Sensibler Junge - das ideale Opfer

Hallo,

unser Sohn ist 8 Jahre alt und geht in die zweite Klasse. Er ist sehr begabt (die Kinderärztin vermutete Hochbegabung, was sein könnte, da auch der Papa hochbegabt ist), insgesamt freundlich, fröhlich und ausgeglichen.

Obwohl er schon mit 6 Jahren fließend lesen konnte, haben wir ihn erst mit 7 eingeschult, weil er auch im Kindergarten schon bzw. noch sehr sensibel war. D.h. er kam mit Frust schwer klar, war schnell verletzt wenn ihn jemand beleidigte, und er kann auch körperliche Angriffe nicht ertragen und fängt schnell an zu weinen.

Wir dachten uns, dass es ihm gut täte, im Kiga noch ein wenig zu reifen, bevor er eingeschult würde. Diese Entscheidung war, denke ich, richtig. Er langweilt sich in der Schule nicht, weil die Lehrerin ihn gut mit Extra-Aufgaben oder Lesestoff versorgt, und er hat an Reife und etwas Selbstbewusstsein zugelegt. In der Klasse gibt es keine größeren Probleme, er hat Freunde und geht gerne in die Schule.
Aber: Unsere Schule ist wirklich ein sehr behüteter Ort. Sie ist sehr klein, und die Lehrerinnen sind unglaublich engagiert. So kommt es nur sehr selten vor, dass unser Sohn irgendwelchen Fiesheiten ausgesetzt ist.

Die kommen aber nun von anderer Seite. Es gibt im Dorf so eine Clique von Kindern (gehen alle auf andere Schulen!), die sich unseren Sohn als ideales Opfer ausgesucht haben. Ideal deshalb, weil er nicht nur körperliche Angriffe, sondern auch Beleidigungen und Demütigungen kaum ertragen kann. Es genügt schon, wenn die ihn hämisch an Situationen erinnern, wo er geweint hat. Das macht ihn richtig fertig.
Die Kinder selber haben nicht das geringste Einsehen, wenn wir mit ihnen sprechen. Wir haben auch schon mit den Eltern gesprochen, die im Grunde vernünftige Menschen sind, aber beide den ganzen Tag arbeiten und insofern ihre Kinder einfach vernachlässigen.

Ich weiss im Moment nicht, in welche Richtung ich unseren Sohn unterstützen soll. Er IST halt nunmal sensibel und leicht zu verletzen. Wir haben ihn genauso wie unsere Tochter immer ermutigt, seine Gefühle zu zeigen. Nach wie vor stehen wir auch dazu, unsere Kinder zur Gewaltlosigkeit zu erziehen. Aber während unsere Tochter, ebenso erzogen, ein deutlich dickeres Fell hat, also auch mal sowas wie „Lass die doch reden“ sagt, ist unser Sohn nunmal leicht verletzbar.

Im Moment bin ich versucht, mit ihm mal darüber zu reden, dass es manchmal besser ist, sich zusammenzureißen. Den Anderen entgegenzutreten anstatt sich immer nur defensiv zurückzuziehen. Sich ein dickeres Fell zuzulegen, auch mal selber die Krallen zu zeigen, den Anderen zu zeigen, dass man sich nicht alles gefallen lässt.

Aber eigentlich bin ich traurig darüber, dass das nötig sein soll. Müssen wir ihn zu einem typischen, am Ende „abgehärteten“ Erwachsenen machen, der seine Gefühle verschließt und der nur „innen weich“ sein darf, nach außen aber hart, weil er sonst immer ein gefundenes Fressen ist für solche, die andere gerne quälen?

Ich würde mich über viele Meinungen freuen, die mir helfen, zum bestmöglichen Ziel zu kommen…

Matilda

Hi,

Müssen wir ihn zu einem typischen, am Ende
„abgehärteten“ Erwachsenen machen, der seine Gefühle
verschließt und der nur „innen weich“ sein darf, nach außen
aber hart, weil er sonst immer ein gefundenes Fressen ist für
solche, die andere gerne quälen?

Nein, müsst ihr nicht.
Ihr solltet ihn aber darauf vorbereiten, dass das Leben nicht immer aus einer kleinen, gemütlichen und freundlichen Schule mit engagierter Lehrerin sowie einer sich in jeder Lebenslage um ihn kümmernden Mutter besteht.
Gefühle zuhaben, diese auch zeigen zukönnen ist wichtig, mindestens genauso wichtig ist aber seine Gefühle auch kontrollieren zukönnen.
Er wird später auch nicht losheulen können, wenn sich ein Arbeitskollege abschätzig über seine Arbeit äussert, sich jemand an der Supermarktkasse vordrängelt etc.

Grüße
Felix

Hallo Mathilda,

Die kommen aber nun von anderer Seite. Es gibt im Dorf so eine
Clique von Kindern (gehen alle auf andere Schulen!), die sich
unseren Sohn als ideales Opfer ausgesucht haben. Ideal
deshalb, weil er nicht nur körperliche Angriffe, sondern auch
Beleidigungen und Demütigungen kaum ertragen kann. Es genügt
schon, wenn die ihn hämisch an Situationen erinnern, wo er
geweint hat. Das macht ihn richtig fertig.
Die Kinder selber haben nicht das geringste Einsehen, wenn wir
mit ihnen sprechen. Wir haben auch schon mit den Eltern
gesprochen, die im Grunde vernünftige Menschen sind, aber
beide den ganzen Tag arbeiten und insofern ihre Kinder einfach
vernachlässigen.

