Selbstreflektion ?

Hallo,

wie läuft eigentlich so eine Selbstreflektion ab ?
Im Grunde genommen ist es doch eine Gratwanderungen meiner Seele
meines Herzens und meines Handelns, dabei Grenzen neu auszutesten und
sich selbst zu überprüfen.

Kann man dies als Selbstreflektion bezeichnen ? Gibt es irgendwo Tipps, wie man es für sich nutzen kann ?

Danke und Gruß, Marsi

Hallo Marsi,

erstmal zum Ursprung des Wortes Reflexion: es kommt von lat. reflectere, zurückbeugen, -biegen. In dem Sinne, in dem du es gebrauchst (Selbstreflexion) beschreibt es also ein „zurückschauen auf sich selbst“ oder das Denken über das eigene Denken/Handeln.

Jetzt wirds schon ein wenig schwieriger, und sicherlich bist du da im Philosophenbrett besser aufgehoben, trotzdem schreib ich dir mal meine Ansichten:
Ich denke, eine eher unbewusste Form der Selbstreflexion praktizieren wir jeden Tag in den verschiedensten Situationen, weil es uns befähigt, Neues von anderen zu lernen, etwa wenn ich eines anderen Handeln beobachte, sein Handeln mit dem meinigen vergleiche (das ist der Punkt, an dem ich über mich selbst nachdenke), und mich ggf. dazu entschließen kann, meine Verhaltensmuster zu ändern. Das verläuft meiner Meinung nach aber eher unbewusst und hilft uns einfach bis zu einem gewissen Grad, mit anderen zu kommunizieren, uns in sie hineinzufühlen und auf sie zu reagieren.
Bewusste Reflexion über sich selbst ist meiner Ansicht nach ein aktiver Vorgang, es genügt also nicht, quasi die „Seele mal machen zu lassen“ oder Grenzen auszutesten. Ich denke, es geht vielmehr um den Kern meines Selbst als um dessen Grenzen. Mit Fragen, die die Gründe und Ursachen deines Handelns und Denkens ergründen, kannst du deine Verhaltensmuster/inneren Antreiber/… kennenlernen - ein immer spannender Prozess, der das eigene Leben sehr bereichern kann.

Gibt es irgendwo Tipps, wie man es für sich nutzen kann ?

Indem du immer neugierig und offen bleibst, dich selbst zu entdecken, indem du dir auch viele andere Ansichten über das Thema aneignest (lesen, zuhören, beobachten) und indem du lebst. :smile:

Gruß,
Anna

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Hallo Marsi,

reflektieren im sinne dessen, dass ich erkenne ,warum ich was tue, denke, warum etwas WIE auf mich wirkt - also die zusammenhänge.

banales beispiel: du hasst z.b die farbe grün und jeder mensch oder alles was grün trägt oder ist, ist dir unsympathisch.
das zu erkennen ist schon mal der erste schritt - also nicht auf andere ursachen zu schieben sondern danach zu suchen, worin die abneigung hier in dem falle begründet liegt (z.b eltern zwangen das kind spinat zu essen - wobei jedes kind natürlich anders damit umgeht und deshalb ists auch so schwer)
solange man etwas noch nicht verarbeitet hat und selbst dann kann es immer wieder mal geschehen - wird also hier in dem beispiel bei der farbe grün das selbe gefühl ausgelöst wie damals (welche das dann auch immer sind…)

anders beispiel: streit in beziehungen weil er wieder mal den müll nicht runterträgt oder sie… weiss der himmel was…
hier sich selbst zu fragen, worum geht es wirklich und das auch zu finden, ist schwer…

unsere gesellschaft ist nicht auf dem aufgebaut und so lernen wir als kinder diese konzepte nicht.

bei der reflektion geht es übrigens nicht immer darum, etwas zu verändern. das wäre ja nur nötig, wenn man selbst einen bedarf sieht.

zu wissen warum ich was tue, fühle, lasse… bringt eine selbst - erkenntnis die mich freier macht im sinne von meiner handlung und meinem umgang mit mir selbst und anderen. im grunde ist also u.a. eine grössere selbstverantwortung die folge, da ich meine gefühle nicht mehr auf z.b das scheinbare geschehen/erlebte etc „schieben“ kann.

ich hoffe mal, das einige profis hier das besser und kürzer aber prägnanter beschreiben können als ich.

die beispiele die ich sonst zur darstellung schildern könnte, sind alle viel zu lang.

eines ist aber gewiss: je mehr ich bewusst lerne zu reflektieren, desto mehr veränderungsmöglöichkeiten habe ich für mein eigenes leben.
ich bin mir - sofern also methoden der reflektion und auch ggfs. der verarbeitung und erlernung neuer muster erlernt und praktiziert werden - nicht mehr so hilflos ausgeliefert.
und wo man dennoch nicht eingreifen kann, ist man aber versöhnlicher mit sich und der umwelt - man verurteilt nicht mehr auch nicht sich selbst. man kann - ichkann nat. hier nur von mir reden - besser auch dinge so stehen lassen, auf die es keine wirkliche antwort gibt - die eigene prägung bekommt ein gesicht und somit wird alles erlebte wesentlich klarer.

wie man das macht… kann ich aber nicht erklären*seufz

LG

nina

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Hallo Anna + Nina,

ich sags ja - ist immer wieder interessant, in die Seiten reinzuschauen, irgendwas findet sich immer, das sehr lohnenswert ist zu lesen.

Ich finde Euer beider Antworten sehr informativ, bestätigt mir, was ich selbst immer wieder mache und mir dann auch immer wieder weiterhilft.

Ihr kriegt beide ein Sternchen von mir …

Gruß von
Rosi

Hi nina und Marsi!

banales beispiel: du hasst z.b die farbe grün …

anders beispiel: streit in beziehungen …

Ich würde für Reflexion nicht gleich in pathologische Situationen oder Konflikte gehen. Selbstreflexion ist auch gut im normalen Alltag, wo alles glatt und geschmiert läuft.

Also von mir noch ein paar Beispiele:

  • Ha, bin ich grade glücklich!
  • Warum bin ich gerade so glücklich?
  • Was bedrückt mich gerade?
  • Interessant, dass ich jetzt gerade diese Formulierung gewählt hab. Was könnte das bedeuten? Woher kommt diese Ausdrucksweise?
  • Ich bin heute so faul.

Das waren jetzt Sätze, die man manchmal zu sich sagen könnte, die ich alle in die Kategorie Selbstreflexion einordnen würde.

Also, kurzum: Sich selbst beobachten.

Bye
Hansi

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von mir gibt es auch ein sternchen. danke :smile:
.

hi hansi,

freilich ist es auch da sinnvoll - nur was das ist ist schwer für manche zu erkennen…

sich zu fragen ob man gut mit sich umgegangen ist ist nicht so einfach:

ne halbe torte essen weil man den drang dazu hat (warum auch immer)
ist für jetzt gerade evtl gut für mich - schon in 30 min wird mir aber schlecht sein und übermorgen hab ich 2 kilo mehr auf der waage*g

wenn du verstehst was ich meine…

LG von der heute ausdrucksunfähigen

nina

*knicksmach :wink: