Hallo Andrea,
dann mal ne kurze Frage an dich (Jesus und Gott sind für mich
nicht ein und die gleiche Person - falls das für dich eine
Rolle spielt)
doch, das spielt für mich schon ein Rolle, weil es mir behilflich ist, Deine Ansichten zu verstehen. Nach meinem Verständnis sind Gott und Jesus eine Person. Gott ist Vater, Sohn und Heiliger Geist, der Trinitätslehre entsprechend halt der dreieinige Gott. Es gibt aber Sondergemeinschaften, z. B. die Zeugen Jehova, die, vermutlich Deiner Ansicht ähnlich, diese Lehre ablehnen.
Wer ist denn im christlichen Leben das Vorbild und wonach
sollte man streben?
Du fragst, als hätte ich je etwas anderes behauptet, als sei dies Jesus Christus.
Und dieses sollte erst recht Vorbild für den Papst sein…
Oder habe ich da etwa das christliche Leben und Bestreben
falsch verstanden?
Nein. Aber der Papst ist nichts anderes als ein Mensch. Und Jesus verlangt gar nicht von den Menschen, so wie er zu sein, sondern sich nur danach zu bemühen. Wie dies jeder für sich zu arrangiert, haben wir nicht zu berurteilen. Es steht uns Menschen nicht zu, zu bewerten, ob sich jemand dem Vorbild Christi entsprechend verhält oder nicht. Wir können zwar anhand der Bibel vergleichen, aber sie sagt auch, dass wir nicht richten sollen, auf das wir nicht gerichtet werden. Wenn ich also über jemanden sage „Dieser verhält sich nicht im Sinne oder Interesse des Herrn!“, dann fälle ich ein Urteil über ihn, ohne zu wissen, ob ich überhaupt recht urteile oder nicht. Das weiss nur Gott allein. Und die Frage nach dem Vorbild in diesem Sinne stellt sich gar nicht. Es geht nicht darum, wer sich zum Vorbild macht, sondern darum, wen wir uns zum Vorbild nehmen. Und wenn sich jemand den Papst zum Vorbild nimmt, dann ist dieser sein Vorbild. Wenn jemand das Verhahlten des Papstes als Vorbild ablehnt, dann ist er eben für diese Person kein Vorbild. Deshalb kannst Du auch aus diesem weiteren Grunde dem Papst eigentlich nichts vorwerfen.
Gruss
tigger