Zunächst einmal muss ich mein Veto einlegen wegen der globalisierten Aussage die anderen Kinder wären „vernachlässigt“ nur weil beide Eltern arbeiten. Aber ich denke das hier die Kinder zwei unterschiedlicher Erziehungsstile aufeinandertreffen und deren Eltern. Jedoch geht es eigentlich nicht darum, oder? Es ist nur der Auslöser für das worüber ihr euch eigentlich Gedanken macht, nämlich wird euer Sohn stark genug später alleine zu bestehen in unserer Gesellschaft?

Ich weiss im Moment nicht, in welche Richtung ich unseren Sohn
unterstützen soll. Er IST halt nunmal sensibel und leicht zu
verletzen. Wir haben ihn genauso wie unsere Tochter immer
ermutigt, seine Gefühle zu zeigen. Nach wie vor stehen wir
auch dazu, unsere Kinder zur Gewaltlosigkeit zu erziehen. Aber
während unsere Tochter, ebenso erzogen, ein deutlich dickeres
Fell hat, also auch mal sowas wie „Lass die doch reden“ sagt,
ist unser Sohn nunmal leicht verletzbar.

Sensibel sind meine beiden Söhne auch und deshalb kann ich es dir nachfühlen, zumal ich bei meinem Großen auch die Erfahrung des Mobbings miterleben musste, leider.
Beide haben eine geringe Frustrationsschwelle und damit verbunden auch Probleme mit dem Selbstwertgefühl.
Ich erziehe meine Kinder auch zur Gewaltlosigkeit, aber das ist nicht gleichbedeutend damit sich nicht wehren zu dürfen. Man muss nur lernen sich anders zu wehren. Das ist der Punkt um den es geht und das ist es was Dein Sohn und meine Söhne lernen müssen sich gewaltlos durchzusetzen, dazu benötigt man ein gesundes Selbstvertrauen und eine gute Portion dickes Fell. Das man hat oder sich zulegen muss.

Im Moment bin ich versucht, mit ihm mal darüber zu reden, dass
es manchmal besser ist, sich zusammenzureißen. Den Anderen
entgegenzutreten anstatt sich immer nur defensiv
zurückzuziehen. Sich ein dickeres Fell zuzulegen, auch mal
selber die Krallen zu zeigen, den Anderen zu zeigen, dass man
sich nicht alles gefallen lässt.

„Krallen“ im bildlichen Sinne finde ich gut, halt wie eine Katze die wenn sie etwas stört einfach geht. Du sagst das er intellegent ist, vielleicht wäre es eine gute Idee ihm die Motivation der anderen zu erklären. Und ihm Beispiele für eine gewaltlose Gegenwehr zu geben.
Nun kenne ich die Jungs nicht aber mir persönlich hat eine gute Portion Schlagfertigkeit im Kindesalter auch gut geholfen. Und meinen Jungs versuche ich dies auch beizubringen.
Das ganze ist eine Gratwanderung in der Erziehung, es gibt kein Patentrezept doch eines ist sicher ein gutes Selbstvertrauen und eine gute Portion Schlagfertigkeit sind gute Ansätze.
Wir haben mittlerweil damit kleine Erfolge erzielt, beim Kleinen(8) da jünger mehr als beim Großen aber es wird langsam.

Aber eigentlich bin ich traurig darüber, dass das nötig sein
soll. Müssen wir ihn zu einem typischen, am Ende
„abgehärteten“ Erwachsenen machen, der seine Gefühle
verschließt und der nur „innen weich“ sein darf, nach außen
aber hart, weil er sonst immer ein gefundenes Fressen ist für
solche, die andere gerne quälen?

Nein müsst ihr nicht, wie gesagt Gewaltlosigkeit bedeutet nicht sich nicht wehren zu dürfen. Man muss nur wissen das es als einzige Lösung falsch ist und man muss lernen Konflikte zunächst mal ohne Gewalt zu lösen.
Und im Übrigen ist Wut und Gewalt auch eine Gefühlsäusserung, wenn auch eine negative, gehören aber auch zum Leben genauso wie alle anderen Gefühle. Es lohnt sich vielleicht mal darüber nachzudenken, denn man kann nur Gewaltfrei leben wenn man eben diese Gefühle beherrschen kann, man kann sie aber nicht abstellen wie du an dir selbst bestimmt schon festgestellt hast.

Ich würde mich über viele Meinungen freuen, die mir helfen,
zum bestmöglichen Ziel zu kommen…

Ich hoffe dir helfen meine Meinung und meine bisher gemachten Erfahrungen.

