Serotonin

Hallo Wissende,
Ich meine zu wissen, dass: Depressionen vom Serotonin/Dopamin-Gleichgewicht resp. Ungleichgewicht abhängen. Die Serotonin-Produktion in den zuständigen Neuronen ist mangelhaft. Dann verschreibt die Psychiatrie z.B. Seroquel etc. Ich meine, wenn ein Organ (und das ist auch ein Neuron)durch Medis nicht mehr gefordert wird verkümmert es. Somit ist der Teufelkreis eröffnet !
Stimmt meine Annahme ?
Mit Gruss: harta

Hallo,

die Frage nach der Ursache von Depression ist bislang immer noch ungeklärt. Richtig ist allerdings, daß Antidepressiva in den Neurotransmitter-Haushalt im Gehirn eingreifen und dies v.a. im serotonergen bzw. noradrenergen System. Die meisten Antidepressiva hemmen die Wiederaufnahme von Serotonin und / oder Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt, so daß die Neurotransmitter länger an die postsynaptischen Rezeptoren binden können. Richtig ist auch, daß es dadurch zu Veränderungen der Rezeptoren kommt. Inwieweit Du hier einen Teufelskreis siehst, ist mir nicht ganz klar.

Beste Grüße

endogene und exogene Depressionen
Hallo,

die Frage nach der Ursache von Depression ist bislang immer
noch ungeklärt.

Deine Angabe verstehe ich nicht und kann ich nicht bestätigen
Soweit ich informiert bin, sind die Ursachen von Depressionen sehr wohl bekannt und reichlich erforscht und werden diese n.a. grob in endogene und exogene Depressionen strukturiert.

Beste Grüße
Sophia

Hallo,

Soweit ich informiert bin, sind die Ursachen von Depressionen
sehr wohl bekannt

nein, das ist nicht richtig. Es gibt zwar eine ganze Reihe von Theorien zur Entstehung von Depression, in denen verschiedene Bedingungsfaktoren angenommen werden. Die tatsächlichen Ursachen der Depression sind aber bis heute nicht bekannt.

reichlich erforscht

Es ist richtig, daß zu der Frage der Genese Forschung betrieben wird.

und werden diese
n.a. grob in endogene und exogene Depressionen strukturiert.

Das ist eine veraltete Kategorisierung von Depressionen.

Neuere Informationen findest Du auf meiner Website:

http://www.verhaltenswissenschaft.de/Psychologie/Psy…

Beste Grüße

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Erforschte Ursachen von Depressionen
Hallo,

danke für Deine hilfreiche Rückantwort, die mich anregt, mich näher mit den Ursachen von Depressionen zu beschäftigen

Soweit ich informiert bin, sind die Ursachen von Depressionen
sehr wohl bekannt

nein, das ist nicht richtig. Es gibt zwar eine ganze Reihe von
Theorien zur Entstehung von Depression, in denen verschiedene
Bedingungsfaktoren angenommen werden. Die tatsächlichen
Ursachen der Depression sind aber bis heute nicht bekannt.

Es ist richtig, daß zu der Frage der Genese Forschung
betrieben wird.

Neuere Informationen findest Du auf meiner Website:
http://www.verhaltenswissenschaft.de/Psychologie/Psy…

Danke für den Link, werde Deine website studieren.

Dir auch beste Grüße
Freundlichst
Sophia

Hallo,

Die meisten
Antidepressiva hemmen die Wiederaufnahme von Serotonin und /
oder Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt, so daß die
Neurotransmitter länger an die postsynaptischen Rezeptoren
binden können. Richtig ist auch, daß es dadurch zu
Veränderungen der Rezeptoren kommt. Inwieweit Du hier einen
Teufelskreis siehst, ist mir nicht ganz klar.

Dann helfe ich Dir mal auf die Sprünge: was der Ursprungsposter meint ist doch wohl, daß durch die Substitution dem körpereigenen Gewebe die Serotoninproduktion abgewöhnt wird. So ganz abwegig ist der Gedanke ja nicht. Aber da nach einer längeren Antidepressivagabe und dem darauffolgenden Absetzten i.d.R die Depression trotzdem vorbei ist (was eine Wiederkehr aber nicht ausschließt), ist zu vermuten, daß es ganz so einfach nun doch nicht ist.

Beste Grüße

Avera

Hallo Harta,

Ich meine, wenn ein Organ (und das ist auch ein
Neuron)durch Medis nicht mehr gefordert wird verkümmert es.
Somit ist der Teufelkreis eröffnet !
Stimmt meine Annahme ?

Nein, sie stimmt so nicht. Ich verstehe Zurückhaltung bei der Vergabe und Einnahme jedweder Medikamente, zu oft geschieht das zu schnell. Aber die Erfahrung der Mediziner und der Betroffenen zeigt deutlich, daß Antidepressiva den an Depression erkrankten Menschen helfen. Sie werden wieder gesund, was auch beinhaltet, daß nach dem Absetzten des Medikamentes die körpereigenen Regularien wieder und weiter funktionieren. Leider ist es aber so, daß Depressionen gerne wieder kommen.

Es ist mitunter fahrlässig, auf Antidepressiva verzichten zu wollen, weil man sie für schlecht hält, das endet nämlich gerne mal im Suizid. In meinem persönlichen Umfeld habe ich zwei Beispiele erleben müssen, ein versuchter und zum Glück mißlungener Suizid während der „Einschleichphase“ (Aktivität steigt, aber die Stimmungslage noch nicht) und ein erfolgreicher, nach der bewußten Entscheidung auf medikamentöse Hilfe zu verzichten.

Beste Grüße

Avera

Hallo,

Dann helfe ich Dir mal auf die Sprünge: was der
Ursprungsposter meint ist doch wohl, daß durch die
Substitution dem körpereigenen Gewebe die Serotoninproduktion
abgewöhnt wird. So ganz abwegig ist der Gedanke ja nicht.

als Hypothese nicht, das ist richtig. Allerdings ist die dieser Hypothese zugrundliegende Annahme des Ursprungsposters, daß Depression durch eine zu niedrigere Serotoninproduktion verursacht wird, fraglich. Denn es wird in der Literatur nicht nur eine zu niedrige Serotoninproduktion diskutiert, sondern auch, daß die Wiederaufnahme des Serotonin in die präsynaptische Zelle zu schnell stattfindet oder die Bindungsfähigkeit der postsynaptischen Serotoninrezeptoren erniedrigt ist. Vor diesem Hintergrund ist meine Antwort anm den Ursprungsposter zu verstehen:

Die meisten Antidepressiva hemmen die Wiederaufnahme von Serotonin und :confused: oder Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt, so daß die :Neurotransmitter länger an die postsynaptischen Rezeptoren binden :können. Richtig ist auch, daß es dadurch zu Veränderungen der :Rezeptoren kommt.

Antidepressiva erhöhen also nicht die Produktion der angesprochenen Transmitter, sondern deren Verfügbarkeit im synaptischen Spalt. Die Wirksamkeit der Antidepressiva ist daher kein Beleg für die Hypothese einer zu niedrigen Neurotransmitterproduktion.

Summa summarum: Es ist in der Tat alles nicht so einfach.

Beste Grüße

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