Hallo,
bin seit 4 Jahren geschieden. Mein Ex-Mann ist Alkoholiker. Habe schon alles Mögliche versucht ihm zu helfen. Das ging schon bis ans Ende meiner Kräfte. Habe jetzt beschlossen, dass es nicht mehr so weiter gehen kann, denn nun habe ich mich auch noch ziemlich verschuldet um ihm zu helfen. Ich glaube aber, dass das gar nichts gebracht hat. Ich glaube eher je mehr ich ihm helfe, desto weniger helfe ich ihm damit. Ich bin finanziell, seelisch und körperlich am Ende. Vielleicht weiss jemand Rat wie ich mich nun verhalten soll. Was soll ich nur tun?
Hallo,
erstens bist Du geschieden und da hast Du mit Deinem Mann nichts mehr zu tun. Zweitens: Alkoholismus ist eine Erkrankung und gehört in die Hände eines erfahrenen Arztes.
Drittens: Meist muss der Alkoholiker ganzu unten sein, bis er von selbst merkt, wie schlimm sein zustand ist und dass er Hilfe braucht. Ohne die Einsicht geht gar nichts.
mein tipp: Denk an Dich selbst und mach ihm das Angebot, ihn zu einem Arzt zu begleiten, der ihm helfen kann. Solange er nicht einsieht, dass er professionelle Hilfe braucht, ist ihm nicht zu helfen. Mit Deinre „Hilfe“ könnte es ´sein, dass Du alles noch schlimmer machst, indem Du co-abhängig wirst. Solange er merkt, dass da jemand ist, der noch hinter ihm steht, so wie er es im Moment macht, wird die einsicht dauern. So lehrt es jedenfalls die Erfahrung.
Wohlgemerkt, Du sollst ihn nicht hängen lassen, aber eben auch nicht als Co-Abhängige fungieren, die ihn immer wieder auffängt.
wie sie selbst schon richtig festgestellt haben können sie ihrem Ex nicht helfen. Dies kann er nur selbst und dazu geht es ihm anscheinend noch nicht dreckig genug.
Es ist verständlich, dass Angehörige helfen wollen, doch sie tun damit weder sich noch dem Abhängigen einen Gefallen. Dieses „helfen wollen“ nennt man Co-Abhängigkeit. Sie sollten sich dringend Hilfe bei den Anonymen Alkoholikern (hier gibt es auch Angehörigengruppen) oder einem Therapeuten suchen. Adressen sollten sie im Telefonbuch finden, oder sie sprechen mit einem Arzt darüber.
Nochmals: Sie können ihm nicht helfen !!! Deshalb brauchen sie auch keine Schuldgefühle zu haben.
Sagen sie ihm klipp und klar, dass sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen, solange er keine Therapie macht. Ziehen sie dies auch sich und ihm zuliebe durch!!!
Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte und würde mich sehr freuen, wenn Sie mir bei Gelegenheit mitteilen würden wie es Ihnen geht.
zuerst einmal gratuliere ich Dir zu deiner Entscheidung auch etwas für dich tun zu wollen. Das ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Eines vorweg: Du wirst das Leben deines Ex-Mannes nicht ändern können, aber Du kannst in angehörigen Gruppen lernen dich abzugrenzen und dafür zu sorgen, dass Du selbst nicht auch zu Grunde gehst.
Ich kann Dir die AL-Anon Familiengruppen der AA empfehlen. Unter dem folgenden Link findet Du die Gruppen in Deiner Nähe:
Hallo!
Mh, als allererstes ist mir eingefallen, dass du endlich mal an DICH denken solltest!!
Wie wärs denn, wenn du dich seelischn und körperlich wieder aufpäppelst, mit Freizeitaktivitäten, Sport, Dinge die dir gut tun und Freude machen, Gesprächen mit vertrauten Menschen… Vielleicht wäre auch der Besuch bei einer Beratungsstelle oder Psychotherapeutin hilfreich.
Weißt du, ich denke mir eben, wenn du selbst total am Ende bist, dann kannst du auch niemanden mehr unterstützen.
Ich habe auch einen sehr, sehr guten Freund, der durch Drogen immer wieder in eine Psychose rutscht und sein Leben dann überhauptnicht mehr geregelt kriegt. jahrelang habe ich versucht ihm da raus zu helfen, hab echt einiges Investiert und aufs Spiel gesetzt, anscheinend ohne nachhaltigen Erfolg…
Habe vor einigen Wochen schweren Herzens den Kontakt vorübergehend abgebrochen, weil ich spürte, wie er mir immer weniger gut tat und es mich sehr viel Kraft kostete…
Ich werde den Kontakt so lange nicht mehr aufnehmen, bis ich innerlich mehr Abstand habe und mich emotional nicht mehr zu sehr damit verbinde, das ist sehr zehrend auf Dauer.
