Sich mit arbeit 'zuknallen'

Hallo!

In einem Gespräch hatten wir es nun von Menschen, die sehr viel arbeiten!

Die, die sozusagen Leben um zu arbeiten, die alles dafür zurückstellen- Menschen, denen scheinbar nichts wichtiger ist!

Mit den gegebenen ARgumenten " es macht halt Spass" glaube ich persönlich, es ist nur die halbe Wahrheit!
Denn die Menschen, die ich so kenne, haben keine Zeit mehr um noch mal in Ruhe nachzudenken- sich sich selber hinzugeben…mal über sich nachzudenken…

Meine Theorie ist, daß Menschen, die ihr Leben so komplett auf diese Beschäftigung (und damit auch Bestätigung [gehen wir davon aus, daß sie auch erfolgreich sind]) „reduziert“ haben, letztlich vor etwas davonlaufen!

Vor sich selber- vor Problemen… dafür bleibt ja keine Zeit…( hat man schon nen philosophierenden Manager gesehen :wink:) ??)

Was meint Ihr dazu??

Kitty

Hallo Kitty
Ich gehöre zwar nicht zu den Vielarbeitern, aber ich würde sie nicht so reduzieren wollen.
Es gibt in der Tat „workoholics“, die eben so gerne arbeiten, wie andere feiern.
Gruß,
Branden

grins- wie man ablenkt ist ja mal egal :wink:

Tatsache bleibt für mich aber, daß die Menschen, die ich so „arbeitend“ kenne, sich wirklich nie die Zeit "für sich"nehmen…und in dem Masse ist das doch wirklich nicht mehr als „normal“ zu bezeichnen- oder???

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Menschen, die ich so
„arbeitend“ kenne, sich wirklich nie die Zeit "für
sich"nehmen…und in dem Masse ist das doch wirklich nicht
mehr als „normal“ zu bezeichnen- oder???

Ich weiß, was Du meinst, und es trifft oftmals zu, aber ich würde nach wie vor die Menschen da nicht alle über einen Stab brechen äh Leisten scheren. Es gibt ja Leute, die eine Menge sinnvoller Abeit machen, z.B. Albert Schweitzer, der fällt mir geade ein.
Gruß,
Branden

Hallo Branden!

Ich will damit auch kein Pauschalurteil „fällen“:wink:

Aber ich denke, daß ich da nicht so falsch liege- und hätte dazu einfach mal „Experten-Meinungen“- womit ich eventuelle Hintergründe dazu bekomme ( bestätigt oder widerlegt)

Im übrigen stelle ich damit die Leistung eines solchen Menschen für die Allgemeinheit gar nicht in Frage!
Menschen, die ihre ganze Energie in ihren Job verwenden, sind sicher erfolgreich und können damit auch ne Menge „bewegen“.

Gruss Kitty

Hallo,

Tatsache bleibt für mich aber, daß die Menschen, die ich so
„arbeitend“ kenne, sich wirklich nie die Zeit "für
sich"nehmen…

Workoholics tun das nur für sich , nehme sich also 100% der
Zeit für sich!

Allerdings nehmen sie sich dann keine Zeit für Familie,Freunde usw.
Es fehlen also evtl. gewisse soziale Kontakte.

und in dem Masse ist das doch wirklich nicht

mehr als „normal“ zu bezeichnen- oder???

Nein, aber die Übergänge sind fließend.

Außerdem ist es fast egal, ob jemand 90h die Woche als
Spitzenmanager arbeitet um 20Mio € im Jahr zu verdienen oder
90h die Wochen bei der Heilsarmee im Einsatz ist ohne dafür
bezahlt zu werden.
Gruß Uwi

Sich mit Arbeit oder sich die Birne zuknallen

Hallo, Kitty

Das ist eine interessante Redensart. In den Standarddeutsch knallt man
eine Tür zu nicht sich. Das reflexive Verb ‚sich zuknallen‘ ist
umgangssprachlich, auch die Ausdrücke ‚sich mit Arbeit zuknallen‘ für
‚sehr viel arbeiten, sich mit Arbeit ablenken, betäuben‘ sowie ‚sich die
Birne zuknallen‘ für ‚sich betrinken‘. Beide Redensarten nehmen Bezug
auf eine Sucht.

Gruss
Adam

Hallo!

