Selbstbewußsein stärken, aber wie?

Hallo,

vielleicht sind unsere Sorgen auch unbegründet, aber trotzdem würde ich gerne mal eure Meinung hören. Unser Sohn (bald 3) traut sich kaum Sachen alleine zu machen. Beispiel: Wenn ich mit Ihm schwimmen gehen traut er sich kaum etwas zu nehmen, was zum speieln dort liegt und andere Kinder mitgebracht haben. Andere kommen und nehmen Ihm sogar sein eigenes Spielzeug weg. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich sleber dann eingreifen soll oder nicht. Ich habe es bereits versucht Ihm „vorzumachen“ indem ich zu dem anderen Kind gesagt habe. „das gehört uns“. Ebenso habe ich die Situation auch sich selbst überlassen. Meiner Meinung nach fehlt es Ihm einfach am Selbstbewußtsein. Nun haben wir bedenken, dass wenn er in den Kindergarten geht, sehr darunter leiden wird. Daher wollte ich mal Fragen ob Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt und ob Ihr Tips habt (viellicht eine Art „Spiel“) wie ich Ihm mehr Selbstbewußtsein vermitteln kann. DANKE für jeden ernstgemeinten Tip.

Grüße

Uwe

Stärk ihm doch einfach den Rücken indem Du sagst: Ich find Dich super so wie Du bist".

Hallo Fräulein Smilla,

natürlich mag ich Ihn so wie ist. Das steht aber hier nicht zur diskussion. Ich möchte doch erreichen, dass er gestärkt wird. Ganz im Gegenteil, er ist das BESTE was mir je passiert ist undzwar weil er so ist wie er ist. Aber er wird auch mit Menschen zu tun haben, wo er sich wehren muss und nicht nur die Backen hinhalten soll. Deswegen möchte ich Ihn auch gerne hierfür vorbereiten.

Grüße

Uwe

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Hallo,

vielleicht sind unsere Sorgen auch unbegründet, aber trotzdem
würde ich gerne mal eure Meinung hören. Unser Sohn (bald 3)
traut sich kaum Sachen alleine zu machen. Beispiel: Wenn ich
mit Ihm schwimmen gehen traut er sich kaum etwas zu nehmen,
was zum speieln dort liegt und andere Kinder mitgebracht
haben. Andere kommen und nehmen Ihm sogar sein eigenes
Spielzeug weg. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich sleber
dann eingreifen soll oder nicht. Ich habe es bereits versucht
Ihm „vorzumachen“ indem ich zu dem anderen Kind gesagt habe.
„das gehört uns“. Ebenso habe ich die Situation auch sich
selbst überlassen. Meiner Meinung nach fehlt es Ihm einfach am
Selbstbewußtsein. Nun haben wir bedenken, dass wenn er in den
Kindergarten geht, sehr darunter leiden wird. Daher wollte ich
mal Fragen ob Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt und ob Ihr
Tips habt (viellicht eine Art „Spiel“) wie ich Ihm mehr
Selbstbewußtsein vermitteln kann. DANKE für jeden
ernstgemeinten Tip.

Ich denke, was du schilderst, ist wirklich „normal“. Da er nach deiner Schilderung noch nicht in den Kindergarten geht, hat er ja noch wenig Erfahrung im Umgang mit anderen Kindern u.ä.
Lass dies erstmal auf ihn zukommen, dann kann er Erfahrungen machen und das Selbstbewusstsein wird wachsen…
Ein bisschen ist es auch immer eine Charaktersache, es gibt eben die Draufgänger und die Schüchternen. Später, wenn er älter ist (Vorschulkind/Grundschulkind), würde ich, wenn das Problem dann immer noch massiv wäre, die Selbständigkeit fördern, indem man dem Kind nicht alles abnimmt (z.B. Spielverabredungen tätigen, allein Wünsche beim Einkaufen äußern oder sogar selbst einkaufen lassen u.ä., also die Kommunikation zu „Fremden“).

