Hallo,
man darf das ja jetzt mit zwei ST schreiben. Ich bin gerade auf eine Sache gestoßen, die ich gerne mal untermauert haben möchte.
Man nehme folgende Formulierung:
selbständig und -bestimmt (= selbständig und selbstbestimmt)
Ginge das so mit der alten Schreibweise überhaupt, oder wäre es hier nicht viel eindeutiger/sinnvoller und vielleicht sogar korrekter, wenn man
…wäre es hier nicht viel eindeutiger/sinnvoller und vielleicht sogar korrekter, wenn man
selbstständig und -bestimmt
schreiben würde?
Vielleicht korrekter, aber unschön. Gerade der Ausdruck „selbstbestimmt“ sollte komplett artikuliert werden, er klingt sonst fremdbestimmt…
Außerdem ist schwer zu ersehen, was in irgendwelchen Zusammenhängen nun der wesentliche Unterschied zwischen beiden Ausdrücken sein soll, die doch weitgehend deckungsgleich sind. Von daher klingt die Kombination stark nach schwarzem Rappen.
nach der alten Rechtschreibung hieß es „selbständig“ und „selbstbestimmt“. Die korrekte Zusammenziehung der beiden Begriffe hätte dann wohl so ausgesehen:
selbständig und -stbestimmt. Aber das hätte komisch ausgesehen, und man hätte es vermieden.
Ginge das so mit der alten Schreibweise überhaupt, oder wäre
es hier nicht viel eindeutiger/sinnvoller und vielleicht sogar
korrekter, wenn man
selbstständig und -bestimmt
schreiben würde?
Nöö, das hätte man nach der alten Rechtschreibung nicht gekonnt, weil es das Wort „selbstständig“ nicht gab. Heute ginge es, wenn man wollte - aber niemand im Netz will es gehen lassen wollen, was für ein Glück!
"Ergebnisse 1 - 9 von 9 für „selbstständig und -bestimmt“; in keinem der Ergebnissen steht „-bestimmt“ mit Bindestrich als Sparmaßnahmen-Kompositum, sondern immer als selb[st]ständiges Adjektiv mit der Bedeutung „entschlossen/energisch/entschieden/usw …“
Vielleicht korrekter, aber unschön. Gerade der Ausdruck
„selbstbestimmt“ sollte komplett artikuliert werden, er klingt
sonst fremdbestimmt…
Ach so…!?
Außerdem ist schwer zu ersehen, was in irgendwelchen
Zusammenhängen nun der wesentliche Unterschied zwischen beiden
Ausdrücken sein soll, die doch weitgehend deckungsgleich sind.
Es ging hier ja auch weniger um den Inhalt.
Von daher klingt die Kombination stark nach schwarzem Rappen.
nach der alten Rechtschreibung hieß es „selbständig“ und
„selbstbestimmt“. Die korrekte Zusammenziehung der beiden
Begriffe hätte dann wohl so ausgesehen:
selbständig und -stbestimmt.
Das ist ja eben die Frage! Gemeint war ja auch bei der alten Schreibweise bereits selbst-ständig, nur dass man es halt nicht so geschrieben hat, weil man 2x ST unschön fand.
Nöö, das hätte man nach der alten Rechtschreibung nicht
gekonnt, weil es das Wort „selbstständig“ nicht gab.
Zumindest nicht so geschrieben.
Heute
ginge es, wenn man wollte - aber niemand im Netz will es gehen
lassen wollen, was für ein Glück!
"Ergebnisse 1 - 9 von 9 für „selbstständig und -bestimmt“; in
keinem der Ergebnissen steht „-bestimmt“ mit Bindestrich als
Sparmaßnahmen-Kompositum, sondern immer als selb[st]ständiges
Adjektiv mit der Bedeutung
„entschlossen/energisch/entschieden/usw …“
Naja, ist ja auch egal. Diese „Problematik“ kam halt gerade zufällig auf, und ich fand sie ganz witzig…
Das darf doch nicht wahr sein. Ich wäre bis jetzt nicht auf die Idee gekommen, dass es das Wort „selbständig“ ohne ‚st‘ gibt. Ich hätte es zu jeder Zeit „selbstständig“ geschrieben (und ich bin Jahrgang 1986). Das ist einfach logischer.
Genau wie „aufwendig“ und „aufwändig“. Zweiteres sieht zwar zunächst seltsam aus, ist aber konsequent und logisch und jetzt ja auch erlaubt.
Haha, ich fürchte, damit könntest Du hier eine schlimme Diskussion anzetteln! Stimme Dir bei den beiden Beispielen aber durchaus zu und warte ab, ob die reaktionären Sprachpuristen jetzt mit Schaum vor dem Mund ihre Tastaturen malträtieren.
Gruß,
#.
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Das darf doch nicht wahr sein. Ich wäre bis jetzt nicht auf
die Idee gekommen, dass es das Wort „selbständig“ ohne ‚st‘
gibt. Ich hätte es zu jeder Zeit „selbstständig“ geschrieben
Ich habe es immer andersherum gemacht: nämlich auch „selbständig“ gelesen…
(und ich bin Jahrgang 1986). Das ist einfach logischer.
Genau wie „aufwendig“ und „aufwändig“. Zweiteres sieht zwar
zunächst seltsam aus, ist aber konsequent und logisch und
jetzt ja auch erlaubt.
Nun ja. Ich kenne die Erklärung mit „Aufwand“. Dann fragt sich aber, was ist mit „aufwenden“? Konsequenz sehe ich da nicht. Und ich behaupte auch, daß es keineswegs so klar ist, wie die Neuschreibler immer behaupten, welche Form denn nun die ist, von der die anderen abgeleitet wurden.
ob die reaktionären
Sprachpuristen jetzt mit Schaum vor dem Mund ihre Tastaturen
malträtieren.
