Selbstständig ohne Ausbildung?

Guten Tag,

mein Freund und ich wollen uns selbstständig machen im Bereich EDV (reparieren, einrichten und verkauf). Mein Freund hat eine Ausbildung zum Teilezurichter und ich zur Industriekauffrau. Vorerst soll die Firma nur auf meinen Freund laufen als Nebenerwerbsgründung. Später wenn wir beide davon leben können bzw. die tendenz steigend ist wollen wir die Firma im Handelsregister eintragen und beide als Inhaber auftreten. Meine Fragen sind nun einmal, ob meine Freund sich in dem Bereich überhaupt ohne eine derartige Ausbildung selbstständig machen darf. Und die zweite Frage ist ob man eine Firma in der Branche überhaupt als Nebenerwerbsgründung aufziehen darf oder sie sofort eintragen lassen muss.
Ich hoffe Sie können uns weiterhelfen und bedanke mich schon mal für Ihre Mühe.
Liebe Grüße

Hi,

mein Freund und ich wollen uns selbstständig machen im Bereich
EDV (reparieren, einrichten und verkauf). Mein Freund hat eine
Ausbildung zum Teilezurichter und ich zur Industriekauffrau.

Bei der Reparatur könnten die Handwerkskammern Probleme bereiten, aber der reine Tausch von Platinen scheint mir nicht das Problem zu sein.

Ansonsten:
Wenn ihr keine Ahnung von PCs habt (und das sieht für mich so aus [1]), laßt einfach die Finger davon. Solcherlei Geschäfte gibt es wie Sand am Meer. Eine besondere Ausbildung ist nicht nötig. Wir haben Gewerbefreiheit.

Wovon wollt ihr aber leben? Selbst als Nebenerwerb, so schätze ich mal, werdet ihr noch nicht einmal auf eure nackten Kosten kommen.

[1] Ahnung heißt nicht"Ich kann den PC einschalten und Office installieren."

Ulrich

Theoretisch ja…
Wie schon mein Vorredner sagte:

EDV-Dienstleistung ist als Solches kein geschütztes Gewerbe. Soweit „kann das jeder“, somit auch Ihr.

Es muss nur als Gewerbe angemeldet sein, nähere Informationen hierzu gibt es bestimmt bei der ortsansässigen IHK.

Durch diese Einfachheit bedingt gibt es bereits 154.274 solcher Diensteanbieter in Eurer Region, von denen Ihr Euch in irgend einer Form abgrenzen müsst um überhaupt Aufträge zu erhalten.

Das zu dem Thema.


Ohne jetzt Namen zu nennen, haben viele „freie Reparatur- und Servicewerkstätten“ einen verdummich schlechten Ruf.

Erstens könnt Ihr ohne Zertifizierung durch die Hersteller nicht ohne Weiteres im Rahmen einer Garantie oder Gewährleistung Hardware reparieren.

Zweitens kommt das Know-How, was wirklich die Ursache des Problems ist auch nicht von nirgends. Sogar ausgebildete Administratoren tun sich dabei mitunter schwer.
Um das jetzt mal knallhart zu formulieren: Könnt Ihr mit diesem Knowhow aufwarten - oder wollt Ihr die Kunden foppen, indem Ihr ihnen vorgaukelt, Ihr wäret kompetent ohne es zu sein?

Drittens müsst Ihr daran denken, dass ein kommerziell durchgeführter Auftrag mit einer Gewährleistung verbunden ist. Gerade wenn Ihr auch im Bereich b2b tätig werden wollt, müsst Ihr daran denken, dass jeder mal Fehler machen kann - und dann für die Konsequenzen haftbar ist. Den diesbezüglich gesetzlich geregelten Kundenschutz kann man auch nicht durch AGB’s aushebeln.
Bisschen Vertragsrecht und eine gute Versicherung wollen auch zum Geschäft gehören.

Zusätzlich schließe ich mich dem Vorredner an, dass es schwer sein wird, mit so einer Unternehmung in die Profitzone zu kommen. Dafür gibt es viel zu viel Konkurrenz.

Gruss,
Michael
(kann auch PC’s zusammenschrauben, Netzwerke konfigurieren und sich durch einen Installer klicken)

Drittens müsst Ihr daran denken, dass ein kommerziell
durchgeführter Auftrag mit einer Gewährleistung verbunden ist.
Gerade wenn Ihr auch im Bereich b2b tätig werden wollt, müsst
Ihr daran denken, dass jeder mal Fehler machen kann - und dann
für die Konsequenzen haftbar ist. Den diesbezüglich gesetzlich
geregelten Kundenschutz kann man auch nicht durch AGB’s
aushebeln.

Hallo !
Sehr guter Punkt! Ich möchte nicht für die Daten-Sicherung eines Unternehmens in Verantwortung gezogen werden, wenn Fehler euerseits gemacht wurden …
MFG
S.