Schöne Grüße
Andrea

Ich muss mich hier Felix anschliessen. Man kann sein Kind nicht vor Allem und Jedem beschützen, auch wenn es schwer fällt. Unsere Mädels werden auch Gewaltfrei erzogen und sollen Gewaltfrei mit Konflikten umgehen, was aber nicht bedeutet, das es „Weicheier“ werden sollen. Es wird immer im Leben Situationen geben, wo man verbal angegriffen wird, über einen Witze gemacht werden…das muss man lernen. Solch eine Wattewelt, die man sich evtl. für sein Kind gern wünscht gibt es leider in der Realität nicht. Dein Sohn sollte ganz schnell darauf hingelenkt werden, sonst wird er wohl nach dem Schulwechsel in die spätere 5 Klasse einen kompletten Zusammenbruch erleiden. An den weiterführenden Schulen (auch an Gymnasien) herrscht erstrecht ein rauher Ton und da zählen die Ellenbogen!!! Auch wenn es hart klingt, ihr müsst ihm das nach jedem „Vorfall“ immer wieder vor Augen halten, daß das nunmal das Leben ist.

Viel Glück und alles Gute!

Sorry aber ich habe etwas sehr Wichtiges vergessen.

Ich muss hier einmal ganz deutlich wiedersprechen!!!

Wir sind auch beide Berufstätig, unsere Kinder sind in keinster Weise vernachlässigt. Unsere Kinder sind beides sehr gute Schüler, sind beliebt bei Lehrern, Mitschülern und Freunden. Aber ich denke, dadurch das sie auch glücklicher Weise sehr selbstständig sind, kommen sie halt auch mit solchen normalen Lebenssituationen klar.

Ich finde es nicht gut, solch eine Schlussfolgerung zu ziehen, nur weil eine Mutter nicht den ganzen Tag zu Hause ist. Anscheinend wird da oft etwas durcheinander gebracht. Arbeiten gehen heißt nicht automatisch nicht für seine Kinder da zusein. Denn ich muss ja nicht ständig wie ein Schatten über meinen Kindern hängen, das lässt ihnen Platz sich alleine zu bewähren und tut ihnen anscheinend ja auch ganz gut.

Ich möchte hier nicht ein Urteil über Mütter fällen, welche zu Hause sind, ich finde beides gut. Jede Familie handhabt das so, wie es die Lebensumstände zulassen.

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Hallo Matilda,

nimm es mir bitte nicht übel, aber ich habe eher das leise Gefühl, daß Ihr Sohnemann durch das ständige ‚in Watte packen‘ angesichts der ach so kostbaren Hochbegabung zu einem Weichei erzogen habt.

Obwohl er schon mit 6 Jahren fließend lesen konnte,

Das ist noch keine Hochbegabung - manche zünden halt etwas früher. Ich las mit vier die Tageszeitung, hatte mit acht neben einigen - aus Mutters Bücherregal gemopsten - harten Krimis Klassiker wie ‚Anna Karenina‘ oder ‚Die Kameliendame‘ durch und spielte Tchaikovskys Klavierkonzert Nr. 1 oder Chopins ‚Revolutionsetüde‘ praktisch im Schlaf (OK, Klavier hatte ich als Hauptfach, deswegen läuft es außer Konkurrenz). Na und???

Die Kinder selber haben nicht das geringste Einsehen, wenn wir
mit ihnen sprechen.

Hallooooooo? Das ist ja oberpeinlich!

In der Klasse gibt es keine größeren Probleme,

… in der Familie ist offenbar auch alles Friede-Freude-Eierkuchen, wo soll der Junge also bitteschön Konfliktfähigkeit lernen?

beide den ganzen Tag arbeiten und insofern ihre Kinder einfach
vernachlässigen.

Sorry, aber hast Du 'nen Knall??? Eltern, die ganztags arbeiten, vernachlässigen ihre Kinder??? Nun laß aber mal die Kirche im Dorf!!!

Wir haben ihn genauso wie unsere Tochter immer
ermutigt, seine Gefühle zu zeigen. Nach wie vor stehen wir
auch dazu, unsere Kinder zur Gewaltlosigkeit zu erziehen.

Das hat meine Mutter auch. Aber meine Mutter war weder auf dem Spielplatz noch auf dem Schulhof, noch sonstwo dabei (wäre ja noch schöner). Ich durfte mich sehr wohl mit Mutters Genehmigung prügeln, allerdings nur zu Verteidigungszwecken - Prügelei anzetteln war Pfui! und seeehr verboten. :wink: O-Ton Mom: ‚Du sollst keine Prügelei anfangen, aber wenn dich jemand anpackt, dann hau zurück und zwar so, daß derjenige nie wieder auf die Idee kommt, dich anzurühren‘.

Ich weiss im Moment nicht, in welche Richtung ich unseren Sohn
unterstützen soll.

Zunächst einmal sollte Deine Unterstützung darin bestehen, daß Du die Ermahnungsgespräche mit den bösen Kiddies unterläßt. Nichts ist für einen Achtjährigen peinlicher, als wenn Mutter die Sache in die Hand nimmt… Außerdem liefert Deine Intervention ihnen noch mehr Angriffsfläche.

Aber
während unsere Tochter, ebenso erzogen, ein deutlich dickeres
Fell hat, also auch mal sowas wie „Lass die doch reden“ sagt,
ist unser Sohn nunmal leicht verletzbar.

