Ab und zu liest man in der Zeitung, dass irgendjemand sich umbringen wollte und jetzt im Koma liegt und die Ärzte ihr bestes tun um ihn zu retten. Oder ähnliches.
Ich finde jedoch, dass der arme Mensch selber entschieden HAT, dass er nicht mehr Leben will und dass niemand das Recht hat, ihm ein neues/weiteres Leben „aufzudrängen“.
Wir sind doch irgendwie mündige Menschen.
Was denkt Ihr über dieses heikle Thema?
Gespannt ist
Sven.
PS: ICH SELBST will mich NICHT umbringen und habe KEINE Angst, dass es jemand verhindern könnte. Es geht mir nur ums Prinzip.
Scott Adams, der Erfinder von Dilbert, hat (ich glaube in „The Dilbert Future“) den Vorschlag unterbreitet, den Versuch von Selbstmord unter Strafe zu stellen. Als angemessenes Strafmass sieht er die Todesstrafe…
Ziemlich krasse Einstellung.
Ich stimme auf jeden Fall völlig zu, dass jeder Mensch das Recht hat, den Zeitpunkt seines Todes selbst zu bestimmen, daher bin ich auch entschieden für aktive Sterbehilfe durch Ärzte.
In der Zwangserhaltung des Lebens sehe ich sogar eine Verletzung der Grundrechte. Im GG heisst es, die Würde des menschen sei unantastbar. Wenn ich mein Leben im Koma oder schwerstbehindert weiterführen müsste, nur weil man mich gegen meinen Willen „gerettet“ hat (kann man in dem Zusammenhang überhaupt von Leben sprechen?), sähe ich meine Würde durchaus angetastet.
Hallo!
Soweit ich weiss, war Selbstmord im Mittelalter tatsächlich verboten. Die Selbstmörder wurden daher auch nicht christlich auf dem Friedhof beerdigt. Was das damals für die Angehörigen bedeutete, kann man sich ja denken.
Zum fehlgeschlagenen Suizid-Versuch: Wer weiss denn, ob das nicht nur ein Hilferuf war? Vielleicht gibt es irgendwo Statistiken, aus denen hervorgeht, wie viele der Geretteten danach noch viele Jahre glücklich gelebt haben?
Wer nicht im Koma liegen will, sollte ein sog. Patiententestament machen, wo das klar drinsteht; und das alle Jahre „updaten“.
Denn die Meinung der Verwandten (= Erben) ist nicht stets vertrauenswürdig.
tschüß Frank
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unbedingt zu ihm gehn und mit ihm beten. Gott ist ein Gott der lebenden und nicht der Toten. Dein Gebet erreicht sehr wahrscheinlich sein Unterbewußtsein. Segne ihn mit Gnade und mit der Erkenntnis Jesu und das was Jesus für ihn am Kreuz getan hat. zweitens würde ich aber auch den heiligen Geist einladen, mit Heilung zu kommen. Vielleicht geschieht ein Wunder. Das passiert zwar nicht an jeder Straßenecke, wird aber niemals laufen wenn wir defensiv und kleingläubig bleiben.
Segne ihn mit Annahme, dass ist dann wahrscheinlich das, was ein Mensch der in so einem Zustand hineinkommen könnte, am meisten braucht.
Das hoffe ich auch! Nach meinem Verständnis auf jeden Fall.
Ich finde jedoch, dass der arme Mensch
selber entschieden HAT, dass er nicht
mehr Leben will und dass niemand das
Recht hat, ihm ein neues/weiteres Leben
„aufzudrängen“.
Wir sind doch irgendwie mündige Menschen.
Naja, nach gängiger Rechtsauffassung darf ja nicht jeder alles tun, sondern unsere (staatlich garantierten) Rechte enden dort, wo in die Rechte anderer eingegriffen wird. Beispiel: habe ich ein Recht darauf, mich hinzustellen, wohin ich will? Im Prinzip schon, aber nicht auf die Fahrbahn einer befahrenen Straße, in den Gartenteich meines Bundestagsabgeordneten, oder an eine Stelle, wo gerade schon jemand anderes steht, usw.
