Hallo, Simone!
Also: ich bin mitte dreissig,verheiratet und habe einen Sohn
der in Kürze seinen ersten Geburtstag feiert (soweit alles
voll normal!).
Genau wie bei mir (nur daß unser Sohn noch eine große Schwester mit knapp 4 Jahren hat).
Da ich Mutterschutz genommen habe, bleiben die meisten
Aktivitäten (mit Kind) an mir.
Nicht das ich mich beklagen will- im Gegenteil. Ich mag es mit
meinem Sohn zu Mutter-Kind-Treffen, zum Babyschwimmen,etc. zu
gehen.
Auch wie bei mir!
Ich muss aber feststellen, dass etliche Mütter sich immer im
hohen Drehzahlbereich befinden, alles für ihren „Liebling“
regeln wollen. Und selbst im Hochsommer, in der „Föngruppe“
nach dem Schwimmen aktiv sind und immer und alles unter
Beobachtung haben.
Au weia, „Übermütter“!
Ich habe auch festgestellt, das ich nicht so bin!! Sicherlich
achte ich auch auf mein Kind, aber mir ist auch die Erziehung
zur Selbstständigkeit (alterentsprechend) wichtig.
Halte ich auch für sehr wichtig!
Ich föne meinem Kind nicht die Haare bei 30°C Ausentemperatur,
ich laufe nicht mit einer Stulle hinter ihm her, ich versuche
abzuwarten damit er die Chance hat auch mal ein Problem selbst
zu lösen.
Ich bin der Meinung, daß Du ihm auf diese Art das Immunsystem, das Selbstvertrauen und die Eigenständigkeit stärkst!
Und nebenher ist es besser für dich und somit für die ganze Familie, weil Du Dir eher mal eine Auszeit nehmen kannst.
Meine Große zieht sich selbst an, seit sie knapp 3 war, sie will jetzt schon allein in den Kindi gehen (das laß ich aber nicht zu!), ich kann sie jederzeit zu anderen Kindern zum Spielen bringen, ohne daß sie Mama hinterherschreit, sie ist vom ersten Tag an mit Begeisterung in den Kindi gegangen, daß sie nicht gesagt hat: „Mama, geh heim!“ war alles.
Ich dachte, das ist gut so, oder bin ich mit dieser Meinung
ein Exot?!
Um es mal theatralisch auszudrücken:
„BIN ICH EINE GUTE MUTTER??“
Ich würde sagen : JA
Lesetipp: „Wie man (k)eine gute Mutter wird“ (Autorin ist mir leider entfallen, hab’s auch auf die schnelle nicht bei bol oder amazon gefunden). Beispiel aus dem Buch: Mama trinkt Tee, Kind greift nach der Tasse. Übermutter sagt: „Vorsicht, Schatz, du könntest dich verbrennen.“ „egoistische“ Mutter sagt: „Finger weg, meins!“
Sei ruhig ein bißchen egoistisch, nimm Dir trotz Kind Deine Freiräume, laß Junior ruhig mal ein bißchen motzen, spiel hinterher (wenn Du Deinen Tee/Kaffee/sonstwas in Ruhe getrunken hast) umso hingebungsvoller mit ihm.
Laß ihn doch mal 20 sein. Ist da jemand da, der ständig hinter ihm her rennt? Ihm womöglich den Hintern wischt? Meinst Du, im späteren Beruf kommt jemand sofort gerannt, wenn er meckert?
Ich liebe meine Kinder heiß und innig, aber ich nehme mir immer wieder ein kleines bißchen Zeit für mich, auch wenn’s den Zwergen im Moment nicht paßt.
Ich finde es gar nicht so leicht, meistens mit ner anderen
Meinung was Kindererziehung betrifft dazustehen.
Solang Dein Kind nicht drunter leidet, mach, was Du für richtig hältst. Es kommt ja auch immer auf das Kind an, welche Erziehungsmaßnahmen man ergreift, es gibt keine vorgefertigten Schablonen.
Das Wichtigste ist in jedem Fall Konsequenz. Wenn du ihm heute nicht mit der Stulle hinterherläufst, tust Du es auch morgen nicht.
Kinder können auch schnell zu Tyrannen werden!
Ich hab schon einen ca. 14-Jährigen erlebt, der zusammen mit seinem etwa 12-jährigen Bruder so was von betüddelt wurde von Muttern. Ich hab noch nie unselbständigere Kinder erlebt. Sie haben beide seit Ewigkeiten jede Woche Reitstunden genommen und konnten immer noch kein Pferd alleine satteln und trensen. Als sie mal an einem Zwei-Tages-Ritt teilnahmen, ist die Trinkflasche des Großen ausgelaufen. Wieder zu Hause im Stall hat er erstmal seine Mutter angepflaumt: „Warum hast du mein Trinken nicht richtig zugeschraubt?!!“
Meine Mutter hat mich in dem Alter meinen Quark selber richten lassen, dann war ich auch selbst schuld, wenn was nicht gestimmt hatte!
Viel Spaß mit Deinem Sohn wünscht dir
Regina