Sieg der Alliierten durch Materialüberlegenheit

Guten Tag!

Was ist von der These zu halten, die Alliierten hätten den Sieg im 2.WK nur durch materieller und personelle Überlegenheit davongetragen.
In puncto Disziplin, Moral und vor allem technischen Innovationen sei das Deutsche Reich weit überlegen gewesen?

Für diese These sprechen die zahllosen Entwicklungen (Düsenjäger, V2, Uboote, die ohne Auftauchen bis nach Argentinien kamen, Sturmgewehr44, der Vorläufer des AK47, Raketen mit Wärmesucher usw. ), die zwar nicht alle zum Einsatz kamen, jedoch später z.B. die USA wehrtechnisch um Jahre nach vorne brachten.
Die Bilder von US-Soldaten mit schief aufgesetzen Helmen etc. , die ja nicht mal ansatzweise das durchleiden mussten wie der deutsche Landser, untermauern auch die obige These.

Vielen Dank !

Hi,

diese These ist einerseits richtig und andererseits falsch.

Richtig, da in einem Krieg immer auch die wirtschaflichen Verhältnisse bedeutsam sind. Kein Krieg wird von der Kampfmoral allein gewonnen.

Andererseits war es ja gerade das Problem der deutschen Kriegswirtschaft, dass kein durchgehendes Bewaffnungskonzept verfolgt wurde wie z. B. bei den Russen, so dass zahlreiche unsinnige Konzepte verfolgt wurden (z.B. 1000t schwere „Panzer“), Parallelentwicklungen erfolgten, ständige Änderungswünsche die Entwicklung nie zum Abschluss kommen ließen, so dass durch ein Modellwirrwar die Produktion und Ersatzteilbeschaffung erschwert war.

Ausserdem: Was nützen die klügsten Wissenschaftler und Ingenieure, wenn deren Fähigkeiten zu schädlichen Zielen eingesetzt werden?

Gruss A.

da bin ich stutzig:

Ausserdem: Was nützen die klügsten Wissenschaftler und
Ingenieure, wenn deren Fähigkeiten zu schädlichen Zielen
eingesetzt werden?

ing. und wissenschaftler produzieren WISSEN und Ing. entwickeln, das was daraus gemacht wird liegt weniger am Ideenfinder, Wissensproduzierer als am rezipienten selbst.

gruss dirk

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… es ist richtig, daß die Materialüberlegenheit entscheidend war… gerade über die kämpfe in der Normandie berichten viele Soldaten… schoss man einen Panzer ab… standen 5 neue dort. Dies gerade bei den nachschubschwierigkeiten der Deutschen, die durch die Luftüberlegenheit der Alliierten mehr als nur beeinträchtigt waren.
Sicherlich hatten beide Seiten damit zu kämpfen ein land zu verteidigen bzw., zu erobern mit dem Sie eigentlich kaum etwas anfangen konnten. Des weiteren lagen in der Normandie auch viele Einheiten die aus Fremdländlern bestanden…
Dennoch wurden bis Ende 1944 die besten deutschen Divisionen an der Westfront zerschlagen (LAH, Das Reich, Hitlerjugend, Panzerlehr usw.). Es gibt da auch eine makabere Rechnung… für den Tod eines Amerikaners benötigte man 2 deutsche Soldaten… für einen toten Deutschen brauchte man 10 Amerikaner…Bevor es zu Infanterieangriffen kam… wurde zuerst das Material ausgereizt… Schiffsrtillerie an der Küste, Bomber (siehe Jörg Friedrich „Der Brand“) und Artillerie… dann Panzer bzw. Kettenfahrzeuge und erst dann Infanterie… um die Personalverluste möglichst gering zu halten. Moralmässig würde ich die Deutschen gerade 1944 nicht gerade übermässig im Vorteil wiegen…

Was ist von der These zu halten, die Alliierten hätten den
Sieg im 2.WK nur durch materieller und personelle
Überlegenheit davongetragen.

Nun diese These ist durchaus korrekt, Deutschland war aufgrund des Mangels an natürlichen Resourcen immer gezwungen den Gegner so schnell wie möglich zu besiegen und dann dem Gegner einen für Deutschland vorteilhaften Frieden aufzuzwingen, dies hat zuletzt 1870/71 funktioniert, dies war auch die Absicht des Schlieffenplanes (erster Weltkrieg) der bekanntlich in die Hose ging. Die Alliierten im zweiten Weltkrieg insbesondere Churchil haben richtig erkannt das es nur eine Frage der Zeit war bis Deutschland am Ende war.

