-Schritt Anleitungen. Ein selbständiger Paketzusteller beispielsweise interessiert sich nicht für Mitarbeiterführung, Managementtechniken und Marketinginstrumente. Alle Ratgeber, die ich bislang in der Hand hatte (und das waren dank der gut sortierten Bibliothek sehr viele) sind meiner Ansicht nach künstlich kompliziert, da versucht wird, alle Eventualitäten abzudecken. Das schreckt unheimlich ab !
Ich habe das Archiv des Existenzgründungs- und Logistik-Bretts bis zum Jahr 2000 durchgesehen, war leider alles nicht konkret genug für die Bedingungen der Transport-/Logistikbranche.
Ich bin mir sicher, dass auch andere für diese spezielleren Informationen dankbar sein werden, da dieser Geschäftszweig immer größer wird und immer mehr Leute vor den gleichen Fragen stehen.
Meine Fragen sind demnach, ob jemand einen branchenbezogenen Ratgeber kennt (Internet oder Buch), der Starthilfe leistet und vor allem steuerliche Aspekte und Möglichkeiten zum Steuern sparen behandelt.
Die Rahmenbedingungen:
Selbständiger Paketzusteller mit Berufserfahrung, eigenem Fahrzeug(Kastenwagen lang, gemietet oder finanziert)und zum allergrößten Teil einem Auftraggeber, der nach Stückzahl bezahlt.
Weitere Fragen:
Das Thema Scheinselbständigkeit habe ich bereits durchleuchtet
(vgl. www.bfa.de > Versicherung > Statusfeststellung > Anlage 4 > „Katalog bestimmter Berufsgruppen zur Abgrenzung zwischen abhängiger Beschäftigung und selbständiger Tätigkeit“). Es scheint wohl so zu sein, dass eine „Erlaubnis nach § 3 Güterkraftverkehrsgesetz“ dringend notwendig ist, um dem Verdacht der Scheinselbständigkeit entgegenzuwirken.
Gibt es Erfahrungswerte, ob es sich lohnt (falls man die Wahl hat), Kleinunternehmer zu sein. Ich habe mal grob die anfallende Mehrwertsteuer/Umsatzsteuer bei den Ausgaben und Einnahmen miteinander verglichen, selbst wenn ich einen Transporter kaufe, würde ich wohl draufzahlen. Gibt es weitere anrechenbare Ausgaben (ausser Benzin, Büromaterial, …) , die ich vergessen haben könnte oder lohnt es sich im allgemeinen wirklich nicht kein Kleinunternehmer zu sein ? Den Mehraufwand würde ich nicht scheuen.
Welches sind speziell in diesem Bereich die wichtigsten Möglichkeiten, um den Gewinn zu drücken (Fahrzeugfinanzierung, Betriebskosten, Rücklagen bilden). Gibt es eine umfassende Zusammenstellung der überhaupt denkbaren betriebsbedingten Ausgaben.
Gibt es im Internet einen Steuerrechner für die Einkommenssteuer? Wo liegen die Grenzen der jeweiligen Steuersätze ? Es besteht nämlich die Möglichkeit, die Stückzahlen und damit den Umsatz zu steuern, was interessant sein könnte, wenn man gerade zwischen zwei Steuersätzen steht.
Über einen weiteren Austausch würde ich mich sehr freuen !
Vielen Dank und beste Grüße,
midnightfever