Selbstständigkeit: Was ist zu empefhlen?

Hi Experten!
Vorab: dieser Artikel erschien auch bei „Arbeitsrecht“ Es ist also ein doppelposting. Allerdings wurde ich darauf aufmerksam gemacht , daß der Artikel hierher besser passt. Und da ich es auch denke, poste ich ihn hier. Ich bitte um Verständnis!

Und noch was: wie Ihr sehen wird, gibt es viele Fragen. Ich wäre sehr dankbar, wenn ich Antwort auf alle bekäme. Wenn aber jemand nicht alles weiß, so wäre ich froh wenn mindestens die beantwortet wurden, deren antwort er kennt.

Und bitte ich danke euch wenn ihr mich nicht gleich zur Beratung zum Arbeitsamt schickt. Danke!

Und los geht’s:

keine Änderung in dieser für ihn so belastenden Situation
sieht, entscheidet sich selber etwas auf die Beine zu bringen.
Unser Herr Z. überlegt sich, einen „Ein-Mann-Betrieb“ im
Rahmen der Diensleistung zu eröffnen. Was er an Material und
Räumlichkeiten braucht, hat er schon. Und was ihm jetzt fehlt
braucht er noch nicht dringend, hat aber vor, diese sich in
nähere Zukunft einzueignen.

Herr Z. rechnet sich durchaus Chancen, relativ bald aus diesem
Betrieb sein Lebensunterhalt (einschl. alle Versicherungen)
bestreiten zu können. Die Arbeit kann er ganz allein machen
(so daß er niemand einzustellen braucht)

Die Fragen an euch wären dann: Vermutlich braucht er ein
Gewerbeschein o.Ä., stimmt’s? Wo kriegt man ihn??
Wie erfährt man ob es für ihn, zumindest für den Anfang,
interessanter wäre auf 400 EUR-Basis zu arbeiten oder wirklich
schon jetzt los legen?

Und ab wann und wie kann er Rechnungen stellen? Welche Nr.
braucht er dort? Ist MwSt unbedingt Pflicht? Wer kassiert was,
wieviel und wie??

Sorry: ich weiß das sind 1001 Frage, aber ich habe keine
Ahnung was ich ihm sagen kann. Und wenn hier Experten sind,
könnte ich etwas erfahren… Das wäre uns sehr geholfen!

Ich danke Euch im Vorfeld sehr!

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena
PS. Diese „Dienstleistunggesellschaft“ (?) wäre in
Deutschland.

Hallo Helena,

Die Fragen an euch wären dann: Vermutlich braucht er ein
Gewerbeschein o.Ä., stimmt’s?

Ja, falls es sich nicht um einen der sog. freien Berufe handelt.

Wo kriegt man ihn??

Er ist identisch mit der bestätigten Gewerbeanmeldung. Diese macht man bei der zuständigen Gemeindeverwaltung und nimmt die Bestätigung gleich mit.

Wie erfährt man ob es für ihn, zumindest für den Anfang,
interessanter wäre auf 400 EUR-Basis zu arbeiten oder wirklich
schon jetzt los legen?

Die beiden Dinge schließen sich nicht gegenseitig aus. Man kann ein Gewerbe auch neben einer Vollzeitarbeit betreiben - alles geht, was einen nicht umbringt.

Und ab wann und wie kann er Rechnungen stellen?

Grundsätzlich von Anfang an. Formal besser erst, wenn er das Gewerbe bei der Gemeinde angemeldet hat.

Welche Nr.
braucht er dort?

Seine Steuernummer oder, falls er diese nicht „veröffentlichen“ will, eine USt-Idendifikationsnummer (die erhält er, wenn er eine Steuernummer hat, auf Anfrage vom Bundesamt für Finanzen Saarlouis).

Ist MwSt unbedingt Pflicht? Wer kassiert was,
wieviel und wie??

Das Thema ist zu komplex, um von Null aufgebaut zu werden. Hier gebe ich Dir für die Archivsuche das Stichwort „Kleinunternehmerbesteuerung“ und „Kleinunternehmer“. Am häufigsten in Steuerbrett und Existenzgründerbrett.

Beim Lesen dort kommst Du sicher auf konkreter konzentrierte Einzelfragen, die wir dann im Steuerbrett behandeln können.

Beratung im Zusammenhang Grundlagen des Steuerrechts für Existenzgründer macht übrigens nicht das Arbeitsamt oder das Finanzamt, sondern die örtlichen Industrie- und Handelskammern, teils auch die Handwerkskammern, mit entsprechenden Seminarveranstaltungen. Da der Meisterbrief eine immer kleinere Rolle bei Existenzgründungen spielt, wird die Zahl von Gründern ohne Grundkenntnisse in Steuern und Rechnungswesen immer größer. Vor diesem Hintergrund ist es leicht (und empfehlenswert), sich vor dem Start ein entsprechendes Seminar zu suchen.

Schöne Grüße

MM

Hallo Martin!

Als erstes: Viiiiiiiiiiielen herzlichen Dank für Deine sehr, sehr ausführliche Antwort. Du hast mir wirklich sehr geholfen. Leider kann ich Dir nur ein Sternchen geben. Für Deine Antwort hättest du aber weit mehr verdient… Schade!

Ich werde mir alles genauer lesen und nach deine Angaben handeln.

Nochmals vielen herzlichen Dank (Ich komme aus der „Danke-sagen“ nicht mehr heraus!!!) :o)))))

Ganz liebe Grüße aus Nürnberg!
Helena