Hallo KK,
Keiner von uns, und Du vielleicht auch nicht, weiss, ob das
Mädchen die Mutter erhängt gesehen hat oder nicht. Jedenfalls
wird sie „wissen“, dass die Mutter gestorben ist (was auch
immer sie sich darunter nun vorstellt).
Meine Tochter war 8 als sie mit diesem Thema konfrontiert wurde. Ich war ebenso ratlos, sie wusste aber letztlich „nur“, dass ihr Vater gestorben war. Über das „wie“ würde ich in dem Alter nicht sprechen… (wie du schon sagst, man weiß natürlich nicht, ob das Mädchen die Mutter gesehen hat). Ich würde vor allem mit der betreuenden Person sprechen, schon auch, um zu fragen, ob man - wie auch immer - irgendwie „da sein“ kann. Denn das weitere Problem ist ja auch der „übriggebliebene“ Erwachsene, der sehr wohl auch große Probleme mit dieser Art Tod hat, zusätzlich kommt die Hilflosigkeit dem Kind gegenüber dazu…
Ich würde ihr auch kein Gespräch aufzwingen, sie nicht fragen,
wie es ihr „nun so geht“ usw. Möglichst nromal bleiben, aber
auch -je nach dem, was sie signalisiert, zeigen, dass Du
„bescheid“ weiss. Versuche dann nicht so zu tun, als wäre
nichts.
sehr richtig. Auf keinen Fall den Kontakt zu dem Kind meiden, aus Angst etwas falsches zu sagen!! Das Wort „Unbefangenheit“ klingt vielleicht eine Spur zu heiter für dieses Thema, aber es passt im Grunde. Sei unbefangen. Nimm das Kind in den Arm, wenn es weint und lach mit ihm und mach den größten Scheiß, wenn es lacht…
Ich sehe es an unserer Tochter, dass Kinder mit Tod, Grusel,
Krankheit usw. anders umgehen als wir. Man sollte das Mädchen
unterstützen auf dem Weg, den sie einschlägt, um mit dem Tod
ihrer Mutter klarzukommen, ohne ihr jetzt von Erwachsenenseite
vorzuschreiben, wie sie es zu tun hat. Ich meine, vielleicht
kann sie momentan noch nicht trauern, weil sie noch nicht
begreift/begriffen hat, was es bedeutet.
das kam viel viel später. Ich hatte oft schon gedacht, dass sie tatsächlich dieses Erlebnis „gut verarbeitet“ hat. Weit gefehlt, das bricht immer wieder hervor und dann sollte man so offen wie irgendwie möglich darüber sprechen. Die Emotionen annehmen und leben… ich denke, selbst heute nach fast 12 Jahren ist das Thema natürlich lange nicht „gegessen“. Wir sprechen drüber und es gibt Rituale, die meine Tochter ganz für sich alleine haben möchte. DAs ist aber ein Entwicklung über diese lange Zeit und nichts vorhersehbares…
Vielleicht erfährst Du etwas über Deine Tochter, was Dir
weiterhilft.
Vielleicht kann man das Mädchen auch einmal einladen, wenn
Deine Tochter mit ihr befreundet ist, dürfte das ja kein
Problem sein. Vielleicht kommt dann das gespräch auf den tod
der Mutter.
also ich hatte eher das Gefühl, dass die anderen Kinder gar nicht großartig fragten, sondern einfach nur sehr lieb waren (aber es war halt auch schon Hort und nicht mehr Kindergarten, entsprechend waren die Kids schon etwas älter).
auf jeden Fall: sei sehr sensibel und offen/Gesprächsbereit, aber versuche nicht zu „therapieren“.
Grüße
Gerry