Sesselrad ja oder nein?

Ich bin begeisterter Reiseradler und schon in die Jahre gekommen. Jetzt hat mich ein Zipperlein von einer unerwarteten Seite erwischt. Ich musste eine Radreise im letzten Sommer wegen starker Schulterschmerzen abbrechen.
Jetzt trage ich mich mit dem Gedanken, mir einen Langlieger mit Untenlenker zuzulegen.
Ich erhoffe mir davon, daß meine Schultern bei einem Untenlenker durch die natürliche Haltung der Arme nicht so stark belastet werden.
Es soll ein Langlieger sein, weil ich ihn nicht im Stadtverkehr sondern vorwiegend auf Langreisen einsetzen will.
Eigentlich gibt es auf dem deutschen Markt wohl nur 2 Hersteller dafür, Radius und Ostrad.
Ostrad ist doppelt so teuer als das vergleichbare Produkt von Radius. Lohnen sich die enormen Mehrkosten?
Noch etwas anderes macht mich am Sinn eines Sesselrades zweifeln: Irgendwo habe ich gelesen, daß die Bahn Langräder vom Transport ausschließt. Das ist aus Sicht der Bahn verständlich, da die Dinger doch recht sperrig sind.
Aber für einen Reiseradler wäre es fatal, wenn sein Rad vom Bahntransport ausgeschlossen ist.
Da stehe ich nun und weiß nicht, was ich tun soll.
Wer weiß Rat und kann mich trösten?

Hersteller
Ob die DB genau so fahrradfeindlich ist wie die ÖBB, weiß ich natürlich nicht, aber das mit den 2 Herstellern halte ich für ein Gerücht. Schau mal zB auf

http://www.fahrradstudio.at/liegerad.htm

um einen Eindruck zu bekommen.

Radius ist auf jede Fall okay.

Gruß
Benjamin

Es soll ein Langlieger sein, weil ich ihn
nicht im Stadtverkehr sondern
vorwiegend auf Langreisen
einsetzen will.

Man kann doch auch mit Kurzliegern hervorragend Langreisen durchführen. Die Lenkung ist dann zwar nicht gar so gemütlich, aber die Wendigkeit und das geringere Gewicht kommt einem trotzdem zugute.
Außerdem ist die Auswahl größer.
Ansonsten: Radius ist wirklich in jedem Falle OK

Bin überzeugt, dass dir ein kurzlieger auch liegen würde… aber dafür gibt es ja die Spezi 2000 (http://www.haasies-radschlag.elch.net/start.htm) Spezialradmesse. Kann ich nur empfehlen, da findest du auf einem haufen alles was rang und namen hat in der szene, und auch einen kurzen parcour zum testen. aber: wenig langlieger, kann mich kaum an einen erinnern, weil ich nur auf die kurzen geschaut habe :smile:
untenlenker ist top! fahre selbst ein quantum toxy mit solchem lenker.
gruß
christof

Das mit dem Untenlenker ist so ne Sache, ich finds wichtig, dass man das Rad auch mal schieben kann. Wichtig auf Tief-Sand, Matsch oder in der Fussgängerzone.
Ich besitze einen Oben- und einen Unten-Lenker, die Schulterbelastung halte ich für etwa gleich, da man keine Kraft über den Lenker in das Rad einleitet. Wichtiger, gerade bei Touren, ist die Möglichkeit zum Freihändigfahren, was nicht bei allen Konstuktionen möglich ist.

Gruß

Martin

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Das mit dem Untenlenker ist so ne Sache,…

Ganz richtig, das mit der schulterbelastung. aber es kommt erschwerend dazu, dass man beim obenlenker im regen zwei regenrinnen am unterarm hat :smile:
mein toxy lässt sich (auf festem untergrund) einwandfrei schieben (am schalensitz anpacken, lenken durch leichtes kippen).
freihändiges fahren… das geht m.W. nur mit dem flevo (wenn man’s kann), dafür kann man mit dem lieger viel leichter einhändig anfahren (papiersack zum recycling bringen).
liee wohl!
christof

Achte darauf, dass man das Rad schieben kann. Wichtig in Fussgängerzonen, Matsch oder Tiefsand.
Freihändigfahren sollte bei einem Tourer möglich sein, sonst nützt auch die ergonomischste Fahrerhaltung nichts wenn man den Lenker nicht loslassen kann.