Ich will mal nicht ein ähnliches Vokabular für die Adepten der Neuschreibung verwenden. Trotzdem bleibe ich bei der alten Schreibung. Die neue ist teils logischer, teils unlogischer, insgesamt aber schlicht unnötig. Aber jedem das Seine - die Unterschiede sind letztlich marginal.
Hallo, Hofee,
ganz ohne Schaum vor dem Mund, behaupte ich jetzt einmal das diese Veränderungen an der Schreibweise von den Herren Rechtschreibreformatoren ohne Not und vor allem ohne viel Sachverstand vorgenommen wurden.
Weder stammt „aufw e ndig“ (sic!) won „Wand“ (und den Kompositae mit diesem Wort) ab, noch der „St e ngel“ (sic!) von Stange.
Vielmehr leitet sich ersteres von „wenden“, letzteres von „stehen“ ab, sodass keinerlei Notwendigkeit besteht, hier eine Lautverschiebung einzubauen.
Wenn es aber bei der „Reform“ darum ging, ehemalige Falschschreiber zu befriedigen, hätte man auch gleich „tötlich“ und „Standart“ zum Standard erheben müssen.
Weder stammt „aufw e ndig“ (sic!) won „Wand“
(und den Kompositae mit diesem Wort) ab,
Wie gesagt - Adjektive auf -ig leiten sich in der Regel vom Nomen ab, und das lautet „Aufw a nd“.
noch der
„St e ngel“ (sic!) von Stange.
Oh doch - so sagt es zumindest mein Etymologisches Wörterbuch des Deutschen.
Wenn es aber bei der „Reform“ darum ging, ehemalige
Falschschreiber zu befriedigen, hätte man auch gleich
„tötlich“ und „Standart“ zum Standard erheben müssen.
Stimmt, „tötlich“ wäre sinnvoller gewesen, und „Standart“ wäre im Hinblick auf die Wortherkunft ebenfalls sinnvoll gewesen.
Ich hatte auch nicht vor, diese „Reform“ hier zu verteidigen, denn -wie Kubi schon richtig sagte- war manches sinnvoll, manches nicht, insgesamt (in der Form) aber vor allem alles unnötig und inkonsequent.
Aufwändig finde ich durchaus logisch, weil es nicht von wenden, sondern von Aufwand abgeleitet wird.
Tatsache ist, dass dank Reform Leute, die sich nicht sehr um die Rechtschreibung kümmern, deutlich weniger Rechtschreibfehler machen.
Man hat das erprobt, indem man Oberstufenschülern einen Text diktierte und ihn nach alter und nach neuer Schreibart korrigiert.
Haha, ich fürchte, damit könntest Du hier eine schlimme Diskussion
anzetteln!
Du hattest Recht.
Weder stammt „aufwendig“ (sic!) won „Wand“ (und den Kompositae mit
diesem Wort) ab, noch der „Stengel“ (sic!) von Stange.
Vielmehr leitet sich ersteres von „wenden“, letzteres von „stehen“
ab, sodass keinerlei Notwendigkeit besteht, hier eine
Lautverschiebung einzubauen.
Das mit „aufwenden“ hatte ich nicht bedacht, da muss ich dir Recht geben. Dennoch kann man es eben auch von „Aufwand“ ableiten, weshalb es Sinn macht (obzwar es bescheuert ist), dass man jetzt beide Versionen benutzen kann. Ich weiß nur gerade nicht, ob man solche Adjektive eher vom Substantiv oder vom Verb ableitet. Ich glaube eher von Ersterem, oder?
Aber „Stängel“ kommt sicherlich von „Stange“.
Wenn es aber bei der „Reform“ darum ging, ehemalige Falschschreiber
zu befriedigen, hätte man auch gleich „tötlich“ und „Standart“ zum
Standard erheben müssen.
Ich denke, „tötlich“ muss nicht sein, da man das genauso gut von „Tod“ ableiten kann.
Nun, prinzipiell finde ich es auch unsinnig, wenn Politiker versuchen, ein Lebewesen wie Sprache gezielt zu reformieren und nach strikten Vorschriften zu ordnen. Andererseits sind jetzt doch einige Sachen wesentlich logischer und übersichtlicher geworden, wie zum Beispiel die S-Regeln. Dann wiederum gibt es bescheuerte Regeln, wie dass man bei lateinischen Wörtern das ‚ph‘ durch ‚f‘ ersetzen kann, bei griechischen aber nicht (oder andersherum?).
gewiss nicht. Aus keinem Stengel ist jemals eine Stange geworden, noch nicht mal beim Bambus, der wächst nämlich nicht aus Stengeln, sondern aus Halmen.
Umgekehrt klappt es genauso wenig: Die Verniedlichung von Stange gibt es im Hochdeutschen wohl gar nicht (vielleicht im Märchen als „Stängelein“), in der Mundart Stangerl oder Stängele, beides meint aber keinen Stengel.
Vielleicht nicht direkt, aber wie gesagt: Stange und Stengel/Stängel kommen beide aus derselben germanischen Wortgruppe (die wiederum vermutlich vom Indoeuropäischen abstammt).
Quelle: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen
kommen beide aus derselben germanischen Wortgruppe
das ist die Begründung, die ich schon lange suche, warum
Standard Standart geschrieben werden dürfen sollte ))
Das bezog sich aber auf Stange vs. Stängel/Stengel.
„Standart“ ist aber tatsächlich irgendwie sinnvoller, da der Bestandteil -art im Wort „Standarte“ wohl von „hart“ herzuleiten ist und „Standard“ vom afrz. „estandart“ bzw. „estendart“, das natürlich wiederum von „Standarte“ kommt, abstammt.
Quelle: ebd.