Setting für einen datensicheren ArbeitsPC

Nachdem letztens meine Festplatte zusammengebrochen ist und ich nur durch Zufall alle Daten gerade gesichert hatte, wollte ich nun mal ein ordentliches System zusammenbauen. Wer kann mir einen Tip geben, wie ich das mache? Es geht um im Moment 10 GB Arbeitsdaten, 20-30 GB sollten nach oben aber schon frei bleiben. Davon sind etwa 100 MB im aktiven Gebrauch, der Rest sind abgeschlossene Projekte. Hatte vorher eine SSD, auf der alles unverschlüsselt drauf war und sicherte das Ganze hin und wieder auf externe Festplatten. Am liebsten wäre mir nun gewesen, einfach zwei SSDs zu spiegeln und komplett zu verschlüsseln. Geht aber nicht, da das Motherboard kein Raid kann und eine PCI Karte, die SATA3 unterstützt zu teuer wäre, soweit ich gesehen habe. Was also tun. Dachte z.B. schon an USB-Sticks, die ich permanent als Datentank dranhänge, oder ein NAS oder zwei HDDs einbauen und von SSD booten. Was habt ihr so für Lösungen?

Hallo,

Ich beschäftige mich schon sehr lange, mit diesem Problem … seit ca 2 Jahren, habe ich es praktisch vollkommen gelösst!

Der erste Schritt ist es, dass man, die auf der Festplatte, zu findenden Daten und auch Systemdateien, danach sortiert, dass man zwischen unwiederbringlichen Daten, weniger wichtigen Daten und unwichtigen Daten unterscheidet.

Ich habe alles in 5 Gruppen aufgeteilt.

Unwichtige Daten sichere ich gar nicht oder nur auf dem NAS, Systemdaten und Programme (kann man notfalls wieder besorgen … das kostet aber Zeit) sichere ich auf einem niedrigen Niveau (einmal auf dem NAS). Filme /Ebooks werden ebenfalls nur einfach gesichert … Daten die leicht wiederzufinden sind (oder auf die man verzichten kann) haben dann das nächste Niveau) … und zuletzt, kommen die unwiederbringlichen Daten (wichtige Fotos, Buchhaltung,…).

Durch diese Einstufung reduziert sich, die Menge, der zu sichernden Daten.

Alle Daten werden dann auf einem NAS (auf gespiegelten Festplatten) gesichert. Auch die Unwichtigen. Das NAS hat Platz, für mindestens 4 Festplatten … Zwei sind die ständige Datensicherung und zwei dienen dazu die 3 wichtigsten Dateigruppen, nochmals, alle paar Wochen, zu sichern. Die Daten, die zur Gruppe „unwiederbringlich“ gehören, sind in zwei Truecrypt Containern (einer für die aktuellen Daten und einer für Archiv-Daten) gesichert. Der Container, für die unwiederbringlichen, aktuellen Daten ist auf meinen Notebooks und auf den beiden ersten Disks vom NAS. Dazu gibt es eine Sicherungskopie auf dem zweiten NAS Festplatten Raid Set und eine zusätzliche Kopie auf einem Cloud Server (zum Beispiel Dropbox … hier gibt es 2 GB Speicherplatz gratis http://db.tt/rXE0DEx ) Eine zweite Kopie gibt es noch auf dem Cloud Server von WUALA.

Damit sind alle unwiederbringlichen Daten auf mehreren Computern gesichert.

Auf meinem Notebook hat es nur aktuelle Daten in einem Truecrypt-Container … da kommt niemand ohne Passwort dran. Und selbst wenn meine Hütte abbrennt, kann ich mir immer noch alle wichtigen Daten von Dropbox und Wuala herunterladen.

Das Sichern auf Cloud Servern ist sehr rationell, wenn man die wichtigen Daten strikt, nach aktuellen Daten und nach Archivdaten sortiert. Dadurch, dass diese Daten dann in mindestens 2 Truecrypt Containern sind, ist die Grösse, von jedem Container, recht klein und dadurch, dass diese Container verschlüsselt sind, kann auch niemand, an die Dateien, der den Schlüssel nicht hat.

