Selbstwertgefühl

Warum haben wir unser Selbstwertgefühl nicht selbst in der Hand, obwohl wir genau wissen, dass es nur Vorteile mit sich bringt?

Hallo Alex,

hier habe ich einen link für dich, da steht alles was du wissen willst.

http://lexikon.stangl.eu/627/selbstwertgefuehl/

Hoffe dir damit etwas weiterhelfen zukönnen.

MFG

Hey Matti,

Danke für die Antwort.
Leider finden sich unter diesem Link nur Definitionen vom Selbstwertgefühl.
Meine Frage ist etwas tiefgründiger.

Grüße

Ok, dann etwas genauer…

Die Basis für einen sicheren Umgang mit sich und der Umwelt hängt eng mit dem Selbstvertrauen und dem Selbstwertgefühl zusammen. Die Selbstsicherheit bildet sich im Laufe der kindlichen Entwicklung aus:

Sein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl kann man steigern!!! durch Sport, Kampfsportarten, soziales Kontakte (Ehrenamt), sich pflegen.
Sport verändert nicht nur das aussehen…
Mache dir klar das du eine einzigartige Person bist, die auf der ganzen Welt nur einmal vorkommt. lerne dies zu schätzen und halte dir immer vor Augen, dass du es bist, der darüber entscheidet, wie dein leben laufen soll und sehr wichtig ist auch, dass dich nicht jeder mögen muss! du bist von niemandem abhängig und schuldest auch niemandem außer dir Rechenschaft.

Unter Selbstwert (auch: Eigenwert, Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, Selbstachtung, Selbstkonzept) versteht die Psychologie den Eindruck oder die Bewertung, die man von sich selbst hat. Diesen Eindruck von sich selbst kann man ändern….

Gruß, Matti

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Warum haben wir unser Selbstwertgefühl nicht selbst in der
Hand, obwohl wir genau wissen, dass es nur Vorteile mit sich
bringt?

Tut es das ?

Ich fürchte, das wäre ein evolutionärer Nachteil.
Stellen Sie Sich mal vor, Sie hätten eun großartiges Selbstwertgefühl, so etwa von 20 000 Jahren. Damit treten Sie nun einem Mammut entgegen und sagen „Ich bin der größte!“
Das Mammunt trampelt heran und sagt „Stimmt nicht!“

In der modernen Zeit können Sie so mit Ihrem Chef umgehen. Der zeigt Ihnen dann blitzartig, wie gut man mit Hartz IV lebt.

Ein gutes Beispiel, was du da gebracht hast.
Dank dir für den Eindruck, ich muss erst nochmal drüber nachdenken.

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Dank dir für die Antwort.
Ich denke, dass sobald man bewusst zu Maßnahmen ergreift, die den Zweck haben das Selbstwertgefühl zu stärken, stellt man sich ein Stück weit selbst in Frage, was sich um den gleichen Faktor wieder negativ aufs Selbstwertgefühl auswirkt.

Die Sache wird ganz schön tiefgründig, ich bin also an der Stelle zufrieden, danke wie gesagt, für eure Eindrücke.

Moin
Ersetze einfach mal das Wort „Selbstwertgefühl“ mit sowas wie „innerer Schönheit“. Du könntest ja auch fragen: Warum ist nicht jedser Mensch so schön wie Marilyn Monroe, Brad Pitt oder wer auch immer.
Das Z u s t a n d e k o m m e n des Selbstwertgefühls steht wiederum auf einem anderen Blatt. Das hat mit dem „Glanz im Auge der Mutter“ zu tun, wenn sie uns anschaut, wenn wir da klein und hilflos an ihrem Busen nuckeln. Dieser Glanz, diese Begeisterung für das KInd nimmt das Kind wahr und entwickelt ein gutes Selbstwertgefühl. Das ist die Basis. Alles andere schafft sich später drauf.
Gruß,
Branden

Hallo Alex,

das ist so, weil wir unseren eigenen Ursprung nicht in der Hand haben. Urprung heißt in diesem Fall frühe Kindheit, und das Selbstwertgefühl scheint eine ziemlich fundamentale Eigenschaft zu sein, die zu dieser Zeit festgelegt wird und im Nachhinein nur noch schwer (oder gar nicht mehr) beeinflußt werden kann.

