Die Stärke der Nazis waren u.a. auch die Schwäche der Weimarer Republik - die ihre Bürger für die Demokratie nicht begeistern konnte und über die alten Denkstrukturen der Menschen aus der Kaiserzeit nicht vernünftig regieren konnte. Die Parteien-, Wirtschafts-, und die resultierende Gesellschaftskrise (Radikalisierung der Wähler, Polarisierung) ab 1929 waren der Anfang vom Ende der Weimarer Republik.
Die Nazis, die danach an die Macht kamen, gaben einigen Gruppen die Schuld für die Misslage der meisten Deutschen: so soll das internationale „Finanzjudentum“ für die Wirtschaftskrise schuld sein, die Kommunisten und Sozialisten für die politische Misslage schuld sein. Und die Westmächte würden Deutschland mit den Reparationen vom Versaier Vertrag ausbeuten.
Sie versprachen Verbesserungen. War ihre Herrschaft dadurch im Grunde auf angebliche Misslage aufgebaut?? Ich werde den Gedanken nicht los, dass ihre Herrschaft durch die Bekämpfung der -ihrer Sicht nach- inneren und äußeren Feinde legitimiert ist. D.h.:Juden und andere Randgruppen als innere Feinde, die bekanntermaßen später in die KZs geschickt wurden. Und Kommunisten (UdSSR) und Westmächte als äußere Feinde.
Angenommen, sie hätten das erreicht, was sie wollten: ein riesiges Reich, das keine inneren und äußere Feinde mehr hat. Wie würden sie dann vorgehen? Wäre nicht dann die Legitimitär ihrer HErrschaft verloren? Würde sie sich nicht neue Gruppen aussuchen, um das „Volk“ ständig kampfbereit zu halten? Wäre das nicht dann unaufhörlicher Zyklus wie bei der Hexejagd? Hätte der sogenannte Endsieg nicht evtl. auch zu der eigenen Zerstörung geführt?
Dass Chefideologen damals die Eigenzerstörung als etwas ganz natürliches anssahen, lässt sich wohl am besten am Verlauf der Geschichte im Jahre 1945 erkennen. Kein Wunder, sie waren ausgesprochende Sozialdarwinisten… Hätte also ihre Radikalität womöglich sie selbst auf den Scheiterhaufen geführt?