In puncto Disziplin, Moral

Bomben und Granaten machen keinen unterschied ob jemand diziplinierter und moralischer ist als andere. Respekt zolle ich auch den russischen Soldaten die ohne Waffe in den Kampf geschickt wurden, um sich diese dann von einem Gefallenen zu besorgen.

und vor allem technischen
Innovationen sei das Deutsche Reich weit überlegen gewesen?

Tja und wie war das mit den Langstreckenbombern, Jagdflugzeugen (Mustang), Feindaufklärung (Enigma geknackt) und der Atombombe?
Von weit überlegen kann wohl keine Rede sein, auf manchen Gebieten führend ja, aber bei weiten nicht bei allen.

Die Bilder von US-Soldaten mit schief aufgesetzen Helmen etc.
, die ja nicht mal ansatzweise das durchleiden mussten wie der
deutsche Landser, untermauern auch die obige These.

Und warum musste der deutsche Landser das alles durchleiden - übrigens schon mal die wirklichen Bilder gesehen, die von Deutschen Landsern auf dem Rückzug oder im russischen Winter gemacht wurden und nicht nur die Bilder der deutschen Propaganda?

Gruss
Armin

Hi!

Was ist von der These zu halten, die Alliierten hätten den
Sieg im 2.WK nur durch materieller und personelle
Überlegenheit davongetragen.

Das ist sicherlich korrekt, wenn man die Summe aller Armeen nimmt, die gegen das Dritte Reich gekämpft haben. Im einzelnen waren wohl nur die Sowjetunion und die USA personell und materiell überlegen.

In puncto Disziplin, Moral und vor allem technischen
Innovationen sei das Deutsche Reich weit überlegen gewesen?

Ich halte die These von überlegenen technischen Innovationen für übertrieben. Bis zum Ende des Krieges wurde der deutsche Infanterist mit dem K98-Karabiner ausgerüstet, der zwar von Reichweite, Treffgenauigkeit und Schußwirkung eine sehr gute Waffe war, aber mit seinem 5-Schuss-Magazin und dem Einzelkammer-Repetier-System eine völlig unzureichende Feuerkraft bot (halbautomatische Waffen wie die amerikanischen M1- und Garand-Gewehre oder das britische Lee-Enfield waren dem K98 im Gefecht in der Feuerkraft eindeutig überlegen).

1941 bestand bei der Wehrmacht ein einziges Chaos, was die Motorisierung anging. Es wurde Lkw aller möglichen Hersteller verwendet, teilweise sogar Fahrzeuge aus besetzten Ländern. Die Folge war ein wahrer Wust an Materialbedarf im Schadensfall, weil Reifen, Motoren, Achsen, Getriebe usw. untereinander nicht austauschbar waren. Außerdem waren Pferd und Wagen noch immer elementare Bestandteile der Fortbewegung. Rein technisch gesehen bewegte sich die deutsche Infanterie auf dem Stand des Ersten Weltkrieges.

Die deutsche Panzerwaffe war bereits zu Beginn des Krieges alliierten Panzern unterlegen. Der britische Mark II (Matilda) war für deutsche Panzer der Jahre 1939 bis 1941 nicht zu knacken, der französische Char I war für deutsche Panzerbesatzungen ein mehr als ernst zu nehmender Gegner, und auf dem Schlachtfeldern Rußlands verbreitete das Auftauchen des T-34 unter den deutschen Panzertruppen reinste Panik (es gibt entsprechende Wehrmachtsbericht aus dem Herbst 1941 dazu). Die später entwickelten Panzer V (Panther) und Panzer VI (Tiger) sind direkte Folgen des sowjetischen T-34 (u.a. erstmaliger Einsatz von abgeschrägten Wannen bei deutschen Panzern).