Beatrix

Hallo Beatrix,

DANKE, dass beruhigt mich schon mal. Es stimmt auch, dass er sehr wenig Kontakt mit anderen Kindern hat, weil wir in der Pampa wohnen. Was ich festgestellt habe ist, dass er lieber mit Mädchen spielt. Wahrscheinlich sind Ihm Jungs ein wenig zu wild.
DANKE nochmals.

Grüße

Uwe

Ich wollt ein wenig provozieren. Uwe, es gibt Menschen, die haben mit „Nicht-Wehren“ Geschichte geschrieben und ganz viel erreicht. Dein Sohn wird seine ganz eigene Strategie finden.
Dein Ziel der Vorbereitung finde ich verständlich - ich bin ja selber Mutter und könnte manchmal heulen vor lauter Sorge um den Kummer den mein Kind in seinem Leben erleben wird.

Wir können ihnen den Kummer nicht ersparen, wir können ihnen nur mit unserer Liebe den Rücken stärken. Unsere Strategien sind nicht übertragbar. Du kannst versuchen ein Vorbild zu sein - wehrst Du Dich immer??? - und ihm so Deine Strategie zeigen. Ob er sie übernimmt, wird sich zeigen.

FS

Für ein älteres Kind würde ich überlegen, ob Sport eine Möglichkeit wäre Vertrauen in den eigenen Körper zu erlangen. (Muß ja nicht gerade Boxen sein :smile:))

Hallo Uwe,

ich denke, keiner bestreitet, daß du Dein Kind liebst.

Ich persönlich finde ausgesprochen wichtig ihm das auch zu sagen. Und meiner Meinung nach, genau das ist einen guten Weg ihn mehr Selbstbewußtsein „einzuimpfen“.

Weiter glaube ich, daß dieses Problem mit den „Spielen mit fremden Sachen“ spätestens im KiGa sich lösen wird. Da muß er ja zwangsläufig Sachen nehmen, die ihm nicht gehören, denn er hat ja seine eigene nicht dabei.

Aber eine Frage: Ist Dein Sohn Einzelkind?

Schöne Grüße,
Helena

Noch ein kleiner Nachtrag:

Die Vorbildwirkung funktioniert aber am besten, wenn er Dich im gewohnten Umfeld eindeutig agieren sieht. Soll heißen, Du beim whren in Deiner Welt, also ggü anderen Erwachsenen (nicht Du gegen andere Kinder, da bist Du mit großer Wahrscheinlichkeit nicht authentisch**). Wie grenzt Du Dich da ab? Mit welchen Methoden zeigst Du Deine Grenzen auf? Wie schützt Du dein Egentum?

**
um beim Bsp. zu bleiben. Es ist Dir wahrscheinlich egal, ob ein anderes Kind die Quietschente Deines Kindes nimmt. Dich ärgert die Passivität Deines Kindes deswegen greifst Du ein.
Kinder spüren diese Feinheiten.

Hallo Beatrix,

zu Deinem speziellen Problem habe ich keine Lösung; für Deine Eingangsfrage „Selbstbewußsein stärken, aber wie?“ kann ich nur raten:

Loben, loben, loben!

Wolfgang D.

Loben und bestärken
Hallo!

Zum Spielzeugwegnehmen und sich-wehren: Ich bin da immer ein wenig zwiegespalten. Einerseits wirst Du den Charakter Deines Kindes nicht ändern. Wenn er zufrieden ist, so wie es ist, warum nicht? Er ist eben großzügiger und weniger aggressiv als die anderen. Was soll daran verkehrt sein?
Wenn er allerdings unglücklich ist, weil ihm jemand was wegnimmt, dann wäre für mich der Zeitpunkt ihm beizubringen, berechtigte Forderungen aufzustellen und auch durchzusetzen.

Meiner Meinung nach fehlt es Ihm einfach am
Selbstbewußtsein. Nun haben wir bedenken, dass wenn er in den
Kindergarten geht, sehr darunter leiden wird.

Da sollten doch die Erzieherinnen aufpassen und ich nehme mal an, das tun sie auch. Genau das alles wird er doch im Kindergarten lernen. Wenn es Probleme gibt, dann musst Du reagieren, aber vorher würde ich die Pferde nicht scheu machen.

ob Ihr
Tips habt (viellicht eine Art „Spiel“) wie ich Ihm mehr
Selbstbewußtsein vermitteln kann.

