Senkung Garantiezins: schnell Riester abschließen?

Hallo zusammen,

ich bin 26 Jahre alt, ledig und habe bisher noch keine private Absicherung fürs Alter.

Eine Versicherungsberaterin hat mir nun empfohlen unbedingt noch dieses Jahr einen Riester Vertrag bei ihrem Unternehmen abzuschließen um die 2,75% Garnatiezins zu erhalten.
Desweiteren empfahl Sie mir den Höchstwert, also momentan 3% einzusetzen um die maximale Förderung und Steuerersparnis zu bekommen.

Ich wollte nun hier an unabhängiger Stelle anfragen, ob der Punkt mit der Senkung des Zinssatzes von 2,75 auf 2,25% ein gutes Argument ist für einen schnellen Abschluß dieses Jahr oder ob Sie mich nur zu einem Abschluß drängen will.
Ich würde nämlich noch gerne andere Angebote einhohlen und vergleichen, damit kann ich dann aber sicherlich erst im nächsten Jahr einen Abschluß erwirken und bekomme dann nur noch 2,25%.

Vielen Dank für alle Antworten.

PS. Ich habe auch noch die Möglichkeit einer Direktversicherung über meinen AG. Ist dies einer Riester Rente vorzuziehen?

Hallo zusammen,

ich bin 26 Jahre alt, ledig und habe bisher noch keine private
Absicherung fürs Alter.

Ist noch nicht zu spät, aber fang ruhig damit an :wink:

Eine Versicherungsberaterin hat mir nun empfohlen unbedingt
noch dieses Jahr einen Riester Vertrag bei ihrem Unternehmen
abzuschließen um die 2,75% Garnatiezins zu erhalten.

Hmmm, sagen wir’s mal so: Ist es eine Kapital-Riester-Rente? Das wäre meiner Meinung nach die schlechtere Variante für jemanden, der evtl. noch 35-40 Jahre in dieses Produkt einzahlt. Sollte es eine Kapital-Riester-Rente sein, wäre die Hektik ohnehin unangebracht. Wenn es mal soweit kommen sollte, dass ein Versicherer nur noch den Garantiezins ausschütten kann — gute Nacht, Deutschland! Die Verzinsung der Sparanteile durch die Versicherer steckt in einem tiefen Tal, und hier sind dennoch 3%, 4% oder mehr drin, obwohl der Garantiezins wie Du richtig schreibst 2,75% beträgt. Fazit: Das ist kein Argument, jetzt schnell abzuschließen.

Desweiteren empfahl Sie mir den Höchstwert, also momentan 3%
einzusetzen um die maximale Förderung und Steuerersparnis zu
bekommen.

Durch die 3% bekommst du die maximale Förderung durch Zulagen, nämlich die Grundzulage in Höhe von 114€. Eventuell kann es sinnvoll sein, mehr anzulegen, um noch einen Steuereffekt zu erzielen. MAximal möglich sind 1.575€ pro Jahr inkl. der Zulage. ABER: Dieser Effekt tritt nicht zwingend auf, kommt natürlich auf Dein Einkommen an.

PS. Ich habe auch noch die Möglichkeit einer
Direktversicherung über meinen AG. Ist dies einer Riester
Rente vorzuziehen?

Gute Frage. Erstmal ist die Riester-Rente eigentlich keine zusätzliche Altersvorsorge, sondern nur ein staatliche gefördertes Instrument, um effektive Rentenkürzungen aufzufangen. Riester ist also eigentlich ein Muss, um keine Einbußen zu haben.
Bei der Direktversicherung muss klar sein, dass die Auszahlung 1.) voll steuerpflichtig ist und 2.) für GKV-Versicherte KV-Beiträge (um die 14%) auf die Auszahlungen fällig werden.
Ob diese Schicht der Altersvorsorge für dich Sinn macht, müsstest du in einem zusätzlichen Beratungstermin klären lassen.