In einem Gespräch hatten wir es nun von Menschen, die sehr
viel arbeiten!

welche menschen haben denn bloß solche gespräche…

Mit den gegebenen ARgumenten " es macht halt Spass" glaube ich
persönlich, es ist nur die halbe Wahrheit!

ja, ich denke, nach einem 12-stunden-tag liegt die frau schon im bett, wenn man nach hause kommt. darauf kommt es an.

was verstehst du denn unter viel arbeit? ich arbeite auch viel - zumindest sage ich das meinem chef.

Hallo Kitty,

ich glaube wir haben hier ein Grundproblem:

Was ist VIEL Arbeit?

Für einen Metaller, der grade mal eine 35-Stunden-Woche arbeitet, ist eine reguläre 42-Stunden-Woche der Beamten viel Arbeit?

Oder ist die 60-Stunden-Woche eines Selbständigen viel Arbeit?

Du solltest das Pferd andersrum aufzäumen:
Warum nehmen sich manche Menschen (scheinbar) keine Zeit für sich selbst?

grüsse
dragonkidd

Hallo,

was ich beobachtet habe: männer die Familie haben (Kinder!)
gehen gerne auf „Montage“; sind also wech von zu hause
von Mo-Fr; brüsten sich dann zuhause wie sehr sie
schuften; treiben sich aber Abends in der Kneipe rum während
das weibchen zu hause die plagegeister betüddelt.
Ich kenne viele Männer, die machen das nur um zu Hause
weg zu sein! Sieht schwer nach „Arbeitssucht“ aus, ist
aber nur Urlaub von zu Hause :smiley:

Gruß,

Oliver

hi,

es gibt leute, die tatsächlich so intensiv arbeiten, indem sie ihre qualitäten optimal und effektiv und auch effizient einsetzen. das ist eine individuelle entscheidung, im leben die vielleicht als sehr angenehm erlebt wird. sie hat aber ein risiko: wenn sich im leben alles auf einen bereich aufbaut, ist im fall einer krise, die diesen bereich zusammenbrechen läßt, sonst nichts da, was ausgleichen könnte…

und: menschen, die freiwillig viel arbeiten, haben ja auch optimale bedingungen und auch ein gutes einkommen damit. ich stelle die frage, wieviele menschen nein sagen würden, wenn man ihnen für ihre arbeit viel geld, viel status, viel spielräume und gestaltungsmöglichkeiten, sowie eine angenehme arbeitsumgebung zusichern würde… wer würde sagen: „da lasse ich nach 8 stunden den hammer fallen!“ ?

stellt euch vor, wie es ist, wenn arbeit immer wieder richtig spass macht. da geht es nicht darum, vor problemen wegzulaufen, sondern darum, angenehme erlebnisse und gefühle beim arbeiten zu erleben.

die working poor, die sich täglich bei postzustellern abrackern, ohne den sozialhilfesatz zu erreichen, die laufen nicht vor ihren problemen weg, die haben ein problem, weil die arbeit haben!

Gut- ich will das mal von den menschen ausführen, die ich kenne…

Ein 10h Tag ist da normal- 12 können es auch problemlos werden!

DAß Arbeit einem Spass machen kann ist ganz sicher der Fall!
Und gute Leistung, die noch dazu gut bezahlt wird- tut mal sicher jedem an Bestätigung gut!!

Ausserdem halte ich für einen ganz wichtigen Faktor, daß es in unserer Gesellschaft nicht den Satz gibt „man arbeitet zuviel“!
Es hat immer so etwas „heroisches“ wenn erzählt wird, daß man viele Stunden „schafft“…genau aus dem Grund tun sich ja wohl auch die „burn-outèr“ so schwer, den Absprung zu schaffen - erst, wenn nix mehr geht.

Ich kenne speziell zwei Fälle, in denen das Zuhause gar nicht so superschlecht als HIntergrund da ist…bzw wird da auf die Missstände wenig geschaut-- einfach auch, weil man mal definitiv nach einem 12-h- Tag wirklich keinen Geist mehr zu einem grossen Nachdenken oder Streitgesprächen hat.