Analog dazu kann man argumentieren, daß auch durch meine Selbsttötung (oder, was irgendwie klasse klingt, mein „Freitod“) ja auch die Rechte anderer betroffen sein können: ich kann meine Kredite nicht zurückzahlen, meine Frau muß nun allein für unsere Kinder sorgen und diese wachsen mit dem Gefühl auf, ihr Vater habe sie nicht geliebt.
Zum fehlgeschlagenen Suizid-Versuch: Wer
weiss denn, ob das nicht nur ein Hilferuf
war? Vielleicht gibt es irgendwo
Statistiken, aus denen hervorgeht, wie
viele der Geretteten danach noch viele
Jahre glücklich gelebt haben?
Hi,
man sollte die Gründe für einen Selbstmord mit in die Diskussion einbeziehen. Bei schwerkranken Schmerzpatienten ist das auch eine Diskussion um die Sterbehilfe.
Viele Selbstmordversuche werden aber aus einer tiefen Depression heraus begangen. Werden diese Patienten von ihrer Depression geheilt (ist wirklich möglich), so wollen alle später weiterleben. Ein sehr ausführlicher Bericht (mit Statistiken) war in einer November- oder Dezemberausgabe des Fokus (Titelthema).
O. P.
Viele Selbstmordversuche werden aber aus
einer tiefen Depression heraus begangen.
Werden diese Patienten von ihrer
Depression geheilt (ist wirklich
möglich), so wollen alle später
weiterleben. Ein sehr ausführlicher
Bericht (mit Statistiken) war in einer
November- oder Dezemberausgabe des Fokus
(Titelthema).
O. P.
Sicher richtig. Ich gehe davon aus, dass viele „Selbstmord“-Versuche in der Absicht begangen werden, gerettet zu werden. Das leite ich allein von der Wahl der Mittel ab, z. B. die gerne genommenen Schlaftabletten.
Kritisch wird´s für mich, wenn die Wahl des Tötungsmittels eine „Rettung“ nur noch unter massiver Beeinträchtigung der Gesundheit zulässt, z. b. Schusswaffen, div. Gifte o. ä. Hier gehe ich von einer ernsthaften Selbsttötungsabsicht aus, man sollte diese Leute sterben lassen.
Wie in einer Antwort zu Recht ausgeführt, sollte man von Selbsttötung sprechen, da der Begriff „Mord“ juristisch negativ belegt ist. Das Thema kann hier nicht umfassend erörtert werden. Die Zeitung beschreibt so gut wie nie, unter welchen Umständen jemand einen Tötungsversuch unternimmt. Die meisten Versuche entspringen nicht „tiefer Depression“ (häufig behandlungsfähig), sondern sind in der Tat „Hilferufe“ mit der Hoffnung, rechtzeitg gefunden zu werden. Solange ein Mensch geschäftsfähig ist, kann er eine Patientenverfügung treffen, in der er Zustände wie dauerhaftes Koma usw. beschreibt, bei deren Eintreten er keine intensivmedizinischen Maßnahmen wünscht. Die Ärzte sind an eine solche Verfügung gebunden, falls sie eindeutig ist und nicht zu lange zurückliegt. Also Rat durch kompetenten Juristen einholen! Aktive Sterbehilfe steht in Deutschland unter Strafe. Dennoch neige ich als Arzt zu der Auffassung, daß unter gewissen Umständen (längere Ausführung wäre hier notwendig) aktive Sterbehilfe nicht ausgeschlossen werden sollte.
Rüdiger Dierkesmann
Analog dazu kann man argumentieren, daß
auch durch meine Selbsttötung (oder, was
irgendwie klasse klingt, mein „Freitod“)
ja auch die Rechte anderer betroffen sein
können: ich kann meine Kredite nicht
zurückzahlen, meine Frau muß nun allein
für unsere Kinder sorgen und diese
wachsen mit dem Gefühl auf, ihr Vater
habe sie nicht geliebt.