Frank Wilke

Eine Versicherungsberaterin hat mir nun empfohlen unbedingt
noch dieses Jahr einen Riester Vertrag bei ihrem Unternehmen
abzuschließen um die 2,75% Garnatiezins zu erhalten.
Desweiteren empfahl Sie mir den Höchstwert, also momentan 3%
einzusetzen um die maximale Förderung und Steuerersparnis zu
bekommen.

Wenn der Garantiezins für diesen Versicherer ein Problem darstellt, meiden Sie ihn. Mal unter uns, die Senkung ist eher im Bereich Markting durch den Staat einzuordnen :wink:

Ich wollte nun hier an unabhängiger Stelle anfragen, ob der
Punkt mit der Senkung des Zinssatzes von 2,75 auf 2,25% ein
gutes Argument ist für einen schnellen Abschluß dieses Jahr
oder ob Sie mich nur zu einem Abschluß drängen will.

Ein besseres Argument ist aus meiner Sicht ist es die Förderung für 2006 mitzunehmen!

PS. Ich habe auch noch die Möglichkeit einer
Direktversicherung über meinen AG. Ist dies einer Riester
Rente vorzuziehen?

Zu komplex um das Ganze hier kurz abzuhandeln!

Vielen Dank für die Antwort(en). Das bringt etwas Licht ins Dunkle und nimmt mir den zeitlichen Druck.

Ist noch nicht zu spät, aber fang ruhig damit an :wink:

Eine Versicherungsberaterin hat mir nun empfohlen unbedingt
noch dieses Jahr einen Riester Vertrag bei ihrem Unternehmen
abzuschließen um die 2,75% Garnatiezins zu erhalten.

Hmmm, sagen wir’s mal so: Ist es eine Kapital-Riester-Rente?
Das wäre meiner Meinung nach die schlechtere Variante für
jemanden, der evtl. noch 35-40 Jahre in dieses Produkt
einzahlt. Sollte es eine Kapital-Riester-Rente sein, wäre die
Hektik ohnehin unangebracht. Wenn es mal soweit kommen sollte,
dass ein Versicherer nur noch den Garantiezins ausschütten
kann — gute Nacht, Deutschland! Die Verzinsung der
Sparanteile durch die Versicherer steckt in einem tiefen Tal,
und hier sind dennoch 3%, 4% oder mehr drin, obwohl der
Garantiezins wie Du richtig schreibst 2,75% beträgt. Fazit:
Das ist kein Argument, jetzt schnell abzuschließen.

Danke für diese Info. Ich habe auch schon gelesen, dass diese Variante der Riester Rente für meine Vorraussetzungen eher schlecht ist. Welche wäre denn besser? Eine Fonds-Gebundene? Dafür ist der garantierte Zinssatz dann ja noch unerheblicher, oder?

Gute Frage. Erstmal ist die Riester-Rente eigentlich keine
zusätzliche Altersvorsorge, sondern nur ein staatliche
gefördertes Instrument, um effektive Rentenkürzungen
aufzufangen. Riester ist also eigentlich ein Muss, um keine
Einbußen zu haben.
Bei der Direktversicherung muss klar sein, dass die Auszahlung
1.) voll steuerpflichtig ist und 2.) für GKV-Versicherte
KV-Beiträge (um die 14%) auf die Auszahlungen fällig werden.
Ob diese Schicht der Altersvorsorge für dich Sinn macht,
müsstest du in einem zusätzlichen Beratungstermin klären
lassen.

Frank Wilke

Danke für dies Information. Den Beratunstermin werde ich dann machen. Leider ist es ja oft so, dass die Berater immer nur Ihre Produkte verkaufen wollen und deswegen immer ziemlich in eine Richtung beraten.

Dies ist mir jetzt schon bei mehreren Versicherungen aufgefallen.

