Selbstwahrnehmungsstörung

hallo ihr lieben

ich hätte eine frage die mich beschäftigt… Heute hatte ich meine erste Therapiestunde da ich extreme versagensangst bzw angst vor neuen situationen habe usw (hatte auch vor 3jahren schwere depressionen)
nun gut-heute hat meine therapeutin die vermutung bzw feststellung gemacht dass ich teilweise oder hauptsächlich durch meine schlechte Beziehung zum vater (er lobte mich nie-sagte/zeigte mir nie das er mich lieb hat) so wenig selbstwertgefühl habe…
Jetzt meine frage… wälze ich dadurch die verantwortung für mein leben/meine gefühlswelt auf meinen vater ab?
andere haben noch schlimmere probleme in einer kind/elternteil beziehung und ihnen macht es keine probleme?
irgendwie hab ich das gefühl das ich nicht ganz normal bin…
ich bin einfach total verwirrt…
ich möchte auch nicht meine probleme auf wen andern (meinen vater abwälzen)
danke für jede antwort /anregung

liebe grüsse
olga

Liebe Olga,

wälze ich dadurch die verantwortung für
mein leben/meine gefühlswelt auf meinen vater ab?

Du würdest es tun, wenn Du sagen würdest: „An allem ist mein Vater schuld. Deshalb kann ich nichts tun, damit es mir besser geht und ich mit meinem Leben besser zurecht komme.“

andere haben noch schlimmere probleme in einer kind/elternteil
beziehung und ihnen macht es keine probleme?

Es geht um Dein Leben und Du hast nur dieses eine. Was andere noch für Probleme haben und wie schlimm sie sind, darum kannst Du Dich kümmern, nachdem Du Deine eigenen Probleme angepackt hast. Jetzt geht es erst einmal um Dich!

Beste Grüße,

Oliver Walter

Liebe Olga,

Heute hatte ich meine erste Therapiestunde (…)

…und da ist es ist völlig normal und auch wünschenswert, sich intensiv mit den besprochenen Inhalten auseinander zu setzen.

nun gut-heute hat meine therapeutin die vermutung bzw
feststellung gemacht

Ich hoffe, es ist eine Vermutung… eine "Fest"stellung in der ersten Therapiestunde halte ich für mehr als verfrüht…

dass ich teilweise oder hauptsächlich
durch meine schlechte Beziehung zum vater (er lobte mich
nie-sagte/zeigte mir nie das er mich lieb hat) so wenig
selbstwertgefühl habe…
Jetzt meine frage… wälze ich dadurch die verantwortung für
mein leben/meine gefühlswelt auf meinen vater ab?

Langsam, langsam. Erstens ist die Frage falsch gestellt, wenn, dann müsstest Du fragen: habe ich dadurch die Verantwortung für… abgewälzt… Ändern kannst Du Dein Verhalten jeden Tag und das gleich beliebig oft im Leben *lächel. Nimm Dir doch Zeit. Guck’ Dir an und fühl’ nach was Du sagst, wie es ankommt, wie es gespiegelt wird… Du bist am Anfang eines längeren Prozesses und kannst doch nicht gleich nach der ersten Stunde die Lösung Deiner Probleme erhoffen. Was für ein Anspruch! Da kann der Mensch doch nur dran scheitern…

andere haben noch schlimmere probleme in einer kind/elternteil
beziehung und ihnen macht es keine probleme?

Es kommt doch darauf an, wie Du Deine Beziehungsprobleme zu den Eltern erlebst - und nur darauf solltest Du Dich konzentrieren.

irgendwie hab ich das gefühl das ich nicht ganz normal bin…

Willst Du „normal“ sein? „Normal“ sein heißt „Durchschnitt“ sein…

ich bin einfach total verwirrt…

Hier bist Du völlig „normal“, denn wäre Dir vor der ersten Stunde alles klar gewesen hättest Du ja keine Therapie gebraucht, oder?

ich möchte auch nicht meine probleme auf wen andern (meinen
vater abwälzen)

Dein Vater oder wer auch immer kann Dir geschadet haben, aber es ist Deine Aufgabe, dies zu erkennen, zu verzeihen und nicht in Schmerz und Vorwurf zu verharren, denn dann bis Du die Verursacherin Deiner Probleme.

danke für jede antwort /anregung

Eine kleine Idee: verliebe Dich nicht in den Gedanken, „krank“ zu sein, das wirst Du schwer wieder los. Verliebe Dich in Deine positiven Seiten…
Viel Freude bei der bevorstehenden Arbeit,
Anja

Du bist genau richtig
Hallo Olga,

… dein Beitrag hätte von mir kommen können :wink:

Du hast so einen schönen, positiven Spruch auf deiner VIKA, warum so pessimistisch?

