Hallo!
Es soll wohl grundsätzlich Menschen geben, deren Neuronen etwas schneller feuern, als die anderer Menschen. So eine interindividuell verschiedene Reaktivität könnte ja durchaus etwas mit Sensibilität zu tun haben.
Auch das Persönlichkeitsmerkmal Neurotizismus verweist in die Richtung (5 Faktorenmodell der Persönlichkeit, relevane Autoren z.B. Costa, McCrae, Ostendorf, Angleitner). DAzu gibt es jede Menge Forschung, wer möge, recherchiere in diese Richtung.
Da fast alle theoretischen Annahmen von Multikausalität ausgehen, spielt bestimmt auch bei „SEnsibilität“ sowohl Umwelt als auch Persönlichkeit eine Rolle. Deswegen würde ich mich auch nicht auf die unten postulierte psychodynamische/tiefenpsychologische Erklärung für DEpression (die SAche mit dem ersten Lebensjahr) verlassen.
Bei Depression sind verschiedene Faktoren (genetische Komponente, bestimmte Lebensereignisse, Verarbeitungsstile, Kognitionen & Grübeln, interpersonelle Faktoren, Verstärkung etc. …-leider habe ich meine Unterlagen nicht hier und ein GEdächtnis wie ein Sieb) gut belegt. Man geht häufig von einem Diathese-Stress-Modell aus: Sicherlich kann man annehmen, dass jemand ohne entsprechende genetische Disposition eher mit verschiedenen Dingen auch ohne Ausbildung depressiver Symptome fertig werden kann, im Gegensatz zu jemanden mit einer solchen Diathese. Man könnte auch vorhersagen, dass jemand der höchstwahrscheinlich eine stärkere genetische Veranlagung hat ohne ensprechende Auslöser vielleicht nie depressive Symptome bekommen wird. Dies sind starke Vereinfachungen, die aber zeigen sollen, dass man ein wenig breiter gucken sollte, als nur auf einen Faktor und keine 100%-tigen Vohersagen machen soll.
Viele Grüße
Klara
P.S. das wollte ich gerne zu diesem Forum loswerden, bin mir aber nicht sicher, ob es überhaupt noch die Frage trifft…
Hallo zusammen,
ich wollte mal nachfragen, ob Sensibilität (im Sinne von
Empfindlichkeit (Psychologie)) genetisch oder psychologisch
bedingt ist. Kann beispielsweise Jemand, der sehr unsensibel
(sensibel) ist, durch Änderung der Lebenseinstellung
(möglicherweise durch (jahrelange) Positiv-/
Negativ-Erfahrung) sensibel (unsensibel) werden?
Ist Sensibilität erbbar?
Ist das der Grund für den „Hang zur Depressivität“?
MfG
stups :o]