Rettung für die deutschen Panzer bot der Einsatz der 88mm-FlaK („Acht-Acht“) im Panzerabwehreinsatz, der nur durch Zufall bzw. in höchster Not im Frankreichfeldzug entdeckt wurde, die Erlangung der Luftüberlegenheit (im Zweiten Weltkrieg wurde nie eine Schlacht von der Seite gewonnen, die _nicht_ die Luftüberlegenheit hatte) mit Einsatz der Stukas als „Feuerwehr der Lüfte“ sowie der neuen Taktik, Panzer als eigene Einheiten auf dem Gefechtsfeld einzusetzen (Briten und Franzosen setzten Panzer bis dahin ausschließlich als Infanterie-Unterstützungswaffe ein).

Was die anderen deutschen Entwicklungen angeht, so beruhen viele davon auf ausländischen Erfindungen. Die deutsche Luftwaffe hat als erste einen Kampfjet eingesetzt, jedoch ist die Turbine eine britische Erfindung. Andere deutsche Erfindungen im Krieg war von marginaler Bedeutung und hatten kaum Einfluß auf den Kriegsverlauf.

Hingegen trugen Erfindungen der Alliierten erheblich zum Kriegserfolg bei:
das Radar, das sich bereits 1940 in der Luftschlacht um England bewährte,
das Sonar, was die Schlacht auf dem Atlantik zuungunsten der deutschen U-Boote entschied,
der Computer, der es den Briten ermöglichte, den deutschen Enigma-Code zu knacken,
und natürlich die in Reichweite und Nutzlast deutlich besseren Flugzeuge der Allierten (die deutsche Luftwaffe besaß weder einen Langstreckenjäger noch einen viermotorigen Bomber für einen strategischen Luftkrieg)

Und ganz ehrlich: mir wäre als Soldat eine materielle Überlegenheit, die mit Artillerie und Bomben beim Feind alle kurz und klein haut, deutlich lieber, als gegen einen zahlenmäßig und materiell überlegenen Feind nur mit besserer Moral anzugehen.

Grüße
Heinrich

Was ist von der These zu halten, die Alliierten hätten den
Sieg im 2.WK nur durch materieller und personelle
Überlegenheit davongetragen.

Nun diese These ist durchaus korrekt, Deutschland war aufgrund
des Mangels an natürlichen Resourcen immer gezwungen den
Gegner so schnell wie möglich zu besiegen und dann dem Gegner
einen für Deutschland vorteilhaften Frieden aufzuzwingen, dies
hat zuletzt 1870/71 funktioniert, dies war auch die Absicht
des Schlieffenplanes (erster Weltkrieg) der bekanntlich in die
Hose ging. Die Alliierten im zweiten Weltkrieg insbesondere
Churchil haben richtig erkannt das es nur eine Frage der Zeit
war bis Deutschland am Ende war.

In puncto Disziplin, Moral

Bomben und Granaten machen keinen unterschied ob jemand
diziplinierter und moralischer ist als andere. Respekt zolle
ich auch den russischen Soldaten die ohne Waffe in den Kampf
geschickt wurden, um sich diese dann von einem Gefallenen zu
besorgen.

Welche Wahlmöglichkeit hätten sie denn gehabt?

und vor allem technischen
Innovationen sei das Deutsche Reich weit überlegen gewesen?

Tja und wie war das mit den Langstreckenbombern,

Die waren technisch gesehen nichts Herausragendes. Deutschland hat sie sich nur nicht leisen können, weil es haushalten und andere Schwerpunkte setzen mußte. Sie sind also indirekt unter die Materialüberlegenheit zu rechnen.

Jagdflugzeugen

Die Mustang war doch im Vergleich etwa zur ME 262 schon überholt

, Feindaufklärung (Enigma geknackt)

und der Atombombe?

Mit der Atombombe ist es ja so eine Sache. Waren nicht Auswanderer gerade aus Deutschland u. Italien stark an der Entwicklung beteiligt? Aber gut, sie wurde für die Allierten erfunden.

Von weit überlegen kann wohl keine Rede sein, auf manchen
Gebieten führend ja, aber bei weiten nicht bei allen.

Die Bilder von US-Soldaten mit schief aufgesetzen Helmen etc.
, die ja nicht mal ansatzweise das durchleiden mussten wie der
deutsche Landser, untermauern auch die obige These.

Und warum musste der deutsche Landser das alles durchleiden -
übrigens schon mal die wirklichen Bilder gesehen, die von
Deutschen Landsern auf dem Rückzug oder im russischen Winter
gemacht wurden und nicht nur die Bilder der deutschen
Propaganda?

Gruss
Armin

Hi!