Ich denke mir, dass sich eben in nem gewissen Grad jeder selbst helfen muss, und wenn der echte, wirkliche Wille nicht da ist, dann kann kommen was und wer will, Derjenige wird sich nicht helfen lassen (wollen)…
Ich wünsche dir ganz viel Kraft für DICH selber und dein Glück! Sei es dir Wert!
Deinem Ex- Mann wünsche ich einen starken Willen und viel Kraft zum durchhalten.
Alles Liebe,
Susanne
aus Ihrer Beschreibung entnehme ich, dass es sich um Ihren EX-Mann handelt - warum kümmern Sie sich noch um ihn???
So, wie es klingt, könnte es sein, dass Sie eine „typische“ Co-Abhängige sind. Ich kann aber keine Fern-Diagnose stellen!
Vielleicht helfen Ihnen folgende Fragen weiter, um für sich klar zu bekommen, ob eine therapeutische Beratung für Sie gut wäre:
Suchen Sie sich immer wieder Menschen als Partner oder Freund, die Ihnen eigentlich schaden?
Suchen Sie Menschen, an denen Sie sich anlehnen können, ohne zu erkennen, dass diese selbst erhebliche Probleme haben?
Haben Sie Schwierigkeiten, allein Ihre Probleme zu lösen, brauchen Sie oft jemanden, der Sie „anschubst“?
Wie war Ihre Familiensituation als Kind? Gab es Alkohol- oder andere Sucht in Ihrer Familie? (Kennen Sie das also schon?)
Warum haben Sie Ihren Mann damals geheiratet?
Warum sind Sie nun aber geschieden?
Und:
Warum kümmern Sie sich immer noch um ihn?
Er ist nicht mehr Ihr Lebenspartner, er ist erwachsen, also besteht doch eigentlich kein Grund, dass Sie sich immer noch um ihn „sorgen“, sich sogar für ihn verschulden? Hat er Sie überredet? Warum lassen Sie das mit sich machen?
Würden Sie sich eher als „willensschwache“ oder als „durchsetzungsstarke“ Person bezeichnen?
Es gibt eigentlich in jeder größeren Stadt Selbsthilfegruppen für Co-Abhängige, die Sie über Ämter oder Sozialstellen erfragen können. Bei den Sozialträgern finden Sie auch Beratungsstellen.
Wenn Sie der Ansicht sind, Sie würden gern einen Therapeuten in Ansrpuch nehmen, können Sie sich eine Therapie vom Hausarzt verschreiben lassen. Mit der Überweisung gehen Sie zu einem niedergelassenen Kassen-Therapeuten und lassen sich einen Termin geben.
Sie können auch ohne Hausarzt zu einem Heilpraktiker für Psychotherapie gehen, müssen diesen allerdings aus eigener Tasche bezahlen - was allerdings auch manchmal gut sein kann, weil viele Klienten dadurch sehr motiviert sind und gut mitarbeiten.
Kirchliche Beratungsstellen oder Beratungsstellen bei Sozialverbänden wie der Caritas sind manchmal kostenlos oder verlangen nur einen Minimal-Betrag, je nach Einkommenssituation.
Schauen Sie auf jeden Fall, dass Sie an einen Berater/Beraterin mit Erfahrung in Suchtberatung/Co-Abhängigkeit kommen!
die Belastungen, die durch einen alkoholabhängigen Angehörigen entstehen, sind enorm groß. Was Sie beschreiben, ist ganz typisch.
Es gibt eine ganze Reihe von Hilfsangeboten für Angehörige. Bundesweit gibt es z.B. Al-Anon (Anonyme Angehörigengruppe).
Sie können auch bei Ihrem Gesundheitsamt nach Angehörigen-Selbsthilfegruppen an Ihrem Wohnort nachfragen.
Frauenberatungsstellen können auch weiterhelfen. Hier können Sie auch (meist kostenlose) Erstberatungsgespräche in Anspruch nehmen.
Auf meiner Internetseite www.gestalt-hl.de finden Sie Links zu Frauenberatungsstellen in Lübeck. Auf deren Seiten finden Sie weiterführende Links zu bundesweiten Angeboten.
Vielleicht kommmen für Sie auch persönliche Eiinzelgespräche in Frage. Bei Ihrer Kankenkasse erhalten Sie eine Liste mit orstansässigen Therapeut/-innen. Üblicherweise werden 5 Therapiegespräche angeboten, in denen es darum geht, ob eine weiterführende Psychotherapie sinnvoll ist, bevor ein Antrag bei der Krankenkassen gestellt wird.
Sie können sich auch an eine Schuldnerberatung vor Ort wenden. In den meisten größeren Städten gibt es öffentliche Stellen oder Vereine, die eine solche Beratung anbieten.
Wichtig ist, dass Sie nicht allein mit Ihren Probleme bleiben. Was Sie erleben, kennen alle, die einen alkoholabhängigen Angehörigen haben. Ein Austausch mit ebenfalls Betroffenen ist sehr hilfreich.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Kraft auf Ihrem Weg.
Ich würde mich über eine Rückmeldung von Ihnen freuen, ob meine Informationen Ihnen weiterhelfen konnten.