Viele Grüße und danke nochmals

Hallo Andreas,

Meine etwas individuelle Meinung ist, man sollte von Riester-Vertraegen trotz staatlicher Foerderung etc. lieber die Finger lassen. Der Haken ist naemlich, dass du an den Gewinn erst rankommst, wenn du - ich glaube - 60 bist, also in deinem Fall erst in 34 Jahren, d.h. im Jahr 2040. Bis dahin kann sich sowohl bei dir selbst als auch allgemein noch einiges aendern.
Lege lieber dein Geld so an, dass du jederzeit rankommst. Das mag zwar den Profit schmaelern, erhaelt dir aber ein grosses Stueck Freiheit.
Gruss
Christoph

Hallo Andreas,

Meine etwas individuelle Meinung ist, man sollte von
Riester-Vertraegen trotz staatlicher Foerderung etc. lieber
die Finger lassen. Der Haken ist naemlich, dass du an den
Gewinn erst rankommst, wenn du - ich glaube - 60 bist, also in
deinem Fall erst in 34 Jahren, d.h. im Jahr 2040. Bis dahin
kann sich sowohl bei dir selbst als auch allgemein noch
einiges aendern.

Ist deine Meinung. Ok. Was sich auf jeden Fall nicht ändern wird, ist dass die Rentenbezüge steigen werden. Riester hat für mich eher den weiteren Vorteil dass man zum Ansparen fürs Alter angehalten wird. Ein Sparplan hat diesen „erzieherischen“ Vorteil leider nicht!

Man bedenke dass gerade die Rente mit 67 festgelegt wird, was im Grunde nur eine weitere Rentensenkung bedeutet. Oder wirst du bis 67 arbeiten wollen? An den von dir vorgeschlagenen Sparplan geht man mit Sicherheit früher ran! Und bums wars das mit der Rente!

Lege lieber dein Geld so an, dass du jederzeit rankommst. Das
mag zwar den Profit schmaelern, erhaelt dir aber ein grosses
Stueck Freiheit.

… um dann das Geld in eine Sofortrente zu stecken!

Hallo,

ohne mal auf alle Einzelheiten einzugehen:

Meine etwas individuelle Meinung ist, man sollte von
Riester-Vertraegen trotz staatlicher Foerderung etc. lieber
die Finger lassen. Der Haken ist naemlich, dass du an den
Gewinn erst rankommst, wenn du - ich glaube - 60 bist, also in

grübel, der Begriff „Gewinn“ ist hier wohl fehl am Platze.
Aber wieso Haken, nur weil man erst mit 60 „dran kommt“ ?
Riester ist als Ergänzung für die Altervorsorge gedacht, un da ist 60 aus heutiger sicht eher als früh anzusehen

deinem Fall erst in 34 Jahren, d.h. im Jahr 2040. Bis dahin
kann sich sowohl bei dir selbst als auch allgemein noch
einiges aendern.

eben drum, und da Riester Hartz IV sicher ist, ist Riester gerade auch aus diesem Grund zu empfehlen.

Lege lieber dein Geld so an, dass du jederzeit rankommst. Das
mag zwar den Profit schmaelern, erhaelt dir aber ein grosses
Stueck Freiheit.

nun, ja, leider kann es dir auch passieren, dass du aus persönlichen Gründen „gezwungen“ wirst , dieses Geld aufzubrauchen z.B Arbeitslosigkeit.

Hinzu kommt, das die Riesterfördung sehr hoch ist, im Extremfall bis zu 90%.

Warum etwas verschenken ?

Gruss
Börsenfan1968

Sicher eine sehr persönliche Entscheidung, was man letztlich machen will. Wer Arbeitslosigkeit fuerchtet ist vielleicht mit Riester besser beraten. Wer uralt wird und nicht bis 67 arbeiten will, vielleicht auch. Nimm aber mal an, du willst irgendwann eine grössere Anschafftung machen, z.B. ein Haus, dann kommst du an die Kohle nicht ran. Oder du kriegst mit 55 Krebs und hast noch 2 Jahre, was dann? Oder der Gesetzgeber kommt irgendwann aus Finanznot auf die Idee, die Riester-Einkünfte auf die gesetzliche Rente anzurechnen, nach dem Motto: wer selbst vorsorgt, der braucht nichts Gesetzliches!

