Hallo zusammen,
ich hab mich in meinem jugendlichen Leichtsinn da wieder mal auf was schönes eingelassen. Und zwar hab ich einen Fliegerkameraden, der zwar seine theoretische Fliegerprüfung ordentlich bestanden hat, aber bei der Funkprüfung (Details folgen) zum dritten mal durchgehagelt ist, versprochen derart mit ihm zu lernen, daß er im Dezember kein viertes Mal durchfällt. So! Eigentlich geht es hier lediglich um die Übersetzung kurzer englischer Texte (knapp 100 Worte). Dabei sind die Texte bekannt (30 Stück) und einer davon kommt in der Prüfung dran und muß schriftlich übersetzt werden. Die Texte allerdings sind sowohl vom Satzbau als auch von der Wortwahl her nicht besonders leicht (NOTAMs, falls das jemandem was sagt *g*) aber mit durchschnittlichen Schulkenntnissen zu schaffen, vor allem weil man sie ja vorher üben kann.
Weia, und bevor ich noch weiter ausschweife, versuch ich jetzt mal auf den Punkt zu kommen. Wenn sich der Kandidat gemütlich auf seinem Sofa zurücklehnt und mir erzählt, was in den Texten drin steht, klappt das prima. Frag ich ihn die Vokabeln ab, ist alles kein Problem. Auch die Texte kriegt er mündlich halbwegs übersetzt (wie gesagt, die Sätze sind extrem doof konstruiert. Ich wollt mich also grad völlig überflüssig fühlen, da hatte ich ne glorreiche Idee: Nämlich, daß er sich die seltsamen Wörter erstmal auf deutsch in den Text schreibt, halt einfach das deutsche Wort in die Vorlage reinkritzeln, damit nachher das Übersetzen schneller geht. Und jetzt kommt der Punkt (endlich!): Kaum hatte er den Zettel vor sich auf dem Tisch liegen und nen Kuli in der Hand war alles weg! Von dem gleichen Text, den er mir gemütlich auf dem Sofa sitzend noch munter runtergebetet hatte, verstand er auf einmal kein Wort mehr! Nix! Absolut Blackout! Auch Wörter, die er vorher gar nicht als „kritisch“ eingestuft hatte (und sicher konnte!), waren weg! Dann ist er in der Zeile verrutscht, Wörter ausgelassen und überhaupt alles, was halt so passiert, wenn man völlig die Nerven verliert. Kaum lehnt er sich wieder zurück auf dem Sofa und übersetzt mündlich ist die Welt wieder in Ordnung - alles klappt reibungslos. Nur: diese verd***te Prüfung muß er schriftlich ablegen, da hilft nix! Ich hab ihm jetzt mal geraten, daß er alle Texte erstmal schriftlich übersetzt (natürlich wohldosiert *g*), und erst nach dem Niederschreiben in der Lösung schaut.
Dazu muß man noch sagen, daß er ein ganz klassischer „Bildebuch-Praktiker“ ist, der nur unter Protest nen Kuli in die Hand nimmt. (Hat auch nen sehr praktischen Job ohne viel Schreibkram) Wie kann ich ihm nun helfen, daß er halbwegs ruhig in die Prüfung geht und vor allem die Sache mit dem Aufschreiben in den Griff kriegt? Denn das Können ist nicht das Thema, er kann’s ja!
Etwas ratlose Grüße
Petzi