Alle anderen Methoden haben sich als unsicher erwiesen. Die Unsicherheit kommt auch in einem grossen Masse davon, dass niemand ständig grosse Datenmengen sichert. Kleinere Datenmengen, lassen sich viel rationeller sichern.

Bei NAS Geräten habe ich herausgefunden, dass es mindestens 4 Festplatteneinschübe haben sollte … ich habe ein QNAP mit 4 Festplatten, das läuft ganz toll und ich habe auch noch ein Synology-NAS, was aber nur 2 Festplatten hat … auch das läuft gut, aber man kann keine Daten, auf ein zweites Raidset kopieren.

Externe Festplatten, insbesondere USB Festplatten, haben sich als unzuverlässig geoutet. Als Medium für Sicherheitskopien, sind die nicht brauchbar. Auch USB Sticks sind bei mir nur als Speichermedium für Kopien im Einsatz.

Viele Grüsse,
John

Hallo John,
vielen Dank für die klasse und ausführliche Antwort. Tendiere nun tatsächlich zu einem NAS, mal sehen, was ich mir so leisten kann. Allerdings hätte ich gern noch gewußt, welche Softwaretools Du zur Sicherung/Syncronisierung verwendest. Vor allem bei den Sachen, die aktuell bearbeitet und sofort gesichert werden. Hatte z.B. mal „Allwaysync“ im Einsatz, aber vielleicht gibts da ja inzwischen besseres.
Viele Grüße, Stefan

Hallo Stefan,

Ich habe auch sehr viele „Backup-Programme“ ausprobiert … das ist alles umständlich und nur wenig rationel.

Im Grunde genommen, kann man auch nie so richtig sehen, was solche Programme machen.

Meine wichtigen Daten sind alle, in zwei Truecrypt Containern … „aktuelle Daten“ und „archiv-Daten“. Die kann man sowieso nur im ganzen kopieren. Die Kopien erneuere ich manuel (mit Totalcommander … da sehe ich was gemacht wird). Man kann auch ganz einfach zwei BAT-Jobs für Truecrypt schreiben … einen, der den Truecrypt-Container „mounted“ und einen, mit dem man den Container „dismounted“, in den kann man dann noch eine Kopiefunktion einbauen, die den Container, auf dem NAS, in eine Backup Kopie umbenennt und die neue Version, auf das Nas schreibt. Man kann dann auch noch einen Job schreiben, der bei jedem 5-ten Mal eine weitere Kopie erstellt und auch noch eine Kopie, auf dem Cloud Server, von Wuala, abspeichert.

Weniger wichtige Daten kopiere ich, nach Lust und Laune, zur Sicherheit auf das NAS, manuel, mit Totalcommander, da hat es eine Funktion, mit der man nur die Dateien kopieren kann, die neuer, als die Zieldateien sind … da markiert man die betreffenden Verzeichnisse, stellt das Ziel ein … und dann geht alles von alleine.

Automatismen haben einen Nachteil: man sieht nicht was da passiert. Gerade bei der Datensicherrung, ist es aber sehr wichtig, dass man lernt und versteht was man macht.

Kurioserweise war es, vor ein paar Jahren, fast noch weniger wichtig, dass man verstanden hat, was passiert. Selbst bei einer, relatif kleinen, Festplatte (auf meinem Notebook sind 320 Gb)hat es einen Haufen unötigen Kram, den man gar nicht sichern muss … und gar nicht kann), braucht es, selbst mit einem 1000 Mb Netzwerk, Stunden um alles zu „sichern“. Da ist es sehr wichtig, dass man nur das Sichert, was auch sinnvoll ist.

Die von der IBM entwickelte Sicherungsphhilosophie … sichern auf 3 Generationen, „Grossmutter, Mutter und Tochter“, war früher mal interessant. Heute braucht man keine 3 Kopien mehr, von Windows. Das kann man nötigenfalls wieder neu installieren … eine Kopie des Systems, auf dem NAS ist aber ganz nett … die muss man aber nur alle paar Monate erneuern … (mit Paragon drive Copy zum Beispiel).

