seriosität anwalt

hallo,

wie würdet ihr die seriosität bzw. das verhalten eines anwaltes beurteilen, der sagt, er würde mit seinem mandanten die vorgehensweise in der angelegenheit z.b. inhalt von anwaltlichen schreiben nicht besprechen, weil der anwalt schließlich der experte sei.

vielen dank für eure meinungen + beste grüße,
schokolinda.

Hallo,

also, ich würde den auf den Mond schicken. Schließlich hält der Mandant den Kopf hin.

Auch wenn ich jetzt Prügel von allen Seiten beziehe, wenn mich ein Anwalt vertritt, geht kein Schreiben raus, ohne das ich es zuvor gelesen habe. Mag unüblich sein, egal, hat mich schon vor viel Schaden bewahrt.

Was die Experten angeht, das Recht ist so umfangreich, da kann keiner überall ein Experte sein. Ein Anwalt der ein Könner auf dem einen Gebiet ist, kann auf dem anderen Gebiet ein blutiger Laie sein.

Gruß

hartmut

wie würdet ihr die seriosität bzw. das verhalten eines

Ich würde die Seriosität des Anwaltes nicht in Frage stellen, aber das trotzdem mit mir nicht machen lassen. Andererseits erwarte ich auch nicht, dass er jeden Handschlag mit mir diskutiert, das ist zeitlich kaum zu regeln.

Hallo,

wie würdet ihr die seriosität bzw. das verhalten eines
anwaltes beurteilen, der sagt, er würde mit seinem mandanten
die vorgehensweise in der angelegenheit z.b. inhalt von
anwaltlichen schreiben nicht besprechen, weil der anwalt
schließlich der experte sei.

Diese Aussage kann man so lesen wie sie da steht, oder mit der eigenen Berufserfahrung auch ganz anders interpretieren. Natürlich ist es nicht OK, wenn ein Anwalt ohne Einbeziehung des Mandanten am heimischen Schreibtisch seine eigene Suppe kocht. Es gibt aber leider recht regelmäßig auch die Situation, dass man es mit Mandanten zu tun hat, die alles (besser) wissen, und sich genau damit dahin gebracht haben, wo der liebe Anwalt sie nun wieder raushauen soll. Und da muss man dann ggf. auch mal deutliche Worte finden, um einem Mandanten klar zu machen, wer hier derjenige ist, der nicht nur meint von Recht eine Ahnung zu haben, sondern diese tatsächlich hat. Und dann muss man den Mandanten auch ggf. klar vor die Wahl stellen, die Sache entweder so anzugehen, wie man dies als Profi für richtig und erfolgversprechend hält, oder gar nicht.

Nebenbei sei zudem ganz vorsichtig darauf hingewiesen, dass Anwälte nicht nur aus Spaß an der Freude arbeiten, sondern auch wirtschaftlich über die Runden kommen müssen, und es gerade bei kleinen Streitwerten einfach nicht drin sitzt, dass man jeden Kleinkram vorab zum Mandanten schickt, damit man hierüber dann stundenlang am Telefon diskutiert, wie dies auch immer mal wieder gerne vorkommt. Auch insoweit muss man ggf. mal das Engagement der lieben Mandantschaft etwas bremsen und in vertretbare Bahnen leiten. Wie geschickt man dies dann verpackt ist natürlich immer auch eine Frage der Tagesform der Beteiligten.

Gruß vom Wiz

Hallo!

Auch wenn ich jetzt Prügel von allen Seiten beziehe, wenn mich
ein Anwalt vertritt, geht kein Schreiben raus, ohne das ich es
zuvor gelesen habe. Mag unüblich sein, egal, hat mich schon
vor viel Schaden bewahrt.

Nein, so unüblich ist das nicht und Problem ist es auch keines, ich bin da meistens ganz froh darüber, wenn auch der Mandant sagt, dass ihm genau dieses Schreiben passt. Es ist aber schlicht und einfach eine Sache der Vereinbarung - manche Mandanten (erfahrungsgemäß die meisten) möchten die Sache einfach möglichst abgeben, andere möchten die Zügel so weit wie möglich selbst in der Hand halten (meiner Erfahrung ist das meistens bei großen Unternehmen der Fall, wo die Rechtsabteilung und die Geschäftsführung mitreden und selbst entscheiden möchte). Beides ist grundsätzlich überhaupt kein Problem, man sollte es nur vorher klar vereinbaren (wobei mE diese Frage vom Anwalt unaufgefordert von sich aus angesprochen werden sollte).