Hallo Michael,
um das Argument fortzuführen: Es wäre also zweckmäßig, ein Amt einzurichten, dass bei einem ‚Antrag zur Erteilung des Rechts zur Selbsttötung‘ oder so, nach Prüfung der finanziellen und familiären Verpflichtungen den Freitod gestattet oder untersagt. Richtig?
Ab und zu liest man in der Zeitung, dass
irgendjemand sich umbringen wollte und
jetzt im Koma liegt und die Ärzte ihr
bestes tun um ihn zu retten. Oder
ähnliches.
Ich finde jedoch, dass der arme Mensch
selber entschieden HAT, dass er nicht
mehr Leben will und dass niemand das
Recht hat, ihm ein neues/weiteres Leben
„aufzudrängen“.
Wir sind doch irgendwie mündige Menschen.
Selbstmörder retten?
Diese Frage sollte man nicht stellen …
Das menschliche Leben ist das höchste Rechtsgut. Es besteht eine Verpflichtung zur Rettung, wenn es möglich ist.
(Es gibt viele Selbstmordversuche, wo die geretteten Kandidaten nachher jahrzehntelang ein glückliches Leben geführt haben … )
Ist es ein jüngerer, so würde ich ihn gerne in ein heiteres Gespräch (er wird darob zuerst wütend)verwickeln; ist es ein älterer, nun denn, es ist an der Zeit, ihm würde ich die Pistole reichen.
Ist es ein jüngerer, so würde ich ihn
gerne in ein heiteres Gespräch (er wird
darob zuerst wütend)verwickeln; ist es
ein älterer, nun denn, es ist an der
Zeit, ihm würde ich die Pistole reichen.
Das menschliche Leben ist das höchste
Rechtsgut. Es besteht eine Verpflichtung
zur Rettung, wenn es möglich ist.
Das menschliche Leben…
Es besteht also eine Verpflichtung es zu retten…
Aha, warum?
Das ein Mensch irgendetwas „hohes“ oder edles an sich hat, kann ich nicht sagen.
Wer „den Mensch“ (wobei wir beide hier sehr verallgemeinern) in seiner Art und Natur mal richtig kennen gelernt hat, sieht wirklich nichts hohes oder rettbares in diesem Seitenzweig der Säugetiere, der sein ganzes Streben nur in die Richtung wachsen läßt, die auf Tod, Unterdrückung und Vernichtung (der Natur, anderer Völker, andere Religionen, alles was anders ist und wenn nichts mehr da ist, sich selbst Vernichtung des Umfeldes)enden.
Meine Homepage trägt den Titel „Wer die Menschen kennt lernt die Tiere lieben“ und das sind keine unüberlegten Worte.
Ich habe aus Neugierde und innerer Unruhe viele Jahre „auf Achse“ zugebracht und habe gelernt, das die menschlichsten Menschen im Abschaum, in Randgruppen oder unter Tieren zu finden sind.
Die Unmenschlichsten Tiere fand ich immer unter den Menschen, die behaubteten menschlich zu sein.
Wenn jemand vor meiner Nase vom Haus springen möchte, würde ich ihn fragen ob er einen Grund hat und wenn er einen Grund hat der mir plausibel wäre, würde ich ihn tun lassen, wovon er denkt das es ihn glücklicher machen würde.
(Es gibt viele Selbstmordversuche, wo die
geretteten Kandidaten nachher
jahrzehntelang ein glückliches Leben
geführt haben … )
Und es gibt viele die es ein zweite mal erfolgreicher tun.
Wenn jemand mit klarem Verstand entschieden hat, das es Zeit ist zu gehen, ist das seine Sache.
Wenn jemand aus einer Krisensituation mit der er nicht fertig wird nur diesen Ausweg sieht, kann man andere Auswege zeigen bis er bei klarem Verstand ist und dann gilt wieder das obere.
Ansonsten soll jeder für sich entscheiden ob und wie er lebt oder nicht.
Winfried
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