Ich würde es einfach anders formulieren: du „wälzt“ nichts auf deinen Vater ab, sondern ich sehe es als Laie so:

der Mensch ist ein Produkt aus Erbanlagen, aus dem, was die elterliche Erziehung - also erste Bezugspersonen im Leben - aus einem gemacht hat, und aus dem, was wir als Erwachsene aus unserem Leben gemacht haben und aus dem, wie uns Lebensumstände, Schicksalsschläge und der Umgang mit ihnen geprägt hat.

Dein Vater ist ein Mosaikstein darin. Er hat dich geprägt - nicht mehr und nicht weniger. Es kann wie überall auf der Welt nicht alles „glatt gegangen“ sein in der Erziehung, da bleiben Narben, das ist ganz normal. Die einen kommen besser damit klar, die anderen weniger gut.

Viele entwickeln ihre Abwehrmechanismen vielleicht, um sich mit der Problematik nicht auseinandersetzen zu müssen oder wollen es nicht, obgleich die elterliche Erziehung noch sehr wohl ins Erwachsenenalter mit hineinspielt (das leugnet beispielsweise mein „Übervater“, der niemals einen „Fehler“ zugibt).

Die anderen, nämlich Menschen wie du und wie ich auch, wir merken, dass wir aufgrund unserer „Narben“ an unsere Grenzen stoßen, sie nicht selbstständig angehen können. Das ist STÄRKE, sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht. Das ist MUT, sein Leben neu zu ordnen, Traumata aufzuarbeiten.

Es bedarf nicht eines chaotischen Familienlebens voller Drogen, Schlägereien und Alkohol, damit ein Kind später als Erwachsener so seine Probleme bekommt, deren Wurzeln auch in der Kindheit liegen.

Du bist genau auf dem richtigen Weg. Und du bist nicht „unnormal“ und nicht „verrückt“, sondern du siehst gerade, dass du auf deinem Lebensweg Probleme hast, du hast Hoffnung und eine Perspektive, dies ändern zu können.

Das hat nichts mit jemandem die Schuld geben zu tun, sondern du bist so stark, dass du Hilfe anzunehmen bereit bist und deinen Weg zu meistern.

Sieh den Therapeuten an als eine Art „Krückstock“ - so hat es meiner mir jedenfalls erklärt: da ist eine Krücke, die dich ein Stück des Weges begleitet, bei dir ist, dir Halt gibt, bis du wieder „alleine laufen kannst“, sprich, deine Probleme aufgearbeitet hast.

Das ist eine wunderbare Entdeckungsreise, wenngleich sie auch zu Beginn sehr heftig werden KANN, nicht muss. Am Anfang, wenn viele unangenehme Dinge von früher zur Sprache kommen, verschlechtert sich manchmal das eigene Befinden, man glaubt, verrückt zu werden, es nicht auszuhalten. Aber das ist nur eine Art „Erstverschlimmerung“, wie man sie auch von manchen Medikamenten kennt … die geht vorüber und ebnet nur den Weg in eine wunderbare Zukunft - frei von unnötigen Ängsten, Panikattacken, Abwehrmechanismen - so weit, wie man es eben zulässt, selbst zu gehen.

Du bist genau auf dem richtigen Weg! Ich wünsche dir alles Gute dabei.

Christina

Das ist
STÄRKE, sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht. :smiley:as ist
MUT, sein Leben neu zu ordnen, Traumata aufzuarbeiten.

Hallo Christina,

ich hatte Chris für einen Männernamen gehalten, jetzt weiß ich, daß Du Christina heißt. Ja, Du hast Recht, es braucht Mut und Stärke, sich einzugestehen, daß man Hilfe braucht und andere um Hilfe zu bitten, aber nachdem man dann Hilfe bekommen hat, sollte man wenigstens das Niveau haben, mal Danke zu sagen. Leider ist das heutzutage nicht selbstverständlich. Dies also als allgemeine Ergänzung für alle.