Die vom Wiz genannten oberschlauen halbwahnsinnigen Mandanten, die dann auch noch glauben, dass sie immer Recht haben, gibt es natürlich auch und da wirds immer ein bisschen schwierig…

Gruß
Tom

Gruß
Tom

kleine wortspielereien

wie würdet ihr die seriosität bzw. das verhalten eines
automechanikers beurteilen, der sagt, er würde mit seinem kunden
die vorgehensweise in der angelegenheit z.b. die durchfuehrung der reparatur nicht besprechen, weil der mechaniker schließlich der experte sei.

wie würdet ihr die seriosität bzw. das verhalten eines
arztes beurteilen, der sagt, er würde mit seinem patienten
die vorgehensweise in der angelegenheit z.b. die durchfuehrung der operation nicht besprechen, weil der arzt schließlich der experte sei.

wie würdet ihr die seriosität bzw. das verhalten eines steuerberaters beurteilen, der sagt, er würde mit seinem mandanten
die vorgehensweise in der angelegenheit z.b. die durchfuehrung der steuererklaerung nicht besprechen, weil der steuerberater schließlich der experte sei.

to be continued…

wenn ich meine, ich habe einen zuverlaessigen experten als dienstleister gefunden, dann vertrau ich ihm.

ich habe weder zeit, faehigkeiten, noch lust , mich in sachgebiete einzuarbeiten, fuer deren beherrschung man ggfls. jahrelang studieren muss, und ich stehle meinem dienstleister zeit und nerven.

ich verschaffe mir gern einen „groben“ ueberblick, aber den besorge ich mir extern, um mit meinem bauch mitzuentscheiden, ob alles so laeuft, wie ich das will.

gruss
khs

Hallo,

wie würdet ihr die seriosität bzw. das verhalten eines
anwaltes beurteilen, der sagt, er würde mit seinem mandanten
die vorgehensweise in der angelegenheit z.b. inhalt von
anwaltlichen schreiben nicht besprechen, weil der anwalt
schließlich der experte sei.

Diese Aussage kann man so lesen wie sie da steht, oder mit der
eigenen Berufserfahrung auch ganz anders interpretieren.

oder man fragt, wie es war, bevor man interpretiert.

mit dem anwalt haben wir max. eine halbe stunde gesprochen (erstkontakt) - kostenpunkt: 190 euro. ich glaube, damit kommt man wirtschaftlich ganz gut über die runde. und ich muss für wesentlich weniger geld meine tagesform auf „freundlich“ zusammen reissen, damit mir die kundschaft nicht davon läuft. aber das nur nebenbei.

wir hatten ein schreiben vorformuliert, das nach unserer meinung wichtige ansatzpunkte enthält und die sachlage darstellt. sachlage kennt er noch gar nicht, wir sind neu bei ihm. das schreiben sollte er sich ansehen, ggf. die ansatzpunkte übernehmen und uns dann vor ausgang des schreibens das schreiben zukommen lassen. hat er rundweg abgelehnt, als ob wir einen vogel hätten. und da hab ich mich gefragt: ist das immer so? ich fand es schon so merkwürdig, dass die vollmacht, die er wollte, so umfangreich war.

Ich bin kein Experte, aber ich höre in solchen Fällen gerne auf mein Bauchgefühl. Ich würde mich ungern von jemanden vertreten lassen, der mir ein schlechtes Gefühl gibt. Ein gewisses Vertrauensverhältnis sollte gegeben sein.

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wie würdet ihr die seriosität bzw. das verhalten eines
automechanikers beurteilen, der sagt, er würde mit seinem
kunden
die vorgehensweise in der angelegenheit z.b. die durchfuehrung
der reparatur nicht besprechen, weil der mechaniker
schließlich der experte sei.

wenn er mir sagt: „ich krieg 400 euro, aber fragen sie mich nicht, was ich mit ihrem auto gemacht habe“… nicht so gut.

wie würdet ihr die seriosität bzw. das verhalten eines
arztes beurteilen, der sagt, er würde mit seinem patienten
die vorgehensweise in der angelegenheit z.b. die durchfuehrung
der operation nicht besprechen, weil der arzt schließlich der
experte sei.

wenn er mir sagt: „sie werden mir operiert, aber mehr sag ich ihnen nicht“… auch nicht so gut.

