Septumplastik und Staphylokokken vor OP

Hallo,

ich habe in 3 Tagen eine ambulante OP (Septumplastik und Verkleinerung der Nasenmuscheln).

Nun ist es so, dass ich seit 3 Jahren mit dem Staphylokokkus-aureus-Bakterium (keine/wenig Resistenzen) im Rachenabstrich zu kämpfen habe.
Dieser war bereits in 3 Abstrichen „massenhaft“ nachweisbar.
Im Dezember habe ich daher 7 Tage Ciprofloxacin eingenommen, das Problem dürfte aber wohl erneut bestehen (habe vor 2 Jahren schon einmal ein Antibiotikum genommen, kurze Zeit darauf waren Staphylokokken erneut nachweisbar.

Mein Hausarzt meinte, dass dies aber keine Probleme darstellt, da es sich um keine Infektion handelte (Leukozyten und andere relevante Blutwerte für den Entzündungsnachweis waren im Normbereich).

Nun meine Frage:
Kann man dieser Ansicht so folgen, dass der Bakteriennachweis im Rahmen der OP und der Vollnarkose kein Problem ist?
Wie ist die Wahrscheinlichkeit einer Pneumonie einzuschätzen?

Ich bitte um Experten-Antworten.
Vielen Dank!

VG
Daas1985

Hallo!

Ich bin Krankenpfleger auf einer HNO-Station, mit der Thematik also ein wenig vertraut.
Zum ersten: Prinzipiell ist die OP möglich (selbst wenn es ein MRSA wäre). Jeder dritte bis vierte Deutsche trägt deinen Keim im Nasen-Rachen-Raum ohne zu erkranken, also kein Problem. Solltest Du eine problematische Krankengeschichte haben: Wenn der operierende Arzt vorher Bescheid weiß, kann er sich ggf. auf Komplikationen (die hier aber nicht zu erwarten sein sollten) einstellen und postoperativ vorbeugend ein Antibiotikum verschreiben, um eine Besiedelung des OP-Gebietes vorzubeugen. Aktuell scheinen Deine Infektions- und Entzündungsparameter in Ordnung zu sein, prinzipiell steht der OP nichts im Weg.
Zweitens: Du lässt die OP ambulant durchführen. Mein lieber Scholli. Aber das ist Deine Entscheidung.
Drittens: Ciprofloxacin gegen Staphylokokkus? Habe zur Sicherheit nochmal nachgeschlagen, weil mich das stutzig macht. Staphylos sind sog. grampositive Bakterien (ganz kurz: Gramfärbung ist ein Mittel zur Unterscheidung von Bakterien), Ciprofloxacin wirkt aber gegen gramnegative Bakterien, die bspw. Darmerkrankungen, Harnwegsinfekte, Gallenerkrankungen oder einige Atemwegserkrankungen verursachen. Hast Du da vielleicht etwas verwechselt?
Viertens: Das Risiko einer Lungenentzündung spielt bei jeder OP, jeder Erkrankung mit - und man kann sie auch abseits davon entwickeln. Ohne genauere Infos möchte ich zu diesem Thema nichts weiter sagen außer: Die Gefahr einer Pneumonie besteht immer, ist Risiko einer jeden OP!
Fünftens: Warum klärst Du diese Fragen nicht mit Deinem Hausarzt oder dem HNO-Facharzt der Dich operiert. Ich würde denen mehr Vertrauen schenken als irgendwelchen Fremden im Internet, von denen ich nicht weiß, was die drauf haben und mit welcher Intention die Fragen beantworten. Medizinische Fragen gehören zum Arzt, nicht ins Internet!

schönen Gruß