Gruß Rüdiger

hallo!

danke für den hilfreichen und lieben beitrag (sternchen von mir dafür :smile:
kann ich heute gut gebrauchen-ich fühl mich so schlecht wie lange nicht mehr…als hätte ich mir jahrelang ein wackeliges türmchen aus den ganzen dingen gebaut die mich belasten…und dieses türmchen habe ich natürlich zur seite gestellt (aber genau gewusst das es da ist) -und jjetzt ist das türmchen zusammengefallen und jetzt liegen die steine überall…
aber ich werde diese ganzen steine beseitigen…(oder bunt anmalen :smile:

naja danke nochmal
und dir wünsch ich auch alles liebe!!
lg olga

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danke für die antworten!!

andere haben noch schlimmere probleme in einer kind/elternteil
beziehung und ihnen macht es keine probleme?
irgendwie hab ich das gefühl das ich nicht ganz normal bin…
ich bin einfach total verwirrt…

wer ist schon normal und wer hatte schon eine perfekte kindheit aus denen keine probleme resultierten die ihm/ihr im erwachsenenalter zu schaffen machen?
dass du meinst, andere würden mit ihren problemen besser zurecht kommen, obwohl sie eine viel schwerere kindheit hatten als du, könnte daran liegen, dass du die anderen falsch wahrnimmst. das ist auch nicht verwunderlich, denn wer stellt sich vor anderen so dar wie er wirklich ist und wer verdeckt und verheimlicht seine innersten probleme nicht vor anderen und sich selbst.

wie in anderen vorherigen posts schon gesagt wurde, brauchst du dir keine gedanken über deine „normalheit“ zu machen. du hast erkannt, dass du ein problem hast und hast den mut gefunden diesem entgegen zu treten indem du professionelle hilfe in anspruch nimmst. vermutlich hast du einen langen, schweren und verwirrenden weg vor dir, aber jeder schritt wird dir guttun und weiterhelfen.

ich wünsch dir alles gute.

Hallo,

aber nachdem man dann Hilfe
bekommen hat, sollte man wenigstens das Niveau haben, mal
Danke zu sagen. Leider ist das heutzutage nicht
selbstverständlich.

Da hast du natürlich recht.
Ich persönlich hab die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen, die psychische Probleme haben, sehr sensibel im Umgang mit sich UND mit anderen sind, will heißen, sie wissen auch, wann sie wem zu danken haben.

Chris

Noch was?

Ich persönlich hab die Erfahrung gemacht, dass viele
Menschen, die psychische Probleme haben, sehr sensibel
im Umgang mit sich UND mit anderen sind, will heißen,
die wissen auch, wann sie wem zu danken haben".

Ist es etwa schlimm, wenn ich in einer hilfsbereiten eMail darauf hinweise, daß ich keine Haftung für das übernehme, was ich gelesen habe? Etwas mehr Sensibilität für Trennung von Spreu und Weizen wäre angenehm!

Rüdiger

liebe olga!
es ist schon einiges zu deinen fragen geschrieben worden, trotzdem:
zuallererst: lass dir zeit, zeit, zeit.
du hast gerade erst einen vermutlich längeren prozess begonnen und wirst vermutlich viele höhen und tiefen durchschreiten, bis du an den kern deines problemes und deines verhaltens kommst, dich da hin traust. das ist ganz normal. und es ist auch ganz normal, davor einen mordsbammel zu haben. ich finde es grossartig, dass du den therapieschritt gewagt hast, und ebenso grossartig, hier in einem forum um hilfe zu fragen.
ganz persönlich möchte ich dir den rat geben, darauf aufzupassen, dass du dich nicht an anderen misst. mag sein, dass andere grössere probleme haben als du (wie misst man das denn??), oder sich leichter tun würden mit deinem problem, kann aber auch sein, dass sie es nicht zeigen, dass du es nicht weisst, es gibt verschiedenste möglichkeiten - und sie sind alle egal! wichtig ist, dass jetzt du dich wichtig nimmst (und damit hast du schon begonnen). eine gelungene therapie wäre in deinem fall nach meiner bescheidenen meinung, wenn du dich so nehmen und - grosses wort - lieben könntest wie du bist, mit deinen ecken und kanten, mit deinen schrullen und spinnereien, einfach GANZ!
du kommst da auch hin, hab geduld mit dir!
ich wünsche dir alles gute auf deinem weg,
sigrid

hallo!

dankeschön…
das waren hilfreiche worte
im moment geht es mir eigentlich wie immer-also nicht sooooooo schlecht. bin schon auf die nächste therapiestunde gespannt…irgendwie freue ich mich darauf…ich glaube es ist das geld wert (die sind sooo teuer :frowning:
also nochmal danke :smile:

lg olga

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bin schon auf die nächste therapiestunde
gespannt…irgendwie freue ich mich darauf…ich glaube
es ist das geld wert (die sind sooo teuer :frowning:
also nochmal danke :smile:

Hallo, Olga,
Du bist halt einfach jeden Cent wert!
Ich wünsche Dir viel Erfolg!
Zurücklächelnd
Eckard

hehe ,ja ich muss sagen von dieser warte aus hab ich es noch nie betrachtet :smile:
und ich werd dieses argument auf alle fälle an meine mutter weiter leiten wenn sie die nächste rechnung kriegt :smile:
*lächel*
lg

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