Hallo,
wenn man lügt und die Lüge wird vom Gegenüber als solche erkannt, der Lügner weiß aber nicht, daß er durchschaut wurde, gibt es einen Identitätskonflikt zwischen dem in den Belogenen (und von diesem so erkannten) projizierten Selbstbild des Lügners einerseits und dem Bild des Lügners im Kopf des Belogenen andererseits.
Anders sieht es aus, wenn die Lüge als solche nicht durchschaut wird. Dann entsteht ein Identitätskonflikt im Lügner selbst, der sich als vom Belogenen nicht mehr „gesehen“ bzw. „erkannt“ wähnen muß, da das eigene Selbstbild nicht mehr mit dem selbst imaginierten Bild-des-belogenen-Gegenüber-von-einem-selbst zur Deckung gebracht werden kann.
Beim Nachdenken über die „Mechanik“ von Projektionen, Selbstbildern, Bildern des Gegenüber, Imaginationen des eigenen Selbstbildes im Gegenüber etc. fällt mir auf, daß mir für derartige Überlegungen oder auch Gespräche die Begriffe fehlen und daß entsprechende Umschreibungen nur schwer verständlich sind (s. letzter Absatz).
Kann mir hier jemand bitte die in der Psychologie gebräuchlichen Begriffe für die Phänomene des angesprochenen Themenbereichs nennen?
Dank und Gruß
Uwe
