Selbstfindung und Job :)

Hallo leute.
Ich weiss nicht ob das das richtige Forum ist, hab aber nichts anderes gefunden. Ich hab ein Problem, dass mich jetzt schon längers beschäftigt. Ich bin 26 Jahre alt und bin Multimedia Designer. Mache das - oder zumindest etwas ähnliches schon seit meiner Ausbildung, also „schon“ seit 8 Jahren. Ich hab einen sehr gut bezahlten Job und ich weiss, dass ich gut bin, indem was ich tue. Nur irgendwie bin ich nicht glücklich mit meinem Job. Wieso? Keine Ahnung. Ich fühle mich nicht bestätigt oder befriedigt. Ich kann nicht jeden morgen sagen, „yeah - auf geht’s“ und am Abend auch nicht „das war gut, mann fühle ich mich gut“. Gut - das ist jetzt sicherlich übertrieben - doch ein wenig sollte es doch schon in die Richtung gehen.

Natürlich könnte ich weitherhin so leben, schliesslich hat dieser Job Zukunft und das Geld stimmt…doch wie schon immer die Frage. Ist Geld alles? Meiner Meinung nicht. Denn schlussendlich will man ja einfach glücklich sein. Das ist ja eigentlich nicht das Problem, weil ich ja einfach etwas anderes machen könnte. Das ist aber eben das eigentlich Problem. Ich weiss nicht was ich will. Was ich weiss, dass ich etwas anderes will - sehr möglich ohne Computer. Doch wo soll man suchen, wenn man nicht mal weiss, was sein eigenes Talent ist und was einem glücklich macht?

Hat jemand von euch auch so etwas durchgemacht? Wo soll man anfangen, wo soll man suchen und wo findet man eine Antwort? Ich glaube nicht, dass eine Berufsberatung da hilfreich sein kann. Keine Ahnung - vielleicht schon? Vorallem wie gut sind die Chancen bei Quereinsteiger? Man macht sich irgendwie sehr ernste Gedanken, wenn man seine Zukunft irgendwie nicht geplant hat und das stresst gewaltig!

Auf hilfreiche Antworten würde ich mich sehr freuen.
Besten Dank!

Grüsse

Re: Selbstfindung und Job :smile:
Hi,

ein kleiner Tip: http://www.amazon.de/Finde-den-dich-gl%C3%BCcklich-m…

…bin selbst gerade am Lesen/Durcharbeiten…

gruß
boba

Hallo kinmauri,

Natürlich könnte ich weitherhin so leben, schliesslich hat
dieser Job Zukunft und das Geld stimmt…doch wie schon immer
die Frage. Ist Geld alles? Meiner Meinung nicht.

Bedürfnisse, die über das Geldverdienen hinausgehen, lassen sich auch ehrenamtlich befriedigen. Denn dort hat man eher die Chance, sich auch wirklich selber einzubringen.

Gruß, Karin

Hallo Kingmauri,

ich mach das seit 22 Jahren… :frowning:

Also ganz so schlimm ist es nicht, die ersten 5-8 Jahre hat mir mein Job ja Spaß gemacht… aber seit langem hadere ich und überlege ebenso wie du, was zu tun ist. Ich kann dir sagen, was ich bereits probiert habe im Verlauf der Jahre:

  • Berufsberatung bei einem Unternehmen namens LIFT, das es vor einigen Jahren hier in Berlin mal gab, keine Ahnung, ob die noch existieren.
    Hat zumindest Aufmunterung gebracht. Wenn man mir auch riet, durchaus eng an den markanten Tätigkeitsmerkmalen meines Jobs festzuhalten. Sprich: z.B. etwas mit Sprachen zu machen, Weiterbildung rundum Sprachen oder was auch immer…

  • Personalberatung: habe meine Chancen als Quereinsteigerin checken wollen und dafür eine mir bekannte und vertraute Personalberatung -vermittlung angesprochen. Die nahmen sich auch viel Zeit, aber auch die Hoffnung, dass ich im Personalwesen/vermittlung als Quereinsteiger, wenn auch mit Facherfahrung, keine Chance hätte. Ob das nun tatsächlich so IST, hab ich nicht ausprobiert… ich war erst mal demotiviert.

Seither hab ich das Thema ruhen lassen und mich damit zufrieden gegeben, dass ich halt keine Lösung finde.

Meine derzeitige Planung entwickelt sich seit rund 2 Jahren: in naher Zukunft werde ich eine Reduzierung meiner Arbeitszeit auf 30 Wochenstunden beantragen. Das bringt schon mal mehr Freizeit mit sich und ich werde vielleicht einen freieren Kopf bekommen können, um Planungen und damit verbundene Aktivitäten zu tätigen.

Ob ich das genehmigt bekomme, steht in den Sternen. Aber es ist ein Anfang.

Dann werde ich an meinem Traum basteln, auswandern, jobben und nach und nach mein eigenes kleines Unternehmen (gem. mit meinem Partner) zusammen basteln. Ich musste mir aber über die Jahre erst mal klar werden, WAS eigentlich mein Traum ist.