Als Erwachsene können wir allenfalls noch durch besondere Leistungen irgendwelcher Art versuchen, so etwas wie eine Selbstwertgefühl-Prothese aufzubauen.

Das ist anstrengend. Es hilft vielleicht dabei, im Leben zu funktionieren, aber unter der Oberfläche verschwindet der Zweifel, das Gefühl der eigenen Wertlosigkeit nicht.

So scheint es mir zumindest.

Ob es statt dessen etwas Besseres gibt, wüßte ich gerne.

Grüße,

I.

Urvertrauen
Hallo Branden,

Das hat mit dem „Glanz im Auge der Mutter“ zu tun, wenn sie uns anschaut, wenn wir da klein und hilflos an ihrem Busen nuckeln. Dieser Glanz, diese Begeisterung für das KInd nimmt das Kind wahr und entwickelt ein gutes Selbstwertgefühl.

Eine schönere Beschreibung der Entwicklung von Urvertrauen habe ich bisher nicht gelesen:smile:

Schöne Grüße,
Jule

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Moin,
öhm… wer sagt das, dass wir unser Selbstwertgefühl nicht selbst in der Hand haben?
fragt sich …lux

Moin Jule

Eine schönere Beschreibung der Entwicklung von Urvertrauen
habe ich bisher nicht gelesen:smile:

Ich danke dir. Natürlich ist das nicht meine Ursprungsidee, sondern das Verdienst gebührt -wie so oft- Vater Freud.
Es grüßt dich
Branden

Hallo,
was Du beschreibst…würde ich eher als Selbstüberschätzung beschreiben!

Selbstwert, den man für sich fühlt…schliesst doch nicht die richtige Einschätzung aus, daß ein Gegenüber stärker ist!!

kitty

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nicht Freud, sondern Erikson und Kohut
Hi,

Natürlich ist das nicht meine Ursprungsidee, sondern das Verdienst gebührt -wie so oft- Vater Freud.

Du referiertest hier wohl weniger Freud, als vielmehr Erik Erikson (Urvertrauen, basic trust in: „Childhood and Society“, 1950). Und den Glanz im Auge der Mutter (radiance of the mother’s eyes) hat Kohut („The Analysis of the Self“, 1971) erfunden.

Gruß
Metapher

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Hallo Branden, Jule und Co.,

nur mal aus Interesse: Was ist denn mit den Leuten, deren Mütter aus irgendwelchen Gründen nun keine glänzenden Augen hatten - auf welche Weise können die sich ihre Selbstvertrauensbasis schaffen, oder haben sie keine Möglichkeit dazu?
Dass es zu Problemen führt, wenn man als Baby wirklich vernachlässigt wurde, ist klar, aber welche Konsequenzen hat es, wenn die primären Bezugspersonen sich zwar schon kümmern und mit einem reden und Körperkontakt herstellen, das aber mehr aus Pflichtgefühl als aus Begeisterung heraus tun? Hat man dann als Erwachsener die Arschkarte?

Grüße
Sonja

Moin Sonja

nur mal aus Interesse: Was ist denn mit den Leuten, deren
Mütter aus irgendwelchen Gründen nun keine glänzenden Augen
hatten - auf welche Weise können die sich ihre
Selbstvertrauensbasis schaffen, oder haben sie keine
Möglichkeit dazu?

Das gesunde Selbstwertgefühl, der gesunde Narzissmus, entsteht eben in dieser frühen Zeit (insbesondere im ersten halben Lebensjahr) oder er entsteht eben nicht, weil der Glanz im SAuge der Mutter fehlte. Das kann man nie wieder 100%ig einholen, so unangenehm der Gedanke auch ist.