Was ist von der These zu halten, die Alliierten hätten den
Sieg im 2.WK nur durch materieller und personelle
Überlegenheit davongetragen.

Das ist sicherlich korrekt, wenn man die Summe aller Armeen
nimmt, die gegen das Dritte Reich gekämpft haben. Im einzelnen
waren wohl nur die Sowjetunion und die USA personell und
materiell überlegen.

In puncto Disziplin, Moral und vor allem technischen
Innovationen sei das Deutsche Reich weit überlegen gewesen?

Ich halte die These von überlegenen technischen Innovationen
für übertrieben. Bis zum Ende des Krieges wurde der deutsche
Infanterist mit dem K98-Karabiner ausgerüstet, der zwar von
Reichweite, Treffgenauigkeit und Schußwirkung eine sehr gute
Waffe war, aber mit seinem 5-Schuss-Magazin und dem
Einzelkammer-Repetier-System eine völlig unzureichende
Feuerkraft bot (halbautomatische Waffen wie die amerikanischen
M1- und Garand-Gewehre oder das britische Lee-Enfield waren
dem K98 im Gefecht in der Feuerkraft eindeutig überlegen).

Der K98 war ja in seiner Technik schon über 40 Jahe alt, als der Krieg anfing. Wahrscheinlich wurde er wegen der vorhandenen Bestände bei der Wehrmacht eingesetzt.

1941 bestand bei der Wehrmacht ein einziges Chaos, was die
Motorisierung anging. Es wurde Lkw aller möglichen Hersteller
verwendet, teilweise sogar Fahrzeuge aus besetzten Ländern.
Die Folge war ein wahrer Wust an Materialbedarf im
Schadensfall, weil Reifen, Motoren, Achsen, Getriebe usw.
untereinander nicht austauschbar waren. Außerdem waren Pferd
und Wagen noch immer elementare Bestandteile der Fortbewegung.
Rein technisch gesehen bewegte sich die deutsche Infanterie
auf dem Stand des Ersten Weltkrieges.

Das weist doch wieder eher auf Materialunterlegenheit auf, so daß genommen werden muß, was vorhanden ist.

Die deutsche Panzerwaffe war bereits zu Beginn des Krieges
alliierten Panzern unterlegen.

Wieso „bereits“? Ich würde eher „noch“ sagen.

Der britische Mark II (Matilda)

war für deutsche Panzer der Jahre 1939 bis 1941 nicht zu
knacken, der französische Char I war für deutsche
Panzerbesatzungen ein mehr als ernst zu nehmender Gegner, und
auf dem Schlachtfeldern Rußlands verbreitete das Auftauchen
des T-34 unter den deutschen Panzertruppen reinste Panik (es
gibt entsprechende Wehrmachtsbericht aus dem Herbst 1941
dazu). Die später entwickelten Panzer V (Panther) und Panzer
VI (Tiger) sind direkte Folgen des sowjetischen T-34 (u.a.
erstmaliger Einsatz von abgeschrägten Wannen bei deutschen
Panzern).

Rettung für die deutschen Panzer bot der Einsatz der 88mm-FlaK
(„Acht-Acht“) im Panzerabwehreinsatz, der nur durch Zufall
bzw. in höchster Not im Frankreichfeldzug entdeckt wurde, die
Erlangung der Luftüberlegenheit (im Zweiten Weltkrieg wurde
nie eine Schlacht von der Seite gewonnen, die _nicht_ die
Luftüberlegenheit hatte) mit Einsatz der Stukas als „Feuerwehr
der Lüfte“ sowie der neuen Taktik, Panzer als eigene Einheiten
auf dem Gefechtsfeld einzusetzen (Briten und Franzosen setzten
Panzer bis dahin ausschließlich als
Infanterie-Unterstützungswaffe ein).

Wenn man berücksichtigt, daß Deutschland wegen des Versailler Diktats ja kaum Zeit gehabt hatte, Panzer und Flugzeuge zu entwickeln, wurde im Verlauf des Krieges immerhin noch eindrucksvolle Fortschritte erzielt.

Was die anderen deutschen Entwicklungen angeht, so beruhen
viele davon auf ausländischen Erfindungen. Die deutsche
Luftwaffe hat als erste einen Kampfjet eingesetzt, jedoch ist
die Turbine eine britische Erfindung. Andere deutsche
Erfindungen im Krieg war von marginaler Bedeutung und hatten
kaum Einfluß auf den Kriegsverlauf.