Nimm aber mal an, du willst
irgendwann eine grössere Anschafftung machen, z.B. ein Haus,
dann kommst du an die Kohle nicht ran.

Wenn auch eher theoretisch, man kann mit Riester Immobilien finanzieren!

Oder du kriegst mit 55
Krebs und hast noch 2 Jahre, was dann?

Dann kann der Vertrag z.B. auf den Ehegatten übertragen werden

Oder der Gesetzgeber
kommt irgendwann aus Finanznot auf die Idee, die
Riester-Einkünfte auf die gesetzliche Rente anzurechnen, nach
dem Motto: wer selbst vorsorgt, der braucht nichts
Gesetzliches!

Kreative Idee!

Dann würde aber auch „konventionell“ angespartes Kapital mit bestraft. Also wäre das vorgehen dann ab 60 das ganze Geld verprassen, was natürlich für unsere Konjunktur und den Staat (bis dahin 31,5% Mehrwertsteuersatz) nicht schlecht wäre.

S Nimm aber mal an, du willst
irgendwann eine grössere Anschafftung machen, z.B. ein Haus,
dann kommst du an die Kohle nicht ran. Oder du kriegst mit 55
Krebs und hast noch 2 Jahre, was dann? Oder der Gesetzgeber
kommt irgendwann aus Finanznot auf die Idee, die
Riester-Einkünfte auf die gesetzliche Rente anzurechnen, nach
dem Motto: wer selbst vorsorgt, der braucht nichts
Gesetzliches!

…oder nimm an, ein atomarer terroranschlag verwüstet deutschland. du gehörst zu den wenigen überlebenden aber - oh unglück - du findest deine riester police nicht mehr - doch da (!) wie durch ein wunder taucht sie aus der asche unversehrt auf-leider gibt es den versicherer nicht mehr… was alles passieren kann…

daher - mach nie und nimmer was für die alterversorgung ja spar nicht mal einen müden cent was du heute verdienst hau auf den kopf lasse es dir gutgehen heute und jetzt es kann zuviel morgen passieren.

grüße

a.s.

daher - mach nie und nimmer was für die alterversorgung ja
spar nicht mal einen müden cent was du heute verdienst hau auf
den kopf lasse es dir gutgehen heute und jetzt es kann zuviel
morgen passieren.

Klar, das Sozialamt hilft ja immer :wink:

Klar, das Sozialamt hilft ja immer :wink:

Das ist gar nicht so abwegig. Nehmen wir mal an es bleibt alles so wie es ist. Dann kannst du dein gesamtes Vermoegen auf den Kopf hauen, nicht vorsorgen, und wirst im Alter oder als Pflegefall trotzdem voll versorgt! Boese Zungen behaupten, dies sei ein Schlag ins Gesicht der Vorsichtigen. In Wirklichkeit ist es gar nicht mal so ungerecht. Denn wahrscheinlich hat der verschwenderisch lebende Mitbuerger in seinem Leben auch wesentlich mehr Steuern (z.B. Mehrwert-, Tabak- oder Biersteuer) bezahlt. Die kriegt er dann ueber Sozialleistungen im Alter wieder rein.
Gruss
Christoph

Sorry,
aber ich nenne so etwas schmarotzen. Daran krankt unser
System nicht unerheblich. Und dann mangelnde Vorsorge und
Verschwendung halbwegs als mögliche Leistung für die
Allgemeinheit darzustellen - das ist volkswirtschaftlicher
Blödsinn und in meinen Augen moralisch verwerflich.
Eigentum verpflichtet-in mehrerer Hinsicht.
Denk mal drüber nach.
Gruß joerg koenig

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