Nein, ist er nicht! Ihr habt ihn - offenbar immer mit einem Blick auf die [mögliche] Hochbegabung - zu einem verletzbaren Sensibelchen gemacht, weil er nie echten Konfliktsitutionen ausgesetzt war und somit nicht adäquat damit umgehen kann. Versteh mich bitte nicht falsch: selbstverständlich darf (bzw. sogar: sollte) ein Mann sensibel sein, aber die Sensibilität, die ich meine, hat nichts damit zu tun, was Du über Deinen Sohn schreibst. Er wird ja regelrecht in die Opferrolle gedrängt…

Im Moment bin ich versucht, mit ihm mal darüber zu reden, dass
es manchmal besser ist, sich zusammenzureißen.

Och komm! Du bist laut Deiner ViKa Pädagogin… Was Junior fehlt, ist ein bissl Selbstbewußtsein und Konfliktfähigkeit - nicht mehr und nicht weniger. Und genau das könnt Ihr ihm offenbar nicht wirklich vermitteln. Nicht schlimm - das kann man ‚auswärts‘ trainieren. Es gibt inzwischen hervorragende Kurse speziell für Kinder, die unter verschiedenen Bezeichnungen angeboten werden: Selbstbewußtseinskurse, Mutmachkurse, Konflikttraining. Solche Kurse, die ursprünglich als Prävention vor sexuellen Übergriffen auf Kinder gedacht waren, werden häufig zu Sonderkonditionen für Schulklassen angeboten.

Aber eigentlich bin ich traurig darüber, dass das nötig sein
soll. Müssen wir ihn zu einem typischen, am Ende
„abgehärteten“ Erwachsenen machen,

Gottohgott! Ihr sollt ihn nur auf das Leben in einer realen Welt vorbereiten - und in dieser läuft es nun einmal nicht nach dem Motto ‚wir haben uns alle lieb‘.

Du wolltest Meinungen haben? Das war meine. :wink: Ob sie Dir gefällt, steht auf einem anderen Blatt…

Grüße
Renee

Richtigstellung
Hallo,

erstmal danke für die bisherigen Antworten.
Bevor die Diskussion in eine falsche Richtung geht, möchte ich zwei Sachen richtig stellen:

  1. Ob unser Sohn hochbegabt, oder einfach nur sehr intelligent, oder auch einfach nur ganz normal begabt ist, ist uns vollkommen egal. Heutzutage hält jeder Zweite sein Kind für hochbegabt, ich halte das für eine Mode. Ich habe es nur erwähnt, weil ich oft von dem Zusammenhang von Hochbegabung und besonderer Sensibilität gelesen habe. Ganz sicher aber hat und hatte seine Begabung keinen Einfluss darauf, wie wir ihn erziehen oder dass wir ihn gar schonen usw. Ich möchte, dass meine Kinder glückliche Menschen werden. Und dafür ist Begabung wirklich keine Voraussetzung.

  2. Ich bin nicht der Ansicht, dass Kinder, deren Eltern beide berufstätig sind, grundsätzlich vernachlässigt sind. Ob das der Fall ist oder nicht, hängt meiner Ansicht nach von vielen Faktoren ab, z.B. Alter und Reife der Kinder, anderen Bezugspersonen usw.
    In DIESEM Fall sehe ich es allerdings so. Der Grund: Die Kinder sind den ganzen Nachmittag allein zu Hause, schauen üble Videos (das weiss ich von engen Freunden dieser Familie), und fallen im Dorf immer mehr durch ihr Verhalten auf, das vor allem dadurch geprägt ist, andere Kinder und Erwachsene zu ärgern und zu stören, einschliesslich (bisher noch kleinerer) Gewalttätigkeiten.
    Die Eltern wissen das. Meiner Ansicht nach brauchen diese Kinder mehr Halt von ihren dauernd anderweitig beschäftigten Eltern.
    Hier beginnt gerade etwas sehr schief zu laufen, und meiner Ansicht nach sollten DIESE Eltern ihre Arbeit ganz dringend mal reduzieren und sich mehr Zeit für ihre Kinder nehmen. Geld ist mehr als genug da, das doppelte Einkommen ist also nicht nötig.

Dies alles nur, damit hier nicht offene Türen eingerannt werden. Es geht mir ja auch nicht nur um diesen Fall. Wie ihr ja auch schon gesagt habt: Spätestens auf dem Gymnasium muss sich unser Sohn ohnehin an einen sehr viel rauheren Umgang untereinander gewöhnen.
Und mir geht es letztlich tatsächlich um die Frage: Wie können wir ihm helfen, dafür stark zu werden, ohne dass er seine Gefühle verschließen muss. (Ich finde es eigentlich mutig, vor Anderen weinen zu können…) Übrigens: Eigentlich hat er zu Hause durchaus ein Übungsfeld. Seine große Schwester geht nämlich trotz unseren Erziehungsbemühungen in Richtung Gewaltlosigkeit keineswegs zimperlich mit ihm um…

Matilda

Hieß das nicht: nomen est omen?
Renee Bernadette - Wie kommt ein Trampeltier zu so einem poetischen Namen?