wie würdet ihr die seriosität bzw. das verhalten eines
steuerberaters beurteilen, der sagt, er würde mit seinem
mandanten
die vorgehensweise in der angelegenheit z.b. die durchfuehrung
der steuererklaerung nicht besprechen, weil der steuerberater
schließlich der experte sei.

wenn er mir sagt, dazu bräuchte er von mir eine bankvollmacht und ich dürfte nicht fragen, warum…

wenn ich meine, ich habe einen zuverlaessigen experten als
dienstleister gefunden, dann vertrau ich ihm.

ich frag mich nur, wie vertrauenswürdig ein dienstleister ist, wenn er nicht mal grobe auskunft geben will.

ich habe weder zeit, faehigkeiten, noch lust , mich in
sachgebiete einzuarbeiten, fuer deren beherrschung man ggfls.
jahrelang studieren muss, und ich stehle meinem dienstleister
zeit und nerven.

stimmt.

ich verschaffe mir gern einen „groben“ ueberblick, aber den
besorge ich mir extern, um mit meinem bauch mitzuentscheiden,
ob alles so laeuft, wie ich das will.

wenn du aber nichts zu entscheiden hast, weil der dienstleister für dich entscheiden will?

Hallo!

wir hatten ein schreiben vorformuliert, das nach unserer
meinung wichtige ansatzpunkte enthält und die sachlage
darstellt. sachlage kennt er noch gar nicht, wir sind neu bei
ihm. das schreiben sollte er sich ansehen, ggf. die
ansatzpunkte übernehmen und uns dann vor ausgang des
schreibens das schreiben zukommen lassen. hat er rundweg
abgelehnt, als ob wir einen vogel hätten.

Ich weiß, Vorurteile sind gefährlich, daher schreibe ich jetzt eindeutig, dass ich ein Vorurteil schreibe, das nicht unbedingt auf jeden Einzelfall passen muss:

Ich kenne Schreiben, die mir mit exakt (fast wortgleich) dieser Erklärung übergeben wurden, wobei interessanterweise die Erklärung fast immmer (fast wortgleich) die gleiche ist, sobald irgendjemand mit solchen Schreiben daher kommt. Ebenso fast immer exakt gleich ist, dass ich ohne die Sachlage zu kennen bereits nach dem Lesen des ersten Satzes eines solchen Schreibens weiß, dass es vollkommener Mumpitz wäre so etwas zu schreiben. Allerdings ist auch der Charakter der Mandanten fast immer gleich, so eine Art Kombination aus rechtlicher Unkenntnis, Unsachlichkeit bei gleichzeitig weitgehender Beratungsresistenz.

Wie gesagt ein Vorurteil, aber auch Erfahrung… Im Übrigen darf der Anwalt es ablehnen, wenn er es nicht will. Der Anwalt ist zwar sachlich weisungsgebunden, aber er muss ja kein Mandat annehmen, das er aus bestimmten Gründen nicht möchte - so gesehen ist das alles ganz normal.

Gruß
Tom

noch ein beispiel–bin von einer international tätigen kanzlei in einer vermögenssache vor einem OLG vertreten worden und ich hatte von anfang an das gefühl:hier wird nix bei rum kommen–die machen das nur,weil nach BRAGO abgerechnet werden kann und zahlen tut die rechtsschutz.
es ist genau so gekommen,hat über 11000€ gekostet.
alle schreiben allerdings,wurde mir VORHER zur prüfung vorgelegt.

Hallo,

wir müssen mal vom Ansatz her zwischen den Mandanten unterscheiden. Eine Gruppe die wie gesagt am liebsten mit nichts behelligt werden will. Da mag es zutreffen das der Anwalt alles regelt. Ist dann ja auch so gesehen kein Problem.

Die andere Gruppe die sich selber wenigstens um die Grundlagen kümmert, und damit auch die Richtung bestimmen kann. Die sich dann noch vom Anwalt beraten lassen. Das Internet bietet ja eine Unzahl von Informationen, und in diversen Foren kann wenn etwas nicht verstanden wurde, einfach nachgefragt werden.