Da habe ich tatsächlich schon den Satz gehört " ich brauche die Energie für den Job- was soll ich mich hier damit behängen?".
Klar- auch ne Möglichkeit ! :wink:

Mein Gedanke war halt nur, daß diese Menschen sich auf vielen Ebenen vielleicht ausleben können…aber eine, die mit ihnen innen drin zu tun hat- gut verdrängen können…-- und Problemen so über Jahre aus dem Weg gehen…

Kitty

Vor sich selber- vor Problemen… dafür bleibt ja keine
Zeit…( hat man schon nen philosophierenden Manager gesehen

Hallo Kitty,

nur ein kurzer Kommentar zu Deinem letzten Satz:
Daniel Goeudevert könnte ein philosophierender Manager sein. Der hat bestimmt schon viel über die Berufstätigkeit im allgemeinen nachgedacht, sonst hätte er sich nicht weiterentwickeln können.
http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Goeudevert

mit Grüßen
Reni

Interessant zu lesen!

Auch die Zitate:
„Das Problem des ausscheidenden Managers ist deshalb weniger ein Imageverlust als vielmehr ein Identitätsverlust.“

als auch ein anderes dort angegebenes:
„Er [Goeudevert] scheint jedoch nicht erkannt zu haben, daß diesem Identitätsverlust bereits die Verwechslung von Image mit einer wirklichen Identität zugrunde liegt. Eine wirkliche Identität würde durch Statusverluste nicht verlorengehen.“

Würde damit nun meine Theorie unterstreichen :wink:)

Allerdings auch klar- das sind zwei Zitate ganz aus dem Kontext gerissen- und ich habe keine Ahnung, inwiefern man das nun umlegen kann!!

Ich möchte auch wirklich betonen, daß ich wirklich nicht JEDEN, der „viel“ arbeitet- auf diese Schiene bringen möchte!!

Aber- für mich stellt sich eben doch die Frage, ob ein Mensch, der sich ganz für eine Arbeit „verschreibt“- nicht andere Bereiche damit zwangsläufig vernachlässigt-- und- das das eben kein Zufall sein muss! :wink:

Kitty

Hallo!

Hi Kitty,

In einem Gespräch hatten wir es nun von Menschen, die sehr
viel arbeiten!

Menschen die viel arbeiten und / bzw. wenig Zeit für soziale Kontakte haben, allen voran Familie.

Die, die sozusagen Leben um zu arbeiten, die alles dafür
zurückstellen- Menschen, denen scheinbar nichts wichtiger ist!

Jeder Mensch hat seine individuellen Prioritäten. Es gibt auch Frauen, die möglichst schnell unter die Haube wollen, Kinder bekommen möchten und der Mann soll das Geld heimbringen. Die Frage ist eher, ab wann ist es für den Einzelnen nicht (mehr) gesund?

Mit den gegebenen ARgumenten " es macht halt Spass" glaube ich
persönlich, es ist nur die halbe Wahrheit!

Kommt drauf an. Bei manchen mag es teils bis ganz zutreffend sein, bei anderen widerum ist es eine (un-bewußte) Flucht.

Denn die Menschen, die ich so kenne, haben keine Zeit mehr um
noch mal in Ruhe nachzudenken- sich sich selber
hinzugeben…mal über sich nachzudenken…

Siehst Du Menschen denken? :smile: Klar, jemand der z.B. 12 Stunden im Büro sitzt hat faktisch weniger Zeit als jemand der nach 8 Stunden das den PC runterfährt. Doch wer sagt dass jemand der theoretisch vier Stunden mehr Zeit hat, diese auch besser nutzt, um z.B. nachzudenken? Oder nimm’ mal einen Fabrikarbeiter der am Fließband arbeitet. Manch einer wäre da nach 12 Stunden nicht mal so tot wie ein körperlich hart arbeitender Mensch es in 8 Stunden sein kann.

Meine Theorie ist, daß Menschen, die ihr Leben so komplett auf
diese Beschäftigung (und damit auch Bestätigung [gehen wir
davon aus, daß sie auch erfolgreich sind]) „reduziert“ haben,
letztlich vor etwas davonlaufen!

Generalisiert ist es meines Erachtens falsch.