Respekt,
Claudia

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Ihr solltet ihm helfen, indem daß ihr ihm ersteinmal klar macht, in welchen Situationen es besser ist, seine Gefühle nicht zu zeigen, damit er sich nicht weiterhin zum Angriffspunkt macht.

Ihm immer wieder klar machen, daß solche Situationen ihm im Leben immer wieder wiederfahren werden.

Und bitte seht der Realität ins Auge, ihr träumt von einer Wattewelt, draussen ist es anders.

Sicherlich ist es ein Zeichen von Stärke wenn man seine Gefühle zeigen kann aber man muss auch lernen sich mit Konflikten, Niederlagen usw. auseinander zusetzen…und das ganz bestimmt mit 8 Jahren auch ohne MAMA.

In dem das du oder ihr das Gespräch mit den anderen Kindern oder deren Eltern sucht, präsentiert ihr denen doch Euren Sohn auf dem Silbernen Teller…als Opfer!

Bitte versteh das nicht als Angriff,ich möchte dir nur klar machen, daß man sich als Mutter mal zurücknehmen muss und auch wenn es noch so schwer ist, durch soetwas müssen die Kinder alleine durch. Das übt!

Hallo, Mathilda,
naja, kann sein, dass ihr den Jungen ein wenig zu sanft erzogen habt. Klar, dass sich das jetzt in einen Nachteil zu verkehren droht. Aber das ist Schnee von gestern und fürs „hätten wir doch“ gibts nichts zu kaufen.

Also jetzt gegensteuern. Den Knaben zwecks Aufmöbelung des Selbstbewußtseins in einer Kampfsportgruppe anmelden. Da gibt es Lehrgänge für Kinder, da kommt er unter andere Kinder und wer weiß, vielleicht macht es ihm sogar Spass. Auch zu Hause kann man ihm gut klar machen, dass (Über-)leben vielfach heißt, sich durchzusetzen. Also eben nicht mit ihm jammern, wenn mal ein Knie aufgeschürft ist. Versaute Klamotten als naturgegeben hinzunehmen (aber natürlich trotzdem pflichtgemäß schimpfen :smile:

Und wenn er wirklich so ein helles Bürschlein ist, woran ich nicht zweifle, dann wird er bald lernen, sich zu behaupten ohne gleich „der Schläger vom Block“ zu werden.

Grüße
Eckard (Der auch mal ein Mimöschen war)

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Renee Bernadette - Wie kommt ein Trampeltier zu so einem
poetischen Namen?

Was hast Du denn für ein Problem??? Matilda fragte allgemein nach Meinungen - ich kann mich nicht an etwas in der Art von ‚bedenkt bei eueren Antworten, daß mir die Meinungen unbedingt gefallen müssen‘ erinnern.

BTW: Wäre ich ein Sensibelchen, würde ich Deine Aussage glatt als Beleidigung auffassen.

Gruß
Renee

Und mir geht es letztlich tatsächlich um die Frage: Wie können
wir ihm helfen, dafür stark zu werden, ohne dass er seine
Gefühle verschließen muss. (Ich finde es eigentlich mutig, vor
Anderen weinen zu können…)

Seh ich anders. Sich jemandem anzuvertrauen, sich zu öffnen, meinetwegen auch bei ihm ausheulen kann Mut (unter Umständen sogar sehr viel Mut) erfordern.

In den von dir genannten Situationen einfach loszuheulen zeugt allerdings nicht von Mut sondern von Schwäche; der Schwäche, seine Gefühle nicht kontrollieren zukönnen, einer Schwäche die von anderen (z. Bsp. den anderen Kindern) mehr oder weniger bewusst wahrgenommen wird.

Stark sein und gleichzeitig seinen Gefühlen freien Lauf lassen geht nunmal nicht immer. Das ist meiner Meinung nach der Punkt den sowohl du als auch dein Sohn lernen sollte.

Grüße
Felix

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Hallo Matilda,

Dein Sohn ist das zweite von zwei Kindern - ich habe zwei Kinder und Bekannte ebenfalls, ungefähr im gleichen Alter wie Deine. Wir haben festegestellt, dass die zweiten Kinder (einmal Junge, einmal Mädchen) erstaunlich viel gemeinsam haben, u.A. dass sie beide viel schneller beleidigt sind oder sich angegriffen fühlen, als die älteren. Sie können beide kaum Kritik ertragen und gehen bei kleinsten Anlässen schon mal in die Luft.
Ich habe schlicht die Hoffnung, dass es mit Erfahrung besser wird und die Kinder durch die Situationen lernen, damit auch umzugehen, die Tendenz ist jedenfalls da.
Was ich andeuten will, es liegt ev. an der Situation des zweiten Kindes (das wir natürlich alle genauso behandelt haben, wie das erste, das aber trotzdem ganz anders ist). Es ist auch sicher nicht bei allen 2.en Kinder gleich, aber doch leicht schon mal ähnlich.

