Sicherung schaltet bei Herd oder Herdplatte aus

Hallo zusammen,

habe seit vorgestern das Problem, dass die Sicherung vom Herd ausfällt, nachdem der Herd oder eine der Herdplatten ein paar Minuten an ist.

Hinweis: ich wohne in einem Altbau, der Elektriker sagte beim Anschluss des Herdes (vor 8 Jahren), dass ich niemals mehr als Ofen + 2 Herdplatten gleichzeitig anmachen sollte, da sonst die Sicherung ausfällt. Der Herd + die Herdplatten laufen über eine Sicherung.

Die Zuleitung vom Herd/Herdplatten zeigt keine sichtbaren Beschädigungen auf. Kann es an den Elektroleitungen bzw. an der Sicherung liegen?

Danke für die Hilfe, Anna.

Hallo Anna,

zunächst einmal hätte der Elektriker vor 8 Jahren den E-Herd gar nicht anschliessen dürfen, da E-Herde aufgrund Ihrer Anschlußleistung eine 1Phasige Zuleitung bei weiten überlasten. Aber er hat es ja nun mal getan.
Zu deinen Problem: Da der Fehler erst auftritt, wenn der Herd oder die Herdplatten ein paar Minuten eingeschaltet sind, vermute ich, dass sich da aufgrund der ständigen Überlastung entweder die Isolation in der Zuleitung langsam auflöst oder der Sicherungsautomat langsam aufgibt. Einen Fehler im Herd würde ich persönlich ausschließen, da hier der wahrscheinlichkeit von 2 gleichen Fehlerscheinungen in Herdplatte oder Herd (also Backofen) sehr gering ist.
Informiere deinen Vermieter (falls Mietwohnung)und der soll dir einen GUTEN Elektroinstallateur vorbeischicken. Versuche deinen Vermieter davon zu überzeugen, dass hier eine neue Zuleitung mit entsprechender und vorschriftsmässiger Absicherung von nöten ist (ein guter Elektriker wird es von sich aus gerne Bestätigen).
Wenn du seit 8 Jahren dort wohnst, wird er sicherlich auch schon ein wenig Geld an der Vermietung verdient haben und dieses kann er ruhig mal in die technische Betriebssicherheit der Mietwohnung investieren!
Mal so als kleinen Tip nebenbei: Ich persönlich würde mich nicht damit abspeisen lassen, dass ein Elektriker vorbeikommt und dass irgendwie wieder „hinbiegt“.

Ausserdem bringt das kochen auf einen E-Herd, wo man alle Platten und den Backofen gleichzeitig benutzen kann, doch viel mehr Spass ODER ?

Liebe Grüße
Alf

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Hallo Alf,

vielen Dank für die ausführliche Hilfe. Ich hatte auch schon den Sicherungskasten in Verdacht, nachdem die Sicherung ziemlich stinkt und warm wird, bevor sie ausfällt.

Tja, wie ich meinen knausrigen Vermieter kenne, wird er mir seinen Haus- und Hofelektriker vorbeischicken (der mehr oder weniger Mädchen für alles ist) und der damals (vor unserem Einzug) auch die komplette Elektrik der Wohnung gemacht hat… Der hat nicht wirklich viel Kompetenz :frowning: Besteht denn im schlimmsten Fall Brandgefahr, wenn er es nur notdürftig hinbiegt?

Viele Grüße, Anna.

Hallo Anna,

ja im schlimmsten Fall besteht tatsächlich Brandgefahr. Die Sicherung ist ein Leitungsschutzschalter, sie soll eigentlich die Zuleitung gegen Überlast absichern. Ich kann durch eine Zuleitung, die ( wahrscheinlich) nur aus 3 Adern besteht und dann nur einen Einzeladerquerschnitt von 1,5qmm hat nur eine nur eine begrenzte Menge an elektrischer Leistung „ziehen“. Eine Mehrbelastung (Überlast) erwärmt die Leitung und der elektrische Widerstand steigt an, dadurch erwärmt sich die Leitung noch mehr und so weiter. Da die Last am Ende der Leitung ja die gleiche ist, springt dann mit der Zeit die Sicherung heraus und das ist auch gut so. Wenn Sie dies nicht machen würde, würde die Leitung irgendwann anfangen zu glühen. Dadurch schmorrt langsam aber sicher die Isolierung auf. Wenn man Glück hat liegt die Leitung im Mauerwerk und es kommt nur zu einem Kurzschluß der Adern untereinander. Wenn man Pech hat liegt die Leitung irgendwo am alten knochentrockenem Holz oder noch viel schlimmer im alten Putz der mit Stroh gebunden wurde. Da hört der Spass dann wirklich auf.
Lass dir einfach vom Elektriker, der diese Sache hinbiegt, eine den VDE-Vorschriften und den Technischen Anschlußbedingungen der EVU (Elektroversorgungsunternehmen)entsprechende Ausführung schriftlich bestätigen. Dann erwähnst du irgendwo in einem Nebensatz, dass du jemanden bei den Stadtwerken (oder auch Elektroinnung/Handwerkskammer)kennst, der sich die Ausführung der Arbeiten doch etwas genauer ansehen will. Wenn es nicht gerade ein Lehrling im ersten Lehrjahr ist (wobei ich diese nicht schlechtreden und über einem Kamm scheren möchte) wird er es sich vielleicht doch überlegen was er gerade hingebogen hat.

Es ist eigentlich nicht meine Art über meine „Artgenossen“ herzuziehen, aber irgendwo hört der Spass auf. Und ich persönlich finde das solche schwarze Scharfe aus dem Verkehr gezogen werden müssten.

Wenn du weitere Hilfe und Argumente brauchen solltest melde dich einfach nochmal.

LG Alf

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