Um jetzt den Beitrag von Wiz ( Hallo Wiz ) einzubeziehen. Natürlich gibt es auch Mandanten die mit unsinnigen Vorstellungen kommen, weil sie eben mal was irgendwo am Stammtisch etwas aufgeschnappt haben. Dennoch bestimmt der Mandant immer noch die Richtung, da würde ich, wenn ich Anwalt wäre ihm eben den Rat geben den Anwalt wechseln. Der Ruf einer Kanzlei geht schnell verloren, auch bei der Gegenseite, wenn mit halbseidenen Versuchen gearbeitet wird. Das ist für künftige Kontakte wichtiger, als ein Mandant mehr oder weniger. Zumal es da wohl kein im Endeffekt zufriedener Mandant sein wird, was sich auch wieder dann auf die Mundpropaganda auswirkt.

Das auch Anwälte wirtschaftlich denken müssen, keine Frage. Ihnen sei ihr Einkommen wie jedem anderen, arbeitendem Menschen gegönnt. Nur, und das sind jetzt meine Beobachtungen, warum bereiten sich dann Anwälte nicht auch mal auf ihre Besucher vor. Oft genug wird da wieder bei Adam und Eva angefangen, was völlig unnötig Zeit kostet, und der Mandant merkt, seit dem letzten Besuch hat sich überhaupt nichts getan, und nächste Woche ist Verhandlung. Dann wird dem Mandant noch schnell vor der Verhandlung gesagt, machen wir doch einen Vergleich. Hat mir unnötig Geld gekostet.
Das ist leider meine Erfahrung.

Es geht auch anders, letztes Jahr hatte ich einen Motorradunfall. Bin dann nachdem ich mit dem Anwalt telefoniert habe zu ihm gegangen. Der Mann war bestens vorbereitet, hatte schon ähnliche Fälle durchgesehen, es gab aber keinen der passte, es gibt in der Richtung kein Urteil. Dann haben wir alles durchgesprochen, nach 30min war alles erledigt. Weitere Besuche gingen dann etwa 5min bis alles durchgesprochen war. Die Verhandlungen mit der gegnerischen Versicherung hart aber fair geführt, was auch nur möglich durch den Ruf der Kanzlei war.
So stelle ich mir das vor.

Das Geld hat Anwalt 1 bekommen mit viel Zeiteinsatz, Anwalt 2 hat sein Geld verdient mit Fleiß, so sehe ich es als Mandant.

Gruß

hartmut

Hallo,

oder man fragt, wie es war, bevor man interpretiert.

das geht leider nicht, da wir hier ja keine konkrete Rechtsberatung in tatsächlich so vorgefallenen Lebenssachverhalten geben, sondern uns nur rein theoretisch mit möglichen, ganz abstrakten Fragestellungen beschäftigen.

mit dem anwalt haben wir max. eine halbe stunde gesprochen
(erstkontakt) - kostenpunkt: 190 euro. ich glaube, damit kommt
man wirtschaftlich ganz gut über die runde.

Klar, weil der liebe Kollege dann ja auch 1:1 das Schreiben des Mandanten nur noch unterschreiben und in einen Umschlag zu stecken braucht. Außerdem steckt er sich die € 190,-- natürlich auch gleich schwarz in die Geldbörse. Altersvorsorge, Versicherungen, Miete, Personal, Bürotechnik gibt es ja schließlich auch für umme, und vor der Frechheit, dass ein selbständiger Akademiker mit jahrelangem Studium und vollem geschäftlichen Risiko tatsächlich unter dem Strich etwas mehr raus haben will, als ein angelernter Hilfsarbeiter sei bloß der heilige Sozialismus vor.

und ich muss für
wesentlich weniger geld meine tagesform auf „freundlich“
zusammen reissen, damit mir die kundschaft nicht davon läuft.
aber das nur nebenbei.

Über Freundlichkeit im konkreten Fall kann man streiten, das ist aber kein Thema für eine rechtliche Bewertung.

wir hatten ein schreiben vorformuliert, das nach unserer
meinung wichtige ansatzpunkte enthält und die sachlage
darstellt. sachlage kennt er noch gar nicht, wir sind neu bei
ihm. das schreiben sollte er sich ansehen, ggf. die
ansatzpunkte übernehmen und uns dann vor ausgang des
schreibens das schreiben zukommen lassen.

Na dann wird er sich hoffentlich nicht mit den € 190,-- für eine Erstberatung zufrieden geben, denn dann kommt ja doch noch etwas mehr Arbeit auf den lieben Kollegen zu.

hat er rundweg
abgelehnt, als ob wir einen vogel hätten. und da hab ich mich
gefragt: ist das immer so? ich fand es schon so merkwürdig,
dass die vollmacht, die er wollte, so umfangreich war.

