Selbstgeschriebenes Arbeitszeugnis - so OK? (lang)

Hallo,

meine Mutter hat von ihrer Firma nach 38 Jahren Betriebszugehörigkeit ein Zeugnis bekommen, in dem wohl aus Unwissenheit fast alles falsch gemacht wurde (kleine Firma, 2 Chefs + 2 Angestellte).

In dem mit Schreibmaschine geschriebenen Zeugnis steht zwar der Satz mit „stets zur vollsten Zufriedenheit“, das Zeugnis steht aber nicht auf einem Firmenbriefbogen (den haben die wohl auch nicht), die einzigen Firmendaten ist die Adresse (müssen nicht auch Angaben zum Handelsregistereintrag und zumindest der Name des Geschäftsführers usw. rein??), es gibt einige Rechtschreibfehler, die Tätigkeitsbeschreibungen und Beurteilungen zur Person sind recht knapp und unvollständig (Zeugnis ist nur knapp über eine halbe Seite lang), es steht sinngemäß drin, dass sie „doch vertrauensvoll genug war, um auch an die Kasse gelassen zu werden“ … Also insgesamt katastrophal.

Deshalb hat meine Mutter mich gebeten, ihr einen (sehr) guten Zeugnisentwurf auszuarbeiten.

Hier mein Entwurf:

Frau XXX, geboren am XXX in XXX, war vom …1972 bis 31.08.2010 in unserem Textilfachgeschäft als Textilfachverkäuferin beschäftigt.

Zu ihren Aufgaben gehörte im Wesentlichen:

  • der Verkauf unserer Textilien und Accessoires, inklusive fachkundiger Beratung der Kunden
  • die Bedienung der Kasse sowie das Ausstellen von Quittungen
  • die Unterstützung bei der Dekoration und ansprechenden Präsentation der Ware im Verkaufsraum, inklusive Vorbereitung der Ware, zum Beispiel durch Bügeln
  • die Warenpflege und Warensicherung
  • die Wareneingangskontrolle auf Vollständigkeit und Qualität
  • die Etikettierung der Ware
  • die Lagerhaltung
  • die Vorbereitung und Durchführung von Inventuren.

Frau XXX war eine äußerst zuverlässige und fleißige Mitarbeiterin, die durch ihren immer sehr freundlichen, gewandten Umgang mit den Kunden und ihr umfangreiches Fachwissen bei Kunden, Geschäftsführung und Kollegen gleichermaßen sehr beliebt und geschätzt war.

Wir waren mit Ihren Leistungen immer außerordentlich zufrieden. Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war stets vorbildlich.

Aus betrieblichen Gründen mussten wir Frau XXX leider zum 31.08.2010 fristgerecht kündigen.

Wir bedauern diesen Schritt sehr und danken Frau XXX für ihre langjährige treue und wertvolle Mitarbeit, die maßgeblich zum Geschäftserfolg beigetragen hat.

Für ihre weiteren Berufs- und Lebensweg wünschen wir Frau XXX alles Gute und viel Erfolg.

***

Ich würde mich über eine entsprechende Beurteilung von euch Experten sehr freuen.

Aber schlechter als das ursprüngliche Zeugnis kann dieses bestimmt nicht sein.

Viele Grüße

Yvonne

Keiner hier, der mir eine Rückmeldung geben kann??
Hallo nochmal,

hab inzwischen einen Rechtschreibfehler im letzten Satz bemerkt („ihre“ statt „ihren“).

Aber kann mir sonst hier jemand zumindest eine grobe Einschätzung zu dem Zeugnis geben?

Grüße

Yvonne

Faq:1129 beachten! (owt)
-nix-

weiter oben
Hi,

stell doch den Artikel einfach weiter oben ein.

Unter: Job&Karriere, Da wird Dir bestimmt geholfen.

GvC

Hallo GvC,

OK, Danke für den Hinweis!

Ich hab meine Anfrage jetzt verkürzt in Jobs & Karriere reingestellt.

Grüße

Yvonne

Hi,

kleiner Tipp: Das war nicht der einzige Rechtschreibfehler. Du solltest den Text noch mal von einem Sprachkundigen korrekturlesen lassen (speziell die Groß-/Kleinschreibung betreffend, z. B. ihre/Ihre).

Abgesehen davon käme es in der Schlußformel ganz gut, wenn dort stünde „weiterhin viel Erfolg“.

So, jetzt sag ich aber nichts mehr, bin kein Experte.

Gruß S

Hallo,

sorry, aber in Rechtschreibung bist du anscheinend nicht so ganz firm.

„ihre/ihren“ wird in solchen Fällen in Zeugnissen nämlich immer klein geschrieben, da ja niemand direkt angesprochen/gesietzt wird, sonder „ihre“ im Sinne von „von ihr“ (bei Männern entsprechend „seine/seinen“) gebraucht wird. Das „Ihre“ groß geschrieben ist ein typischer Anfängerfehler in Zeugnissen, auf den in einigen Arbeitszeugnis-Büchern speziell hingewiesen wird (siehe z. B. GU Ratgeber Arbeitszeugnisse, in meiner Ausgabe auf Seite 55).

Ansonsten beziehst du dich wohl auf Wörter wie „das Aufstellen“ oder „Bügeln“, aber diese Wörter sind in diesem Fall ja nicht als Verben, sondern als Hauptwörter benutzt und somit groß geschrieben korrekt.

Grüße

Yvonne

Hi,

Siehst Du den Fehler?:

Wir waren mit Ihren Leistungen immer außerordentlich zufrieden.

Siehst Du den Fehler?:

Wir bedauern diesen Schritt sehr und danken Frau XXX für ihre langjährige treue und wertvolle Mitarbeit,

Soviel hierzu
Gruß S

Hallo nochmal,

OK, im ersten Satz hab ich mich wirklich verschrieben, wollte wie vorher erklärt natürlich „ihre“ klein schreiben.

Im 2. Satz seh ich den Fehler nicht, „ihre“ ist doch korrekt klein geschrieben. Welchen Fehler hab ich denn da übersehen?? Man könnte höchstens vor „treue“ ein Komma setzen, muss es aber nicht. Schreib doch direkt, was in dem Satz falsch ist, ich erkenn den Fehler gerade nicht.

Grüße

Yvonne

Auch nochmal hi,

Im 2. Satz seh ich den Fehler nicht, „ihre“ ist doch korrekt
klein geschrieben. Welchen Fehler hab ich denn da übersehen??
Man könnte höchstens vor „treue“ ein Komma setzen, muss es
aber nicht. Schreib doch direkt, was in dem Satz falsch ist,
ich erkenn den Fehler gerade nicht.

Hihi, ich hatte den Satz so verstanden:
Wir bedauern diesen Schritt sehr und danken Frau XXX für ihre langjährige Treue und wertvolle Mitarbeit, …

D. h. die Treue als Substantiv. Würde ich auch eleganter finden, ist aber Geschmackssache.

Ansonsten finde ich das Zeugnis nicht so gut, siehe die Reaktionen auf Dein Doppelposting im Jobs-Brett. Bin aber kein Fachmann, daher enthalte ich mich einer weiteren Wertung.

Gruß S