Selbstständig als Lebensberater?

Hallo zusammen,

ich könnte mir gut vorstellen, mich als Lebensberater selbstständig zu machen. Mich würde aber im überbürokratischen Deutschland interessieren, ob es gewerberechtliche bzw. bildungstechnische Hindernisse auf dem Weg zur eigenen (zunächst mobilen) Praxis gibt. Was muss ich beachten? Wie werbe ich am besten? Welche Aus- und Fortbildungen sind zu empfehlen? Welche Vorgehensweise ist die beste, um nicht mit Psychologen, Heilpraktikern etc. in Streit zu geraten? Wie verhindere ich, für einen „Guru“/„Wunderheiler“ gehalten zu werden? Wo finde ich geeignete Literatur und/oder Verbände?

Für jeden Tipp dankbar.

Boris

Lebensberater???
Hallo Boris,

ich könnte mir gut vorstellen, mich als Lebensberater
selbstständig zu machen.

schön. Aber was stellst Du Dir unter ‚Lebensberater‘ vor ?
Dann sieht man ev. wo du gesetzestechn. eingeordnet wird und kann auch die anderen Fragen beantworten.

Tschuess Marco.

Hallo Boris,

zunächst einmal Gratulation zu Deinem Mut. Immerhin würde ich einen Lebensberater irgenwie mir älter vorstellen, aber: Man kann eigentlich schon recht früh wissen, wo es im Leben lang geht. Dieses neue Berufsbild stelle ich mir als so einen privaten Unternehmensberater vor. Allerdings ist das Leben eines Menschen so vielschichtig, daß Du Dir sicher gewisse Sektoren herausgreifen mußt, wo Du eben „gut“ bist und Empfehlungen geben kannst.

Aus Deinen Fragen erkenne ich aber, daß Du den gesundheitlichen Aspekt ins Auge faßt. Da solltest Du aufpassen, daß Du nicht mit den Berufsverbänden der Heilberufe (Ärzte, Heilpraktiker etc.) in Konflikt gerätst. Davon würde ich die Finger lassen. Schriftstellerisch tätig werden kannst Du immer.

Deine werbliche Tätigkeit würde ich in Richtung „Problemlösung“ in besonderen Lebenssituationen betrachten, eben so allgemein, daß Du als Außenstehender Dich anbietest, Probleme eines Menschen zunächst einmal zu beschreiben, zu analysieren und dann einer Lösung zuzführen, wobei Du gewissermaßen der Manager des „problem solving“ bist. Die entsprechenden Maßnahmen sollten dann lieber Fachleute vornehmen (wie z.B. eine Krankheit zu behandeln). Entscheidend ist, daß Du dich gewerblich nicht in bestehende Domänen einmischst, zumal wenn es sich um Lehrberufe handelt.

Hast Du eigentlich schon mal an die Vereinsform gedacht? Wenn Deine Kunden Vereinsmitglieder werden, mußt du Dich lediglich satzungsgemäß verhalten (7 Gründungsmitglieder erforderlich), um Deinem Beruf nachgehen zu können. Sogar Föderung durch das jeweilige Bundesland ist möglich, falls die Gemeinnützigkeit anerkannt wird. In diese Richtung hatte ich auch schon mal gedacht. Falls Interesse besteht, mail mir, sonst wird das hier ein Roman.

Gruß Richard

Hallo Boris

Ich kann Dir nur gratulieren zu der Entscheidung Dich selbständig zu machen.

Als Lebensberater hast Du auf jeden Fall einen sehr starken Markt und bietest eine Leistung die immer mehr gefordert wird.

Die Nachfrage ist nicht hoch und kaum einer sucht von sich aus Beratung, also steht es fest, daß Du in Deinem Job auf die Menschen zugehen mußt. Ich empfehle Dir, einfach einmal ein oder zwei Firmen gratis zu beraten und Dir im Gegenzug dafür von diesen Firmen eine Art „Dankschreiben“ ausstellen zu lassen, da man als Neuling und ohne nennenswerte Erfolge sonst ganz nackt dasteht.

Geh mal in einen Büchershop und seh Dich nach Fachliteratur um. Und kauf Dir mindestens 3 Bücher. Ich glaube bald, daß jeder Mensch, der erfolgreich geworden ist, indem was er tut, damit begonnen hat, sich Fachliteratur zu besorgen.

MfG & Viel Glück

M. Helman

Hallo Martin

Als Lebensberater hast Du auf jeden Fall einen sehr starken
Markt und bietest eine Leistung die immer mehr gefordert wird.

Die Nachfrage ist nicht hoch und kaum einer sucht von sich aus
Beratung, also steht es fest, daß Du in Deinem Job auf die
Menschen zugehen mußt. Ich empfehle Dir, einfach einmal ein
oder zwei Firmen gratis zu beraten und Dir im Gegenzug dafür
von diesen Firmen eine Art „Dankschreiben“ ausstellen zu
lassen, da man als Neuling und ohne nennenswerte Erfolge sonst
ganz nackt dasteht.