Und den Panzer und das Motorflugzeug waren auch ausländische Erfindungen, die Motoren sowohl für Benzin als auch für Diesel kamen jedoch aus Deutschland.
Der Revolver war vielleicht (?) eine amerkikanische Erfindung, wobei aber das Schießpulver aus China kommt.
Wie weit soll man es zurückverfolgen?

Hingegen trugen Erfindungen der Alliierten erheblich zum
Kriegserfolg bei:
das Radar, das sich bereits 1940 in der Luftschlacht um
England bewährte,
das Sonar, was die Schlacht auf dem Atlantik zuungunsten der
deutschen U-Boote entschied,
der Computer, der es den Briten ermöglichte, den deutschen
Enigma-Code zu knacken,
und natürlich die in Reichweite und Nutzlast deutlich besseren
Flugzeuge der Allierten (die deutsche Luftwaffe besaß weder
einen Langstreckenjäger noch einen viermotorigen Bomber für
einen strategischen Luftkrieg)

Dies ist keine technische Überlegenheit, da Deutschland sich nur wegen der unzureichenden Mittel keine strategischen Flugzeuge leisten konnte.

Und ganz ehrlich: mir wäre als Soldat eine materielle
Überlegenheit, die mit Artillerie und Bomben beim Feind alle
kurz und klein haut, deutlich lieber, als gegen einen
zahlenmäßig und materiell überlegenen Feind nur mit besserer
Moral anzugehen.

Grüße
Heinrich

, Feindaufklärung (Enigma geknackt)

und der Atombombe?

Mit der Atombombe ist es ja so eine Sache. Waren nicht
Auswanderer gerade aus Deutschland u. Italien stark an der
Entwicklung beteiligt? Aber gut, sie wurde für die Allierten
erfunden.

Der Bau der Atombombe auf Seiten der Allierten wurde v.a. durch folgende Wissenschaftler möglich:

Robert Oppenheimer
Leiter des Projekts und gebürtiger US-Amerikaner

Edward Teller
Geboren in Ungarn, emigrierte erst nach Deutschland wo er unter Werner Heisenberg studierte. 1934 verliess er Deutschland wegen Hitler.

Enrico Fermi
Nobelpreisträger und gebürtiger Italiener. Emigrierte 1938 kurz nach der Nobelpreisverleihung in die USA wegen Mussolinis Regime.

Niels Bohr
Däne und Nobelpreisträger. Flüchtete 1943 in die USA.

Albert Einstein
Gebürtiger Deutscher, emigrierte 1933 wegen dem Nazi-Regime in die USA. Er hat zwar nicht am Bau der Bombe mitgearbeitet, aber er wußte, dass man durch Kernspaltung eine Bombe bauen könnte, die alles an Zerstörungskraft übertreffen würde. Deshalb unterzeichnete er einen Brief an Präsident Roosevelt um ihn zu bitten, die Atombombenforschung zu unternehmen, da Deutschland auch Kenntnis von dieser Möglichkeit hat und die Bombe - entwickelten sie die Nazis zuerst - vermutlich kriegsentscheidend wäre. Man geht davon aus, dass die amerikanische Regierung der Bombe nicht so früh die nötige Beachtung geschenkt hätte, wenn Einstein aufgrund seiner Berühmtheit nicht interveniert hätte.

Also insgesamt gesehen, waren zumindest viele der „großen Köpfe“ europäische Wissenschaftler. Allerdings waren am Projekte einige tausend Wissenschaftler beteiligt, die allermeisten waren natürlich Amerikaner. Aber es ist eines der traurigen Resultate des Nazi-Regimes, dass viele Intellektuelle und Wissenschaftler wegen ihnen das Land verlassen haben und viele auch nicht mehr zurückgekehrt sind. Dadurch hat Deutschland sehr viel an Wissen, Know-How und Forschungsvorsprung verloren. Nicht umsonst sind die meisten Nachkriegs-Nobelpreisträger Amerikaner…

Auf deutscher Seite war es v.a. Werner Heisenberg, Otto Hahn und C.F. v. Weizäcker, die die Atombomben-Forschung betrieben. Die deutschen Wissenschaftler waren allerdings in der Fehlannahme, dass man eine sehr große Menge Uran (mehrere hundert kg) benötigen würde, deren Anreicherung viele Jahre gedauert hätte. In Wirklichkeit war die benötigte Menge Uran nur ein paar kg wie das amerikanische Team herausfand. Und das Problem der Deutschen bestand dann noch darin, dass sie es bis 1945 nicht geschafft hatten, eine Methode der Urananreicherung zu erfinden, die in der Lage gewesen wäre, mehr als ein paar Gramm Uran zu produzieren.

