Schönen guten Abend,
ich habe eine glaubwürdige Taufnotiz eines Pfarrers aus dem Jahr 1644 gelesen, in dem folgendes steht:
Das Kind hat zwei Köpfe hinter, doch aneinander gehabt. Der hintere ist etwas klein, doch natürlich mit Haaren eines neugeborenen Kindes gleich. Der andere ist aber etwas größer, mit einer blaubraunen mit Blut unterlaufenen Stirn. Dort ist unten ein kleines Gesicht daran. Bis dato, als ich das hier in das Buch eingetragen habe (3 Monate später), ist das durch den Fleiß der Hebammen schön zusammen gewachsen und hat eine andere Gestalt (anderen Kindern gleich) erlangt.
Ich nehme an, dass es sich hier nicht um klassische siamesische Zwillinge handelt. Ich denke, dass war mehr ein Auswuchs oder so etwas in der Art.
Was werden die Hebammen hier wohl gemacht haben? Operiert? Wohl nur wenn keine Knochenmasse da war…
Vielleicht haben wir eine Hebamme oder Mediziner hier, der oder die mir weiterhelfen und mir als Laien eine plausible Erklärung geben kann
Herzliche Grüße
Andreas Sichelstiel
Hallo Andreas,
Das Kind hat zwei Köpfe hinter, doch aneinander gehabt. Der
hintere ist etwas klein, doch natürlich mit Haaren eines
neugeborenen Kindes gleich. Der andere ist aber etwas größer,
mit einer blaubraunen mit Blut unterlaufenen Stirn. Dort ist
unten ein kleines Gesicht daran. Bis dato, als ich das hier in
das Buch eingetragen habe (3 Monate später), ist das durch den
Fleiß der Hebammen schön zusammen gewachsen und hat eine
andere Gestalt (anderen Kindern gleich) erlangt.
Ich nehme an, dass es sich hier nicht um klassische
siamesische Zwillinge handelt. Ich denke, dass war mehr ein
Auswuchs oder so etwas in der Art.
es kann sich schon um eine Form von Siamesischen Zwillingen gehandelt haben. Eine Wucherung als „Gesicht“ zu bezeichnen, wäre seltsam.
Es gibt auch Siamesische Zwillinge, die so miteinander verschmolzen sind, dass nur eines der Kinder lebt und das andere aus einem unvollständigen Körper besteht, der vom Zwillingsgeschwister miternährt wird. Diese Fehlbildungen wirken wie überzählige Arme und Beine (jedoch nicht Finger) oder ein zweites Gesicht, streng genommen handelt es sich dabei aber um Siamesische Zwillinge, von denen sich einer (die überzähligen Arme, Beine, Gesichter…) nicht weiterentwickelt und kein eigenes Gehirn ausgebildet hat.
Siehe auch hier - ein Mädchen mit vier Armen und vier Beinen:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,515…
Was werden die Hebammen hier wohl gemacht haben? Operiert?
Wohl nur wenn keine Knochenmasse da war…
Vielleicht haben wir eine Hebamme oder Mediziner hier, der
oder die mir weiterhelfen und mir als Laien eine plausible
Erklärung geben kann
Hierzu kann ich leider nichts Konkretes sagen (bin weder Hebamme noch Mediziner).
Es ist aber gut möglich, dass ein „zweites Gesicht“ keine eigenen Schädelknochen besitzt (eben: nur Gesicht) und damit auch mit verhältnismäßig einfachen Methoden (gemessen an den heutigen) wegoperiert werden kann.
Viele Grüße,
Nina
Hallo ich fand bei der Suche nach Vergleichsfällen diesen hier. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,285…
Die Beschreibung im Text gleicht deiner, doch das Bild passt eigentlich nicht dazu (ich finde ja den überzähligen Kopf eher als größer als der eigentlich; Die Stirn des eigentlichen Kopfes ist auch nicht so sichtbar, wie bei deiner Beschreibung).
Allerdings habe ich eher an eine andere Form der Missbildung gedacht.
acardius acormus oder etwas in der Art, ein parasitärer Zwilling.
Das kann dann eine nur fleischliche Masse mit Haaren und Gesichtsähnlichen Gebilden sein (ist halt angelegt, aber nicht wie ein richtiges Gesicht, also ggf nur mit Phantasie als solches zu erkennen). Ggf kann aber auch ein Gehirnteil da sein oder Knochen, was man halt so für einen Kopf braucht. Sind halt jeweils unterschiedliche Ausprägungen. Letzten Endes kann so ein Parasitärer Zwilling ja auch fast aus einem ganzen Menschen gestehen.
Oder es war ein Januskopf, also ein wirkliches zweites Gesicht neben dem ersten, der hätte dann aber keine eigenen Haare.
Wenn es nur ein fleischlicher Hubbel, selbst mit Knochen war, dann lässt sich sowas amputieren, das dürfte auch ein Chirurg des 17. Jh hinbekommen haben, bei einer Hebamme bin ich nicht sicher, aber warum nicht. Die haben damals ja auch die notwendigen Operativen Eingriffe gemacht bei einer Geburt (Dammschnitt, Kaiserschnitt oder auch Zerstückelungen eines feststeckenden nicht rettbaren Babys um die Mutter zu retten), wenn kein Arzt vor Ort war (die haben gerade um die Zeit erst die Hebammen von den Operationen und schwierigen Geburten verdrängt).
Gruß burli