Mein Sohn durchschaute sofort, wenn ich „Spiele“ mit pädagogischen Hintergedanken anbrachte und anbringe. Und stellt sich dann quer. Deshalb halte ich nicht soviel davon.

Im Alltag flößt man einem Kind Selbstvertrauen ein, indem man es (ein Vorschreiber sagte es bereits) aufrichtig lobt für seine Leistungen (auch und gerade für die unauffälligen). Die dauernde Widerholung im Alltag hat meiner Meinung nach eine stärkere Wirkung als „Wir machen heute mal ein Spiel um dies oder das zu erreichen“.

Wichtig ist auch, dass man dem Kind etwas zutraut, es probieren lässt, wenn es etwas tun möchte und nicht sagt: „Das kannst Du noch nicht.“ Oder: „Warte ich helf dir.“ Oder: „du fällst bestimmt gleich runter.“ o. ä. Passiert einem manchmal zwischendurch, da muss man sich eisern disziplinieren. (Ist auch eine Gratwanderung, man möchte ja auch nicht, dass der Nachwuchs größenwahnsinnig wird.)

Lieber abwarten, dann evtl. Hilfe und Unterstützung anbieten (fragen!) und das Erreichte honorieren und nicht dran rummäkeln, weil es evtl. nicht perfekt genug war.

Übrigens fängt das beim Eingangsbeispiel an: Du vermittelst Deinem Kind, dass es nicht richtig reagiert, wenn ihm was weggenommen wird. Das stärkt nicht gerade sein Selbstbewusstsein.

Grüße
kernig

Hallo Uwe,

in dem Alter kann es sein, dass Kinder ihr Selbst-bewußt-sein verlieren, weil sie gewachsen sind, weil sie Fähigkeiten erlangen, weil ihre Wahrnehmung umfangreicher wird - das verunsichert.
Wenn Dein Sohn sich von Kinder etwas wegnehmen läßt, dann reagiert er vielleicht deshalb nicht, weil es für ihn vielleicht wenn auch nur einen Moment lang eine Art von erfreulicher Kontaktaufnahme ist (er hat etwas, was andere interessiert), oder er scheut den Konflikt, oder es ist für ihn nicht vorrangig sich um sein Eigentum zu kümmern.
Wenn aber Du Dich um sein Eigentum zu bald bemühst, dann nimmst Du ihm die Entscheidung ab, z.B. für sich Stellung zu beziehen. Warte lieber ab, wie er reagiert. Evtl. reicht ein Vor-/Ratschlag von Dir, vorausgesetzt er will Deine Hilfe.
Für uns Erwachsene bedeutet das Aufpassen auf unsere „Kleinen“, ihm nicht jeden Hügel auf seinem Lebensweg zu ebnen.
Aber du kannst ihn zu kleinen Schritten ermutigen: Wenn er nicht ins Wasser zum Schwimmen gehen mag, vielleicht reicht ihm der große Zeh oder die Fußsohle, mit der man seinen Papa prima anspritzen kann. Und wenn es gar nicht geht, dann geht es halt nicht. Dann ein anderes Mal.
Traue ihm etwas zu, mache ihm Angebote und lasse ihm die Tür zum Rückzug offen ohne Enttäuschung zu signalisieren. Du bist dazu da, ihm etwas beizubringen, wenigstens an ihn zu glauben - weil er das momentan selbst nicht kann, und ihm auf dem Stück Weg seiner Entwicklung bei all den vielen Unsicherheiten beizustehen, bis er es wieder schafft an sein Selbst zu glauben. Nur Geduld, das wird wieder.

Viele Grüße
Maelle

DANKE, auch dir. Manchmal muss man eben ein wenig die Augen geöffnet bekommen. Der Alltag läßt einem manchmal eben nur noch den Tunnelblick zu.

Grüße

Uwe

Danke auch an Dich. ich werde mich bemühen die Tips die ich bekommen mal einzusetzen um mal zu schauen wie er sich weiter entwickelt.

Grüße

Uwe