Dass es zu Problemen führt, wenn man als Baby wirklich
vernachlässigt wurde, ist klar, aber welche Konsequenzen hat
es, wenn die primären Bezugspersonen sich zwar schon kümmern
und mit einem reden und Körperkontakt herstellen, das aber
mehr aus Pflichtgefühl als aus Begeisterung heraus tun? Hat
man dann als Erwachsener die Arschkarte?

So ist es. Die feinen UNterschiede spürt das kleine Kind eben ganz genau - und es kann noch nichts intellektuell dagegen setzen oder auch nur strukturiert zusammenbringen - es ist mit seinem Gefühl ganz und gar dieser Atmosphäre ausgeliefert. Es kann ja noch nicht sagen: „Naja, meine Mutter kann nix dafür, die ist selber ohne viel Liebe aufgewachsen, da mach ich mir jetzt nichts draus, das gleiche ich später aus, aber hallo.“
Gruß,
Branden

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Moin

Du referiertest hier wohl weniger Freud, als vielmehr Erik
Erikson (Urvertrauen, basic trust in: „Childhood and
Society“, 1950). Und den Glanz im Auge der Mutter
(radiance of the mother’s eyes) hat Kohut („The
Analysis of the Self“, 1971) erfunden.

Das habe ich früher auch gedacht, dass das Kohuts Idee war, habe mich aber belehren lassen müssen, dass Vater Freud da schon vor-gedacht hatte.
Gruß,
Branden

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Der Glanz in deinem Auge

Du referiertest hier wohl weniger Freud, als vielmehr Erik Erikson (Urvertrauen, basic trust in: „Childhood and Society“, 1950). Und den Glanz im Auge der Mutter (radiance of the mother’s eyes) hat Kohut („The Analysis of the Self“, 1971) erfunden.

Das habe ich früher auch gedacht, dass das Kohuts Idee war, habe mich aber belehren lassen müssen, dass Vater Freud da schon vor-gedacht hatte.

Ich will deinen „Belehrern“ nicht widersprechen, aber von Freudschem „Vordenken“ kann da keine Rede sein: Der Topos vom Glanz im Auge des Liebesobjektes hat vielmehr eine 4-stellige Anzahl von Jahren an Tradition in der Liebeslyrik :smile: Und im deutschen Sprachraum findet er sich mindestens bereits bei Thomas von Kempen.

In der Psychoanalysegeschichte wird er dann - spezialisiert auf die frühkindliche Entwicklung - in Anspruch genommen von Melanie Klein und (besonders) dann von Winnicott. Aber zum regelrechten Terminus, der nun in der besagten Hinsicht eine Rolle auch in der therapeutischen Praxis (und daher „in aller Munde“) spielt, wurde er durch die Narzißmus-Literaturen Kohuts.

Nun ja, ist nicht das wichtigste Thema, aber begriffsgeschichtlich nicht uninteressant.

Gruß
Metapher

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Hallo Branden,

Hat man dann als Erwachsener die Arschkarte?

So ist es…

Welche Möglichkeiten gibt es in diesem Fall? Was vermag Therapie dann noch?

Ich vermute, es bleibt nicht viel, außer: Trauern über das, was nicht war, um abschließen zu können. Dann aus dem Rest des Lebens zu machen, was möglich ist, wenngleich auf einer reduzierten Basis.

Grüße,

I.

Moin

Welche Möglichkeiten gibt es in diesem Fall? Was vermag
Therapie dann noch?

Naja, die Therapien haben sich ja auch weiter entwickelt. Kernberg und Kohut haben schon früh angefangen, mit Frühgestörten zu arbeiten; in den letzten 20-30 Jahren gibt es viel modifizierte psychoanalystische Ansätze, um hier auch etwas zu erreichen.
Gruß,
Branden