Meine Tochter war im Kiga absolut zufrieden, aber immer eine der ältesten (neu gegründeter Kiga).
In der Vorschule hat sie lange gebraucht, sich an Gleichaltrige überhaupt zu gewöhnen, trotz älterem Bruder. Es wurde aber zunehmend besser und inzwischen klappt es ganz gut. Empfindlich ist sie immer noch, aber sie heult nicht mehr in der Schule los, wenn die Lehrerin meint, sie habe etwas falsch gemacht (war anfangs so).
Ich glaube, wenn es nicht allzu arg kommt, sollte man den Dingen ihren Lauf lassen - nicht bis hin zu körperlichen Übergriffen - aber wenn Dein Sohn Freunde hat, wird er den Spott von Kindern, mit denen er nichts zu tun hat, mit der Zeit ertragen und ev. ignorieren lernen - nehme ich an.

Mein Sohn (älteres Kind) hat Jahrelang seine Pullover auf links und falschherum angezogen - die Kids im Schülerladen haben darüber gelacht und er lachte schlicht mit - ein bißchen über sich selber lachen können oder Humor überhaupt, ist auch ein prima Mittel (hört sich schön an, kann ich meiner Tochter aber auch nicht vermitteln).

Ist alles nicht so einfach.
Meine Kindheit war schlimmer (aus anderen Gründen), es hat mir teils geschadet, mich teils aber auch stark gemacht. Es gibt jedenfalls Ärgeres, als gehänselt werden, und wenn man Freunde und gute Eltern hat, sollte selbst das nicht so schlimm sein.

Alles Gute, Anne

hallo mathilda,

dass den sohn sensibel ist, halte ich für kein zeichen von schwäche.
dass er schnell weint an sich auch nicht - ich würde mir aber gedanken machen warum er schnell weint und warum er „meint“ jeder müsste nett zu ihm sein und alles müsse harmonisch laufen.

habt ihr ihm das so vermittelt? muss man ja davon ausgehen.
nur leider sieht die realität nicht so aus und jedermann seine gefühle unmittelbar zu zeigen kann in manchen lebenslagen ein nachteil sein.

des weiteren, gefühle wie wut über z.b ungerechtes verhalten dritter - kann er diese gefühle entwickeln? - denn wenn nicht, kann er sich nicht abgrenzen und dann habt ihr ihm im versuch des guten glaubens etwas vermittelt, was leider einseitig ist.

es ist schwer zu interpretieren und so kann man nur vermuten oder gar unterstellen…

irgendwie erscheint mir eure erziehungsmethode (wenn auch im kern richtig - weil gewaltfrei) in der umsetzung nicht ganz stimmig.
wenn er bei allem weint - wäre hier mal zu ergründen wofür im einzelen fall das weinen steht - ob er das weinen als ersatz nimmt für frust, wut…sicher kann man das dann wiederum nicht mal eben auf die schnelle in die richtigen kanäle leiten und es geht auch nicht darum, dass er gewalttätig wird. aber wenn er wut fühlt z.b in einer bestimmten sit. - sie bewusst fühlt, kann es ihm leichter fallen seinerseits diese personen abzulehnen oder aber sich zumindest abzugrenzen und deren aussagen nicht für ernst zu nehmen.
zu lernen, man muss nicht von jedem gemocht werden und muss auch selbst nicht jeden mögen… hat er das gelernt und verinnerlicht? (nat. immer altersgemäss) oder mag er selbst alles und jeden, stellt niemanden in frage? (von wegen - den nachbarskungen finde ich blöd)

das alles hat nat. auch wieder etwas mit dem selbstwert zu tun und an der stelle frage ich mich, ist er denn selbstbewusst? mir erschent das nicht so und so würde sich in dem fall wieder die frage stellen, wieso nicht - denn selbstbewusstsein und selbstwert wird ja von den eltern angelegt.
wenn er z.b gelernt hat, dass er mit weinen alles abwenden kann, dann würde dies „seine“ methode werden, auch wenns nicht klappt bei den kids z.b. - er hätte ja eine andere methode nicht gelernt und so stünde sie ihm nicht zur verfügung.

wie man das selbstwertgefühl und vor allem das selbstvertrauen eines kindes in dem alter stärkt weiss ich nun auch nicht so genau.
aber ich habe erfahren, es gibt z.b abenteuerspielplätze bei denen z.b vater und sohn bestimmte übungen machen unter anleitung - gemeinsam und jeder ist auf den anderen angewiesen (ausgerichtet am alter des kindes und unter anleitung v. fachleuten) da muss ein kind z.b das seil führen mit hilfe diesen der vater eine aufgabe bewältigt und diesen sichert.
das stärkt nicht nur die bindung zwischen vater und sohn, es zeigt dem kind auch, dass man ihm vertraut, sich anvertraut. so ein erfolgserlebnis wird nicht ausreichen, aber es wäre evtl eine idee als ein teil von vielen.

im grunde müsstet ihr evtl mal eure bisherigen erziehungsweisen überdenken und schauen wo ihr ggfs. beim sohn (auf grund seienr persönlichkeit) nachträglich umdenken oder erweitern könntet.
damit ist keine umkehrung der methoden gemeint!
du schreibst ja, deine tochter ist nicht zimperlich - ihre natur
kommt bei ihr durch - dein sohn aber ist sensitiver und so braucht er wohl doch noch etwas anderes damit er nicht weiter ins andere extrem schlägt und am leben scheitert.
mit ihm reden, ihn mal zu befragen wie es ihm denn so geht, was er wann fühlt und wie er gerne wäre in der sit, jeweils - vielleicht würde euch das helfen eine strategie zu entwickeln die seiner pers.- entwicklung förderlich sein kann.