Heisenbergs Rolle ist dabei immer noch etwas umstritten. Die Theorie, dass Heisenberg insgeheim wusste, dass man nur wenig Uran bräuchte, ist aber IMO nicht haltbar, da Heisenberg in der Kriegsgefangenschaft fast „ausrastete“, als er gehört hat, dass die Amerikaner die Bombe gebaut haben. Er konnte einfach nicht glauben, dass die Amerikaner hunderte von kg Uran in so kurzer Zeit angereichert hätten. Erst später erfuhr er, dass man nur einige Kilogramm benötigte.
Allerdings glaube ich schon, dass Heisenberg die Bombe selbst nicht bauen wollte, dass geht nämlich auch aus den Gesprächen in der Kriegsgefangenschaft und in Briefen z.B. mit Niels Bohr oder mir Enrico Fermi hervor. Er mag vielleicht national eingestellt gewesen sein - deswegen fällte er auch die Entscheidung, nicht aus Deutschland zu fliehen - aber er war IMO sicher kein Nazi.

mfg
deconstruct

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In puncto Disziplin, Moral

Bomben und Granaten machen keinen unterschied ob jemand
diziplinierter und moralischer ist als andere. Respekt zolle
ich auch den russischen Soldaten die ohne Waffe in den Kampf
geschickt wurden, um sich diese dann von einem Gefallenen zu
besorgen.

Welche Wahlmöglichkeit hätten sie denn gehabt?

Eben alles nur eine Sache des Standpunktes und darauf wollte ich hinaus.

und vor allem technischen
Innovationen sei das Deutsche Reich weit überlegen gewesen?

Tja und wie war das mit den Langstreckenbombern,

Die waren technisch gesehen nichts Herausragendes. Deutschland
hat sie sich nur nicht leisen können, weil es haushalten und
andere Schwerpunkte setzen mußte. Sie sind also indirekt unter
die Materialüberlegenheit zu rechnen.

Nö sind sie nicht um einen Langstreckenbomber zu bauen braucht es auch technisches Niveau, sonst hätte Deutschland auf die schnelle einen entwickeln und bauen können, das Material hätte man aus anderen unsinnigen Projekten abziehen können.

Jagdflugzeugen

Die Mustang war doch im Vergleich etwa zur ME 262 schon
überholt

Die Me262 kam einfach zu spät, auch durch den Unsinn sie zuerst als „Blitzbomber“ einsetzen zu wollen. Die Mustang war da als man sie brauchte.

Gruss
Armin

Hi!

Der K98 war ja in seiner Technik schon über 40 Jahe alt, als
der Krieg anfing. Wahrscheinlich wurde er wegen der
vorhandenen Bestände bei der Wehrmacht eingesetzt.

Frage: Warum wurde das Standard-Infantriegewehr zwischenzeitlich nicht verbessert (siehe Entwicklung des Infanteriegewehres in den USA)? Aus Ressourcenmangel bestimmt nicht.

Rein technisch gesehen bewegte sich die deutsche Infanterie
auf dem Stand des Ersten Weltkrieges.

Das weist doch wieder eher auf Materialunterlegenheit auf, so
daß genommen werden muß, was vorhanden ist.

Nein, es beweist die mangelhafte Weitsicht der deutschen Militärführung. Die Rüstung der Wehrmacht lief seit Mitte der 30er auf Hochtouren, trotzdem wurde keine Standardisierung der Landtransportmöglichkeiten erzielt, weil die Motorisierung der Infanterie seitens der Führung nicht geplant war. Das ist keine Frage der Ressourcen, sondern der Fehlplanung.

Wenn man berücksichtigt, daß Deutschland wegen des Versailler
Diktats ja kaum Zeit gehabt hatte, Panzer und Flugzeuge zu
entwickeln, wurde im Verlauf des Krieges immerhin noch
eindrucksvolle Fortschritte erzielt.