Die Zeit, die einem ein Datensicherungsprogramm „spart“ versaut man meistens mit der „Verwaltung“ von völlig unsinnigen Kopien.

Der Vorteil von einem NAS ist es auch, dass da die Daten auf zwei gespiegelten Festplatten gespeichert werden können … wenn da eine Platte kaputt geht, ist das keine Katastrophe. Ein weiterer Vorteil ist es, dass jede Veränderung die man, auf dem NAS, vornimmt, gleichzeitig auf beiden Platten passiert.

Stelle Dir einmal vor, Du hast eine Datei, die „Heini.dat“ heisst … und dann nennst DU die in Heinrich.dat um. Fast jedes "Backup-Programm wird dann dafür sorgen, dass sowohl Heini als auch Heinrich "gesichert werdenj … bei hunderten von Dateien wird so etwas mehr als mühsam. Wenn man das auf dem NAS macht, wird das schon auf den 2 Festplatten vom NAS wirksam. Wenn man dort eine Datei löscht ist die auch auf beiden Platten gelöscht. Meine beiden Truecrypt Container sind auch immer nur die Kopie auf der ich gerade arbeite und ihre Kopien. Da muss ich nur zwei Dateien sichern (die „Container“). Der Einzige, kleine Fehler ist es, dass man den „Container“, mit den Daten, die man gerade bearbeitet, nach der Arbeit schliessen muss … und dann muss man ihn sichern, damit alle Container gleich sind, wenn man zum Besipiel von einem anderen Computer aus zugreift.

Seit ich dieses System verwende, habe ich keine Daten mehr verloren. Ich habe sogar Kunden, denen ich ihr System, nach einem Crash, innerhalb, von ein paar Minuten, wieder herstellen kann … auch wenn der Kunde in Indien ist.

Viele Grüsse,
John

Das günstigste und sicherste System ist ein Raidkotroller (kein 08/15) und 2 oder mehr kleine (ca 70GB) Serverplatten zu verbauen.
Dann sind die Daten sicher. Soll es nur das Gewissen kurzfristig beruhigen, gehts noch günstiger.
Gleiches gilt mit dem Verschlüssen, bei billiger Software sind die Daten schnell für immer weg.

Hallo John,
nochmal danke für die Hilfe - das war schon viel mehr als ich erhofft hatte. Und ich fühle mich fast schon etwas als Kostenlose-Dienstleistungs-Erschleicher, wenn ich nun noch mehr Fragen stelle.
Hat man dann nicht bei den Truecrypt Containern eben genau das Problem, daß man sehr viele unveränderte Daten, sprich - den ganzen Container - jedes Mal mitsichern muß?
Der Datenverlust für den laufenden Tag ist mit dem System aber nicht abgesichert, oder? Wenn mir, wie geschehen, mitten in der Arbeit die Festplatte abbrennt sind die Tagesdaten bzw. die Daten bis zur letzten manuellen Sicherung verloren.
Leider bin ich nicht sehr versiert mit Batch-Programmierung, einen gewissen Automatismus fände ich in jedem Fall dann doch hilfreich. Sonst ist die Verlockung, die Sicherung aufzuschieben, zu groß.
Viele Grüße, Stefan

Hallo Stefon,

>:Hat man dann nicht bei den Truecrypt Containern eben >genau das :stuck_out_tongue:roblem, daß man sehr viele unveränderte Daten, >sprich - den :ganzen Container - jedes Mal mitsichern muß?

Das regele ich damit, dass ich einen container für die aktuell bearbeiteten Daten und einen für Archiv Daten habe … bei den aktuell bearbeiteten Daten ist schon ein Gb ziemlich viel.

>:smiley:er Datenverlust für den laufenden Tag ist mit dem System aber :nicht abgesichert, oder?

