Seltsamer Herdanschluss

Hallo zusammen,
ich habe heute bei einem Bekannten eine für mich einen Herdanschluss gesehen, der für mich an groben Unfug grenzt:
Leitung zum Herd 5*2,5 qmm, soweit schien das in Ordnung. Aber mein Bekannter erzählte, das die Sicherung oft herausfliegt. Ich habe dann mal in den Sicherungskasten gesehen (ja, ich habe auch die Abdeckung entfernt): kein RCD vorhanden, ist zwar nicht schön, aber sollte an der Funktion des Herdes nichts tun. Da nur eine 5’2,5 Leitung vorhanden war, war die Herdleitung einfach zu identifizieren.
Die war dann auch über 3 16 A LS und einen Nullleiter (oder heißt das Neutralleiter) geschaltet. Grün/gelb war immerhin als Schutzleiter verwendet. Jetzt aber der Sinn der langen Vorrede: Alle LS waren über eine einpolige Phasenschiene verbunden. Das heißt aber doch, dass der Herd max. 3*16 A auf den Aussenleitern erhält, die alle über den gleichen Nulleiter zurückfließen. Soweit ich hier gelesen habe und auch selbst schon gefragt habe, funktioniert eine solche Schaltung nur mit Dreiphasen Wechselstrom bei symmetrischer Belastung, da dann der Strom auf dem Neutralleiter 0 oder nur gering ist.
Damit würde ich die Schaltung des Herdes mind. als groben Unfug wenn nicht gar als gefährlich einschätzen.
Meiner Meinung nach gehört der Hausanschluss sofort mit 3 Phasen neu gemacht (RCD selbstverständlich nicht vergessen).
Wie ist die Meinung der versammelten Fachwelt?

Danke und Gruß
Vincenz

Hallo Vincenz,
meine unmassgebliche Meinung ist: Du hast Recht!
Ich weiss nicht genau, wie hoch 2,5 mm² belastbar sind, aber 3 x 16 Ampere sind bestimmt zu viel.
Gruß, Edi

Moin,

… Jetzt aber der Sinn der langen Vorrede:
Alle LS waren über eine einpolige Phasenschiene verbunden.
Das heißt aber doch, dass der Herd max. 3*16 A auf den Aussenleitern erhält,
die alle über den gleichen Nulleiter zurückfließen. …
Damit würde ich die Schaltung des Herdes mind. als groben
Unfug wenn nicht gar als gefährlich einschätzen.

Nicht zulässig.
Es besteht akute Brandgefahr,
durch überlasteten Neutralleiter !

Wie richtig aussieht, wird hier beschrieben: http://www.herd.josefscholz.de/Herdanschluss/Herdans…
Für 230V-Betrieb des Herdanschlusses,
darf nur ein Sicherung-Abgang benutzt werden.

Meiner Meinung nach gehört der HausHerdanschluss sofort mit 3 Phasen neu gemacht

Nur wenn die Hausanschluß es ermöglicht.

Sollte auf jeden Fall schnell geändert werden,
aber durch eine Elektro-Fachkraft !
Die Sicherheitsregeln für den elektrotechnischen Laien
http://www.guenzburg.elektro-handwerk.de/Verbraucher…

(RCD selbstverständlich nicht vergessen).

Da es ein „Geräte-Festanschluß“ ist,
ist es nach DIN VDE nicht vorsehen.

Danke und Gruß
Vincenz

mfg
W.

Die war dann auch über 3 16 A LS und einen Nullleiter (oder
heißt das Neutralleiter) geschaltet. Grün/gelb war immerhin
als Schutzleiter verwendet. Jetzt aber der Sinn der langen
Vorrede: Alle LS waren über eine einpolige Phasenschiene
verbunden.

Grob fahrlässig. Brandgefahr durch überlasteten Neutralleiter.
Sowas sehe ich in der Nachbarstadt oft. Dort haben viele Haushalte nur einen Wechselstromzähler und trotzdem haben die gemeingefährlichen Trottel Kollegen einfach 5adrig 2,5mm² oder gar 1,5mm² gelegt, „weil das haben wir ja immer so gemacht“.

Keine Ahnung, was solche Leute in den 3,5 Jahren auf der Berufsschule gemacht haben!

Also:

NIX anschließen, ggf. vorübergehend Herd einphasig laufen lassen. Besser die eine Sicherung fliegt, als dass das Kabel brennt.
Überprüfen lassen, ob da überhaupt Drehstrom verfügbar ist.
Wenn nicht, hat man ein Problem.
Es gibt keinen normgerechten Weg, einen Elektroherd auf einer 5x2,5mm² laufen zu lassen, wenn da kein Drehstrom im Sicherungskasten ist. Eventuelle Vorschläge, aus vier Adern zweimal L1 und zweimal N zu machen, stellen einen (phsikalisch möglicherweise unproblematischen) Missbrauch einer braunen oder grauen Ader als Neutralleiter dar und sind niemals durch den VDE gedeckt.

Meiner Meinung nach gehört der Hausanschluss sofort mit 3
Phasen neu gemacht (RCD selbstverständlich nicht vergessen).

Als fest angeschlossenes Gerät muss ein Elektroherd nicht über einen RCD laufen. Das kommt dann nur auf die Netzform an (im TT-System ist ein RCD ja praktisch die einzige Möglichkeit, Abschaltbedingungen zu erfüllen) und auf das Sicherheitsbedürfnis des Nutzers.

Dort haben viele
Haushalte nur einen Wechselstromzähler und trotzdem haben die
gemeingefährlichen Trottel Kollegen einfach
5adrig 2,5mm² oder gar 1,5mm² gelegt, „weil das haben wir ja
immer so gemacht“.

…wenn in einem Wohnblock eine einzelne Wohnung saniert wird, die noch einen 1-Phasen-Wechselstromzähler hat, und der Hausherr sagt, das Treppenhaus wird in einem Jahr mit neuen Steigleitungen ausgestattet, legt man ein 5x2,5 zum Herd.

Das ist üblich und verbreitet und sicher und es gibt keine Alternative dazu. Mit Schrumpfschlauch die zusammengefassten Adern gekennzeichnet, damit keine Missverständnisse entstehen können. Da gibts keine Einwände dagegen, wie man es auch drehen und wenden mag

So macht das jede Fachfirma, niemand hat ein Problem damit

Hallo!
Danke für Eure Antworten.
Gruß
Vincenz