Gruß

Martin

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Mein scheiß Explorer hat nicht Aktualisiert!

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Das mit dem Untenlenker ist so ne Sache,
ich finds wichtig, dass man das Rad auch
mal schieben kann. Wichtig auf Tief-Sand,
Matsch oder in der Fussgängerzone.

Ja, das ist wirklich wichtig. Auch am Berg muß solch ein Rad gut zu schieben sein. Vor allen mit Gepäck. Nicht alle haben den Ehrgeiz, im Sattel die Passhöhe zu erreichen.
Mit Passhöhe sind nicht unbedingt die Alpenpässe gemeint. Auch in meinem heimischen Sauerland gibt es manchmal ganz kräftige Anstiege.

Ich besitze einen Oben- und einen
Unten-Lenker, die Schulterbelastung halte
ich für etwa gleich, da man keine Kraft
über den Lenker in das Rad einleitet.

Da magst Du ja recht haben. Vor allem, weil Du ja Erfahrung mit beiden Konstruktionen hast.

Wichtiger, gerade bei Touren, ist die
Möglichkeit zum Freihändigfahren, was
nicht bei allen Konstuktionen möglich
ist.

Wozu Freihändigfahren?
Wenn ich mal beide Hände frei haben will, halte ich einfach an.

Ich bin in letzter Zeit doch wieder etwas unschlüssig geworden.
Jemand hat mir gesagt, daß man Sesselräder mit diesen Spezialschuhen, mit denen man sich in die Pedalen einklinkt, fahren muß.
Die Füße rutschen sonst bei einem Schlagloch gleich von den Pedalen.
Ich bin ein alter Mann und habe gewisse Ängste, mich fest an mein Fahrad anzudocken.

Außerdem habe ich noch eine andere Scheu: Wie ich mich schon geoutet habe, bin ich ein alter Mann und da möchte man nicht als „Bunter Hund“ durch die Gegend fahren.

Jochen Schmidtke, der Unentschlossene.

Ich glaube, ich werde mal bei Radiant nachfragen, ob ich solch ein Rad mal für eine Woche mieten und damit durchs Münsterland Probefahren kann.

Wozu Freihändigfahren?
Wenn ich mal beide Hände frei haben will,
halte ich einfach an.

ganz richtig, ausserdem ist freihändig fahren nur auf normalrädern „nötig“ um einmal die hände/schultern/kreuz zu entlasten…

Jemand hat mir gesagt, daß man
Sesselräder mit diesen Spezialschuhen,
mit denen man sich in die Pedalen
einklinkt, fahren muß.
Die Füße rutschen sonst bei einem
Schlagloch gleich von den Pedalen.
Ich bin ein alter Mann und habe gewisse
Ängste, mich fest an mein Fahrad
anzudocken

das ist verständlich, ich hatte auch diese angst. jetzt habe ich solche pedale und klinke sie nur „überland“ ein. ansonsten, kann man sie umdrehen und auch mit normalschuhen fahren.
das abrutschen ist aber m.e. keine sehr große gefahr, mein tourenfreund hat keine klickpedale und fährt genauso gut (auf rutschfestigkeit zw. pedal und schuh besonders achten)

Außerdem habe ich noch eine andere Scheu:
Wie ich mich schon geoutet habe, bin ich
ein alter Mann und da möchte man nicht
als „Bunter Hund“ durch die Gegend
fahren.

das ist wirklich ein problem, das bunter-hund-image begleitet dich auf jedem meter. manchmal braucht man da auch eine dicke haut (es hat sich auch schon einmal ein autofahrer vielsagend an die stirn getippt und schlimmeres). oft wird man auch gefragt, ob das ein behindertenfahrzeug ist, etc.
Auffallend finde ich die unterschiedlichen reaktionen bei männern und frauen. männer tun oft so, als ob sie einen nicht gesehen hätten (nur keine neugier zeigen!) - frauen lächeln meist, wobei ich es als freundlich und interessiert interpretiere.
Viel geduld ist erforderlich, weil immer wieder die selben fragen kommen - erstaunlicherweise werde ich oft gefragt, ob das nicht unbequem sei?!
abschliessend möchte ich nochmals auf die messe in germersheim hinweisen - dort kann man sich wirklich an einem tag übersicht verschaffen und die praxis erleben. auch die atmosphäre dort finde ich gut - niemand will da mit gewalt geschäfte machen, beratung ist wirklich im vordergrund.
Christof