Sense schärfen

Hallo liebe Fachmenschen,

gestern habe ich „gelernt“, dass es gar nix bringt, eine Sense zu schleifen, sondern dass die einzig richtige Methode das „dengeln“ wäre.

Wo um Himmels Willen finde ich im Kölner Raum jemanden, der dengeln kann??

Bin für alle Tips dankbar

ein schönes Wochenende

Grüssle
Suse

Hallo,

da wirst du wohl einen Schmied bemühen müssen, der natürlich direkt in Köln nicht so viel Arbeit hätte :wink:

Meistens kann dir ein Gestüt helfen, einfach mal anrufen. Denn dort, wo Pferde „besohlt“ werden, da ist auch der Fachmann für Eisen.

Gruß
André

Hallo liebe Fachmenschen,

gestern habe ich „gelernt“, dass es gar nix bringt, eine Sense
zu schleifen, sondern dass die einzig richtige Methode das
„dengeln“ wäre.

Hallo,
natürlich hilft hier das schärfen. Hierfür gibt es extra Schleifsteine. Das dengeln kommt erst zum Einsatz wenn die Sense scharten und kleine Risse bekommt.

Gruss, Jürgen

Servus Jürgen,

das stimmt nicht.

Das Dengeln dient zwar auch dem Ausgleichen von Scharten, aber bei einem ordentlichen Mähder sollte es sowieso keine geben.

Mit dem Dengeln (ein etwa dem Treiben in der Metallbearbeitung vergleichbar) wird der Rand des Blattes dünn geklopft. Solange der Dangel (= dieser dünn geklopfte Rand) hält, gehts dann mit dem Wetzstein weiter.

Wer Sensen schleift, macht sie kaputt. Das Material ist zu weich und zu dick dafür.

Eine Alternative zum Dengeln mit Dengelhammer und Dangelstock ist ein mechanisches Gerät, bei dem das Blatt der Sense zwischen einer Matrix und einer Reihe von Stahlkugeln durchgedreht wird. Das gibt einen nicht so sehr guten, aber allemal brauchbaren Dangel. Heißt „Dengelmax“ und wird von Westfalia vertrieben.

Und wenn wir dabei sind: Ganz entscheidend für einen guten Schnitt ist nicht bloß der Dangel, sondern auch der „Vorbiss“: Wenn man mit dem Worb eine Linie (etwa in Sand, oder auch mit aufrecht gestellter Sense an einem Torpfosten) beschreibt, muss die Spitze des Blattes eine knappe Handbreit innerhalb dieser Linie laufen. Wenn man große Flächen hat, stellt man einen geringeren Vorbiss ein, wenn man schweres Gelände (trockenes Gras, Disteln, unebene Stellen) hat, stellt man einen stärkeren Vorbiss ein.

Und ein Vorletztes, die Mähtechnik: Nicht in den Boden hauen - dann gibts auch keine Scharten. Man muss sich beim Führen der Sense auf das Ende des Worbs konzentrieren, und dieses wird immer am Boden geführt. Dann läuft das Blatt automatisch leicht schräg vom Boden weg, und die Sense schneidet da, wo sie soll. Wenn man beim Mähen an das Blatt oder gar an die Spitze des Blattes denkt, haut man unweigerlich in den Boden.

Und ein Letztes: Früh Aufstehen! Gras mähen nach neune ist eine Quälerei, am besten gehts zwischen halbsechse und achte.

Und das Allerletzte: Wetzstein immer feucht benutzen. Dazu gibts den Kumpf, das ist ein an den Hosengurt anhängbarer schmaler Becher mit Wasser, in dem der Wetzstein mitgeführt wird.

Und nun frischauf nach dem Motto:

Wo ich hinhau, fallt es nieder -
Geh ich weiter, steht es wieder!

In diesem Sinne

MM

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Das Dengeln dient zwar auch dem Ausgleichen von Scharten, aber
bei einem ordentlichen Mähder sollte es sowieso keine geben.

Mit dem Dengeln (ein etwa dem Treiben in der Metallbearbeitung
vergleichbar) wird der Rand des Blattes dünn geklopft. Solange
der Dangel (= dieser dünn geklopfte Rand) hält, gehts dann mit
dem Wetzstein weiter.

Absolut richtig.

Wer Sensen schleift, macht sie kaputt. Das Material ist zu
weich und zu dick dafür.

Mit schleifen meinte ich natürlich das wetzen, mit dem Schleifstein den Wetzstein.

Und ein Vorletztes, die Mähtechnik: Nicht in den Boden hauen -

Das lässt sich kaum vermeiden für jemanden der nur hin und wieder mäht.

Und ein Letztes: Früh Aufstehen! Gras mähen nach neune ist
eine Quälerei, am besten gehts zwischen halbsechse und achte.

Wenn das Gras noch etwas feucht ist.

Und nun frischauf nach dem Motto:

Wo ich hinhau, fallt es nieder -
Geh ich weiter, steht es wieder!

