Selbstständig mit Bar - Erfolg?

Hallo,

bei uns im Ort wird eine Bar zur pacht abgegeben. Wollt interessehalber mal fragen ob das eigentlich so funktioniert.


Pacht-/Kaufobjekt: Pacht
Gastraumfläche: 300,00 m²
Gesamtfläche: 500,00 m²
Pachtpreis: 1.900,00 EUR

Objekt ist Vollständig renoviert. Bietet 120 Sitzplätze. davon 80 im durch scheiben abgetrennten Raucherraum.Weitere 30 draußen. Brauereifrei und Automatenfrei.

Zum verkauf solln snaks,getränke cocktails…stehen

Das stand in der beschreibung:

„Allein durch die Spielautomaten ist eine Monatseinnahme in 5 stelliger Höhe garantiert die sich noch höher entwickelt wenn der bereits eingereichte Bauantrag für eine 2te Gaststättenkonzession genehmigt wird. Ein Bauantrag für eine 2te Gaststättenkonzession ( 3 weitere Geldspielautomaten ) ist eingereicht.“


Was sagt ihr dazu? Welche kosten kommen elich monatlich auf einen zu bei so ner bar? Erzählt mal bissle was ob das zukunft hat

mfg

Servus,

die Ertragsaussichten sollten sehr genau angeschaut werden, weil die fünfstelligen Einnahmen aus den Spielautomaten so in den Mittelpunkt gerückt werden: Dafür hätte ich gerne mal Abrechnungen aus wenigstens vier aufeinander folgenden Monaten gesehen.

Es ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass in so einer der üblichen Pizza- und Pils-Buden zwei Automaten für den Wirt vielleicht dreihundert Euronen abwerfen. Man kann die genannten Beträge nicht von vorneweg ausschließen, aber wenn mir einer einen fünfstelligen Betrag in Lire oder Escudos zusichert, glaube ich das eher.

Schöne Grüße

MM

Was sind ertragsaussichten?

Was kommt den alles hinzu an abzügen? Damit ich weiß was man mind. an einnahmen haben muss

Servus,

Was sind ertragsaussichten?

Das sind die Erträge, die man anhand möglichst guter Informationen und möglichst genauer Schätzung glaubt, mit dem Objekt erzielen zu können.

Bei einer Bar mit Raucherraum und kleinen Mahlzeiten würde ich hier ungefähr folgenden Ansatz versuchen:

Geschätzte Zahl der Besucher am Tag * geschätzter durchschnittlicher Umsatz/Besucher am Tag = geschätzter Gesamtumsatz am Tag. Die Schätzung der Anzahl der Besucher muss auch alles Zukünftige mit berücksichtigen, was heute bekannt ist oder vermutet wird - z.B., dass die Bar ein paar Jahre lang wegen ihres Raucherraumes viel von Gästen der benachbarten Disko besucht wurde, und die Disko jetzt einen eigenen Raucherraum eingerichtet hat. Oder dass der Vorgänger des jetzigen Wirtes weithin berühmt für seine Currywurst war, für die manche Nachtwanderer morgens um halb drei meilenweit gingen, und der jetzige Wirt die Bar abgeben muss, weil ihn ein Gast bei der Verwendung von H**z-Ketchup erwischt hat und das überall rumerzählt. Etc. Etc.

Den geschätzten Gesamtumsatz einteilen in vier Gruppen: Harte Getränke und Wein / Bier / Nichtalkoholische Getränke / Kleine Mahlzeiten.

Davon abziehen die variablen Kosten (Wareneinsatz), geschätzt nach jeder der einzelnen Gruppen, bei denen jeweils ungefähr gleich kalkuliert wird. Das ergibt den Gesamtdeckungsbeitrag, von dem die laufenden semivariablen und fixen Kosten von Bierleitungsreinigung über Strom und GEMA bis Abschreibung auf Mobiliar, ggf. auch Löhne, bestritten werden müssen, und natürlich die Pacht selber. Bei der ganzen Rechnung bleibt die Umsatzsteuer außen vor, kalkuliert wird netto.

Ob von dem Gewinn, der danach liegen bleibt, überhaupt Gewerbesteuer und Einkommensteuer bezahlt werden muss, hängt von der Höhe ab.

Schöne Grüße

MM

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Hallo,

Gastraumfläche: 300,00 m²

für einen „Anfänger“ kommt mir das recht groß vor.

Automatenfrei…
"Allein durch die Spielautomaten ist

… welche Automaten sind denn bei automatenfrei gemeint?

eine Monatseinnahme

Umsatz? Da stellt sich dei Frage, was der Aufsteller für seine Automaten verlangt.

BTW: wichtig ist auch immer, wie liberal das Bundesland den Nichtraucherschutz handhabt. In Bayern z.B. würde ich das bis zum Abschluß des Volksbegehrens nicht anfassen.

Cu Rene

Moin,

zu den Einnahmeaussichten aus den Automaten fiel mir spontan ein, dass das ein komischer Verpächter ist, der bei 5stellingen Umsätzen für 1900,00 EUR verpachtet…

Gruß,

Florian

Servus,

ja, das kann schon passieren, wenn man als „Umsatz“ die eingenommenen Entgelte (brutto, incl. USt) von den Spielern bezeichnet.

Da gehen dann erstmal die Gewinnauszahlungen ab, dann die USt - nach einer gerne geübten Abrechnungsmethode gleich zwei Mal, einmal bei der Ermittlung des zu verteilenden Bruttos, und dann gleich ein zweites Mal bei der Ermittlung der Auszahlung an den Wirt.

Jo, und dann simmer je nach Gewinnmöglichkeit schnell bei dreistelligen Erträgen für den Wirt.

Beiläufig: Eine Gastwirtschaft, die für knapp zweitausend Euro brutto verpachtet wird, sollte alles in allem einen Tagesumsatz von wenigstens tausen Euro bringen. Das lässt sich nicht mit Automaten herausholen.

Schöne Grüße

MM

Hallo,

die erste Frage ist doch, wie der bisherige Umsatz aussieht. Also einen Blick in die Bücher werfen, das hilft schon weiter.

Ansonsten mal nach ehemaligen Stammgästen schauen (z. B. in anderen Lokalen, die müssen ja irgendwo abgeblieben sein). Da muss man vielleicht in zwei oder drei Schnäpse investieren, um die Zunge zu lockern. Aber dadurch erfährt man oft am meisten.

Warum wurde das Lokal geschlossen ? Lag’s am Wirt, ist die Lage der Kneipe schlecht, war die Küche schlecht ? Es gibt viele mögliche Gründe. Alte Stammgäste wissen da oft erstaunlich viel.

Viel Erfolg,

Andreas

Die bar wurde nicht geschlossen.
Sie läuft noch.
Hab nicht nachgefragt wieso die einen abnehmer suchen.

Habs mir auch aus dem kopf geschlagen. Ist mir zu heikel…

danke für die antworten…