Auf beiden Seiten macht der Ton die Musik. Dazu kann man hier aber nun mal nicht viel sagen. Wie bereits ausgeführt, gibt es sicherlich auch Kollegen, die sich überheblich aufführen und Mandantschaft so behandeln, als ob sie nur störendes Beiwerk wäre.

Wenn man die andere Seite der Geschichte aus täglichem Erleben kennt weiß man aber auch, dass es auch für den gutmütigsten Kollegen einfach Grenzen gibt. Und wenn - wie oft genug zu beobachten - sich Leute schon um Kopf und Kragen gebracht haben, und dann immer noch meinen, es besser als der berufserfahrene Kollege zu wissen, dann mag es schon mal sein, dass Kollegen auch etwas knapper in ihren Formulierungen werden.

Gruß vom Wiz

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Eine „international tätige Kanzlei“, die nach BRAGO (jetzt RVG) abrechnet? Meine Güte, die Armen müssens nötig gehabt haben…
Dea

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tag :o)

noch ein beispiel–bin von einer international tätigen kanzlei
in einer vermögenssache vor einem OLG vertreten worden und ich
hatte von anfang an das gefühl: hier wird nix bei rum
kommen

warum hast du dann geklagt ? weil´s „eh“ die versicherung zahlt ?

naja, jeder wie er glaubt …

tiger

weil ich mit meinem ansinnen,von der rechtsschutz direkt was zu bekommen,leider nicht durch gekommen bin.

glaub ich auch,die hattens nötig.

Hallo allerseits!

Als ich die Ausgangsfrage las, dachte ich mir schon, dass es sich wahrscheinlich um einen beliebten Fall des vorformulierten Schreibens handelt. Leute, die mit so etwas ankommen, glauben sogar oft noch, dem Anwalt damit einen Gefallen zu tun, weil sie ihm ja sämtliche Arbeit abnehmen und er nur noch unterschreiben muss. Und da sind wir wieder bei den Beispielen: Natürlich bespreche ich gerne mit dem Mechaniker, was er zu tun gedenkt, und ich erwarte auch vom Arzt, dass er mir die Grundzüge der bevorstehenden Operation erläutert. Aber ich rede niemandem in seine Arbeit rein, ich käme nicht mal auf die Idee, dem Nudelkoch in der Pizzeria nebenan vorschreiben zu wollen, in welcher Reihenfolge er die Zutaten für meine Soße in die Pfanne wirft, obwohl ich für mich reklamiere, mich mit der Materie ein wenig auszukennen.

Für mich ist ein guter Anwalt auch einer, der in jedem Stadium seiner Tätigkeit die Mandantschaft in verständlicher Weise darüber informiert, was gerade passiert und was das bedeutet. Die Formulierungen allerdings lässt er sich nicht vorschreiben. Worunter mein Name steht, das habe ich geschrieben. Und oft ist es schwierig, dem Mandanten mit blumigen Worten zu umschreiben, dass man sich mit seinem Text bei Kollegen und Gericht schlichtweg lächerlich machen würde und schon gar keine Chance hätte, irgendetwas zu erreichen.

Was ich leider auch schon erlebt habe, ist ein anderes Extrem - „Servicewüste als Qualitätsmerkmal“ möchte ich es mal nennen. So unterhielt ich mich mal mit einem Gegner und fragte ihn, wieso er denn so verständnisvoll und kooperationsbereit sei, während von seinem Anwalt eine Unwahr- und -verschämtheit nach der anderen eintrudele. darauf dieser nicht ohne Stolz: „Der kann mir doch nicht alles vorher zeigen, da hat der doch gar keine Zeit für.“

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Hallo!

Die andere Gruppe die sich selber wenigstens um die Grundlagen
kümmert, und damit auch die Richtung bestimmen kann. Die sich
dann noch vom Anwalt beraten lassen.

Ja das ist ja auch in Ordnung.

Das Internet bietet ja
eine Unzahl von Informationen, und in diversen Foren kann wenn
etwas nicht verstanden wurde, einfach nachgefragt werden.

