Wie hat Siemens es in diesen schwierigen Zeiten
geschafft, das Unternehmen zum Erfolg zu bringen?Wie kann es
weitergehen?
Also zu Siemens könnte man ganze Bibliotheken schreiben. Aber ich will mal versuchen, es zusammenzufassen 
- Siemens ist eines der innovativsten Unternehmen der Welt. Schon früh hat man gelernt, dass innovative Ideen -bei entsprechend guter Strategie- schnell zu Geld gemacht werden können. Siemens hat stets große Summen für Forschung und Entwicklung ausgegeben und das in nahezu allen relevanten Bereichen.
So ist man in verschiedenen Bereichen heute Weltmarktführer, bzw. an der Weltmarktführerschaft beteiligt. Da gibt es z.B. die Kernkraftwerke, bei denen Siemens einen weiten Vorsprung in der Welt hat. Allerdings ist man davon in Deutschland nicht so besonders angetan, aber im Ausland verkaufen sie sich gut 
Wo Siemens ebenfalls Maßstäbe setzt ist der Bereich, der sich um Medizintechnik kümmert. Siemens stellt nahezu für jeden Bereich des Gesundheitswesens die entsprechende Technik her. Vor ein paar Jahren hat Siemens durch die Erfindung des sog. PET-Scanners für Aufsehen in der Medizinwelt gesorgt. Die Weiterentwicklung PET-CT ermöglicht es, nach Einnahme einer schwach radioaktivhaltigen Flüssigkeit, Krebsgeschwüre im gesamten Körper -egal wo- in 3D sichtbar zu machen. Allerdings ist den hiesigen Krankenkassen eine Untersuchung -eingebunden im gesetzlichen Leistungskatalog- noch zu teuer. Die Untersuchungen sind recht teuer, ca. 600 Euro, würden aber z.B. eine Darmspiegellung überflüssig machen. Die Scanner werden hauptsächlich im Ausland eingesetzt.
Das Prinzip ist eben recht einfach: Man ist für ein paar Jahre mit einer sehr innovativen Idee am Markt, verdient also viel Geld und wenn es andere dann nachmachen oder es nicht mehr läuft, hat man schon die nächste Erfindung am Start und verdient dann damit.
- Das (noch) größere Beispiel zu Siemens ist der amerikanische Mischkonzern General Electric. Von dem früheren CEO dieses Konzerns, Jack Walsh, haben die Siemens-Leute in den 90ern sehr viel gelernt und/oder übernommen. So wird im Hause Siemens schon seit geraumer Zeit eine strenge Renditepolitik verfolgt. Alle Geschäftsbereiche, die nicht innerhalb einer bestimmten Frist eine bestimmte Rendite x abwerfen, werden verkauft oder geschlossen.
Der eigentliche Schlüssel des Erfolgs liegt aber -wie ich finde- in dem jetzt folgenden:
Siemens hat stets gut diversifiziert. Was ist damit gemeint ?
Wenn man 1000 Euro in Aktien anlegen will und man kauft für 500 Euro BMW und für 500 DaimlerChrysler und der Ölpreis steigt, kann man davon ausgehen, dass beide Aktien stark an Wert verlieren und man keine 1000 Euro mehr hat.
Kauft man hingegen für 500 Euro BMW und für 500 Euro Shell, dann kann man von beidem profitieren - guter Autoabsatz und steigenden Ölpreise und Verluste bei der einen Aktie werden durch Gewinne bei der anderen ausgeglichen. Das ist jetzt vereinfacht ausgedrückt. Es lässt sich technisch nachweisen. Die Korrelation spielt eine Rolle.
Das hat Siemens auch gemacht. Man hat stets Unternehmen gekauft, die sich gegenseitig stützen können. Das unternehmerische Risiko wurde stets breit gestreut - wie man sagt. Dadurch, dass man in vielen Bereich präsent ist, können Verluste bei ungünstigen wirtschaftlichen Verlauf durch andere Bereiche ausgeglichen werden. Dabei hat man immer Bereiche unter dem Dach des Konzerns zusammengefasst, die möglichst unterschiedlich sind. Siemens baut Atomkraftwerke aber auch Kühlschränke.
- Heinrich von Pierer. Man kann zu Recht behaupten, dass der Erfolg dieses Unternehmens eng mit Heinrich von Pierer, dem früheren und langjährigen Vorstandsvorsitzenden verbunden ist. Er hat das Unternehmen stets als Unternehmer und nicht als Manager geführt. Will also heißen, kurzfristig erfolgreiche Maßnahmen die dem Gehalt des Managers dienen aber langfrisitig dem Unternehmen schaden, wurden weitgehend vermieden.
Die Mitarbeiter spielen ebenfalls eine große Rolle und waren der Unternehmensführung überwiegend positiv gesonnen. Nicht zuletzt auch deswegen, weil der „Chef von Pierer“ auch an seine Mitarbeiter gedacht hat und nicht nur den Shareholder-Value im Auge hatte. Außerdem sind die meisten Stolz bei Siemens arbeiten zu können, da es sich hier eben um ein Weltunternehmen handelt, was vielleicht bis auf General Electric niemanden auf der Welt fürchten muss.
Siemens ist sicherlich eines der Vorzeigeunternehmen in Deutschland. Ich würde sogar sagen, dass es zusammen mit dem Weltmarktführer in der Chemiebranche, der BASF, momentan an der Spitze steht. Selbst George W. Bush, der mal ein Siemenswerk in Louissana besuchte musste zugeben, dass es erstaunlich ist, was die Deutschen so alles fertig bringen
)
Das waren jetzt nur 3 Punkte, dennoch sind sie meiner Meinung nach die entscheidenden gewesen. Der Nachfolger von von Pierer, Kleinfeld, hatte nach dem Ausscheiden von v. Pierer größere Probleme, weil er in recht große Fussstapfen getreten ist oder musste. Mittlerweile läuft es etwas besser, aber eben noch nicht rund. Daher sind manche Analysten an der Börse noch etwas spektischer eingestimmt, was die Zukunft angeht. Aber um die Zukunft geht es ja auch gar nicht bei Deinem Thema, oder ? 
So, hoffe es konnte „erhellen“ 
Viele Grüße
TraderS
… der nicht bei Siemens arbeitet, dem aber Siemens ein ganz kleines bisschen gehört
)