Selbstgeerntetes Gemüsesaatgut

Hallo liebe Gärtner,
wenn mal einer vom Giessen wegkommt und hier vorbeischaut, dann würde ich gerne mal fragen, welche Erfahrungen Ihr mit Saatgut aus Eurem GArten gemnacht habt.
Es bietet sich ja an, selber einen Teil der Ernte ausreifen zu lassen und im nächsten Jahr auszusääen.
Aber aus dem Zierpflanzenbereich weiss ich, dass es da viele F1 Hybriden gibt, deren Nachfolger nicht keimen oder ganz anders ausfallen, gemäß der Mendel´schen Regeln.
Nun wollen wir eine deshalb ausgefallene Ernte nicht riskieren, und ich bitte um Eure Erfahrungen.
Besonders interessieren mich Brechbohnen, Schneidebohnen, Zuckerschoten und normale Erbsen.
Auch Spinat könnte man doch ausreifen lassen, hat das mal wer gemacht?
Und wie ist das mit den Kartoffeln?

Würde mich freuen, von Euch zu hören,
Gruss, Flora

Hallo Flora,

Du hast ganz Recht: Jede Menge Hybriden, das heißt, aus Deinem Saatgut wird in
aller Regel nix Gscheits werden.
Etwas besser geht das mit Kartoffeln. So ein paar Jahre kann man das machen, Du
musst aber bevor die Krautfäule eintritt, die gesündesten Pflanzen markieren und
von denen die Knollen aufbewahren. Und zwar geht das so (Tipp von meiner
Biobäuerin): Kartoffeln bei trockenem Wetter ausgraben, nicht waschen, nur etwas
abrubbeln. In Netze (Zwiebel- oder Orangensäckchen) füllen und frei aufhängen an
einem luftigen, dunklen, kühlen, frostfreien Ort (ich habe das in meinem Keller
gemacht, allwo ich einen Schrank mit Lüftungsschlitzen habe (=dunkel, aber
luftig). Da habe ich in einige Fachböden Haken gedreht und die Säckchen
aufgehängt.
Gruß
Bolo2L

Hallo Bolo,

Du hast ganz Recht: Jede Menge Hybriden, das heißt, aus Deinem
Saatgut wird in
aller Regel nix Gscheits werden.

Ja, aber das stimmt eben in manchen Fällen auch nicht, und ich habe den Verdacht, dass gerade bei Hülsenfrüchten ein Versuch lohnen könnte.
Hast Du konkret mit diesen negative Erfahrungen gemacht?
Mit Roßbohnen, „dicken Bohnen“ haben wir es schon probiert, und da hat´s gut geklappt.

Und vielen Dank schon mal für die exellente Gebrauchsanweisung für´s Saatkartoffellagern!

Viele Grüße, Flora

Nee, sonst nicht (owT)

Hallo Flora,

Erbsen, grüne Bohnen, Stangenbohnen haben bei mir schon geklappt. Ich nehme auch Saatgut von Gewürzen (Koriander),getrocknetem Küchengemüse: rote Bohnen, Linsen (die sind allerdings sehr mühselig zu ernten - eine Linse pro Schote), Kichererbsen habe ich auch schon probiert - aber leider waren die meisten Hülsen leer. Kürbissaat aus gekauften klappt prima. Am liebsten experimentiere ich mit tropischen Früchten, da klappt die Anzucht auch meist gut.

Die Saaten aus dem eigenen Garten müssen gut ausgereift und trocken sein - auch frei von Schädlingen! (z.B. kleine Löcher in Erbsen), Kartoffeln sollten ein wenig grün sein, das hilft -soweit ich gelesen habe - gegen Pilzkrankheiten.

Viele Grüße
Utemaus

Hallo Ute,
na dann werde ich das wohl mal ausprobieren.
Es würde mir irgendwie auch sehr widersteben, jedes Jahr wieder Saat zu kaufen, der Kreislauf macht am meisten Spass, wenn er lückenlos ist.
Das mit den grünen Kartoffeln habe ich auch noch nicht gewusst, danke Dir für Deine Antwort!

Viele Grüße,
Flora

Hallo Flora,
ist ein interessantes Thema, dem ich mich in diesem Jahr auch erstmals widme. Und zwar versuch ichs mit Schnittsalat bzw. Minisalt, den ich auswachsen lassen habe, die ausgeblühten Köpfe in einem Plastik an der Pflanze zusammengebunden habe und so ausreifen ließ. Habe jetzt davon wahnsinnig viel Samen erhalten und bin gespannt, obs mit der Aussat im nächsten Frühjahr klappt. Wünsche dir mit deinen Versuchen auch viel Glück.
Gruß Josef

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