Hallo,
was meint ihr zu dieser Aussage (aus einem anderen Forum)? Kommt der wirtschaftliche Niedergang in Deutschland, weil die Deutschen keine Veränderung wollen?
Gruß
Sarah
"Die Deutschen wollen keinen wirtschaftlichen Wohlstand. Sie wollen Sicherheit statt Innovationen. Das bedeute jedoch mit Sicherheit den wirtschaftlichen Niedergang.
Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass. Wenn ich mir alleine die Diskussion um die Praxisgebühr anhöre. Zehn Euro pro Quartal, und bei Überweisung nicht mehr. Das sind etwas mehr als zehn Cent pro Tag.
Oder die immer wieder aufflammende Diskussion um die „Bürgerversicherung“. Ich würde mich nicht wundern, wenn Rot-grün damit sogar noch die Wahl 2006 gewinnen würde.
Dann hat (eher trotz rot-grün) der Kanzler seine Agenda 2010 vorgelegt. Viel zu wenig und nicht ausreichend, aber zumindest geht es in die richtige Richtung, und schon gibt es grosses Wehklagen.
…Trotzdem will die Mehrheit keinen wirtschaftlichen Wohlstand.
Sie sagt natürlich nicht: Ich will keinen Wohlstand, aber sie sagen, dass sie keine Veränderungen und Mehrarbeit wollen. Sie sagen es also indirekt, indem sie Zustände wie die unseren wollen, weil sie keine Änderungen haben wollen."
Hallo,
was meint ihr zu dieser Aussage (aus einem anderen Forum)?
Kommt der wirtschaftliche Niedergang in Deutschland, weil die
Deutschen keine Veränderung wollen?
Nein, der kommt wegen der allgemeinen zyklischen Überakkumulationskrise. Also deshalb, weil es zuviel gibt, aber zuwenig Kohle unter den Leuten, die Bedarf haben. Dafür zuviel bei denen, die keinen haben.
Gruß
Frank
Hi,
dass die Leute eher auf Sicherheit als auf (sinnvolle) Innovation setzen, da ist imho durchaus was dran. Allerdings würde ich nicht zustimmen, dass die derzeitig geplanten oder umgesetzten „Reformen“ tatsächlich mehr Wohlstand bringen werden. Die Gleichsetzung weniger soziale Sicherheit und weniger Umverteilung = Wohlstand finde ich doch sehr fraglich. Die Bürgerversicherung ist z. B. ein Konzept, das durchaus seine Vorteile hat, allerdings nicht, wenn alle, ob arm oder reich den gleichen Betrag zahlen müssen.
Hi,
dass die Leute eher auf Sicherheit als auf (sinnvolle)
Innovation setzen, da ist imho durchaus was dran. Allerdings
würde ich nicht zustimmen, dass die derzeitig geplanten oder
umgesetzten „Reformen“ tatsächlich mehr Wohlstand bringen
werden.
Können sie ja auch nicht. Das Grundproblem, daß immer weniger Mehrwert produziert wird, berühren sie ja nicht mal. Sie simulieren lediglich einen Zuwachs an Mehrwert durch gesenkte Kosten fürs Kapital.
Gruß
Frank
Also ich stimme dem teilweise zu.
"Die Deutschen wollen keinen wirtschaftlichen Wohlstand. Sie
wollen Sicherheit statt Innovationen. Das bedeute jedoch mit
Sicherheit den wirtschaftlichen Niedergang.
Das erkennt man z. B. daran, dass bei jeder Veraenderung sofort von irgendwelchen Bevoelkerungsgruppen ein Aufschrei kommt, das gerade sie das alles bezahlen, ergo buessen muessen. Versteht mich nicht falsch, ich weiss, dass es viele Leute gibt, fuer die z. B. die Praxisgebuehr eine Menge Geld ist, aber: Es muss Reformen geben in D, Reform heisst, es wird etwas geaendert und dass wiederum heisst, dass sich auch bei den Menschen etwas aendern muss. Ich kann nicht Aenderungen immer nur von den anderen verlangen.
Ich hab kuerzlich in einem Forum lesen muessen, wie sich jemand, der nach eigener Auskunft ein monatliches Einkommen von ca. 2500 Euronen hat, fuerchterlich darueber aufregte, weil er nach der Steuerreform 70 Cents pro Monat weniger ueberwiesen bekommt. Das ist fuer mich ein Sinnbild Deutschlands, traurig, aber wahr und damit wird D auch nicht mehr lange weiterkommen. Was danach passiert, will ich gar nicht wissen.
Traurige Gruesse
Ralph