Deutsche Flugzeugentwicklung: Me109 1934, Me110 1934, Ju88 1936, He111 1935

Deutsche Panzerentwicklung: Panzer I 1934, Panzer II 1935, Panzer III 1934, Panzer IV 1935. Nur der Panzer V (Panther - Nov. 1941) war eine echte Neuentwicklung während des Krieges. Selbst der Panzer VI (Tiger) wurde vor dem Krieg (1937/38) entwickelt.

Dies ist keine technische Überlegenheit, da Deutschland sich
nur wegen der unzureichenden Mittel keine strategischen
Flugzeuge leisten konnte.

Negativ. Es gab für die deutsche Luftwaffe keine strategische Planung, also folglich auch keinen strategischen Bomber bzw. einen qualifizierten Langstreckenjäger. Auch hier war die Planung die Quelle des Fehlers, nicht die Ressourcen. Die Luftwaffe hatte auf deutscher Seite immer nur eine taktische Komponente. Daher musste die Luftschlacht um England, die strategisch angelegt war, zwangsläufig scheitern.

Grüße
Heinrich

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Endlich bringt es mal jemand auf den Punkt! Nämlich die Verzettelung und Fehlplanungen der „Genies“ im 3.Reich. Dafür gibt es auch 2 ganz krasse Beispiele.

  1. Den Panzer „Maus“, entwickelt und 2 Prototypen genabut von Porsche. Die eingesetzten Resurcen standen im krassen Wiederspruch zur taktischen Verwendbarkeit dieses „Fahrzeuges“ als Bunker mit Antrieb. Zwar war eine allen anderen Panzerfahrzeugen überlegene Bewaffnung vorgesehen und der Panzerschutz gegen herkömmliche Geschosse sollte auch entsprechend hoch sein, allerding bot er schon zur Planungszeit keinen ausreichenden Schutz gegen Reaktive Geschossen, den sg. Hohlladungen. Und über welche Straßen oder Brücken dieses Ungetüm fahren sollte, war auch nicht klar.

  2. Die sogenannten Kleinkampfmittel der Marine. Als die Uboote die Schlacht im Atlantik nicht mehr gewinnen konnten, weil auch hier die Führung den Anschluß an die Entwicklung verpasst hatte, sollten die Miniuboote den Gegner vor den Küsten angreifen. Alleine vom Typ Seehund sind 285 Stück gebaut worden und nur wenige wurden eingesetzt. Dabei wurde bei den Einsätzen kein einziger Erfolg erzielt. Eine Verschwendung ohne gleichen.

Auch das die USA während des Krieges (1941- 1945) von einem Panzertyp, dem Sherman, mehr gebaut haben, als alle während des Krieges (1939.1945) in Deutschland gebauten Panzer, Sturmgeschütze, Panzerspähwagen usw. zusammen, zeigt was erreicht wird, wenn Methode hinter einer Planung steckt.

Alle der so fürchterlich überragenden Waffen die in Deutschland entwickelt wurden waren doch nur Reaktionen auf die besseren Waffen der Gegner, also eine zwangsläufige Entwicklung.

Und vielleicht hat auch die Taktik der Westlichen Alleierten, Materialeinsatz vor Menschenleben (das der eigenen Soldaten) auch das bessere Ergebnis erzielt. Sicher haben die deutschen Landser mehr leiden müssen, aber es ist ihnen auch aufgebürdet worden und zwar nicht von ihren Gegnern, sondern von der eigenen Führung.

Nicht die Soldaten haben den Krieg verloren, sondern eine inkompetente Führung.

Gruß Frank

In puncto Disziplin, Moral

Bomben und Granaten machen keinen unterschied ob jemand
diziplinierter und moralischer ist als andere. Respekt zolle
ich auch den russischen Soldaten die ohne Waffe in den Kampf
geschickt wurden, um sich diese dann von einem Gefallenen zu
besorgen.

Welche Wahlmöglichkeit hätten sie denn gehabt?

Eben alles nur eine Sache des Standpunktes und darauf wollte
ich hinaus.

und vor allem technischen
Innovationen sei das Deutsche Reich weit überlegen gewesen?