Manche Menschen verbringen viel Zeit mit Arbeit, weil es ihnen gemäß ist.
Manche Menschen verbringen viel Zeit mit Arbeit, weil sie ein Ziel haben. Dabei ist die Frage, wie gut organisiert sie das angehen, und ob eventuell sich nicht andere Punkte sich einschleichen, die das Vorhaben sabotieren.
Manche Menschen verbringen viel Zeit mit Arbeit, weil sie hier erfolgreich sind und mangelnde Erfolgerlebnisse im zwischenmenschlichen Bereich zu kompensieren suchen.
Manchen Menschen verbringen viel Zeit mit Arbeit, weil sie viel Freiraum brauchen und eventuell lieber allein sein wollen oder sich mit unterschiedlichen Leuten umgeben wollen.
Manche Menschen haben in ihren Berufen Machtpositionen inne und können mit einem gleichberechtigten Partner bzw. Konflikten zu Hause nicht kompetent umgehen. Früher gingen Männer raus zum Holz hacken, in den Hobbykeller, in die Garage zum Auto basteln und heute bleiben sie halt dann im Büro oder sonst auf der Arbeit.
Die Liste lässt sich beliebig erweitern…

Vor sich selber- vor Problemen… dafür bleibt ja keine
Zeit…( hat man schon nen philosophierenden Manager gesehen
:wink:) ??)

Die einem Menschen zur Verfügung stehenden Zeit sagt nichts darüber aus wie sinnvoll er diese nutzt. Arbeitslose hätten demnach ja am meisten Zeit. Wieviele nutzen diese Zeit um Probleme zu lösen?

Was meint Ihr dazu??

Kitty

Du machst die Rechnung ohne den Wirt bzw. ohne das was einem Menschen tatsächlich gemäß ist, was ihm bewußt ist, was seine Ziele sind und wie sehr er willens und fähig ist dafür bzw. daran zu arbeiten. Da ist Zeit ein nachrangig wichtiger Parameter.

Ciao,
Romana

Moin Kitty,

ich meine, du bringst hier einige Dinge zusammen, die nicht unbedingt zusammen gehören.

Zum einen sind da Leute, die sich bis zum burn out voll in irgend etwas hineinstürzen. Das kann die Arbeit sein, z.B. bei Managern, das kann aber auch z.B. bei Krankenschwestern, Menschen, diein sozialen Berufen arbeiten und selbst Hausfrauen, die sich ganz für die Familie aufreiben, auftreten. Insbesondere kenn ich dies Phänomen jedoch eher bei Selbständigen und nicht bei Managern.

Zweitens redest du davon, keine Zeit mehr zu haben, über sich selbst nachzudenken etc. Dies ist meiner Meinung keine Frage der Zeit. Insbesondere Manager in hohen Positionen kennen sich selbst, ihre Stärken und Schwächen meistens ziemlich genau, dass sie oft in Grenzsituationen kommen (Stress, schwierige Entscheidungen, Verantwortung usw.), in denen sie sich austesten müssen, bzw. sich auch mal zurücknehmen müssen, um die eigenen Kräfte zu schonen. Wer das nicht kann, wird meistens schon im mittleren Management ausgesiebt, weil er dem Druck und der Verantwortung gar nicht standhält. Zudem wird diese Auseinandersetzung mit „sich selbst“ insbesondere bei großen Firmen auch gefördert und nicht wenige Firmen schicken ihre Manager auf „Selbsterfahrungstrips“.

Andererseits kenn ich Leute ohne Arbeit mit jede Menge Zeit, diese diese im Wesentlichen dazu nutzen vorm Fernseher zu hängen und über alles rumzumeckern.

Drittens sprichst du hier eine Art „Fluchtverhalten“ vor Auseinandersetzungen im familiären/partnerschaftlichen Bereich an. Ja sicher, wer 10 Stunden gearbeitet hat, der hat wenig Lust, sich abends noch irgend welche umfangreichen Beziehungsdiskussionen zu geben. Der will einfach nur die Beine hochlegen und noch ein wenig seine Ruhe, nachdem er vielleicht den Tag damit verbracht hat, verärgerte Kunden zu beruhigen, eine neue Preisstrategie auszuarbeiten, vom Vorgesetzten die Kopf abgerissen bekommen hat, weil die Verkaufszahlen rückläufig sind, und noch eine schwangere Kollegin zu vertreten.

