Seltsamer FI-Test

Hallo Fachleute,
kann man einen Fehlerstromschutzschalter testen indem man den Nullleiter mit der Erde verbindet ???

Wäre schön wenn hier ein Fachmann Stellung nehmen könnte.

Vielen Dank schonmal im voraus,
Max

wENN DU auf den FI Testschalter drückst wird eine kleine Spannung, begrenzt durch einen Widerstand auf den im gerät geklemmten Fehlerstromschutzleiter geleitet. Dann fließt ein Strom der den jeweiligen FI-Schalter auslösen lässt und du weist das er Funktioniert. Wenn du also den Schalter testen willst, kaufe einen der ein Schalter integriert hat. Frag mich nicht woher du den ohne Schalter bekommen hast. Selbst in meiner 1 Zimmer wohnung ist einer mit Testschalter. Bitte versuche jetzt nicht mittels einer schaltung und irgendeinem Widerstand Spannung auf den Schutzleiter zu leiten. Das kann sehr gefährlich werden.

Wenn in der Anlage ein Verbraucher Strom zieht, dann fließt der über den Neutralleiter zurück.
Wenn ich nun den Neutralleiter mit dem Schutzleiter verbinde, dann wird ein (ggf. sehr geringer) Teil des Stroms auch über den Schutzleiter fließen. (Strom sucht sich eben nicht den „Weg des geringsten Widerstands“, sonder er teilt sich immer entsprechend der Verhältnisse der einzelnen Leitwerte auf).
Wenn Du irgendwo im Haus den N mit PE verbindest, dann wird sich ein Verhältnis von vielleicht 1:9 einstellen (IPE zu IN). Läuft irgendwo ein Verbraucher, der 0,5A zieht, dann fließen 0,45A über den N, 0,05A über den PE.
Der Fehlerstromschutzschalter erkennt dies.
Wenn er einen entsprechend niedrigen Bemessungsauslösestrom hat, dann wird er auch auslösen.
Bei 30mA FI klappt das meistens immer, aber ein richtiger Test des FI sieht anders aus!

Viel Schlimmer
Hallo Fragewurm,

Wenn in der Anlage ein Verbraucher Strom zieht, dann fließt
der über den Neutralleiter zurück.
Wenn ich nun den Neutralleiter mit dem Schutzleiter verbinde,
dann wird ein (ggf. sehr geringer) Teil des Stroms auch über
den Schutzleiter fließen. (Strom sucht sich eben nicht den
„Weg des geringsten Widerstands“, sonder er teilt sich immer
entsprechend der Verhältnisse der einzelnen Leitwerte auf).
Wenn Du irgendwo im Haus den N mit PE verbindest, dann wird
sich ein Verhältnis von vielleicht 1:9 einstellen
(IPE zu IN).

Theoretisch sind N und PE parallel verlegt, somit gleich lang und haben den selben Querschnitt.
Somit haben sie den selben Leitwert und der Strom teilt sich 1:1 auf.

Praktisch kommt noch hinzu, dass der PE stromlos ist (sein sollte) und in deinem N Ströme fliessen. Somit hast du einen Spannungsabfall zwischen Potentialausgleich und und deinem Ende des N-Leiters welcher der PE nicht hat.
Somit hast du schon einen Ausgleichsstrom wenn du N und PE verbindest.

MfG Peter(TOO)

Hallo Peter,

das mit dem Verhältnis der Ströme kommt sehr auf den Einzelfall an.
Zunächst mal auf die Netzform, ist ja klar, dass im TT sehr viel weniger Strom über den PE fließen würde.
Und dann auf den Ort des Verbrauchers und der PE-N Verbindung.
Wenn der Verbraucher an einem anderen Abgang der Unterverteilung hängt als die PE-N Verbindung, dann ist der Weg über diese Verbindung deutlich länger und dünner als direkt über den N der Zuleitung der UV.