Und selbst heute, mit der festen Planung (soweit man das „fest“ nennen kann, was ich bisher geschrieben habe) schwanke ich manchmal, ob es DAS tatsächlich ist. Aber das Leben wäre ja langweilig, wenn man das immer schon vorher wüsste.

ich würde dir raten: geht in dich… am besten im Urlaub und träum einfach mal. Was macht dir Spaß? Könntest Du Dir vorstellen, DAS auf die Beine zu stellen… etc. pp.

Quereinstiege sind machbar, das weiß ich definitiv. Lange genug habe ich in einer Unternehmensberatung gearbeitet. Aber du wirst Ausdauer brauchen und darfst dich nicht allzu schnell demotivieren lassen, denke ich.

Probier es einfach aus.

Eine weitere Möglichkeit: wenn du dich beurlauben lassen könntest, dann tu das mal für 1 Jahr und reise herum, jobbe unterwegs. Lern andere Kulturen und andere Wertvorstellungen kennen… könnte auch was bringen.

Viel Erfolg!

Gruß
Demenzia

Moin,
bei der Selbstfindung solltest du dich zuerst als Typ einschätzen können. Wenn du eher risikoscheu bist, dann würde ich von großen Abenteuern etwas absehen.

Du kannst z.B. die Arbeitszeit verkürzen und mit der Mehrzeit dann etwas anderes machen. Du bleibst im Job, hast Geld, kannst wieder auf Vollzeit gehen, wenn nötig.
Problem: Arbeitgeber, Arbeitslosengeld hängt immer vom Einkommen ab, Rente

Du kannst versuchen, dich innerhalb deines Jobs weiterzuentwickeln:
Vertrieb, Führungskraft etc. (kenne mich in deiner Branche null aus).
Da kannst du aufbauend auf deinen Kenntnissen dich weiterentwickeln.
Wäre doch schade, das wegzuwerfen.

Ob ein Job yeah sein muss, kann man auch mal hinterfragen.

Mein Lieblingsbuch zum Umgang mit sich und anderen:
Die sieben Wege zur Effektivität; Stephen R. Covey (The 7 Habits of Highly Effective People). Finde ich als Ausgangspunkt immer recht sinnig.

Viel Erfolg
Grüße
Michael

Eine weitere Möglichkeit: wenn du dich beurlauben lassen
könntest, dann tu das mal für 1 Jahr und reise herum, jobbe
unterwegs. Lern andere Kulturen und andere Wertvorstellungen
kennen… könnte auch was bringen.

hi,

also das find ich einen guten Ansatz. Einfach neues kennenlernen. Ist bestimmt das schönste was es gibt. Und wenn dein Job so gut bezahlt wird, stellt das finanziell vielleicht auch keine Probleme dar.

Ich denke aber auch, das es vielen so geht wie dir. Nur traut man sich nicht, aus diesem „Räderwerk“ auszusteigen, weil unterschwellig immer die Angst im Nacken sitzt. Angst vor Arbeitslosigkeit, Geldmangel usw. Das lässt uns eben oft einfach nur stupide weitermachen. Tolles Leben. :smile:
Aber wenn du nicht reisen willst oder kannst, such doch einen anderen Job für dich raus oder mach eine andere Ausbildung. Vielleicht solltest du mal ins Handwerk wechseln oder ins gastrogeschäft. Keine Ahnung.
Ich selber hab jetzt in den letzten 10 Jahren auch bestimmt…vier oder fünf mal den Job gewechselt. Vom Lackierer zum Callcenterfutzi. Dann zum Flughafen als Flugzeugabfertiger und von dort zum Logistikmitarbeiter. Alles völlig verschiedene Dinge, aber es war ok. Man hat was gelernt fürs Leben und es tun sich andere Sichtweisen auf.Und es hat den „Vorteil“, das ich fast echt noch jeden Morgen mit diesem „yeah…auf gehts“ zur arbeit gegangen bin.

Ich denke unterm Strich heißt es - trau dich. Es tun sich immer wieder Wege auf.

lg…

besten dank an allen für die ratschläge! ich hab mir jetzt auch einige bücher darüber gekauft :smile: hoffentlich hilfts…es ist einfach nur auch frustrierend wenn man mit anderen leuten quatsch und alle irgendwie ganz genau wissen was sie wollen. kein neid…ich beneide diese leute einfach…

…in einem kapitel steht übrigens auch, genau was du ausprobiert hast, verschiedene jobs einfach auszuprobieren…nach dem motto: „such auch den falschen job.“…und wie du gesagt hast - man lernt zumindest was einem NICHT gefällt und öffnet neue türen. ich hoffe ich hab den mut einfach etwas neues auszuprobieren…und auf alles andere keine rücksicht nehmen (familie, kollegen, allgemein das gesellschaftliche denken)…

grüsse!

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