wenn ihr da aber keine idee habt, weil was und wie (stells mir selbst sehr schwierig vor), evtl kann man ja mal zu einer beratung gehen - zu einem profi - evtl hat der simple ideen auf die man selbst nicht kommt.
so ergänzt kann ich mir gut vorstellen, dass euer erziehungsmodell auch bei eurem sohn so greift, dass er nicht über sich selbst stolpert.

das wärs in sachen überlegungen :smile:

evtl war ja etwas dabei für dich/euch

in diesem sinne

LG
nina

Hallo

  1. Ob unser Sohn hochbegabt, oder einfach nur sehr
    intelligent, oder auch einfach nur ganz normal begabt ist, ist
    uns vollkommen egal.

Das ist aber nicht egal. Wenn der Verdacht auf Hochbegabung da ist, solltet ihr ihn irgendwann von einem Diplom-Psychologen mit einem anerkannten IQ-Test testen und euch beraten lassen, damit ihr wisst, was er eventuell brauchen könnte.

Im Moment scheint es ja gut zu laufen in der Schule, da er eine sehr gute Lehrerin hat. Man kann sich aber nicht darauf verlassen, dass er immer sehr gute Lehrerinnen bekommt. Nichterkannte Hochbegabung kann zu sehr großen Problemen führen.

Wenn eine Gruppe von Kindern ständig ein einzelnes Kind ärgert, hat dieses einzelne Kind wahrscheinlich keine große Chance, sich zu wehren. Ich finde es richtig, wenn ihr da eingreift und mit den Kindern redet, da euer Sohn sich sonst in Stich gelassen fühlt.

In meinem Bekanntenkreis haben sich bei ähnlichen Fällen jedoch nur handfeste Drohungen bewährt („Wenn ihr noch mal meinen Sohn anfasst, fass ich euch auch an.“ o.ä.). Die Drohung hat jedoch ausgereicht. Ich fürchte jedoch, dass eine solche Drohung nur dann Wirkung zeigt, wenn man innerlich bereit ist, sie ggf. wahr zu machen, denn die meisten Leute spüren, ob man es ernst meint oder nicht.

Allerdings würde ich vorher die Eltern schriftlich darüber informieren, dass man sich gezwungen sieht, ihre Kinder zu erziehen, falls die ihre Kinder nicht mal selbst erziehen.

Oder evtl. das Jugendamt fragen, aber ich schätze nicht, dass die etwas tun werden, solange es nicht sehr sehr krass wird, da die ja an allen Ecken und Enden sparen müssen.

In manchen Städten werden übrigens sogenannte „Selbstbehauptungstraining“ angeboten, die sollen auch oft sehr gut helfen. Das machen bei uns private Anbieter, die aber von der Polizei unterstützt werden. Da kann man sich erkundigen, ob es sowas gibt. Im Internet natürlich auch, aber die Polizei oder auch Schulen bekommen vielleicht auch schon mal Rückmeldungen über die Qualität dieser Kurse.

Viele Grüße
Simsy

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Renee Bernadette - Wie kommt ein Trampeltier zu so einem
poetischen Namen?

Liebe Renee,

im Allgemeinen lese ich Deine Postings gerne, weil Du in aller Regel sehr kompetent schreibst. Aber Dein Posting an Matilda, obwohl ich Dir in einigen Punkten zustimmen würde, ist vom Ton her schlicht weg „Laternenpfahl ganz unten“.

Was hast Du denn für ein Problem??? Matilda fragte allgemein
nach Meinungen - ich kann mich nicht an etwas in der Art von
‚bedenkt bei eueren Antworten, daß mir die Meinungen unbedingt
gefallen müssen‘ erinnern.

Darum geht es auch nicht, ich stelle keinesfalls den Inhalt Deines Postings in Frage sondern die Art und Weise, wie Du ihn formuliert hast.

BTW: Wäre ich ein Sensibelchen, würde ich Deine Aussage glatt
als Beleidigung auffassen.

Könntest Du, würde aber auch nichts bringen. Niemand hat gesagt, daß Du jemanden beleidigt hast, mir fällt nur der extrem rüde und teilw. verächtliche Ton auf. Ich finde es einfach nur schade, aber vielleicht hattest Du auch nur einen schlechten Tag.

Beste Grüße

Avera

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Der Ton machts…
Hallo Renee,
hab nichts gegen Deine Meinung gesagt - diese in Ehren.
Ich lese gern auch mal kontroverse Ansichten.
Aber:
Eine solche haben ist das Eine.
Sie jemanden vor den Latz zu knallen ist das andere.

Ansonsten beste Grüße
Claudia

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[leicht off topic]
Hallo Claudia,

zugegeben, ich bin nicht unbedingt die Frau, die man in diplomatischer Mission oder mit einer weißen Fahne und jeder Menge schmeichelhafter Kompromisse im Gepäck als Anführerin eines Friedenscorps losschicken würde. Ich weiß auch, daß meine Antworten nicht jeden gefallen, aber: ich schreibe niemals etwas, was ich demjenigen nicht auch ins Gesicht sagen würde. Niemand ist gezwungen, meine Antworten zu lesen oder gar meine Meinung zu akzeptieren.