Zuhause benutze ich die Daten auf dem NAS … die sidn immer 2x vorhanden weil die Platte „gespiegelt ist“

Unterwegs gibt es praktisch keine Lösung, ausser dass man die Container auf dem Cloud server aktualisiert … man kann auch noch eine Kopie der Daten (von den Containern) auf enem USB key sichern. Auch da ist das mit den Containern das sicherste System überhaupt, weil die Container unbrauchbar sind, wenn USB Stick verloren geht.

> Wenn mir, wie geschehen, mitten in der Arbeit die
> Festplatte abbrennt sind die Tagesdaten bzw.
> :die Daten bis zur letzten manuellen Sicherung verloren.

Deshalb habe ich die Daten auch möglichst auf dem NAS … und im Cloud. dort sind sie sicher. Aber es stimmt schon, unterwegs sind Daten nie ganz sicher … aber man kann den Zeitraum veringern, indem die Daten verloren gehen, indem man die Container, auch dann auf dem Cloud aktualisiert, wenn man unterwegs ist.

Leider bin ich nicht sehr versiert mit Batch-Programmierung,
einen gewissen Automatismus fände ich in jedem Fall dann doch
hilfreich. Sonst ist die Verlockung, die Sicherung
aufzuschieben, zu groß.

Die Bat-Jobs sind ziemlich einfach … wenn Du mir eine email an supportdoc at brainstuff.com schickst, schicke ich Dir ein paar Beispiele …

Aber man kann die Container auch mit jedem beliebigen Backup Programm sichern … und das „mounten“ von einem Truecrypt Container kann weitgehendst automatisiert werden … wenn man davon ausgeht, dass man keine extrem geheimen Daten sichern will.

Viele Grüsse, John

Hallo John,
habe nun eine ganz gute Vorstellung, wie ich die Sache angehe. Werde zur Automatisierung der Sicherung vorerst Allwaysync benutzen, bei zwei Containern bleibt es ja übersichtlich. In die Bat-Jobs arbeite ich mich auf alle Fälle mal ein bisschen ein. Da kann man ja offensichtlich jede Menge praktische Sachen ressourcenschonend bewerkstelligen.
Nochmals Danke für die Unterstützung,
Viele Grüße, Stefan

Hallo Stefan,

Hier gibt es auch noch einges was datensicherung erleichtert und automatisiert: http://www.msu-hb.de/system/system/robocopy.htm

Viele Grüsse,
John

Es gibt von Adaptec recht preiswerte RAID-Controller, teilweise für PCIexpress (ab 76,00 € bei amazon).
Leider habe ich bisher nicht gefunden, ob diese Controller auch einen externen Anschluss haben, um die HDD ev. in ein externes Gehäuse auszulagern.
Die höchste Sicherheit bringt RAID 5 (mind. 4 Platten)-
Stripe-Set mit Parity, da kann auch mal eine Platte aussteigen und das RAID läuft weiter (nach dem Tausch der defekten Platte ist dann nur eine Neusynchronisation notwendig. Aus eigener Erfahrung eignen sich dann auch noch HotSwap-fähige Gehäuse, um die HDDs im laufenden Betrieb zu tauschen.

Hallo wijo,
hab nun zwei interne HDDs mit einer Raid Pci Karte (von Logilink) auf raid 1 geschaltet. Man könnte auch extern per eSata was dranhängen, intern find ich aber bequemer. Hatte nun leider das Problem, daß der Truecrypt-Container gecrasht ist und die gecrashte Datei dann eben auf beiden HDDs lag. Dafür nutzt das Raid nicht. Glücklicherweise war eine weitere Kopie auf USB Stick, trotzdem war 1h Arbeit futsch. Jetzt bin ich auf der suche nach einer Windows „Time Machine“, damit das nicht mehr passieren kann bzw. unwahrscheinlicher wird. Oder ein Batch, das die Dateien sichert, aber nicht überschreibt, sondern nummeriert.
Danke auf alle Fälle für Deine Antwort!
Gruß, Stefan

Es gibt von Microsoft eine Software, mit der man die Syncronisation automatisieren kann. Das Tool nennt sich SyncToy 2.1 und existiert als 32- und 64-bit-Version.