Liebe/-r Experte/-in,
im Sommer 2009 fiel ich wg. einer auffälligen Schilddrüse durch eine Tauglichkeitsuntersuchung. Es hieß zunächst, ich hätte Verdacht auf SD-Krebs, da ich erblich vorbelastet bin (Mutter). Es wurden sonographische Untersuchungen, eine Szintigrafie, eine FNP und Blutuntersuchungen durchgeführt. Die SD ist leichtgradig vergrößert und weist einige kleinere Knoten (kl. 1cm) auf. In der Szinti sind diese Knoten kalt. Die FNP ergab keinen Hinweis auf Malignität. Seither werde ich 6-monatig mit US untersucht, ohne dass Veränderungen feststellbar sind. Letzten Freitag stand dieselbe Tauglichkeitsuntersuchung erneut an: der untersuchende (Polizei-) arzt teilte mir mit, dass alle Blutwerte (einschl. div. Leberwerte, Blutfett, Zucker etc. in der Norm seien. Nur das SD-Hormón fT4 sei leicht erhöht. Er meinte, es könne ein Laborfehler sein und will die Blutuntersuchung am Freitag wiederholen. Ich habe gelesen und gestöbert, aber nix gefunden, was auf einen erhöhten fT4 bei normalem TSH und fT3 passt. Was ist dran an der Fehlerhypothese? Welche Krankheit könnte dáhinterstecken? Ich hab mächtig Bammel vor einer erneuten Untauglichkeit…
Danke im Voraus
Uwe
Als Unfallchirurg/ Orthopäde bin ich nicht mehr up to date in der Interpretation von SD Werten. Meine Informationen müßte ich auch aus den Netz holen; mit natürlich einer besseren Verständnismöglichkeit.
Ich möchte mich zu Ihrer Sicherheit nicht im medizinischen „Nebel“ aufhalten und bitte Sie die Frage an einen Endokrinologen weitezugeben.
Ich danke Ihnen trotzdem. Grüße
Uwe
Zunächst einmal,die Schilderung des Status quo, die Eigenart der zur Formulierung verwendeten Wörter sowie der Fachabkürzungen und letztlich die Art der Fragestellung erinnern mehr an die Amtsärztliche Überprüfung des Wissensstandes von Heilpraktiker-Anwärtern als ein wirkliches Krankheitsgeschehen. Und wie häufig sollen denn die Ultraschalluntersuchungen schon vorgekommen sein, wenn sich kein krankhafter Befund ergeben hat? Mehr als unglaubwürdig. Sollte das ein Test gewesen sein, hätte ich anderes erwartet! Wenn zum behandelnden Arzt kein Vertrauen mehr besteht, würde ich ihn wechseln.
Mit Sicherheit bin ich kein Tester und schon gar kein Amtsarzt! Ich habe mich an dieses Forum gewandt, um eine Antwort zu bekommen, die mich gewissermaßen beruhigt. Das hat nichts mit Vertrauen in (m)einen Arzt zu tun… Diese Antwort war NICHT hilfreich!
leider, leider
ist dieses nicht main fachgebiet
mfg
jos gielen
Hi Uwe!
Also erstmal ist es jetzt wohl zu spät und Du hast wohl gestern schon deine erneute Laborkontrolle machen lassen. Du hast Du dich ja auch ordentlich in das Gebiet der SD Hormone eingearbeitet und Deine Frage liest sich wie vom Fachmann gestellt.
Bitte vergiss nicht, dass eines der ersten Prinzipien der Medizin ist:
„never treat a lab result or an image!“
Alle Labormessungen (oder auch Bildgebende verfahren) haben keine 100% Sensitivität und 100% Spezifizität sondern maximal über 90%. Es ist immer in bisschen Skepsis angebracht. Was zählt ist die Gesamtlogik bestehend aus klinischer Präsentation, Anamnese und Labor.
Nun gibst Du leider keine Werte an, so kann ich nichts weiter sagen.
Wichtig scheint mir:
- Hast DU selbst Zeichen von Hyperthyreose (Schwitzen, Herzschlag, Zittern, Hitze, Heisshunger, Schlaflosigkeit etc.)?
- Ist T4 deutlich erhöht oder nur gerade über dem Grenzwert?
- Ist das Resultat reproduzierbar?
Isolierte T4-Erhöhung bei normalem T3 und TSH können manchmal vorkommen bei einer verdeckten Hyperthyreose und aber erniedrigtem T3 (sogenannter Pseudo-T4-Hyperthyreodismus).
a) Dies kann der Fall sein bei alten Menschen (frühestens über 60),
b) oder in Gegenwart einer schweren Nicht-Schilddrüsenerkrankung, die ebenfalls T3 senkt.
Es kann weiter beeinflusst sein von
c) bei individueller erhöhter Reaktivität von T4 auf TBG im Vergleich zu T3 (T3 ist gerade unter dem Grenzwert). Dies will aber nichts bedeuten.
d) Konsum von Amphetamin kann die T3-Werte senken
e) Gleichzeitige Einnahme von Medikamenten Propanolol oder Dexamethason können ebenfalls die T3-Werte senken
f) Substitution mit L-Thyroxin: Die SD-Werte folgen einem zirkadianen Rhythmus und das Labor weiß normalerweise nicht ob und wann der Patient auch L-Thyroxin einnimmt.
Dies sind aber alles wirklich unwahrscheinliche Ausnahmefälle und wie schon gesagt, es steht immer die Klinik des Patienten im Vordergrund.
Ich bin deshalb auch der Meinung Deines Arztes, das die wahrscheinlichste Quelle dieses Wertes (von dem ich ja nicht weiß ob er deutlich erhöht ist) ein Laborfehler ist, und dass es eine sorgfältige Entscheidung von ihm war, die Tests zu wiederholen.
Die Tauglichkeit zur Polizei dürfte meiner Meinung nach nicht von einem einzelnen Laborwert abhängig sein.
Alles Gute!
Markus
Hi Markus,
so ganz zu spät war es nicht, da es nicht an mir lag, eine erneute Untersuchung vorzunehmen. Der Reihe nach:
Ja, ich kenne mich ein wenig mit diesen Dingen aus, da in der Vergangenheit (2009) die Feststellung getroffen wurde, dass meine SD knotig vergrößert ist. Damals wollte ein Facharzt die SD entfernen - ich wollte dies aus verschiedenen Gründen nicht.
Zu Deinen Fragen:
- Nein, ich habe selbst keine Anzeichen für eine Überfunktion.
2)Der fT 4 Wert lag bei 18,2 ng/l (Ende des Referenzbereiches war 18 ng/l)
- Mittlerweile hat es sich revidiert - hier die „alten“ Werte vorangegangener Untersuchungen:
August 2009: fT4 15,92 ng/l
April 2010: fT4 15,2 ng/l
jetzt Zweitmessung: 16,0 ng/l
Es hat sich also um einen Fehler gehandelt! Und Deine Antwort hat mir über das WE zu etwas mehr Schlaf verholfen 
Die anderen Werte (TSH, fT3 und weitere) waren immer im Normbereich.
Was die Tauglichkeit betrifft: Es handelt sich um eine spezielle Unteruchung, die sich an den arbeitsmed. Richtlinien G 35 orientiert - aber sehr hart ausgelegt wird…
Danke nochmals für Deine Antwort!
Grüße
Uwe