Tja und wie war das mit den Langstreckenbombern,

Die waren technisch gesehen nichts Herausragendes. Deutschland
hat sie sich nur nicht leisen können, weil es haushalten und
andere Schwerpunkte setzen mußte. Sie sind also indirekt unter
die Materialüberlegenheit zu rechnen.

Nö sind sie nicht um einen Langstreckenbomber zu bauen braucht
es auch technisches Niveau, sonst hätte Deutschland auf die
schnelle einen entwickeln und bauen können, das Material hätte
man aus anderen unsinnigen Projekten abziehen können.

für deutschland lohnte es sich nicht, solche flugzeuge zu bauen bzw. man war in der annahme das material besser anders zu nutzen. welche projekte unsinnig sind weiß man hinterher immer am besten.

Jagdflugzeugen

Die Mustang war doch im Vergleich etwa zur ME 262 schon
überholt

Die Me262 kam einfach zu spät, auch durch den Unsinn sie
zuerst als „Blitzbomber“ einsetzen zu wollen. Die Mustang war
da als man sie brauchte.

soviel früher waren die guten versionen der mustang dann aber auch nicht. und die technik der me 262 gab es ja schon, sie wurde nur falsch eingesetzt.

Gruss
Armin

Hi!

Der K98 war ja in seiner Technik schon über 40 Jahe alt, als
der Krieg anfing. Wahrscheinlich wurde er wegen der
vorhandenen Bestände bei der Wehrmacht eingesetzt.

Frage: Warum wurde das Standard-Infantriegewehr
zwischenzeitlich nicht verbessert (siehe Entwicklung des
Infanteriegewehres in den USA)? Aus Ressourcenmangel bestimmt
nicht.

weiß ich auch nicht, vielleicht war es in den 20er und anfangs 30er jahren durch das versailler diktat verboten? und außerdem hatte man ja die technik, sie wurde einfach nur nicht eingesetzt.

Rein technisch gesehen bewegte sich die deutsche Infanterie
auf dem Stand des Ersten Weltkrieges.

Das weist doch wieder eher auf Materialunterlegenheit auf, so
daß genommen werden muß, was vorhanden ist.

Nein, es beweist die mangelhafte Weitsicht der deutschen
Militärführung. Die Rüstung der Wehrmacht lief seit Mitte der
30er auf Hochtouren, trotzdem wurde keine Standardisierung der
Landtransportmöglichkeiten erzielt, weil die Motorisierung der
Infanterie seitens der Führung nicht geplant war. Das ist
keine Frage der Ressourcen, sondern der Fehlplanung.

das aber ist doch keine frage technischen rückstandes, sondern falscher organisation.

Wenn man berücksichtigt, daß Deutschland wegen des Versailler
Diktats ja kaum Zeit gehabt hatte, Panzer und Flugzeuge zu
entwickeln, wurde im Verlauf des Krieges immerhin noch
eindrucksvolle Fortschritte erzielt.

Deutsche Flugzeugentwicklung: Me109 1934, Me110 1934, Ju88
1936, He111 1935

Deutsche Panzerentwicklung: Panzer I 1934, Panzer II 1935,
Panzer III 1934, Panzer IV 1935. Nur der Panzer V (Panther -
Nov. 1941) war eine echte Neuentwicklung während des Krieges.
Selbst der Panzer VI (Tiger) wurde vor dem Krieg (1937/38)
entwickelt.

das zeigt es ja: deutschland hatte ca 15 jahre weniger zeit als die anderen. daß die einführung oft lange nach der entwicklung erst stattfindet, ist ja bekannt und bis heute nicht anders.

Dies ist keine technische Überlegenheit, da Deutschland sich
nur wegen der unzureichenden Mittel keine strategischen
Flugzeuge leisten konnte.

Negativ. Es gab für die deutsche Luftwaffe keine strategische
Planung, also folglich auch keinen strategischen Bomber bzw.
einen qualifizierten Langstreckenjäger. Auch hier war die
Planung die Quelle des Fehlers, nicht die Ressourcen. Die
Luftwaffe hatte auf deutscher Seite immer nur eine taktische
Komponente. Daher musste die Luftschlacht um England, die
strategisch angelegt war, zwangsläufig scheitern.

wäre es für deutschland denn vernünftiger gewesen, langstrckenflugzeuge zu entwickeln und dafür viel potential aufzuwenden, das anderswo gefehlt hätte?

Grüße
Heinrich