Selbstständig, Versicherung?

Hallo,

ich habe ein Freundin die gerade aus Dänemark hierher gezogen ist.
Sie hat ihr Diplom als Psyschologin in der Tasche und will jetzt hier anfangen Klienten zu nehmen. Sie hat in Dänemark schon sehr erfolgreich Kurse zur Selbsthilfe angeboten und wird diese jetzt in Deutschland fortsetzen.

Sie ist bereits angemeldet hat auch einen Steuerberater, was jetzt noch fehlt sind die Versicherungen.

Sie hat mich um Hilfe gebeten, da ich aber bei der AOK bin was für selbständige ja glaube ich keine Lösung ist weiss ich nicht so ganz weiter…

Ich freu mich auf eure Antworten und bedank mich schon mal im voraus.
Tanja

[…]

Sie ist bereits angemeldet hat auch einen Steuerberater, was
jetzt noch fehlt sind die Versicherungen.

Sie hat mich um Hilfe gebeten, da ich aber bei der AOK bin was
für selbständige ja glaube ich keine Lösung ist weiss ich
nicht so ganz weiter…

Ich freu mich auf eure Antworten und bedank mich schon mal im
voraus.
Tanja

Hallo Tanja,

es stellt sich hier die Frage geschäftlich oder privat?

Ich würde folgendes anraten:

privat:
Rentenversicherung (Fondsgebunden)
Berufsunfähigkeitsversicherung
Unfallversicherung
Privathaftpflichtversicherung
Hausratversicherung
Krankenversicherung (aber nicht bei Euch - im Voll-KV Bereich würde ich zur DBV-Winterthur gehen)

geschäftlich:
Haftpflichtversciherung
Rechtschutzversicherung

greets
Robert

Hallo Tanja,
folgende Versicherungen sind für den Betrieb und die Person wichtig:

1- Betreibliche bzw. Berufshaftpflichtversicherung. Schadenbeispiel: Ein Patient kommt zu Ihr und rutschte in ihrer Praxis aus und verletzt sich. Die Krnakenkasse des Geschädigten nimmt deine Freundin in regress (Teilungsabkommen!!-Solltest du auch kennen, oder).

2- Krankenversicherung
Ob PKV oder GKV hängt von deiner Freundin ab. Natürlich sind die Leistungen der PKV besser, aber es hängt von der Annahmefähigkeit deiner Freundin ab. Leistungen können individuell vereinbart werden.

3- Berufsunfähigkeit
Durch Krankheit oder Unfall hervorgerufene Beeinträchtigung der motorischen und geistigen Fähigkeiten sind hier versichert. Vereinbart wird eine Jahresrente die man sich monatlich auszahlen lassen kann. Dies Leistungsdauer wird vorher festgelegt (z. Bsp. 65 Lebensjahr).

4- Unfall-Versicherung
Absicherung der finanziellen Folgen eines Unfalles. Es kommt eine einmalige Kapital-Leistung zur Auszahlung (für teure umbauten, etc.) und es kann eine LEBENSLAGE RENTE vereinbart werden.

5- Altervorsorge
Da gibt es die Konservativen und sicheren Anlage der Renten-Lebensversicherung. Eignen würden sich auch Sparpläne bei Banken oder Versicherungen. Hier ist meine Empfehlung: Grundsicherung der bezüge im Alter durch ein sicheres Produkt (da weiß ich was ich habe) mit Beimischung von risikoreicheren Anlageformen (Renten-Aktienfond). Diese können die Gesamtrendite hochpuschen. Bitte beachten: Mit der Altersvorsroge sollte man nicht „spielen“ und auch nie auf ein Pferd setzen. Streuung der Anlagemöglichkeiten ist das Gebot der Stunde. Sie sollte nicht mit allem anfangen sondern ersteinmal eines ins Auge fassen.

6- Absicherung der Vermögenswerte:

  • Hausrat
  • Invetar der Praxis
  • Rechtschutz

Informationen erhälts du bei deinem Versicherungsonkel. Weiterhin könnt ihr die einzelnen Versicherungen übers Web vergleichen. Weiterhin findet ihr in den Archiven der einzelnen Bretter sehr viele Infos zum Thema.

Ich hoffe, das euch meine Bemerkungen weiterbringen. Solltet ihr noch Fragen haben, meldet euch einfach.

Grruß
Martin

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Ok!
Erst mal danke für eure Hilfe…

Ich dachte als Freiberuflerin muss man sich immer privat Versicheren?
Aber die Dame von der AOK hat mich gerade eines besseren belehrt!

Dank eurer Hilfe weiss ich schon mal welche Versicherung wir überhaupt benötigen, jetzt ist nur noch die Frage wo wir uns versichern?

Es gibt im Internet unzählige Versichrungsvergleiche die aber letztlich immer ein anderes Ergebniss ausspucken und sehr kompliziert sind. Wenn ich mit einer Versicherung telefoniere habe ich sofort am nächsten Tag einen Makler im Haus…*Puhhh* Muss ich eigentlich bei jeder Versicherung zu einer anderen Gesselschaft gehen? Oder gibt es eine die alle auf einmal anbietet?

Deweiteren habe ich gehört, dass man als Psychologin einer Berufsgenossenschaft anghört die einen auch mit versichert? *jetztwirdsernst*

Also wie ihr seht ist es schwierig hier eine kompetente Meinnung die nicht gleich auf Provisionsbasis beruht zu ergattern.

Danke noch mal für eure Hilfe
Tanja

Aufgrund dieses Artikels nehme ich an, dass Sie eine Deutsche Staatsbürgerin sind. Da ich Österreicher bin, kann ich nicht detailliert Auskunft geben aber:
Es gibt maßgeschneiderte Versicherungen für Psychologinnen. Bei uns in Österreich gibt es nur mehr wenige Versicherer, die solche anbieten. Wie das in Deutschland ist weiß ich nicht.
Die wichtigste Versicherung ist eine Haftpflichtversicherung, alles andere ist gut aber außer einer Feuerversicherung für sein Eigentum nicht unbedingt notwendig. (Ein Einbruchschaden oder Leitungswasserschaden kostet mitunter sehr viel, ist aber wahrscheinlich nicht der wirtschaftliche Untergang.)

Grundsätzlich zum Thema „wo versichern“: Es ist immer besser bei einem Versicherer möglichst alle Verträge abzuschließen, da durch das „Vollkundenprinzip“ Kulanzen und sonstige Hilfestellungen leichter möglich sind, als wenn man alle Versicherungen „verstreut“ hat.

Versichern ist Vertrauenssache und die beste Versicherung ist die, bei der man einen Betreuer hat, der sich wirklich um Sie kümmert und nicht nur immer zusätzliche Versicherungen aufschwatzt um an Provisionen zu kommen.

Egon Riener

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Egon,

ganz kurz zu deiner Anmerkung des Vollkundenprinzipes. Dieses wird immer weniger berücksichtigt, da die Versicherer derzeit darauf achten, dass sich jede Sparte selbständig trägt. Und ein Spartenausgleich wird deswegen nur noch zuhöchst ungern gemacht. Somit sollte dies zumindest in Deutschland eher die untergeordnete Rolle spielen. Was dadurch aber möglich ist, sind ggf. bessere Prämien.
Ich würde auch darauf achten, dass es möglichst ein durchgeschriebenes Wording (Bedingungswerk) für alle Sach- und Haftpflichtverträge gibt. So sind Überschneidungen (somit Doppeltzahlungen von Prämien) und Deckungslücken unwahrscheinlicher.

Gruß
Marco