Darf ich fragen was Du Dir unter einem Lebensberater vorstellst? Ich habe mir jetzt vorgestellt, dass Boris Private berät in allen möglichen (oder spezifizierten) Lebensbereichen - aber keine Firmen (denn das wäre ja Unternehmensberater).

Fachliteratur ist immer gut, kann mir aber vorstellen, dass Boris davon wohl schon jede Menge gelesen hat.

Grüsse
Tanja

Hallo Tanja

Thema verfehlt…Sechs…setzen ! *grins*

Naja, hast irgendwie Recht. Hab an Lebensberater gedacht aber über Unternehmensberater geschrieben. Liegt vielleicht daran, daß ich auch gerade ein Buch zu einem ähnlichen Thema gelesen habe. Dennoch kann man die beiden Worte einfach austauschen und
der Sinn bleibt weitestgehends erhalten. Der Markt ist in beiden
Fällen vorhanden. Einziger sichtbarer Unterschied, das im privaten Sektor das Honorar wahrscheinlich niedriger ausfällt und
man dies durch höhere Kundenzahl kompensieren muß.

Ich persönlich glaube einfach mal, das es soviele Bücher nicht gewesen sein können. Oder vielleicht nicht die Richtigen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß man gerade am Anfang schnell und gezielt Informationen sucht, aber dann doch nur Standartwerke findet, die nicht immer viele taugen, zumindest nicht für mehr als einen Überblick. Gute Literatur findet man selten.

Als Lebensberater sollte man zudem noch einige andere Dinge beachten. Man muß sich wohl sehr tief mit dem Thema beschäftigen.

Man stelle sich mal einen Berater für gesundheitliche Fragen vor, der bei einem Gespräch genüsslich raucht. *grins*

Ich glaube ein paar Zeitschriften wie Men´s Health, Amica und so weiter sollte man auch abonieren.

MfG

M. Helman

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Hallo Boris,

ich könnte mir gut vorstellen, mich als Lebensberater
selbstständig zu machen. Mich würde aber im überbürokratischen
Deutschland interessieren, ob es gewerberechtliche bzw.
bildungstechnische Hindernisse auf dem Weg zur eigenen
(zunächst mobilen) Praxis gibt. Was muss ich beachten? Wie
werbe ich am besten? Welche Aus- und Fortbildungen sind zu
empfehlen? Welche Vorgehensweise ist die beste, um nicht mit
Psychologen, Heilpraktikern etc. in Streit zu geraten? Wie
verhindere ich, für einen „Guru“/„Wunderheiler“ gehalten zu
werden? Wo finde ich geeignete Literatur und/oder Verbände?

zwar ist das in Fachkreisen immer wieder mal andiskutierte „Lebensberatungsgesetz“ noch nicht Realität. Trotzdem gibt es genügend „Minen“ auf die man nicht unbedingt drauftreten sollte.

Das was Du machst gibt es schon. Es nennt sich Coaching. Die Leute die das machen heißen Coaches. Du findest sie in zahlreichen Berufsverbänden die Dir auch gerne weiterführende Auskünfte geben. Einfach mal danach googeln.

Wichtig ist für Dich, dass Du Dich deutlich gegenüber Psychotherapeuten abgrenzt. Oder aber den „kleinen Heilpraktikerschein für Psychotherapie“ nach HPG erwirbst, so dass Du auch therapeutisch arbeiten darfst ohne Ärger zu bekommen. Es gibt etliche psychische Dinge die Du als Coach zwar erkennen solltest. Die Du aber an einen „Psychologischen Psychotherapeuten“ abgeben musst.

(die Grenzen zwischen rein lebensberatender und therapeutischer Arbeit sind fließend)

Es wäre zu klären was Du genau machst, damit Du steuerrechtlich die Unterscheidung zwischen freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit sauber hinbekommst. Eine lehrende Tätigkeit ist z.B. freiberuflich, Consulting ist fiskalische Auslegungssache (Trend hin zu gewerblich) und der Verkauf von Büchern und Material ist ganz klar gewerblich. Hier ist ein Steuerberater vonnöten.

Das Thema „Guru“ lässt sich schon bei der Vertragsgestaltung weitgehend abwickeln. Gurus versprechen alles mögliche unverbindlich. Coaches sagen dem Kunden zugesicherte Leistungen verbindlich zu und weisen auf Mitwirkungspflichten explizit hin. Insbesondere geben sie keine Heilsversprechen ab (was sie auch gar nicht dürften…).

Es gibt sehr viele Methoden mit denen Coaches arbeiten. Verschaffe Dir am besten einen groben Überblick und wähle dann einige daraus aus, mit denen DU tatsächlich arbeitest und die Du wirklich beherrschst.

Gruß,

Guido Strunck