Sie jemanden vor den Latz zu knallen ist das andere.

Das sehe ich anders… Warum? Aus zwei Gründen. Zum einen wird man in jedem Beruf (ja, auch im Beruf ‚Mutter‘) mit der Zeit ‚betriebsblind‘, obwohl man bzw. frau der Meinung ist, alles richtig zu machen. Ich habe mit keiner Silbe behauptet, daß Matilda und ihr Mann schlechte Eltern sind (wie sollte ich das denn beurteilen, ohne sie zu kennen???), aber ich sehe durchaus eine gewisse Betriebsblindheit… Zum anderen gibt es auf dieser Welt mehr als genug Speichellecker und tote Fische, die sich vor lauter Sensibilität oder Feigheit vor dem möglichen Anecken jegliche Meinung verkneifen. Eine Sonderspezies sind diejenigen, die ihren Beitrag zu einer Diskussion (die meines Wissens grundsätzlich aus kontroversen Meinungen besteht) vornehmlich in anonymen Sternchen für Beiträge derjeningen leisten, die eine unbequeme oder ihrer Meinung nach nicht adäquat dargebotene Meinung ‚abstrafen‘. :wink:

Außerdem: Matilda ist eine erwachsene Frau, die sich mir Sicherheit auch ohne Unterstützung der forumseigenen Robin Hoods zurecht kommt. Wenn sie ein Problem mit meiner Meinung oder deren Darstellung hat, dann sagt sie mir das schon.

Ein schönes Rest-Wochenende wünscht
Renee

3 „Gefällt mir“

Danke
Hallo an alle,

ganz herzlichen Dank für eure vielen Tips und eure Unterstützung.
Ich denke, dass der Ansatz gut ist, wenn wir versuchen, unserem Sohn mehr verschiedene Strategien anzubieten, die er anwenden kann, wenn er von anderen runtergemacht wird. Wir haben bisher eher sowas gesagt wie, dass er den Anderen sagen soll, dass sie ihn in Ruhe lassen sollen, und dass er ggf., wenn das nicht hilft, weggehen soll. Da hat es ihn natürlich letztes Mal besonders hilflos gemacht, dass die Nervensägen ihn nicht gehen ließen bzw. hinterher gelaufen sind und weiter gemacht haben. Was sollte er da schon tun?
Gegenwehr, wie auch immer, ist halt immer dann schwierig, wenn die Anderen größer, stärker und in der Überzahl sind. Und diese feigen Kerle piesacken ihn wirklich nur dann, wenn das der Fall ist!
Es stimmt auch, dass wir ihm mehr vermitteln können, dass so etwas halt leider auch zum Leben dazu gehört. Er nimmt sich halt alles noch sehr zu Herzen. Ich habe heute schon mit ihm darüber gesprochen, dass es auch möglich ist, Beleidigungen usw. einfach abprallen zu lassen. Ich empfinde es aber schon als eine Gratwanderung, denn er ist noch sehr beeinflussbar, und mir ist wichtig, dass er begreift, dass er jetzt nicht anfangen soll, ALLES abprallen zu lassen…

Ich stehe übrigens nach wie vor dazu, eingegriffen zu haben, und ich würde das auch wieder tun. Ich sehe das differenziert: Wenn ich mir vorstelle, er hat mal im Gymnasium Stress mit Anderen - da würde ich sicher nur dann eingreifen, wenn es total krass wäre. Aber hier vor Ort, im Dorf, sehe ich das anders. Diese Kids laufen mir täglich über den Weg, und durch gemeinsame Bekannte - man sieht sich hin und wieder - muss mein Sohn mit ihnen irgendwie klar kommen. Ich denke auch, dass er sich zurecht im Stich gelassen fühlen würde, wenn ich diese Häufung solcher Vorfälle einfach übergehen würde. Ich will auch einfach, dass die Kids merken, dass sie da bei uns ganz klar auf Widerstand stoßen, und dass sie uns nicht so wie so manchen Anderen im Dorf einfach auf der Nase rumtanzen können.
Sehe ich übrigens auch als Vorbild für unseren Sohn. Wir zeigen ihm ja damit auch klar, dass man sich keineswegs alles ohne Widerstand gefallen lassen muss.

Nochmals danke, ihr habt mir geholfen.

Viele Grüße,

Matilda

Abend!

Die Kinder selber haben nicht das geringste Einsehen, wenn wir
mit ihnen sprechen. Wir haben auch schon mit den Eltern
gesprochen, die im Grunde vernünftige Menschen sind, aber
beide den ganzen Tag arbeiten und insofern ihre Kinder einfach
vernachlässigen.

Zunächst einmal muss ich mein Veto einlegen wegen der
globalisierten Aussage die anderen Kinder wären
„vernachlässigt“ nur weil beide Eltern arbeiten.

Wie beschrieben ist es doch so!

Zweifelst du an der Glaubwürdigkeit?

Stefan