Zu hause trifft er dann auf eine Partnerin, Die während sie tagsüber das Haus liebevoll mit weihnachtlichen Window-Colour Motiven verziert, ein paar Plätzchen gebacken, beim Friseur gesessen und mit Junior Strohsterne gebastelt hat, unentwegt darüber nachgedacht hat, warum „er“ ihr heute morgen keinen Abschiedskuss gegeben hat, warum er denn gar nicht gemerkt hat, dass die Haare jetzt zwei Zentimeter kürzer sind, und außerdem hat er gestern auch noch vergessen, dass man jetzt auf den Tag genau 888 Tage verheiratet ist, und ob da nicht mal ein Blumenstrauß fällig wäre. Da muss mal dringend eine Beziehungsdiskussion her. Vermutlich hat er nebenher eine andere…

Hier treffen völlig unterschiedliche Alltagsrealitäten aufeinander und das kann durchaus schonmal dazu führen, dass jemand sich (trotz liebevoller Windowcolour-Deko) im Büro wohler fühlt, als zu hause.

Vor sich selber- vor Problemen… dafür bleibt ja keine
Zeit…( hat man schon nen philosophierenden Manager gesehen
:wink:) ??)

Ich hab nicht nur schon philosophierende Manager gesehen, sondern ich hab insbesondere im höheren Management Leute getroffen, die menschlich schwer was auf dem Kasten hatten. Sicher gibt es hier auch andere, aber das dürfte dann kaum in der ausgeübten Tätigkeit begründet werden.

Was meint Ihr dazu??

Höheres Management macht die Leute meiner Meinung nach nicht „besser“ oder „schlechter“, aber es kehr vielleicht das deutlicher nach Außen, wie die Leute eh schon sind.

Gruß
Marion

Hallo!

Ich möchte Euch allen mal danke sagen für Eure Gedanken!
Genau DARUM ging es mir-- andere Erfahrungen, Sichtweisen zu hören!

Und ich will gerne zugestehen, daß ich so manches nicht miteinbezogen habe- was hier aufgezeigt wurde!

Genau deshalb ist ja so ein Forum so schön- man kann mal andere Meinungen erfahren- und damit auch seinen Denk-Schatz damit erweitern- und abgleichen :wink:)

Fand ich nun gut!! :smile:

Danke
Kitty

Brrrr
Hallo Marion,

Deine Beschreibung klingt ja sowas von abschreckend … (So sehr ich Dir inhaltlich recht gebe.)

Ja sicher, wer 10 Stunden gearbeitet hat, (…) will einfach nur die
Beine hochlegen und noch ein wenig seine Ruhe, nachdem er
vielleicht den Tag damit verbracht hat, verärgerte Kunden zu
beruhigen, eine neue Preisstrategie auszuarbeiten, vom
Vorgesetzten die Kopf abgerissen bekommen hat, weil die
Verkaufszahlen rückläufig sind, und noch eine schwangere
Kollegin zu vertreten.

Zu hause trifft er dann auf eine Partnerin, Die während sie
tagsüber das Haus liebevoll mit weihnachtlichen Window-Colour
Motiven verziert, ein paar Plätzchen gebacken, beim Friseur
gesessen und mit Junior Strohsterne gebastelt hat, unentwegt
darüber nachgedacht hat, warum „er“ ihr heute morgen keinen
Abschiedskuss gegeben hat, warum er denn gar nicht gemerkt
hat, dass die Haare jetzt zwei Zentimeter kürzer sind, und
außerdem hat er gestern auch noch vergessen, dass man jetzt
auf den Tag genau 888 Tage verheiratet ist, und ob da nicht
mal ein Blumenstrauß fällig wäre. Da muss mal dringend eine
Beziehungsdiskussion her. Vermutlich hat er nebenher eine
andere…

Kennst Du wirklich Leute, bei denen sowohl Job als auch Partnerschaft so schrecklich sind? Kann man ein solches Leben aushalten? Bisher dachte ich, mindestens eines von beiden (Job oder Partnerschaf), idealerweise natürlich beide müssten befriedigend oder sogar erfüllend sein, um sein Leben zu meistern.

Viele Grüsse, Walkuerax

Wann hat die Wertschätzung der Arbeit geendet?
Hallo,

Ich denke, dass es eine Triebkraft des Menschen ist, kreativ zu sein und die Fähigkeiten, die er an sich selbst entdeckt auch auszuleben und einzusetzen - im Idealfall sogar zum Nutzen seiner Umwelt, im etwas weniger idealen Fall vielleicht mehr zu seinem eigenen Nutzen, aber auch dies sollte zumindest erlaubt sein.

Mit den gegebenen ARgumenten " es macht halt Spass" glaube ich
persönlich, es ist nur die halbe Wahrheit!