SPITZENMÄßIG

Hallo Martin!

Und ein Letztes: Früh Aufstehen! Gras mähen nach neune ist
eine Quälerei, am besten gehts zwischen halbsechse und achte.

Und das Allerletzte: Wetzstein immer feucht benutzen. Dazu
gibts den Kumpf, das ist ein an den Hosengurt anhängbarer
schmaler Becher mit Wasser, in dem der Wetzstein mitgeführt
wird.

Ich gebe dir vollkommen recht mit dem frühen Mähen mit der Sense!
Denn mein ehemaliger Chef hat mich mal Nachmittags mit der Sense eine Wiese mähen lassen. Ich sag dir, nie wieder!!!
Da fange ich doch lieber um 5 Uhr an zu mähen und höre früh auf als nocheinmal nachmittags.
Natürlich ist das erst einmal eine nicht ganz billige Angelegenheit, das Mähen mit der Sense! Und zumal sollte man sich auch sicher sein, das man es kann oder will oder ob nicht doch lieber ein Rasenmäher genommen werden soll.

Gruß
Rainer

Servus Rainer,

hiermit:

Und zumal sollte man
sich auch sicher sein, das man es kann oder will oder ob nicht
doch lieber ein Rasenmäher genommen werden soll.

hast Du vollkommen Recht. Sensenmähen als „l’art pour l’art“ ist sicher nicht unbedingt der Bringer.

Andererseits kann man Wiesen mit zweimaliger Mahd in ihrem Reichtum und ihrer Schönheit bloß mit Sense oder alternativ Einachsmäher mit Messerbalken erhalten. Wer als stolzer Besitzer einer Streuobstwiese mit dem üblichen Aufsitzmäher drauf rummacht, hat in wenigen Jahren einen Streuobstrasen, und alles, was ihm bei der ersten Begegnung mit seinem „Gütle“ so gut gefallen hat, von der Kerbelblüte über das Heupferdchenkonzert bis zu den Herbstzeitlosen, ist verloren, und die Artenzahl auf etwa ein Drittel reduziert.

Schöne Grüße

MM

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Vielen Dank Euch allen
Hallo,

also erst mal - weil auch Rasenmäher angesprochen wurden - die Hintergründe: Ich habe ein recht grosse Wiese, die ich auch gerne lange stehen lasse, weil wirklich allerhand Kräuter darauf stehen. Gut…auch das schafft der elektrische Rasenmäher, aber: ich hab auch noch zwei Kaninchen *g*…und denen kann man dessen Produkt nun echt nicht mehr vorsetzen.
Im Gartenhäuschen hatte der Vorbesitzer eine alte Sense hinterlassen - und so kam ich halt auf die Idee.

Also werd ich nachher erst mal zu jemandem fahren, von dem ich weiss, dass er einen Wetzstein hat…wenn das nix bringt, dann doch dengeln lassen…hab da ja auch schon nen heissen Tip…ach ja…und dann muss ich noch lernen mit dem Teil umzugehen *g*

Und dann bitte in der nächsten Zeit Zeitungsmeldungen wie „zerstaustes blondes Wesen morgens um 5 fluchend auf Wiese gesichtet“ einfach nicht beachten:smile:)

Grüssle
Suse

Hallo Suse.
Stelle dir das nicht so einfach vor mit der Sense! Da musst du viel lernen und Geduld haben! Ich habe 5 Wochen gebraucht, um einigermassen mit der Sense umgehen zu können!
Aber ich will dir die Hoffnung nicht nehmen.

Gruß
Rainer

Servus noch einmal,

es ist ziemlich schwer, die Bewegung abstrakt zu beschreiben. Wichtig ist, daß die Sense eher mit der Rechten „geschoben“ als mit der Linken „gezogen“ wird: Wenn das Mähen in den Rücken geht, stimmt die Bewegung nicht - der Muskelkater muss vorn in der Bauchdecke sitzen.

Hängt auch damit zusammen, daß beide Griffe nicht zu hoch am Worb angesetzt werden dürfen.

Einzelne lokalen Gruppen von BUND und NaBu geben kurze Einweisungen in Sensenmähen, weil sie wegen Artenschutz an Sensenschnitt auf möglichst vielen privaten Anwesen interessiert sind.

Und nochmal zum Dengeln: Den Umgang mit dem Handkurbelgerät „Dengelmax“ kann man in etwa einer Viertelstunde lernen. Auch wenn die Ergebnisse weniger gut sind als mit Hammer und Dangelstock, ist das vielleicht die bessere Alternative. Zumal ich nicht wüsste, wo man heute überhaupt noch einen Dangelstock bzw. den Beschlag dafür bekommen kann…

Schöne Grüße

MM

Servus Ralf,

danke Dir, diese Konstruktion gefällt mir gut! Schön ist an dem Bild auch, daß man darauf sehen kann, wie ein Dengelhammer aussieht.

Schöne Grüße

MM