Das ist dann schon viel problematischer - etwas zu lesen und dann im Zusammenhang auch noch richtig anzuwenden und zu verstehen ist nunmal nicht so einfach. Schlimmer ist es noch, wenn irgendwer anderer etwas gekriegt hat und der Mandant etwas nicht kriegt. Mein Freund X hat die Aufenthaltsgenehmigung ja auch bekommen, daher kriege ich die auch - das die Situation aus rechtlicher Sicht vollkommen anders ist wollen dann viele nicht wahr haben. (Das ist dann die Kategorie von Mandanten, die bereits zuvor zehn Anwälte gefragt haben und bereits den Bundespräsidenten, die Volksanwaltschaft und die Parlamentsfraktionen informiert haben - das ist kein Witz, ich hab das schon erlebt, dass mir jemand so eine Liste vorgelegt hat)

Um jetzt den Beitrag von Wiz ( Hallo Wiz ) einzubeziehen.
Natürlich gibt es auch Mandanten die mit unsinnigen
Vorstellungen kommen, weil sie eben mal was irgendwo am
Stammtisch etwas aufgeschnappt haben.

Mit dem Stammtisch hat das eigentlich nichts zu tun, sondern mit gewissen Eigenschaften dieser Personen und so wenige sind das nun auch wieder nicht. Es gibt eben Leute, die bräuchten einen Psychiater. Weil sie aber dieses Bedürfnis (noch) nich selbst erkennen gehen sie zum Anwalt und vor Gericht. Das ist zwar jetzt etwas böse gesagt, ist aber leider so.

Dennoch bestimmt der
Mandant immer noch die Richtung,

Ja sicher, das steht denke ich außer Frage.

da würde ich, wenn ich Anwalt
wäre ihm eben den Rat geben den Anwalt wechseln. Der Ruf einer
Kanzlei geht schnell verloren, auch bei der Gegenseite, wenn
mit halbseidenen Versuchen gearbeitet wird.

Ja, bei der Gegenseite kann man sich eben auch lächerlich machen, wenn man derartige dubiose Schreiben verschickt…

Das ist für
künftige Kontakte wichtiger, als ein Mandant mehr oder
weniger.

So ist es.

Zumal es da wohl kein im Endeffekt zufriedener
Mandant sein wird, was sich auch wieder dann auf die
Mundpropaganda auswirkt.

Volle Zustimmung.

Das auch Anwälte wirtschaftlich denken müssen, keine Frage.
Ihnen sei ihr Einkommen wie jedem anderen, arbeitendem
Menschen gegönnt. Nur, und das sind jetzt meine Beobachtungen,
warum bereiten sich dann Anwälte nicht auch mal auf ihre
Besucher vor.

Verstehe ich auch nicht, ist leider manchmal so.

Oft genug wird da wieder bei Adam und Eva
angefangen, was völlig unnötig Zeit kostet, und der Mandant
merkt, seit dem letzten Besuch hat sich überhaupt nichts
getan, und nächste Woche ist Verhandlung. Dann wird dem
Mandant noch schnell vor der Verhandlung gesagt, machen wir
doch einen Vergleich. Hat mir unnötig Geld gekostet.
Das ist leider meine Erfahrung.

Dazu kann ich wiederum nichts sagen, man muss den Fall schon kennen, um beurteilen zu können, ob ein Vergleich geschlossen werden sollte oder nicht.

Es geht auch anders, letztes Jahr hatte ich einen
Motorradunfall. Bin dann nachdem ich mit dem Anwalt
telefoniert habe zu ihm gegangen. Der Mann war bestens
vorbereitet, hatte schon ähnliche Fälle durchgesehen, es gab
aber keinen der passte, es gibt in der Richtung kein Urteil.

Naja, nicht so ungewöhnlich.

Dann haben wir alles durchgesprochen, nach 30min war alles
erledigt. Weitere Besuche gingen dann etwa 5min bis alles
durchgesprochen war. Die Verhandlungen mit der gegnerischen
Versicherung hart aber fair geführt, was auch nur möglich
durch den Ruf der Kanzlei war.
So stelle ich mir das vor.

Ja so sollte es auch sein.

Ich hab durchaus Verständnis für Kritik, die oft an Anwälten geübt wird, nur leider sind viele Anwälte nicht so weit, dass sie verstehen, dass das Feedback ihrer Mandanten wichtig für sie ist. Manchen fehlt da wirklich die einfachste unternehmerische Kompetenz. Nur das Schild vor die Tür hängen ist halt zuwenig.

Gruß
Tom

1 „Gefällt mir“

Hallo!

Na dann sind ja wohl nicht die Anwälte schuld! Da muss man schon sagen, dass das was du hier schreibst ziemlich unverschämt ist.

Gruß
Tom