Warum?

Wenn jemand einen Beruf gefunden hat, in dem dies möglich ist, sieht er das meistens als großen Glück an (meiner Meinung nach zu recht) und zählt dann nicht knickerig die Überstunden.

Meine Theorie ist, daß Menschen, die ihr Leben so komplett auf
diese Beschäftigung (und damit auch Bestätigung [gehen wir
davon aus, daß sie auch erfolgreich sind]) „reduziert“ haben,
letztlich vor etwas davonlaufen!

Warum lästern, wenn es ihnen gefällt und sie darin aufgehen? Früher hat man eher über die gelästert, die sich ihre Zeit mit „Zeitvertreib“ füllen mussten. Ernsthaft: ist befriedigende Arbeit schlechter als befriedigender Zeitvertreib? Ist es besser, Kreuzworträtsel zu lösen, als z.B. ein technisches Problem zu lösen? Redet man lieber mit einer Nachbarin über die nächste Woche, als mit einem Kollegen über die nächste Woche? Und noch krasser: ist es besser eine 40-Stundenwoche langweiliger Arbeit zu haben (auch wenn mehr Freizeit bleibt) oder eine 50-Strundenwoche mit erfüllter Tätigkeit? Die Zeit vergeht so oder so. Wie sinnvoll oder angenehm man sie füllt, und was man so als sinnvoll oder angenehm empfindet, ist sicher eine wichtige Frage, aber alleine mit der arbeitszeit kommt man dem nicht näher.

Die Diskussion um das richtige Mass an Arbeit läuft schnell in schwarz-weiss Kategorien. Das typische Negativbild gibt momentan gerne der Manager ab, der angeblich seinen Beruf zum alleinigen Lebensinhalt macht und dabei gemeinerweise auch noch viel zu viel verdient.
Das entgegengesetzte Negativimage haben i.A. Lehrer und Politiker, die angeblich den halben Tag nichts tun, wobei aber widerum kaum jemand mit diesen Berufsgruppen tauschen würde.

Von daher finde ich es viel interessanter zu fragen: warum diskutieren eigentlich so viele über die Arbeit und Arbeitsbelastung ihrer Mitmenschen? Der Beruf ist ja inzwischen tatsächlich etwas, das jeder ziemlich frei wählt. Von daher sollte man meinen, dass jeder die Verantwortung für Fehlentscheidungen in 1. Linie bei sich selbst sucht. Wenn es also jemand anders besser oder schlechter geregelt hat oder schlichtweg andere Prioritäten setzt, dann sollte dies an für sich keinen Anlass für Diskussionen bieten. Dennoch scheint mir das genau Gegenteil der Fall zu sein.

Ich vermute, hier ist viel Neid im Spiel und viel Rechtfertigung, um den eigenen Berufsweg zu verteidigen. So sind es fast immer diejenigen, denen schon 9 Schuljahre zu viel waren, die geistige Arbeit nicht als Arbeit anerkennen (und im Grunde vermutlich genau wissen, dass sie ausrasten würden, wenn sie täglich englische Artikel über technische Themen lesen und verarbeiten müssten). Dafür hacken die, die (angeblich) 60 oder mehr Stunden pro Woche arbeiten auf den Berufsgruppen rum, die (angeblich) so viel Freizeit haben. (Wobei jeder weiss, dass 60 Stunden im Büro nicht 60 Stunden konzentrierter Arbeit entsprechen und dass fast jeder Zeit hat zwischendurch in seinen Lieblingsforen zu posten).

Aber was mich tatsächlich am meisten frappiert ist, dass Leute, die viel arbeiten inzwischen eher argwöhnisch beäugt werden. Bei Frauen ist es ja noch am schlimmsten. Wenn sie lieber ihre Karriere verfolgen, als zuhause mit ihren Kindern Ringelreihen zu spielen, versteht das kaum jemand. (Ok, bei Frauen war dies wohl schon immer so.) Aber auch Männer werden inzwischen suspekt, wenn sie in ihrem Beruf aufgehen. Hätte man dies auch Einstein oder Mozart vorgeworfen? (Zu Lebzeiten meine ich jetzt, denn hinterher sieht man natürlich eher die Leistung oder den Nutzen.) Merkwürdige Diskussion.

Mit vielen Grüssen,
Walkuerax